Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 55 77 58 0
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Minimalinvasive Operation der Hüftprothese

  1. Beschleunigte Heilung durch minimalinvasive Operation der Hüftendoprothese
  2. Operation der Hüftprothese: minimalinvasive Zugangswege
  3. Erfahrungen mit der minimalinvasiven Operation der Hüftprothese
  4. Ablauf der Hüft-TEP-OP
  5. Was passiert am Ende der Operation?
  6. Wie sieht die Nachbehandlung und Mobilisation nach der Hüftoperation aus?
  7. Wie lange werde ich nach der Hüft-OP Schmerzen haben?
Minimalinvasive Implantation der HüftprotheseDie minimalinvasive Implantation der Hüftprothese bringt viele Vorteile: schnellere Wundheilung, geringere Narbenbildung und weniger Infektionsrisiken. © Alexandr Mitiuc, Fotolia

Bereits die Wahl der Operationsmethode legt den Grundstein für eine schnelle und problemlose Einheilung der Hüftprothese nach Arthrose. Für das herkömmliche Verfahren der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks musste der Arzt zahlreiche Muskeln durchtrennen. Diese Muskeln müssen wieder genäht werden und heilen.

Der minimalinvasive anterolaterale Zugang – also von vorne und seitlich – kommt ohne Muskeldurchtrennung aus. Dies beschleunigt die Heilung und der Patient ist schneller mobil. Zudem sinken die Infektionsrisiken der Prothese. Vor allem in der Frührehabilitation bringt die minimalinvasive Operation dem Patienten erhebliche Vorteile.

Beschleunigte Heilung durch minimalinvasive Operation der Hüftendoprothese

Vorteile der minimalinvasiven Operation der Hüft-TEP:

  • Schonung von Muskeln und Weichteilen
  • geringere Schmerzen nach OP
  • wesentlich geringere Blutverluste bei der OP
  • schnellere Rehabilitation
  • kleinerer Schnitt und geringere Narbenbildung
  • keine Störung der Gangsicherheit nach Operation
  • bessere Beweglichkeit nach der Operation

Die Auswahl der geeigneten Prothese und deren Verankerung ist ein wichtiger Aspekt der Entscheidung, die im Rahmen einer Hüft-TEP (Vollprothese der Hüfte) getroffen werden muss.

Ebenso wichtig für das Ergebnis der Operation und für eine rasche, komplikationsfreie Heilung ist der Zugangsweg. Minimalinvasive Zugänge haben sich für ein künstliches Hüftgelenk durchgesetzt, weil sie besonders gewebeschonend sind. Sie vermeiden Weichteilschäden durch Ablösen der Muskeln oder eine Schädigung der umgebenden Weichteile ebenso wie lange Hautschnitte. Besonders die für das Gehen mit der Hüftprothese wichtige Muskulatur an der seitlichen Hüfte schont der hintere Zugangsweg. Dies führt zu einer rascheren Steh- und Gehfähigkeit nach der Operation. Langanhaltende Reizungen der umgebenden Schleimbeutel ebenso wie Weichteilverkalkungen treten seltener auf.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die schnellere Rehabilitation und ein kürzerer stationärer Aufenthalt.

Operation der Hüftprothese: minimalinvasive Zugangswege

Wir verwenden zwei Zugänge für den künstlichen Ersatz des Hüftgelenkes (Hüftprothese).

Der hintere Zugang bei der Operation der Hüftendoprothese

Der "hintere" Zugang nach Professor Dr. Immenkamp erfolgt durch die Gesäßmuskulatur. Die Schnittgröße ist insgesamt wesentlich geringer als bei den herkömmlichen Verfahren. Der Zugang bei dieser minimalinvasiven Vorgehensweise liegt kaum sichtbar im hinteren Badehosenbereich. Er ermöglicht dem erfahrenen Operateur eine sichere Implantation des künstlichen Hüftgelenks.

Der vordere anterolaterale Zugang bei der Operation der Hüftprothese

Der vordere Zugang erspart ebenfalls die Durchtrennung von Muskelfasern und Weichteilen im Hüftbereich. Durch die Schnittführung gelangt der Operateur zwischen den Muskeln hindurch an das Operationsgebiet im Bereich des Hüftgelenks. Die geringen Weichteilschäden durch die minimalinvasive Operation der Hüftprothese vereinfachen eine frühe Rehabilitation. Der Patient gelangt wesentlich schneller und mit geringerem Risiko zur Schmerzfreiheit. Die Komplikationsrate während der Rehabilitation können wir durch die schnelle Wundheilung deutlich vermindern.

Erfahrungen mit der minimalinvasiven Operation der Hüftprothese

Die minimalinvasive Technik erfordert deutlich mehr Erfahrung und eine spezielle Ausbildung des Hüftspezialisten. In der orthopädischen Gelenk-Klinik führt diesen Zugang nur ein erfahrener Chirurg durch. Alle Patienten werden bei der Hüftoperation über einen weiter hinten liegenden Zugang mit entsprechender Weichteilschonung behandelt. Die eingeschränkte Sicht erfordert eine spezielle Schulung und entsprechende Erfahrung. Unsere Hüftspezialisten sind Dr. Martin Rinio und Dr. Thomas Schneider. Sie führen den Eingriff regelmäßig durch und haben ihn in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem auch gelenkkapselerhaltenden Eingriff modifiziert.

Ablauf der Hüft-TEP-OP

Der Eingriff erfolgt in Seitenlage. Dafür wird der Patient mit speziellen Lagerungsmitteln in Seitenlage fixiert. Ein an die Beinform angepasstes Lagerungskissen stützt das zu operierende Bein. Es wird so abgedeckt, dass es während der gesamten Operation bewegt werden kann. Die Bewegung hilft nicht nur der Kontrolle des OP-Ergebnisses, sondern ist für die schonende, minimalinvasive Methode notwendig. Durch die Lageveränderung des Beines kann der Arzt das Operationsgebiet unter dem Hautschnitt optimal einstellen. Nachdem die Lagerung und die Desinfektion abgeschlossen sind, wird das Operationsgebiet steril abgedeckt.

Der Hautschnitt ist maximal 10 cm lang. Er liegt hinter dem seitlichen Knochenvorsprung des Oberschenkelknochens, dem sog. Trochanter major, und steigt leicht nach hinten oben an. Der Verlauf des Hautschnittes entspricht exakt dem der Gesäßmuskulatur. Diese kann ähnlich wie ein Vorhang stumpf längs auseinandergeschoben werden. Man passiert so den Schleimbeutel und erreicht die kleinen Hüftmuskeln im hinteren Schenkelhalsbereich.

Nach Entfernen des geschädigten Oberschenkelkopfes kann der Operateur die Gelenkpfanne des Hüftgelenks präparieren und positionieren. Das Einbringen des Prothesenschaftes erfolgt nach spezieller Positionierung des Beines ebenfalls über den kurzen Hautschnitt.

Danach kann die Kapsel über der Prothese verschlossen und der Musculus piriformis, einer der seitlichen Hüftmuskeln, wieder befestigt werden. Der Muskelbauch des Gesäßmuskels verschließt sich nach Entfernen des Hakens wieder von alleine. Die Muskelhülle wird genäht. Nach Verschluss des Unterhautfettgewebes und der Haut wird der Patient wieder auf den Rücken umgelagert.

Anatomie der Hüftmuskulatur und -knochenDer Musculus piriformis (birnenförmiger Muskel) ist am Trochanter major (großer Rollhügel), einem Knochenvorsprung des seitlichen Oberschenkelknochens, befestigt. Um die Hüftprothese einzubringen, muss der Operateur diese Befestigung lösen. Der Muskel wird dabei nicht verletzt. © bilderzwerg, Fotolia

Was passiert am Ende der Operation?

Am Ende der Operation werden Verbände angelegt und Drainagen gelegt. Danach erfolgt das erste Röntgenbild, um das Operationsergebnis zu kontrollieren und für die Nachbehandlung zu beurteilen. Nach Verlegung auf die Station wird das operierte Bein mit Kissen oder in einer speziellen Schiene bequem gelagert.

Bereits am ersten Tag nach der Operation dürfen Sie aufstehen und die Hüfte belasten. Die stabile Hüftprothese erlaubt es Ihnen, tägliche Verrichtungen wie Waschen, Toilettengänge und Ankleiden selbstständig durchzuführen.

Wie sieht die Nachbehandlung und Mobilisation nach der Hüftoperation aus?

Treppensteigen nach HüftoperationNach der Hüftoperation erlernt der Patient das Treppensteigen mit Unterarmgehstützen. Er wird dabei von geschulten Physiotherapeuten angeleitet. © Gelenk-Klinik

Das schonende Vorgehen verkürzt die Rehabilitation und vermeidet Komplikationen bei der Wundheilung. Die Mobilisation erfolgt nach der individuellen Verfassung des Patienten mithilfe des Physiotherapeuten. Es schließen sich Gehtraining und spezielle Gangschulung einschließlich Treppensteigen an.

Wie lange werde ich nach der Hüft-OP Schmerzen haben?

Am Folgetag der Operation werden normalerweise die Drainagen entfernt. Der Verbandswechsel erfolgt täglich durch unsere Ärzte. Gegen die Schmerzen setzt der Anästhesist einen Nervenblock, der 24 Stunden anhält. Die größte Schmerzwelle ist danach bereits überwunden. Für die Zeit danach stehen Schmerzpumpe oder herkömmliche Schmerzmittel zur Verfügung. Unser Ziel ist es, dass Sie möglichst wenig Schmerzen erleiden müssen. Da das minimalinvasive Verfahren keine Muskeln durchtrennt, kommt es insgesamt zu deutlich weniger Schmerzen als nach konventionellen Operationsmethoden. In der Regel sind nach 2 bis 4 Wochen alle Beschwerden verschwunden.

Literaturangaben zur Hüftprothese
  • Engelhardt, L. V. B. V. (2010). Indikationen, Nachbehandlung, Sport. MMW-Fortschritte der Medizin, 152(43), 33–35.
  • Holinka, J. (2018). Wandel in der rheumatischen Hüftchirurgie. Zeitschrift für Rheumatologie, 77(10), 896–898.
  • Nöth, U., Nedopil, A., Holzapfel, B. M., Koppmair, M., Rolf, O., Goebel, S., ... & Rudert, M. (2012). Der minimal-invasive anteriore Zugang. Der Orthopäde, 41(5), 390–398.
  • Seyfert, C. (2012). Minimalinvasive Hüftoperationen beim Rheumatiker – bereits eine echte Alternative? Arthritis und Rheuma, 32(05), 306–309.
  • Vavken, P., Kotz, R., & Dorotka, R. (2007). Der minimalinvasive Hüftersatz-eine Metaanalyse. Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie, 145(02), 152–156.
  • Wimmer, M. D., Majewski, M., Pagenstert, G., Valderrabano, V., & Nowakowski, A. M. (2012). Sport nach Hüft-und Kniegelenksendoprothetik. Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie, 60(2), 80.
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