Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Knie, Fuß, Sprunggelenk. Hüfte, Wirbelsäule und Schulter

Stoßwellentherapie - (ESWT) regeneriert Knochen, Sehnen und Bänder

  1. Stoßwelle als Alternative zu vielen Operationen
  2. Anwendungen der Stoßwellentherapie
  3. Ablauf einer Stoßwellenbehandlung
  4. Wirkungsweise der Stoßwellentherapie (ESWT)
  5. Verschiedene Arten von Stoßwellen
  6. Stoßwelle zur Therapie der Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
  7. Stoßwelle und Fersensporn bzw. Plantarsehnenentzündung
  8. Stoßwelle und Tennisellenbogen (Epikondylitis)
  9. Stoßwelle bei Achillessehnenentzündung (Achillodynie)
  10. Stoßwelle zur Behandlung von schlecht verheilenden Knochenbrüchen (Pseudoarthrosen)
  11. Wann darf die Stoßwellentherapie nicht angewendet werden?
  12. Nachbehandlung und Ergebnisse der Stoßwellentherapie
  13. Kosten und Erstattung der Stoßwellenbehandlung

Stoßwelle (ESWT) als schonende Alternative zu vielen Operationen

Seit etwas mehr als zehn Jahren steht mit der Stoßwellentherapie eine neue Therapieform zur Verfügung, die in vielen Fällen eine schonende Behandlung von Entzündungen, Verkalkungen oder Verletzungen verspricht.

Stoßwellentherapie hat zudem praktisch keine Nebenwirkungen und macht viele Operationen unnötig.

Stoßwellen sind kurze, energiereiche mechanisch-akustische Wellen, die Wasser oder wasserhaltige Gewebe ohne Abschwächung durchdringen können. Auch elastische Körpergewebe – dazu gehören Muskeln und Fettgewebe – leiten die Stoßwellen einfach weiter. Erst wenn die Stoßwelle auf feste Gewebebestandteile trifft –- Nierensteine, Gallensteine oder Kalkablagerungen in Sehnen – entlädt sich die in der Stoßwelle enthaltene Energie. Sie bewirkt eine mechanische Zertrümmerung der Fremdkörper.

Die Stoßwelle wurde ursprünglich eingeführt, um Nieren- und Gallensteinen ohne Operation zu entfernen. Was früher eine unvermeidliche Operation war, kann nun in vielen Fällen mit extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) schonend behandelt werden.

Anwendungen der Stoßwellentherapie

Anwendungsgebiete

  • Verkalkungen (z. B. Kalkschulter)
  • Sehnenansatz- erkrankungen (z. B. Tennisarm)
  • schlecht heilende Knochenbrüche
  • Nieren- und Gallensteine
  • Wundheilungsstörungen

Die Stoßwellentherapie kann in der Medizin auf viele Arten zum Einsatz kommen. Sie ist immer dann hilfreich, wenn der Arzt Gewebe in der Tiefe des Körpers ohne Operation behandeln will. Gerade die Orthopädie hat eine Vielzahl von Anwendungsgebieten für Stoßwellenbehandlungen entwickelt und erprobt.

Stoßwellentherapie kann nicht nur Verkalkungen zertrümmern, sondern auch Sehnenansatzentzündungen behandeln oder schlecht heilende Knochenbrüche regenerieren. Die Behandlung beschleunigt allgemein den Heilungsprozess in Geweben, weil sie die Bildung von körpereigenen Botenstoffen fördert.

Ablauf einer Stoßwellenbehandlung

Die Stoßwellentherapie wird ambulant durchgeführt. Nach der Lagerung des Patienten in stabiler Position kommt bei Bedarf eine örtliche Betäubung zur Anwendung. Anschließend wird der Fokus des Stoßwellengeräts auf die zu behandelnde Stelle ausgerichtet. Die Stoßwellen werden dann über den Kopf des Gerätes mit einer Frequenz von 2–4 Hertz und mit zunehmender Energie in den Körper übertragen. Dabei entstehen gewisse Schmerzen, selbst bei einer Lokalanästhesie. Der behandelnde Arzt achtet darauf, dass diese Schmerzen erträglich bleiben. Sollten sie zu stark werden, setzt er die Energie der Wellen herab oder unterbricht die Behandlung.

Der Kopf des Stoßwellengerätes enthält Wasser, das die Stoßwellen durch die Haut in das Körperinnere überträgt. Die einzelne Behandlung mit einem Stoßwellengerät dauert je nach Anwendung 5 bis 15 Minuten. In der Regel behandelt man mit 1 bis höchstens 3 Sitzungen im Abstand von 2–4 Wochen. Pro Sitzung werden zwischen 1000 und 2000 Stoßwellen verabreicht. Eine Ausnahme ist die Pseudarthrose, deren Behandlung je nach Fall ganz unterschiedlich verlaufen kann.

Wirkungsweise der Stoßwellentherapie (ESWT)

Wirkungen auf den Körper:

  • Förderung des Knochenwachstums
  • Förderung der Durchblutung (Vaskularisierung)
  • Bildung von Wachstumsfaktoren
  • Gewebeneubildung und Regeneration
  • Förderung der Wundheilung
  • Linderung von Schmerzsyndromen
  • Verkürzung von Rehabilitationszeiten

Die Wirksamkeit von Stoßwellentherapie wurde inzwischen in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesenen.

Molekularmedizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Stoßwellen imf Knochengewebe die Bildung von Knochenwachstumsfaktoren fördern. Diese Hormone bewirken als Signal im Gewebe die Bildung neuer Knochenzellen.

Wie funktioniert die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)?

Stoßwellen sind energiereiche mechanische Wellen. Sie werden außerhalb des menschlichen Körpers mit einem Gerät erzeugt. Durch ein wassergefülltes Kissen werden die Stoßwellen in den Körper übertragen. Dabei bündelt der Therapeut die Energie der übertragenen Wellen auf einen Wirkort, ähnlich wie mit Licht in einem Brennglas. So entfalten Stoßwellen ihre Wirkung genau im erkrankten Bereich. Andere Gewebe sollen durch Stoßwelle selektiv nicht erreicht werden. Dieser Fokus lässt sich genau berechnen. Man kann die Stoßwellenwirkung exakt auf die gewünschte Zone ausrichten, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Am Wirkmechanismus der Stoßwellentherapie wird intensiv geforscht. Die klinische Wirksamkeit der Stoßwelle ist eindeutig in vielen Studien nachgewiesen. Sie verändert das Milieu des behandelten Gewebes und kann die Regeneration durch Ausschüttung von heilungsfördenden Botenstoffen (knochenbildende Faktoren) fördern.

Verschiedene Arten von Stoßwellen

Stoßwellen kommen mit unterschiedlich starker Energie zum Einsatz. Die niederenergetische Stoßwellentherapie findet ihre Anwendung vor allem in der Schmerztherapie, z. B. bei oberflächlichen Sehnenansatztendinopathien (→Golferellenbogen, →Achillodynie). Wiederholte Anwendung verstärkt die Wirkung der Stoßwellentherapie bei Bedarf.

Mittelenergetische Wellen dringen tiefer in den Körper ein und lindern vor allem die Beschwerden der Kalkschulter (Tendinitis calcarea). Wegen der bei Stoßwellenbehandlung auftretenden Schmerzen ist in der Regel eine örtliche Betäubung unerlässlich.

Hochenergetische Stoßwellen werden vor allem bei der Pseudarthrose (bindegewebige Fehlheilung von Knochen) eingesetzt, da hier größere Kräfte benötigt werden.

Stoßwelle zur Therapie der Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Stoßwellentherapie bei KalkschulterDie Wirksamkeit der Stoßwellentherapie ist bei Kalkschulter wissenschaftlich nachgewiesen. © Dan Race, Fotolia

Am häufigsten wird die Stoßwellentherapie bei der → Kalkschulter (Tendinosis calcarea) eingesetzt. Diese Anwendung ist sehr gut untersucht. Verschiedene Studien haben die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie bei diesem Befund nachgewiesen. Die Behandlung eignet sich aber nicht für alle Formen der Kalkschulter. Wenn die herkömmlichen konservativen Behandlungen keine Wirkung zeigen, sollte man aber den Einsatz der Stoßwellentherapie als letzte Maßnahme vor einem operativen Eingriff in Betracht ziehen.

Stoßwelle und Fersensporn bzw. Plantarsehnenentzündung

Dies gilt auch für Entzündungen an der Fußsohle (Fasciitis plantaris) mit und ohne Fersensporn. Am Fersensporn wirkt die Stoßwellentherapie nachweislich ähnlich gut wie die lokale Kortisonbehandlung. Stoßwelle kommt allerdings ohne die schädlichen Nebenwirkungen von Kortison aus. Insbesondere verringert die Stoßwelle nicht das Fettpolster an der Ferse, anders als Kortison.

Stoßwelle und Tennisellenbogen (Epikondylitis)

Beim Tennisellenbogen (humeroradiale Epikondylopathie) zeigen zahlreiche Studien die gute Wirkung der Stoßwellentherapie. Zusätzlich empfehlenswert ist die Stoßwelle im Bereich nahezu aller Sehnenansatzerkrankungen, Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) und weiterer möglicher Entzündungsherde.

Stoßwelle bei Achillessehnenentzündung (Achillodynie)

Stoßwellentherapie bei Sehnenerkrankungen Die Stoßwellentherapie eignet sich zur Behandlung von Sehnenerkrankungen wie der schmerzhaften Achillessehnenentzündung (Achillodynie). © Mike Fouque, Fotolia

Auch bei Entzündungen an der Achillessehne (Achillodynie), am Knie (Patellasehnenentzündung oder Jumper´s-Knee) sowie bei verkalkten Schleimbeutelentzündungen (Bursitiden) wird die Stoßwellentherapie erfolgreich eingesetzt.

Stoßwelle zur Behandlung von schlecht verheilenden Knochenbrüchen (Pseudarthrosen)

Stoßwellentherapie wirkt sehr zuverlässig bei der Behandlung der sogenannten Pseudarthrose. Pseudarthrosen sind Fehlverheilungen von Knochenbrüchen. Dabei bildet sich statt neuem Knochen nur weiches Bindegewebe. Hochenergetische Stoßwellen lösen die Neubildung von Knochenkeimgewebe aus. Zudem haben Studien gezeigt, dass die Stoßwelle die Bildung von Wachstumshormonen (BGF) am Wirkort stimuliert. Der entstehende Knochenkeim (Kallus) stabilisiert den Knochenbruch und ermöglicht den Aufbau neuen Knochengewebes. Die Akademie der Wissenschaften in Österreich hat für die Pseudarthrosen inzwischen die Stoßwellentherapie zur Behandlungsform der ersten Wahl erklärt.

Wann darf eine Stoßwellentherapie nicht angewendet werden?

Die Stoßwellentherapie ist ausgeschlossen bei

  • Gerinnungsstörungen,
  • bösartigen Tumorleiden,
  • akuten Entzündungen im Behandlungsgebiet,
  • Schwangerschaft und
  • großen Nerven- oder Gefäßsträngen im Behandlungsgebiet.

Auch wenn in oder hinter der Behandlungsregion Lungengewebe liegt, ist die Anwendung der Stoßwellentherapie ausgeschlossen. Ein Ausschlusskriterium für die Schulterverkalkung bildet ein Riss der Rotatorenmanschette.

Nachbehandlung und Ergebnisse der Stoßwellentherapie

In aller Regel benötigt der Patient keine Nachbehandlung. Wenn sich die Schmerzen kurz nach der Behandlung vorübergehend verstärken, kann man dagegen mit entzündungshemmenden oder schmerzstillenden Mitteln vorgehen. Bei der Behandlung der Kalkschulter empfiehlt sich zudem eine Schonung für ein bis zwei Tage. Vor allem sollte man Arbeiten vermeiden, bei denen die Hände über dem Kopf gehalten werden müssen. Eine Arbeitsunfähigkeit durch Stoßwellentherapie kommt bei den meisten Berufen nicht vor. Der Behandlungstermin kann im besten Fall auf einen Freitag gelegt werden, sodass das Wochenende als Ruhephase zur Verfügung steht. Eine abschließende Beurteilung des Behandlungserfolges sollte erst drei Monate nach der Behandlung stattfinden. Eine weitere Besserung kann auch noch später auftreten, denn eine Stoßwellentherapie wirkt sehr langanhaltend.

Kosten und Erstattung der Stoßwellenbehandlung (ESWT)

Kosten der ESWT (extrakorporale Stoßwellentherapie)


ESWT-Behandlungen kosten ca. 60–100 EUR pro Anwendung. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten allerdings meist noch nicht. ESWT kann den Patienten zwar häufig Operationen ersparen, ist weitgehend nebenwirkungsfrei und kostet meist nur 30 % einer entsprechenden chirurgischen Behandlung, gehört aber dennoch nicht zum Leistungskatalog.

Trotz nachgewiesener Wirksamkeit der Stoßwellentherapie ist eine Erstattung in vielen Fällen erst auf Antrag möglich. Im Einzelfall beraten wir Sie gerne über Ihre Erstattungsmöglichkeiten oder bereiten mit Ihnen die Beantragung bei Ihrer Krankenkasse vor. In etlichen Fällen wird Stoßwelle als Selbstzahlerleistung durchgeführt.

Stoßwelle ist risikofrei und es treten weniger Nebenwirkungen auf als bei Injektionen oder medikamentösen Behandlungen. Daher ist die Stoßwellentherapie aus der Sicht erfahrener Orthopäden unverzichtbarer Teil des orthopädischen Therapiespektrums.

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  • Deutschsprachige Internationale Gesellschaft für Extracorporale Stoßwellentherapie e. V.
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