Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniespezialist untersucht Knieschmerzen

Vordere Knieschmerzen: Kniescheiben-Schmerzen

Was ist das patellofemorale Schmerzsyndrom?

Untersuchung der KniescheibeUntersuchung der Kniescheibe durch den Kniespezialisten anhand der Beobachtung ihres Laufs bei Beugung und Streckung des Knies. © Gelenk-Klinik

Das Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkelrolle (patellofemorales Gelenk) plagt insbesondere junge Frauen mehr als alle anderen Gelenke.

Jeder zweite Mensch hat im Laufe seines Lebens starke Schmerzen am vorderen Knie. Bereits Kinder und Jugendliche können von Patellaschmerzen betroffen sein.

Die Überlastung der Kniescheiben – etwa durch sportliche Aktivitäten, anstrengende körperliche Arbeit oder Übergewicht – trägt wesentlich zur Entstehung des patellofemoralen Krankheitsbildes bei.

Zudem können Rheuma und Gicht eine Rolle spielen.

Was sind die Ursachen von vorderen Knieschmerzen?

Das patellofemorale Schmerzsyndrom ist laut zahlreicher Studien das häufigste Krankheitsbild in der sportmedizinischen Praxis.

Knie anatomische AbbildungDie Kniescheibe bildet zusammen mit dem Oberschenkelknochen (Femur) und dem Schienbein (Tibia) das Kniegelenk. Der scheibenförmige Knochen wird lediglich durch Bänder in seiner Position gehalten. © Viewmedica

Als häufige Ursachen gelten folgende Erkrankungen:

  • instabile Kniescheibe durch seitliches Herausrutschen (Luxation)
  • Knorpelschaden
  • Valgusfehlstellung (X-Beine)
  • Folgeschäden nach Unfällen
  • gesteigerte Außenrotation von Oberschenkel und/oder Schienbein
  • Fehlstellung der Beinachse
  • Aufhebung des Fußgewölbes (Plattfuß)
  • muskuläre Störungen am Oberschenkel

Auslöser des patellofemoralen Schmerzsyndroms ist meist eine Überbelastung des Gelenkes durch zu hohe Trainingsintensität, lokale Überbeanspruchung – etwa bei langem Sitzen mit gebeugtem Knie oder häufigem Bergabgehen – oder durch eine Schwäche der Adduktoren im Bereich des Hüftgelenkes.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Für die Diagnose des vorderen Knieschmerzes untersucht der Kniespezialist die Kniescheibe auf äußere Auffälligkeiten und Beweglichkeit. Viele Patienten verspüren meist einen Schmerz beim Vorkippen der Kniescheibe, beim Tasten der Kniescheibenunterfläche, beim Verschieblichkeitstest der Kniescheibe und dann, wenn die Kniescheibe nach außen gedrückt und gleichzeitig langsam bis 30° gebeugt wird.

Die Kernspindiagnostik (MRT) zeigt erst die späten Schäden 3. bis 4. Grades. Deshalb sind zusätzliche Ultraschalluntersuchungen und sogenannte Patella-Defilee-Aufnahmen erforderlich.

Oftmals kommen viele Orthopäden zu unterschiedlichen Diagnosen. Grund dafür ist meist das Beschränken auf eine sogenannte axiale Aufnahme der Patella. Dabei wird zwar die Kontur der Kniescheibe erkennbar, eine Fehlstellung lässt sich jedoch röntgenologisch nur in der Defilee-Aufnahme – einer 30, 60 und 90 Grad-Stellung – mit einem speziellen Lagerungsgerät nachweisen.

Patella LateralisationDefilee-Aufnahme der Kniescheiben bei Patella-Lateralisation (seitliche Verschiebung der Kniescheibe). Weil die Patella vollständig durch Bänder und Muskeln gehalten wird, ist sie gegenüber Funktionsstörungen dieses Halteapparates besonders sensibel.

Wer ist vom patellofemoralen Syndrom betroffen?

Häufig sind es junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren ohne pathologische Veränderungen am Gelenkknorpel, die Schmerzen beim längeren Sitzen mit gebeugtem Kniegelenk und vor allem beim Treppauf- und Treppabgehen verspüren.

 

Untersuchung der Kniescheiben durch den KniespezialistenUntersuchung der Kniescheibe: Der Abstand zwischen Ferse und Gesäß zeigt die Funktionsfähigkeit der Patella. Ein großer Abstand deutet auf eine schmerzbedingte Verkürzung der Streckmuskulatur des Oberschenkels hin. © Gelenk-Klinik

Die Kniescheibe ist besonders empfindlich gegenüber muskulären Dysbalancen

Unbehandelt kann durch das patellofemorale Schmerzsyndrom das gesamte Kniegelenk schwer geschädigt oder – als langfristige Perspektive – gar durch Kniearthrose zerstört werden.

Der Teufelskreis beginnt meist mit dem patellofemoralen Schmerz im Kniegelenk. Der Oberschenkelmuskel wird in seiner Aktivität reflektorisch durch den Schmerz bedingt gehemmt. Der Muskelaufbau verzögert sich, die Beweglichkeit im Kniegelenk nimmt ab. Der Zug an der Kniescheibe wird ungleichmäßig. Es entsteht eine Instabilität, die wiederum den patellofemoralen Schmerz verstärkt.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Konservative Behandlung des femoropatellaren Schmerzsyndroms

Zunächst versucht man, im Rahmen der konservativen Therapie mittels Physiotherapie, Tape, Orthesen (Kurzwort aus orthopädisch und Prothese), medikamentöser Therapie sowie Schuhzurichtung und gezieltem Muskeltraining die Schmerzen zu beseitigen.

Operationsmöglichkeiten bei vorderen Knieschmerzen

Wenn sich durch konservative Maßnahmen die Kniescheibe nicht richtig zentriert, verlieren die Muskeln ihre Funktion. Vier gängige operative Methoden können den Teufelskreislauf aus Fehlstellung, Seitabweichung, Knorpelschaden und Schmerz unterbrechen:

  • Knorpelglättung
  • Versetzung des Kniescheibenansatzes (Operation nach Blauth)
  • laterale Spaltung des Haltebandes zur Normalisierung der Last auf der Kniescheibe
  • Knorpelzelltransplantation zur Regeneration des retropatellaren (hinter der Kniescheibe liegenden) Knorpels

Die operative Therapie zielt vor allem auf die Wiederherstellung eines symmetrischen Anpressdruckes im Kniescheibengleitlager. Auf diese Weise stellen die Maßnahmen eine gleichmäßige Druckbelastung des Knorpels wieder her.

Literaturangaben
  • Das patellofemorale Schmerzsyndrom (German Edition). (2000) (1 ed). Steinkopff.
  • Avraham, F., Aviv, S., Ya'akobi, P., Faran, H., Fisher, Z., Goldman, Y. et al. (2007). The efficacy of treatment of different intervention programs for patellofemoral pain syndrome – a single blinded randomized clinical trial. Pilot study. TheScientificWorldJournal, 7, 1256–62.
  • Bolgla, L. A. & Boling, M. C. (2011). An update for the conservative management of patellofemoral pain syndrome: a systematic review of the literature from 2000 to 2010. International journal of sports physical therapy, 6(2), 112–125.
  • Drake, D. F., Pidcoe, P. E. & Ericksen, J. (2011). Botulinum toxin type A for nonsurgical lateral release in patellofemoral pain syndrome: a case study. Military medicine, 176(6), 696–698.
  • Ostermeier, S. (2008). Retropatellare Druck-, Bewegungs- und Bandspannungsanalyse nach Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments dynamische In-vitro-Studie unterschiedlicher Operationsverfahren im Vergleich zur Operation nach Insall. Phd Thesis.
  • Ostermeier, S. & Becher, C. M. (2011). Vorderes Knieschmerzsyndrom patellofemoraler Schmerz – patellare Instabilität; mit 8 Tabellen. Dt. Ärzte-Verl..
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Dr. Peter Baum, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Peter Baum
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Prof. Dr. med. Sven Ostermeier
Facharzt für Orthopädie

 
PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

PD. Dr. med. Bastian Marquaß
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie