Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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79194 Gundelfingen
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Osteoporose: Symptome, Ursachen Behandlung

  1. Was ist Osteoporose?
  2. Wie kann ich Osteoporose vorbeugen?
  3. Was passiert bei Osteoporose im Knochen?
  4. Symptome: Woran erkennt man eine Osteoporose?
  5. Ursachen der Osteoporose
  6. Wie erfolgt die Diagnosestellung bei Osteoporose?
  7. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für Osteoporose?
4 Stadien der Osteoporose4 Stadien der Osteoporose: Der Kalziumgehalt im Knochen verringert sich, die Knochendichte nimmt ab und der Knochen wird spröde. Im Endstadium bricht der Knochen sehr leicht. © crevis, Fotolia

Bei einer Osteoporose verringert sich der Kalziumgehalt im Knochen, wodurch der Knochen spröde wird. Häufig sind Frauen ab der Menopause aufgrund des veränderten Hormonhaushalts betroffen. Aber auch eine Mangelernährung und zu wenig Sonnenlicht können eine Osteoporose begünstigen. Der Knochenschwund führt dazu, dass es häufiger zu Knochenbrüchen kommt. Insbesondere der Oberschenkelhals und die Wirbelkörper sind von osteoporotischen Knochenbrüchen betroffen. Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und Sonnenlicht können den Verlauf der Osteoporose günstig beeinflussen. Zudem hat sich die Einnahme von Bisphosphonaten, Fluoriden und Kalzitonin zur medikamentösen Behandlung bewährt.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung des Knochens, die häufig im Alter auftritt. Sie führt dazu, dass die Knochenmasse abnimmt und der Knochen anfälliger für Brüche (Frakturen) wird. Auch die Knochenstruktur verändert sich. Durch die geringere Tragfähigkeit des Knochens kommt es zu einer Instabilität des Skeletts. Die Krankheit tritt bei Frauen meist postmenopausal (nach den Wechseljahren) auf. Daher liegt das Risiko, an einer Osteoporose zu erkranken, für Frauen ab 50 Jahren mit ca. 24 % deutlich höher als bei Männern, die nur zu etwa 6 % betroffen sind.

Wie kann ich Osteoporose vorbeugen?

  • Stoffwechsel: Nikotin und Alkohol vermeiden.
  • Vitamin D: Sonnenlicht beugt Knochenschwund vor.
  • Vorsorgeuntersuchung: Frauen sollten ab 50 und Männer ab 60 ihre Knochendichte messen lassen.
  • Lebensweise: Bewegung statt Schonung hilft dem Knochenaufbau.
  • Training und Kraftsport: Eine Studie mit über 10.000 Seniorinnen in den USA hat gezeigt, dass Muskelaufbau durch moderates Krafttraining der medikamentösen Osteoporosebehandlung deutlich überlegen ist. Starke Muskeln aktivieren knochenbildende Zellen.
  • Genetik: Bei familiärer Häufung der Osteoporose besonders vorsichtig sein.
  • Körpergewicht: Untergewicht vermeiden.
  • Ernährung: Milch, grünes Gemüse (z. B. Brokkoli) und Käse sind Kalziumspender. Phosphatreiche Lebensmittel (z. B. Wurst) sind Kalziumräuber.
Sonnenlicht und Bewegung beugen einer Osteoporose vor.Sonnenlicht und Bewegung an der frischen Luft können einer Osteoporose vorbeugen. © daliu, Fotolia

Was passiert bei Osteoporose im Knochen?

Osteoporotische Knochenbrüche nach Häufigkeit:

  • Wirbelkörperbrüche (Sinterungen)
  • hüftgelenksnahe Oberschenkelknochenbrüche (Schenkelhalsfraktur)
  • handgelenksnahe Speichenbrüche (distale Radiusfraktur)
  • Oberarmkopfbruch (subcapitale Humerusfraktur)
  • Frakturen im Bereich des Beckens

Der Knochen ist als dreidimensionale Gitterstruktur aufgebaut – vergleichbar mit dem Metallgerüst eines Baukrans. Werden Gitterstäbe entfernt, müssen die noch vorhandenen Streben die Last übernehmen. Dadurch verliert der Kran an Stabilität.

Bei einer Osteoporose ist das Verhältnis zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau gestört. Der Abbau überwiegt, sodass die Knochenmasse, -struktur und mechanische Stabilität des Knochens deutlich abnehmen. Die Knochenbälkchen beginnen sich zu verbiegen und können sogar brechen. Starke Schmerzen und dauerhafte Skelettveränderungen resultieren. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf kommt es häufig zu Knochenversagen. Die häufigsten durch Osteoporose verursachten Knochenbrüche sind die Schenkelhalsfraktur an der Hüfte und Wirbelkörperfrakturen.

Symptome: Woran erkennt man eine Osteoporose?

Im Anfangsstadium verläuft die Osteoporose häufig symptomlos. Erst im späteren Verlauf der Erkrankung treten Beschwerden auf:

  • Rückenschmerzen:
    Häufig sind Sinterungen (Einbrüche) der Wirbelkörper für starke Rückenschmerzen im Zusammenhang mit Osteoporose verantwortlich.
  • Verringerung der Körpergröße:
    Durch Einbrüche von Wirbelkörpern verkürzt sich die Wirbelsäule und die Körpergröße nimmt ab.
  • Zahnausfall:
    Auch die Zähne und Wurzelhöhlen können von einer verminderten Kalziumeinlagerung durch Osteoporose betroffen sein.
  • Knochenbrüche:
    Häufig ist eine falsche Bewegung oder das Anheben eines schweren Gegenstands bereits ausreichend, um einen Knochenbruch bei Osteoporose zu verursachen.

Ursachen der Osteoporose

Risikofaktoren

  • kalziumarme Ernährung
  • Testosteronmangel bei Männern
  • Östrogenmangel bei Frauen nach den Wechseljahren
  • Bewegungsmangel
  • Einnahme von Kortison

Bis etwa zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochendichte und damit die Knochenmasse des Menschen zu. Ist ein Maximum erreicht, beginnt der Körper, den Knochen langsam wieder abzubauen.

Man unterscheidet die primäre von der sekundären Osteoporose. Für die primäre Osteoporose ist keine direkte Ursache bekannt. Forscher vermuten einen engen Zusammenhang mit dem Hormonhaushalt (z. B. Östrogenabfall nach den Wechseljahren), dem Alter und dem Kalziumstoffwechsel. Die sekundäre Osteoporose entsteht als Folge einer Krankheit. Dazu zählen unter anderem Störungen im Kortison- und Kalziumstoffwechsel oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Auch Steroidtherapien, Diabetes, Rheuma, chronische Magendarmerkrankungen, Alkohol oder Rauchen können eine Osteoporose begünstigen.

Wie erfolgt die Diagnosestellung bei Osteoporose?

Das Befragen des Patienten (Anamnese) nach Vorerkrankungen oder Stürzen liefert dem Arzt erste Hinweise auf eine mögliche Osteoporose. Im Röntgenbild erkennt er bei Osteoporose eine vermehrte Knochentransparenz im Vergleich zum gesunden Knochen. Dabei fallen auch Wirbelbrüche oder Wirbeldeformitäten (Keil-, Fisch- oder Plattenwirbel) auf. Da das Röntgenbild allerdings erst in einem späten Krankheitsstadium zuverlässige Ergebnisse liefert, erfolgt bei einem ersten Verdacht zunächst eine Osteodensitometrie (Knochendichtemessung). Diese Untersuchung stellt den Mineralsalzgehalt im Knochen fest und hilft, das Risiko einzuschätzen und die Diagnose abzusichern. Eine weitere Möglichkeit ist die Skelettalterbestimmung.

Knochendichtemessung nach der DEXA-MethodeDie Knochendichtemessung nach der DEXA-Methode ermittelt den Mineralsalzgehalt im Knochen. Sie ist von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als gültiges Messverfahren anerkannt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für Osteoporose?

Was hilft gegen Osteoporose?

  • kalziumreiche Ernährung
  • Vitamin D durch Sonnenlicht
  • Fluoride
  • Kalzitonin
  • Bisphosphonate
  • aktive Lebensweise
  • Fraktur-Prävention durch Hüft- und Rückenprotektoren

Bei einer Osteoporose sollten Betroffene möglichst früh auf den Knochenstoffwechsel einwirken. Beispielsweise senkt kalziumreiche Ernährung das Risiko für Knochenbrüche. Alkohol- und Tabakkonsum sollten reduziert werden. Zusätzlich ist eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung wichtig, die durch Sonnenlicht gefördert werden kann. Fluoride können die Knochenbildung steigern, Kalzitonin bremst den Knochenabbau. Die Häufigkeit von Knochenbrüchen wird dadurch aber nicht beeinflusst.

Körperliche Aktivität wirkt sich ebenfalls positiv auf den Knochenbau aus. Zusätzlich sind verschiedene Medikamente und Hormone auf dem Markt, die bei Osteoporose zum Einsatz kommen. Um Knochenbrüche wie z. B. eine Oberschenkelhalsfraktur zu verhindern, können Patienten vorbeugend Hüftprotektoren einsetzen. Dabei handelt es sich um Schutzelemente, die ähnlich einem Sturzhelm den Oberschenkelknochen bei Stürzen vor Brüchen schützen.

Mehr Informationen unter: Osteoporose: Vorsicht – Vitamin-D-Mangel im Winter.

Neue Therapiemöglichkeit bei Osteoporose der Wirbelkörper

Osteoporose der WirbelkörperBei Osteoporose kommt es häufig zu einem Einbruch der porös gewordenen Wirbelkörper. Die Auffüllung des Wirbelkörpers mit einem Füllmaterial (z. B. Silikon) stabilisiert diesen. © Sagittaria, Fotolia

Eine neue minimalinvasive Behandlungsmethode von osteoporotischen Wirbelkörpern und entsprechenden Wirbelkörperfrakturen kann den Wirbelkörper wieder aufrichten und stabilisieren. Die Vesselplastie bzw. Elastoplastie kommt mit kleinen Hautschnitten und geringer Narbenbildung aus.

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