Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
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Gelenkerhaltende Operation von Fuß und Sprunggelenk

Morton Neurom: Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen) behandeln

  1. Was ist ein Morton Neurom?
  2. Wer ist am häufigsten von einem Morton Neurom betroffen?
  3. Symptome des Morton Neuroms
  4. Ursachen: Wie entsteht ein Morton Neurom?
  5. Diagnose des Morton Neuroms für eine differenzierte Behandlung
  6. Differentialdiagnosen des Morton Neuroms
  7. Morton Neurom konservativ behandeln
  8. Die nervenerhaltende minimalinvasive Operation bei Morton Neurom
  9. Neurektomie – Entfernung des entzündeten Nervs
  10. Heilungsdauer: Wie ist die Prognose nach der Entfernung des Morton Neuroms?
Untersuchung des Morton NeuromsKlinische Untersuchung des Morton Neuroms zwischen den Zehenstrahlen des Mittelfußes (Metatarsalknochen) durch das Mulder-Zeichen: Der Fußspezialist kann das Morton Neurom zwischen den Mittelfußknochen ertasten und einen spezifischen Druckschmerz auslösen. © Gelenk-Klinik

Hauptauslöser von chronischen Mittelfußschmerzen (Metatarsalgie) ist das sogenannte Morton Neurom oder die Morton Neuralgie. Das Morton Neurom ist die häufigste Mittelfußerkrankung bei Frauen. Aber auch Männer – vor allem Laufsportler – sind recht häufig von einer Metatarsalgie betroffen. Viele Patienten mit Morton Neurom können sich durch eine Änderung Ihrer Gewohnheiten selbst helfen.

Was ist ein Morton Neurom?

Wichtige Begriffe:

  • Morton Neurom:
    schmerzhafte Verdickung des Mittelfußnerven
  • Neurom:
    gutartiges Wachstum von Nervengewebe
  • Neuralgie:
    Nervenschmerz
  • Morton Neuralgie:
    Nervenschmerz am Plantarnerven
  • Metatarsalknochen:
    Der Anteil der Zehenknochen im Mittelfuß
  • Metatarsalgie:
    Mittelfußschmerz
  • Synonyme:
    Morton Neurinom, Morton Neuralgie, Morton Metatarsalgie, Morton Syndrom

Das Morton Neurom ist eine Verdickung des Mittelfußnerven. Es verursacht akut einschießende, brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß (Morton Metatarsalgie) und in den Zehen. Die Schmerzen sind so stark, dass Patienten kurzfristig nur durch Ruhigstellung und Ausziehen der Schuhe Besserung erfahren. Durch die Entlastung des Fußes lässt der Schmerz schnell wieder nach.

Morton NeuromMorton Neurom (rot) als Schwellung zwischen den Mittelfußknochen der Zehen (blau). Wenn der Nerv (gelb) gereizt ist, entwickeln sich in seinem gesamten Versorgungsgebiet brennende oder stechende Mittelfußschmerzen. © Dr. med. Thomas Schneider

Das Morton Neurom ist eine recht häufige Folge einer Spreizfußfehlstellung. Es tritt meist bei Frauen auf. Aber auch Männer – meistens Laufsportler mit hohem Trainingspensum – können darunter leiden. Am häufigsten ist ein Morton Neurom zwischen dem 3. und 4. Zeh, etwas seltener zwischen dem 2. und 3. Zeh zu finden.

Anders als der Name Morton Neurom es vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um eine Nervenwucherung oder Wucherung der Schwann-Zellen um den Nerv, sondern um eine Entzündung der bindegewebigen Hülle um die vielen Nervenfortsätze, die gemeinsam den Mittelfußnerven bilden.

Das Morton Neurom ist also streng genommen nicht die Vermehrung von Nervengewebe (Neurom), sondern eher die Wucherung von bindegewebigen Anteilen (Fibrom) des Mittelfußnerven. Diese Situation zeigt sich auch während der Operation: Der Mittelfußnerv ist meist normal, während die bindegewebige Hülle deutlich angeschwollen ist. Es treten starke Flüssigkeitseinlagerungen oder nach einer Entzündung sogar Vernarbungen auf. Die angeschwollene Hülle wird nach und nach auf den Nerven drücken und die typischen Symptome verursachen. Man spricht bei Morton Neurom daher von einem Nervenkompressionssyndrom.

Wer ist am häufigsten von einem Morton Neurom betroffen?

Die Beschwerden treten häufig im Erwachsenenalter auf. Es können jedoch Menschen in jedem Alter betroffen sein. Frauen erkranken viermal häufiger am Morton Neurom als Männer. Einer der Gründe für das vermehrte Auftreten des Morton Neuroms bei Frauen kann sein, dass Frauen häufiger von einem Spreizfuß betroffen sind. Das liegt vermutlich an der Schuhmode: Hohe Absätze und spitz zulaufende Schuhe begünstigen durch den hohen Druck auf das vordere Fußgewölbe die Entstehung des Spreizfußes. Der Spreizfuß ändert die Stellung der Mittelfußknochen und erhöht den Druck auf die an der Fußsohle verlaufenden Nerven.

Symptome des Morton Neuroms

So fühlt sich ein Morton Neurom an:

  • Anfänglich Kribbeln, das in Brennen übergeht
  • Taubheit der Zehen
  • einschießende, stechende Schmerzen
  • Ameisenlaufen in den Zehen
  • Schmerz lässt in Ruhe nach
  • Fußschmerzen in engen und spitz zulaufenden Schuhen
  • Schmerz strahlt in die mittleren Zehen aus
  • Gefühl einer Erbse im Schuh
  • Klicken oder Schnappen im Fuß
  • Fußschmerzen bei wenig gepolsterten Schuhen oder hartem Laufuntergrund

Das Morton Neurom verursacht in der Regel belastungsabhängige Schmerzen am Vor- oder Mittelfuß (Metatarsalgie). Häufig treten die Beschwerden auf, wenn der Patient Schuhe trägt. Die stechenden Schmerzen bessern sich sofort, wenn der Patient sich hinsetzt und die Schuhe auszieht.

Oft besteht zusätzlich zu den Mittelfußschmerzen eine Missempfindung der benachbarten Kleinzehen. Diese liegt typischerweise an den einander zugewandten Zehenunterseiten.

Fachartikel von Dr Schneider: Behandlung des Morton Neuroms

Die Schmerzen können brennend, aber teilweise auch stechend sein. Manche Patienten klagen über Taubheitsgefühle in Kombination mit brennenden Schmerzen, die bis in die Zehen ausstrahlen. Häufig beschreiben Betroffene den Schmerz als Gehen wie auf einem Fremdkörper oder als habe man ein Steinchen oder eine Erbse im Schuh.

Ruheschmerzen oder Anlaufschmerzen bei Beginn der Belastung sind dagegen ungewöhnlich und unserer Erfahrung nach eher ein Ausschlusskriterium für ein Morton Neurom.

Eine Verbesserung der Beschwerden erreicht man teilweise beim Ausziehen der Schuhe oder durch das Tragen besonders weiter Schuhe. Enge und spitz zulaufende Schuhe hingegen verschlimmern die Mittelfußschmerzen.

Ursachen: Wie entsteht ein Morton Neurom?

Diese Faktoren begünstigen das Morton Neurom:

  • Spreizfuß bzw. abgeflachtes Quergewölbe im Vorfuß
  • Bindegewebsschwäche bzw. schwache Bänder im Vorfuß
  • Vorliebe für Schuhe mit hohen Absätzen
  • starke Belastung, z. B. durch Lauftraining
  • stundenlanges Stehen im Beruf (Verkäufer)
  • lange Laufstrecken (Langstreckenläufer)
  • Übergewicht

Das Morton Neurom entsteht meist vor dem Hintergrund eines Spreizfußes. Die Fehlstellung der Mittelfußknochen ist die Folge des durchgetretenen vorderen Fußgewölbes. Die Zehenstrahlen im Mittelfuß – die sogenannten Metatarsalen – sind durch die Spreizfußfehlstellung verlagert und zeigen fächerförmig nach außen. Dadurch üben sie bei der normalen Abrollbewegung beim Gehen einen viel stärkeren Druck auf die an der Fußsohle verlaufenden Nerven aus. Durch diese dauernde Reizung entzündet sich der Nerv. Insbesondere die bindegewebige Hülle des Nerven schwillt an. Das Morton Neurom ist also ein Nervenkompressionssyndrom. Es entsteht durch die Einengung des Mittelfußnerven (Entrapment), der zwischen den Zehenstrahlen verläuft. Zusätzlich kann eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung (Bursitis) in der Umgebung der Nerven zusätzliche Schmerzen verursachen.

Die veränderte Belastung des Vorfußes durch den Verlust des Quergewölbes führt zu einer mechanischen Reizung des Hautnervs an der Fußsohle. Durch die langanhaltende Reizung verdickt sich die bindegewebige Hülle und drückt auf den Nerv. Schmerzen und Taubheit sind die Folge.

Die Bezeichnung Neurom verwendet man bei gutartigen Tumoren des Nervengewebes. Hier scheint die mechanische Reizung eine Verdickung hervorzurufen, ohne einen benignen (gutartigen) Tumor verursachen zu können.

Entstehung des Morton NeuromsQuerschnitt durch den Mittelfuß mit 2 Zehenstrahlen: Das Morton Neurom entsteht durch Druck der Mittelfußknochen (blau) auf den Mittelfußnerven (rot) an der Fußsohle. Die Mittelfußknochen sind durch ein bindegewebiges Band (Ligamentum intermetatarsale, grau) verbunden. Gelb sind die Sehnen mit Sehnenhüllen, die an der Fußsohle verlaufen. © Dr. Thomas Schneider

Diagnose des Morton Neuroms für eine differenzierte Behandlung

Wir haben über Jahre die Erfahrung gemacht, dass Patienten mit Mittelfußschmerzen wegen Morton Neurom häufig nicht die angemessene Diagnose erhalten. Sowohl von der Einordnung der klinischen Symptome in der Patientenbefragung (Anamnese) als auch hinsichtlich der diagnostischen Vorgehensweise und dem Einsatz der bildgebenden Verfahren steht das Morton Neurom häufig nicht im Fokus. Es wird oftmals übersehen.

Ansicht des Fußes von der Fußsohle aus gesehen mit plantaren FußnervenAnsicht des Fußes von der Fußsohle aus gesehen mit den zwischen den Zehenstrahlen (Metatarsalen) verlaufenden Nerven (interdigitale Plantarnerven). Das Morton Neurom findet sich meist zwischen dem 3. und 4. Zeh, seltener zwischen dem 2. und 3. In manchen Fällen finden sich auch mehrere Morton Neurome am selben Fuß. © Viewmedica

Patienten mit Mittelfußschmerzen erhalten die angemessene Behandlung häufig erst nach langem Suchen. Sogar bei vorangegangener MRT-Untersuchung passiert es häufig, dass ein Morton Neurom bei geeigneter Einstellung und entsprechender Auflösung hätte gezeigt werden können, aber dennoch übersehen wurde.

Sicht von unten auf ein Morton Neurom des plantaren FußnervsSicht von unten auf ein Morton Neurom (rot) des plantaren Fußnervs (gelb). © Dr. Thomas Schneider

Morton Neurome ab 0,3 cm können von einem erfahrenen Radiologen im MRT-Bild ziemlich sicher nachgewiesen werden. Eine gute MRT-Untersuchung mit Größenbestimmung ist eine wichtige Voraussetzung für die operative Behandlungsentscheidung: Nur bis zur Größe von maximal 0,6–0,8 cm können wir das Morton Neurom ohne Nervenamputation behandeln.

Klinische Untersuchung des Morton Neuroms

Das Morton Neurom kann manuell durch den sog. Mulders Click untersucht werden. Dabei ertastet der Arzt das Morton Neurom zwischen den Zehenstrahlen.Das Morton Neurom kann manuell durch den sog. Mulders Click untersucht werden. Dabei ertastet der Arzt das Morton Neurom zwischen den Zehenstrahlen. © Gelenk-Klinik

Zunächst erfolgt die klinische und die Tastuntersuchung des Fußes. Hier zeigt sich zumeist eine starke Druckschmerzhaftigkeit über den Mittelfußköpfchen und ein Vorfußkompressionsschmerz.

Die podometrische Untersuchung, d. h. die elektronische Messung der Druckverteilung im Vorfuß, kann weitere Hinweise liefern, ob die üblichen Voraussetzungen eines Morton Neuroms vorliegen. Dazu zählen vor allem ein Spreizfuß und eine geänderte Abrollbewegung beim Gehen. Größere Nervengeschwülste können sonografisch (durch Ultraschall) und durch direkte Tastung erfasst werden.

Untersuchung des Morton Neuroms durch Ultraschall

Ebenso wie die Röntgenuntersuchung dient die Ultraschalluntersuchung dem Ausschluss anderer möglicher Ursachen für die Mittelfußschmerzen. Der Fußspezialist stellt zudem fest, ob sich weitere, noch nicht schmerzhafte Morton Neurome im selben Fuß gebildet haben. Kleine Morton Neurome sind häufig noch asymptomatisch. Sie sollten aber, falls vorhanden, in die Gesamtbetrachtung des Fußes und die Behandlungsstrategie einbezogen werden.

Diagnosesicherung durch Lokalanästhesie

Zur Sicherung der Diagnose ist es möglich, ein lokales Betäubungsmittel an den entzündeten Nerv zu spritzen. Der untersuchende Arzt erwartet dabei eine zeitweise Besserung der Symptome des Morton Neuroms. Ähnlich, wie wenn man die Sicherung einer Stromquelle abschaltet, kann auf diese Weise die Diagnose gesichert werden.

Sicherung der Diagnose durch bildgebende Verfahren (MRT)

MRT (Magnetresonanztomografie): Aufnahme eines Morton NeuromsMRT (Magnetresonanztomografie) des Fußes von vorne: Aufnahme eines Morton Neuroms (grün eingefärbt). Es sitzt zwischen den Zehen 3/4. Das Morton Neurom ist eigentlich keine gutartige Wucherung des Nervengewebes, sondern eher eine Entzündung der bindegewebigen Nervenhülle. © Gelenk-Klinik

Nachdem das Morton Neurom durch die klinische Untersuchung und eine genaue Betrachtung des Krankheitsverlaufes und er Symptome gesichert wurde, kann eine MRT es darstellen. Durch die MRT (Magnetresonanztomografie) kann der Arzt andere Ursachen für die Mittelfußschmerzen weitgehend ausschließen. Ein Röntgenbild ist nicht in der Lage, ein Morton Neurom zu zeigen.

Die MRT-Untersuchung ist vor allem wichtig, um eine Größenbestimmung der Nervenschwellung vornehmen zu können. Von der Größe des Morton Neuroms hängt auch der Behandlung ab. Je kleiner das Morton Neurom, umso eher lässt es sich noch konservativ behandeln.

Doch auch in der MRT wird das Morton Neurom häufig übersehen. Der Radiologe benötigt besondere Einstellungen des Kernspintomografen, um bei so feinen Strukturen wie dem Mittelfußnerven eine Schwellung nachweisen zu können.

Differentialdiagnosen des Morton Neuroms

Alternative Ursachen für Mittelfußschmerzen:

  • Entzündungsprozesse zwischen Mittelfuß und Zehengrundglied (Gelenkschleimhaut-entzündung oder Synovialitis)
  • Stressfraktur bzw. Marschfraktur wegen der Überlastung der Mittelfußknochen
  • Nervenschädigungen aus anderen Gründen, z. B. Polyneuropathie
  • Weichteilschäden (Hautnarben, Warzen, Weichteiltumore)
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis) wegen der spreizfußbedingten hohen mechanischen Belastung
  • funktionelle Überlastungen der Kleinzehen bei ausgeprägtem Spreizfuß
  • Zehendeformierungen, Hohl- und Plattfuß als Begleiterscheinung
  • Hallux valgus in Kombination mit einem Spreizfuß

Neben dem Morton Neurom gibt es eine Vielzahl weiterer Ursachen für Vorfußschmerzen. Zu den Differentialdiagnosen (Verdachtsdiagnosen) des Morton Neuroms gehören auch stoffwechselbedingte Fußschmerzen. So kann ein Diabetes bestimmte Nervenerkrankungen begünstigen (z. B. diabetischer Fuß oder Polyneuropathie). Wie in jedem beweglichen Teil des Skeletts kann auch eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Fuß zu dauerhaften Mittelfußschmerzen beitragen.

Der Fußspezialist schließt auch Warzen und Weichteiltumore als Schmerzursachen im Fuß aus. Mittelfußschmerzen treten zudem häufig in Kombination mit einem Hallux valgus (Schiefzehe) auf. Durch die Gewichtsverlagerung weg von der Großzehe zu den Kleinzehen erhöht sich der Druck im Mittelfuß. Das kann neben einem Morton Neurom zahlreiche schmerzhafte Folgen haben:

Diese alternativen oder sich sogar überlagernden Schmerzursachen müssen in der Untersuchung sorgfältig unterschieden werden, weil eine jeweils andere Behandlung erforderlich ist. Neben einer ausführlichen klinischen Untersuchung, wo wir das Morton Neurom tasten, hilft uns vor allem eine fachgerecht ausgeführte MRT (Magnetresonanztomografie) bei der Analyse dieser vielschichtigen Situation im schmerzenden Mittelfuß und Vorfuß unserer Patienten.

Morton Neurom konservativ behandeln

Entferntes Morton NeuromEntferntes Morton Neurom: Bis zu einem Durchmesser von maximal 0,8 cm können Morton Neurome ohne Nervenentfernung operiert werden. © Dr. Thomas Schneider

Die Therapie des Morton Neuroms erfolgt primär konservativ, d. h. nicht chirurgisch. Es geht vor allem darum, den Druck auf die Nerven zu verringern, um die Rückbildung des Morton Neuroms zu fördern. Daher steht die Behandlung des Spreizfußes im Vordergrund. Erst durch das Einsinken des vorderen Fußgewölbes erhöht sich der Druck auf die plantaren Fußnerven. Daher versucht man, durch stützende Schuheinlagen das vordere Fußgewölbe (Quergewölbe) zu unterstützen und dadurch die Nerven zu entlasten. Häufig ist das bereits ausreichend, um die kompressionsbedingte Schwellung des Morton Neuroms abheilen zu lassen. Vor allem den betroffenen Zehenzwischenraum sollte die Einlage besonders unterstützen und entlasten.

Häufig tritt eine Besserung der Beschwerden nach gezielten Injektionen mit Schmerzmittel an die Nervenenden ein. Gute Ergebnisse erreicht man auch mit nervennahen Einspritzungen von Vitamin B12.

Weitere konservative Therapiemaßnahmen

  • Einlagen mit Unterstützung des Quergewölbes
  • Ultraschall
  • Phonophorese
  • Iontophorese
  • lokale Kältetherapie (Eismassage)
  • medikamentöse Therapie
  • lokale Infiltrationen (Einspritzungen) mit homöopathischen Substanzen
  • lokale Kortisoninfiltrationen, wobei die Langzeitfolgen der Kortisoninjektion ungünstig sind

Die nervenerhaltende minimalinvasive Operation bei Morton Neurom

Operation eines Morton Neuroms (Neurolyse)Die nervenerhaltende operative Behandlung des Morton Neuroms durch Neurolyse bzw. Dekompression verschafft dem plantaren Fußnerven mehr Raum: 1. Weitung des Bandes zwischen den Mittelfußknochen (Ligamentum intermetatarsale; grau). 2. Umstellung der Zehenknochen (Metatarsalknochen, blau) durch eine minimalinvasive Osteotomie. © Dr. Thomas Schneider

Ist das Morton Neurom noch nicht so groß (kleiner als 0,8 cm), kann es wie jedes andere Nervenkompressionssysndrom nervenerhaltend operiert werden. Es wird durch mechanischen Druck auf den plantaren Fußnerven ausgelöst. In der Folge der Nervenreizung schwillt die bindegewebige Hülle des Fußnervs an, bildet Narbengewebe und lagert Wasser ein.

Durch die Schwellung entsteht eine Ischämie (Minderversorgung). Der Fußnerv wird durch die Abklemmung nicht mehr gut mit Nährstoffen versorgt. Dadurch entstehen die typischen Beschwerden wie Taubheit, einschießende Schmerzen und Kribbeln. Bis zu einem gewissen Grad sind diese Entzündungszeichen wieder reversibel, wenn der mechanische Druck auf den Nerv wegfällt.

Bei vielen Nervenkompressionserkrankungen ist daher die Entlastung (Dekompression) des Nervs eine angemessene Behandlungsstrategie (siehe z. B. Karpaltunnelsyndrom).

Wir erzielen seit Jahren mit der Nervenentlastung und ggf. Dekompression durch Umstellung der Mittelfußknochen sehr gute klinische Ergebnisse. Insbesondere haben wir gute Ergebnisse bei der Vermeidung von Rückfällen (Rezidiven). Rückfälle sind nach einer Nervenamputation (Neurektomie) wesentlich wahrscheinlicher, weil diese die zugrundeliegende Störung des Fußgewölbes nicht behebt. Dennoch gilt die Neurektomie immer noch als Standardbehandlung bei einer Morton Neuralgie. Viel zu häufig wird bei der Morton Neuralgie ohne Prüfung des nervenerhaltenden Vorgehens pauschal die Nervenentfernung (Neurektomie) durchgeführt.

Die nervenerhaltende, endoskopische Operation des Morton Neuroms mit Zugang von oben, anstatt von der Fußsohle, hat Vorteile:

  • geringere Narbenbildung und daher auch geringere Reizung der Fußnerven nach der Operation
  • geringere Gefahr der Bildung eines Blutergusses nach der Operation
  • Erhalt des Fußnervs, der nach dem Abschwellen der Nervenhülle wieder symptomfrei (schmerzfrei) und funktional werden kann
  • geringere Rezidivneigung (Rückfallneigung)
  • geringere Neigung zur Bildung von dauerhaft schmerzhaften Narbenplatten um den Mittelfußnerven

Wie lange bin ich nach der nervenerhaltenden Operation krankgeschrieben?

Der stationäre Aufenthalt nach der Neurolyse eines Morton Neuroms dauert in der Regel 2 Tage. Für 2 bis 3 Wochen sollten Sie einen speziellen Schuh tragen, der den Vorfuß entlastet. Nach etwa 3 bis 6 Wochen ist der Fuß nach einer Neurolyse wieder voll belastbar.

Neurektomie – Entfernung des entzündeten Nervs

Eine Neurektomie entfernt das erkrankte Nervengewebe des Plantarnervs. Das Verfahren kommt auch bei uns noch zum Einsatz, wenn die Schwellung des Morton Neuroms zu groß ist. Wichtig ist dafür die Größenbestimmung des Morton Neuroms in der MRT. Die Schnittbilder sind allerdings nicht immer eindeutig. Daher erfolgt die Festlegung der eigentlichen Behandlungsstrategie häufig erst während der Operation nach Sichtung des Morton Neuroms.

Wir entlasten den Nerven durch Öffnung der Bindegewebsbrücke über den Mittelfußköpfchen dauerhaft (Dekompression). Nur wenn die Drucksituation im Mittelfuß mitbehandelt wird, ist auch eine Neurektomie eine zuverlässige Behandlungsmethode. Sonst droht ein Rezidiv, also eine erneute Reizung des Nervenstumpfes mit schmerzhafter Bindegewebsschwellung.

Komplikationen der Neurektomie

Mit der Neurektomie verliert der Patient nicht nur die Nervenfunktion, also die Sensibilität in den Bereichen, die von den entfernten Nerven versorgt werden. Der zurückbleibende Nervenstumpf kann seinerseits wieder durch Druck entzünden und schmerzhaft anschwellen. Man spricht bei diesen gar nicht so seltenen Fällen von einem Rezidiv der Morton Neuralgie. Viele Patienten stellen sich nach Entfernung des Morton Neuroms wieder bei ihrem Arzt vor, wenn die Schmerzen zurückkehren. Der Grund: Die Nervenamputation hat die zugrundeliegende Ursache – die Kompression des Plantarnervs – nicht behoben.

Um derartige Komplikationen zu vermeiden, erweitern wir in der Operation das Ligamentum intermetatarsale, das Band zwischen den Mittelfußknochen. Zudem führen wir eine Osteotomie durch. Dabei stellen wir in einer minimalinvasiven Operation die Metatarsalknochen (Mittelfußknochen) um. Dies verschafft den Plantarnerven mehr Raum.

Heilungsdauer: Wie ist die Prognose nach der Entfernung des Morton Neuroms?

Um die Wundheilung zu unterstützen, sollten Sie Ihren Fuß für etwa 3 Wochen nur teilbelasten. Dafür erhalten Sie einen speziellen Vorfußentlastungsschuh. Ganz besonders wichtig für die Heilung des Morton Neuroms ist gesundes Schuhwerk, welches das Quergewölbe unterstützt und den Zehen genügend Raum lässt. Weiterhin sollten Sie regelmäßige Fußgymnastik zur Stärkung der kleinen Fußmuskeln durchführen. Vermeiden Sie in den ersten 2 Monaten nach der Operation stärkere Belastungen und ein Abrollen des Fußes.

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