Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 55 77 58 0
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Operationen der Wirbelsäule: minimalinvasive Verfahren

  1. Nukleoplastie bei Bandscheibenvorwölbung
  2. Betäubung der Nervenwurzeln mittels Racz-Katheter
  3. Thermokoagulation nach Ray
  4. Untersuchung der Bandscheiben mittels Diskografie
  5. Epidurale Endoskopie
Mann mit RückenschmerzenBei chronischen Rückenschmerzen können minimalinvasive Operations-Verfahren langanhaltende Beschwerden lindern. © metamorworks, Fotolia

Zur operativen Behandlung von Rückenschmerzen stehen mehrere minimalinvasive Verfahren zur Verfügung. Dazu zählen die Schrumpfung der Bandscheibe im Rahmen einer Nukleoplastie sowie die Betäubung des schmerzauslösenden Nervs mittels spezieller Medikamente oder Hitze. Im Falle eines verengten Wirbelkanals kann ein Implantat (X-Stop) Abhilfe schaffen. Welche Behandlungsmethode sich im Einzelfall eignet, muss der Arzt im persönlichen Gespräch mit dem Patienten und nach eingängiger Untersuchung bestimmen.

Nukleoplastie bei Bandscheibenvorwölbung

Die Nukleoplastie kann Verlagerungen der Bandscheiben, die innerhalb des geschlossenen Bandscheibenraumes liegen, behandeln (Bandscheibenprotrusion). Der schützende Ring aus Faserknorpel, der den Bandscheibenkern umgibt, ist dabei noch intakt und wurde nicht durchbrochen. Man spricht daher auch von einem inkompletten Bandscheibenvorfall. Mit einer Spezialsonde, die der Rückenspezialist in die Bandscheibe einführt, schrumpft er das innere Bandscheibengewebe. Die vorgewölbte Bandscheibe schrumpft und drückt nicht mehr auf die Rückenmarksnerven oder Nervenwurzeln. Rückenschmerzen gehen zurück.

Bandscheibendegeneration und BandscheibenvorfallStadien der Bandscheibendegeneration: Die Nukleoplastie eignet sich zur Behandlung einer Bandscheibenprotrusion. Der Faserknorpelring darf noch nicht durchbrochen sein. © FOTOLIA @Bilderzwerg

Betäubung der Nervenwurzeln mittels Racz- Katheter

Unter fortwährender Kontrolle durch den digitalen Röntgenbildwandler führt der Arzt einen elastischen Spezialkatheter (Racz-Katheter) in örtlicher Betäubung an die betroffene Nervenwurzel. Über den liegenden Katheter gelangen therapeutisch wirksame Medikamente ohne Umweg direkt an die schmerzauslösenden Gewebestrukturen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wirbelsäulenoperationen lassen sich durch die Katheterbehandlung spätere schmerzverursachende Narben vermeiden.

Thermokoagulation nach Ray

Bei der Thermokoagulation nach Ray unterbindet man die gelenkversorgenden schmerzleitenden Nervenfasern durch eine spezielle Hitzebehandlung. Die minimalinvasive Operation findet unter Röntgenkontrolle statt. Die Verödung der Nerven reduziert die Rückenschmerzen dauerhaft.

Vorbereitung der Thermokoagulation nach Ray

Wirbelsäule mit Bandscheiben und NervenwurzelnDie Nervenwurzeln treten durch besondere Öffnungen im Wirbelkanal, die Neuroforamen (Foramen = Fenster) aus dem Wirbelkanal aus. © Viewmedica

Der Ramus dorsalis ist ein Nervenast, der die kleinen Wirbelgelenke versorgt. Bevor ein Nerv im Rahmen der Schmerztherapie mit Hitze behandelt wird, soll eine vorübergehende Betäubung des Nervs die Wirkung bestätigen. Stoppt die Betäubung die Rückenschmerzen, ist der schmerzauslösende Nerv gefunden.

Die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) sind eine wesentliche Ursache für das Schmerzgeschehen. Nimmt die Bandscheibenhöhe im Rahmen einer Wirbelsäulenerkrankung ab, erhöht sich die Belastung der Facettengelenke. Diese hinten liegenden kleinen Wirbelgelenke werden dann mehr belastet. Die Folge kann ein starker Verschleiß (Arthrose) der Wirbelgelenke mit Schmerzen sein.

X-Stop bei Spinalkanalstenose

Das X-Stop-Implantat aus Titan-Kunststoff kommt bei der Behandlung von Spinalkanalstenosen (verengter Wirbelkanal) zum Einsatz. Ähnlich einem Abstandhalter bringt der Neurochirurg das Implantat zwischen zwei benachbarte Dornfortsätze ein. Es vermindert durch Aufrichten des Wirbelkörpers sowohl die Einengung als auch die Rückenschmerzen. Bei Patienten, die wegen schwerer Allgemeinerkrankungen keine Vollnarkose erhalten dürfen, kann der Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Operation einer SpinalkanalstenoseMit einem interspinösen Spreizer kann der Arzt den Druck vom Rückenmark nehmen. Das Implantat hält die Wirbel auf Abstand und sorgt so dafür, dass die Nervenfunktion sich wieder normalisiert. © Viewmedica

Untersuchung der Bandscheiben mittels Diskografie

Die Diskografie ist eine diagnostische Maßnahme zur Untersuchung der Bandscheiben. Unter Röntgendarstellung wird ein Kontrastmittel in den Bandscheibenraum eingebracht. Die Diskografie zeigt, ob der äußere Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus) und das hintere Längsband intakt sind.

Epidurale Endoskopie

Heutzutage verwendet man nicht nur Bilder aus dem Magen-Darm-Trakt oder aus Gelenken zur Diagnosestellung, sondern auch aus dem Wirbelkanal. Die epidurale Endoskopie unterstützt die übliche Diagnostik und kann insbesondere bei bisher erfolgloser Therapie die Klarheit über die Ursache schaffen. Gerade bei Verwachsungen, chronisch-entzündlichen Prozessen und bei Narben aus vorangegangenen Operationen sowie Einengungen des Wirbelkanals können gezielt Therapiemaßnahmen erfolgen. Die betroffenen Strukturen können medikamentös behandelt werden.

Literaturangaben
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  • Wülker, N. (2005). Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Stuttgart: Thieme.
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