Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Arthrose des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose) und der Finger

  1. Was ist eine Rhizarthrose bzw. Heberdenarthrose (Fingerarthrose)?
  2. Symptome der Arthrose an Daumen- und Fingergelenken
  3. Ursachen der Rhizarthrose bzw. Fingerarthrose
  4. Diagnose der Rhizarthrose bzw. Heberdenarthrose
  5. Konservative Therapie der Fingerarthrose
  6. Übungen und Fingergymnastik bei Fingerarthrose
  7. Übungen bei Rhizarthrose
  8. Operative Therapie
Fingerarthrose und Daumensattelgelenksarthrose Die Fingerarthrose (Heberdenarthrose) kann alle Fingergelenke der Hand befallen. Ist das Daumensattelgelenk betroffen, spricht man auch von einer Rhizarthrose. © peterschreiber.media, Fotolia

Die Arthrose der Fingergelenke (Heberdenarthrose) und Daumengelenke (Rhizarthrose) ist eine der häufigsten Formen der Arthrose (Gelenkverschleiß). Aufgrund der gegenwärtig vorhandenen Alterspyramide kommen Rhizarthrose und Heberdenarthrose immer häufiger vor. Meist sind Patienten ab 50 Jahren von der Arthrose der Daumen- und Fingergelenke betroffen. Frauen leiden vielfach häufiger als Männer unter dem Gelenkverschleiß der Fingergelenke. Zunehmende Schwäche und Anlaufschmerzen der Fingergelenke sind typische Beschwerden bei Arthrose der Fingergelenke.

Am erfolgreichsten kann eine konservative Therapie die Arthrose der Finger- und Daumengelenke behandeln. Dazu gehört die Entlastung des Sattelgelenks mit Orthesen, die Verbesserung der Beweglichkeit und der Kraft durch Physiotherapie und die Schmerztherapie und Entzündungshemmung mit nichtsteroidalen Antirheumatika. Sowohl die fortgeschrittene Arthrose der Fingergelenke als auch die Arthrose im Sattelgelenk können operativ behandelt werden, um die Funktion der Hand im Alltag wiederherzustellen.

Anatomie der Hand Die Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose) entsteht im Carpometacarpalgelenk zwischen dem großen Vieleckbein und dem Mittelhandknochen des Daumens, hier schwarz umkreist. Die Fingerarthrose (Heberdenarthrose) entsteht an allen anderen Fingergelenken der Hand. © bilderzwerg / fotolia

Was ist eine Rhizarthrose bzw. Heberdenarthrose (Fingerarthrose)?

Synonyme der Rhizarthrose:

  • Sattelgelenksarthrose
  • Arthrose des Carpometacarpalgelenks
  • Daumensattelgelenks- arthrose

Synonyme der Heberdenarthrose:

  • Fingerarthrose
  • Fingermittelgelenks- arthrose
  • Fingerendgelenksarthrose
  • Bouchardarthrose

Das Wort Rhizarthrose kommt aus dem Griechischen: Rhiza bedeutet Wurzel, arthron ist das Gelenk. Die Rhizarthrose bezeichnet die Arthrose des Daumensattelgelenks. Das Daumensattelgelenk ist das Gelenk zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem Os trapezium (großes Vieleckbein). Dieses Gelenk hat die Form eines Sattels, wodurch es zu seinem Namen kam. Es ist wichtig für die volle Beweglichkeit des Daumens.

Bei der Arthrose der Fingergelenke unterscheiden wir zwei Fälle.

Die Bouchardarthrose ist eine Arthrose der Fingermittelgelenke der Hand.

Bei der Heberdenarthrose sehen wir vor allem eine Arthrose der Fingerendgelenke.

Jede Form der Fingerarthrose weist ähnliche mögliche Ursachen auf. Es handelt sich also um eine anatomische Unterscheidung des Arthroseschwerpunktes. Die jeweilige Diagnose – Bouchardarthrose oder Heberdenarthrose – ist also eher akademisch und macht keinen Unterschied für die Ermittlung der Ursachen oder der Therapie der Fingerarthrose.

Wer bekommt eine Daumensattelgelenkarthrose (Rhizarthrose) und Fingerarthrose (Heberdenarthrose)?

Röntgenbild Daumensattelgelenkarthrose mit Osteophyten Röntgenbild der Fingerarthrose: Sichtbar sind die Knochenanbauten im Gelenk (Osteophyten) sowie der deutlich verschmälerte Gelenkspalt. Arthrose der Fingergelenke trifft meistens Frauen ab 50 Jahren. Häufig ist das Daumensattelgelenk betroffen. Bei rechtzeitiger Diagnose stehen wirksame Behandlungsmöglichkeiten der Rhizarthrose zur Verfügung. © Gelenk-Klinik.de

Arthrose der Finger (Heberdenarthrose) oder des Daumensattelgelenks trifft Frauen 10-fach häufiger als Männer. Schwerarbeiter sind von Fingerarthrose seltener betroffen als Menschen, die ihre Finger lediglich mittelschwer belasten. Sehr häufig tritt diese Erkrankung des Daumensattelgelenks oder der Fingergelenke beidseitig, also an beiden Händen auf.

Bei rechtzeitiger Diagnose lassen sich die Daumensattelgelenksarthrose und Fingerarthrose wirksam behandeln.

Im Vergleich zu Arthrosen der großen Gelenke – vor allem an Hüfte, Knie und Sprunggelenk – kommt die Arthrose der Hand und Fingergelenke recht selten vor.

27 Knochen befinden sich in der Hand – ein Viertel der gesamten Knochen des menschlichen Körpers.

Die Vielzahl an Knochen, die dazugehörigen Gelenke und die Muskulatur ermöglichen die komplexen Funktionen der Hand. Diese werden von gesunden Menschen oftmals nicht wahrgenommen und wertgeschätzt.

Erst bei einer Störung wird diese Leistung offensichtlich. Patienten mit Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose), der häufigsten Arthrose der Hände, haben Probleme, einen Schlüssel herumzudrehen oder einen Schraubverschluss zu öffnen.

Bei der Fingerarthrose sind Geschicklichkeit und Kraft der Hand deutlich reduziert. Die Handschrift verändert sich auffallend.

Klinische Stadien der Rhizarthrose

Stadium I

Gelenkkontur noch normal, geringe Fehlstellung, evtl. Flüssigkeitseinlagerung wegen Entzündung der Gelenkinnenhaut

Stadium II

Gelenkspalt bereits verschmälert, Osteophyten (Knochenanbauten) kleiner als 2 mm

Stadium III

Sklerose (Verknöcherung) und Zysten im Knochen unterhalb des Gelenks, Osteophyten größer als 2 mm, Gelenkspalt verschwindet, Fehlstellung des Gelenks deutlich sichtbar

Stadium IV

Endstadium der Rhizarthrose mit kompletter Zerstörung des Daumensattelgelenks, deutlich sichtbare sklerotische Umbauvorgänge

Symptome der Arthrose an Daumen- und Fingergelenken

Die Fingerarthrose beginnt schleichend. Ein erstes Symptom ist die Morgensteifigkeit von Finger- und Daumengelenken.

Diese Schmerzen können sich im Laufe der Zeit deutlich ändern. Beim Auftreten entzündlich aktivierter Arthrose der Fingergelenke können sie stark zunehmen, um dann wieder abzuklingen.

Erst in einem relativ späten Stadium treten Dauerschmerzen auf, meist im Bereich des Daumenballens.

Typische Anfangsbeschwerden bei Daumensattelgelenksarthrose sind Griffschmerzen, etwa beim Anheben einer gefüllten Wasserflasche.

Es gibt außer Rhizarthrose, Heberdenarthrose und Bouchardarthrose etliche andere Verursacher der typischen Beschwerden und Schmerzen der Fingergelenke. Nur der erfahrene Facharzt kann die Symptome im Rahmen einer Differentialdiagnose eindeutig zuordnen.

Drehbewegungen der Hand, vor allem unter Krafteinsatz, fallen mit Fingerarthrose immer schwerer. Patienten mit Rhizarthrose haben Probleme beim Aufschrauben von Flaschen oder beim Umdrehen des Schlüssels in einem Schloss.

Der Daumen fühlt sich – auch aufgrund der zunehmenden Gelenkfehlstellung im Daumensattelgelenk – instabil und wackelig an.

Er ist bei Rhizarthrose nicht mehr im Daumensattelgelenk zentriert. Die Beweglichkeit des Daumen ist dabei in der Regel nicht eingeschränkt.

Bei weiter fortgeschrittener Fingerarthrose ist der Bereich um die betroffenen Fingergelenke deutlich geschwollen. Die Zerstörung der Knorpelschicht kann zu einer deutlichen Fehlstellung der Fingergelenke führen. Die Fingergelenke werden stark druckschmerzhaft und empfindlich. Bei der aktivierten Arthrose sind die Fingergelenke überwärmt und geschwollen.

Am Fingerendgelenk entstehen bei Bouchardarthrose manchmal sogenannte "Überlaufzysten", in die die Gelenkflüssigkeit hineinfließt.

Vor allem bei der Arthrose des Daumensattelgelenkes sind hörbare Reibe- und Knirschgeräusche wahrnehmbar.

Im Endstadium der Rhizarthrose bzw. Fingerarthrose ist die Hand aufgrund von Schmerzen, Einsteifung der Fingergelenke, Fehlstellungen und entzündlichen Veränderungen nicht mehr belastbar.

Ursachen der Rhizarthrose bzw. Fingerarthrose

Meist entsteht durch Überbeanspruchung, schwere Arbeit oder Sport über viele Jahre Jahren zunächst ein Knorpelschaden. In diesem Stadium kann das Gelenk durch Flüssigkeitseinlagerung schmerzhaft geschwollen sein. Der Abrieb des geschädigten Knorpels und weitere entzündliche Vorgänge greifen die Gelenkkapsel und die Bänder des Daumens an. Eine sichtbare Deformierung des Gelenkes entsteht.

Für die Arthrose des Daumensattelgelenks oder der Fingergelenke gibt es meist keine genau benennbare Ursache. Die Rhizarthrose oder Heberdenarthrose zählt also meist zu den primären Arthrosen und ist keine Folge einer anderen Erkrankung oder einer traumatischen Einwirkung. Dennoch gibt es Faktoren, die das Auftreten dieser Arthrose der Fingergelenke wahrscheinlicher machen:

  • weibliches Geschlecht
  • Alter über 40 Jahre
  • hormonelle Umstellung (Wechseljahre)
  • Übergewicht und metabolisches Syndrom (Bluthochdruck und Diabetes)
  • Gelenkverletzungen
  • Verletzungen oder Frakturen der Fingergelenke
  • schwere körperliche Arbeit mit den Händen

Vor allem Frauen nach den Wechseljahren im Alter von 50–60 Jahren sind von der Rhizarthrose betroffen.

Als Krankheitsursache wird deshalb neben Überlastung auch eine hormonell bedingte Erschlaffung des Bandapparates um das Daumensattelgelenk diskutiert.

Im Verlauf der Entwicklung der Rhizarthrose tritt die Gelenkdeformation zunehmend in den Vordergrund. Die Greifbewegung wird schwächer, die Koordination der Handbewegungen nimmt ab. Zuletzt ist das Gelenk ganz zerstört und der Daumen nicht mehr zentral im Gelenk gelagert.

Diagnose der Rhizarthrose bzw. Heberdenarthrose

Daran erkennt der Arzt die Daumen- bzw. Fingerarthrose

  • Differenzialdiagnose: Stoffwechselerkrankungen (Gicht, Rheuma) ausschließen
  • positiver Grind-Test (Schmerzen bei Drehung des Daumens im Grundgelenk)
  • Fehlstellung des Daumensattelgelenks
  • tastbare Osteophyten (Knochenanbauten im Gelenk)
  • Störungen von Drehbewegungen
  • Kraftverlust
  • Familienanamnese: familiär gehäuftes Auftreten
  • Verschlechterung der Adduktionsbewegung (Heranziehen) des Daumens
  • Röntgendiagnose: Verschmälerung des Gelenkspaltes

Der Orthopäde wird seinen Patienten zunächst befragen (Anamnese). Dabei kommen meist schon die typischen Symptome der Rhizarthrose zur Sprache: Koordinationsstörungen, Kraftverlust beim Griff nach schweren Gegenständen und Schwierigkeiten bei Drehbewegungen und beim Öffnen von Schraubverschlüssen. Da es viele Störungen gibt, die mit einer schmerzhaften Verschlechterung der Fingerbeweglichkeit einhergehen, veranlasst der Orthopäde bei Verdacht noch weitere Untersuchungen. Dazu gehören auch Untersuchungen des Harnsäurestoffwechsels, um Gicht auszuschließen. Dies geschieht in der Regel über eine Laboruntersuchung des Blutes

Sklerotische Veränderungen (Verknöcherungen) der Fingergelenke und Bildung von Osteophyten (Knochenanbauten) stellt der Orthopäde durch Tasten fest. Die Fehlstellung und Konturveränderung des Daumensattelgelenks (Subluxation) sieht er durch äußerliche Betrachtung.

Röntgenbild einer Rhizarthrose Röntgenbild einer Arthrose des Daumensattelgelenks: Der verschmälerte Gelenkspalt ist deutlich sichtbar. © Gelenk-Klinik

Der Orthopäde kann die Arthrose des Daumensattelgelenks auch durch den sogenannten Grind-Test absichern (to grind (engl): mahlen, knirschen). Dabei wird die Hand fixiert und der Daumen im Gelenk leicht gedreht. Hört der Arzt Mahl- und Knirschgeräusche, ist eine Daumensattelgelenksarthrose wahrscheinlich.

Nach der klinischen Untersuchung wird die Diagnose durch ein Röntgenbild der Hand gesichert.

Differentialdiagnose der Arthrose der Fingergelenke

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden wie die Finger- bzw. Daumensattelgelenkarthrose verursachen. Diese muss der Arzt differentialdiagnostisch ausschließen:

Konservative Therapie der Fingerarthrose

Konservative Behandlung der Fingerarthrose:

  • physikalische Therapie: Wärme und Kälte
  • Physiotherapie und Fingergymnastik
  • nichtsteroidale Antirheumatika als Entzündungshemmer
  • pflanzliche Medikamente (z. B. Brennessel, Teufelskralle)
  • Schmerzbehandlung durch Lokalanästhetikum
  • gelegentliche Kortisoninjektion als Verfahren zur Entzündungshemmung im Einzelfall
  • Tapeverbände zur Entlastung des Daumengelenks

Im frühen Stadium der Rhizarthrose können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) die knorpelzerstörende Gelenkentzündung eindämmen. NSAR sind entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac. In höheren Dosen und bei langdauernder Anwendung bestehen jedoch Nebenwirkungen dieser Schmerzmittel auf Magen und Verdauungstrakt.

Bei akuten Schmerzen gibt es die Möglichkeit, die Fingerschmerzen mit einem Lokalanästhetikum zu behandeln, um den Schmerz auszuschalten. Für ein langanhaltendes Ergebnis kann der Lokalanästhesie auch das entzündungshemmende Hormon Kortison beigefügt werden. Kortison ist jedoch nur zur gelegentlichen Anwendung geeignet. Aufgrund seiner Nebenwirkungen auf das Gewebe und dessen Regenerationsfähigkeit ist Kortison nicht als Daueranwendung zu empfehlen.

Bei abnehmender Griffstärke und Schmerzen kann eine Orthese (Daumenschiene) das Daumengrundgelenk unterstützen. Sie verleiht dem Handgelenk und dem Daumen Stabilität.

Im Frühstadium bieten sich Injektionstherapien, physikalische Therapie und alternative Schmerztherapien an. Ist die Fingerarthrose bereits zu weit fortgeschritten, führt nur eine Operation der Fingergelenke zur Schmerzfreiheit und zur Wiederherstellung der vollen Einsatzfähigkeit der Hand.

Alltagstipps bei Fingerarthrose

  • Schwere Lasten sollten Sie nur mit einem Griff tragen. Verteilen Sie das Gewicht möglichst auf beide Hände, um einseitige Knorpelüberlastungen zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie dauerhafte Belastungen der Finger (z. B. beim Karten spielen).
  • Bei entzündlich aktivierter Arthrose helfen warme Bäder mit Badezalzen.
  • Nutzen Sie Auswringhilfen, um Auswringbewegungen zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie Wäscheklammern mit Federspannung. Aufgrund der hohen Kraftspitzen schädigen Sie die Fingergelenke.
  • Verwenden Sie im Alltag große Werkzeuge, bei denen die Hände möglicht weit geöffnet bleiben.

Übungen und Fingergymnastik bei Fingerarthrose

Folgende Übungen können Ihnen dabei helfen, die Beweglichkeit Ihrer Finger und Ihres Daumens zu erhalten und die Schmerzen zu reduzieren. Die Bewegungsübungen können auch im (warmen) Wasser ausgeführt werden. Dies empfinden viele Patienten als besonders angenehm.

Seien Sie sehr aufmerksam bei der Durchführung der Übungen. Treten während einer Übung Schmerzen auf, sollten diese unmittelbar danach wieder nachlassen. Ist dies nicht der Fall, lassen Sie die Übung bis auf Weiteres weg und halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.

Übung 1: Faustöffnung

Ausgangsstellung: Platzieren Sie die betroffene Hand in einer beliebigen Stellung mit ausreichend Bewegungsfreiheit.

Durchführung: Ballen Sie eine Faust. Öffnen Sie anschließend die Hand, bis Sie die maximale Streckung in den Fingern und in der Handinnenfläche erreichen. Halten Sie diese Position für 5 Sekunden und schließen Sie die Hand erneut zur Faust.

Wiederholen Sie die Übung pro betroffener Hand 15–20 mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Faust ballen Ballen Sie eine Faust. © Gelenk-Klinik Hand öffnen Öffnen Sie die Hand wieder und strecken Sie die Finger maximal. © Gelenk-Klinik

Übung 2: Fingermobilisation

Ausgangsstellung: Umgreifen Sie mit Ihrer Hand einen Tennisball oder einen anderen Ball ähnlicher Größe.

Durchführung: Heben Sie nun einzeln die Finger von dem Ball ab. Versuchen Sie dabei, den jeweiligen Finger Glied für Glied vom Ball zu lösen und anschließend wieder Glied für Glied abzulegen. Heben Sie nacheinander alle 5 Finger einzeln hoch (dies entspricht einem Durchgang) und beginnen Sie dann erneut.

Wiederholen Sie die Durchgänge 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Fingermobilisation mithilfe eines Tennisballs © Gelenk-Klinik Fingermobilisation mithilfe eines Tennisballs © Gelenk-Klinik Fingermobilisation mithilfe eines Tennisballs Fingermobilisation mit Unterstützung durch einen Tennisball. © Gelenk-Klinik

Übung 3: Finger- und Daumenspiel

Ausgangsstellung: Den Ellenbogen auf einer Tischplatte aufstützen und die Hand in leicht geöffneter Position halten.

Durchführung: Berühren Sie mit der Spitze des Daumens nacheinander alle anderen vier Fingerspitzen. Dies entspricht einem Durchgang.

Wiederholen Sie die Durchgänge 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Übung zur Mobilisation der Finger Berühren Sie mit dem Daumen nacheinander alle Fingerspitzen. © Gelenk-Klinik Übung zur Mobilisation der Finger © Gelenk-Klinik

Übung 4: Knetmasse oder Softbälle kneten

Hilfsmittel: Knetmasse, Softball oder Schwamm.

Ausgangsstellung: Nehmen Sie einen Softball, einen weichen Schwamm oder Knetmasse in die betroffene Hand.

Durchführung: Kneten Sie mit regelmäßigen und sanften langsamen Bewegungen den Gegenstand in Ihrer Hand.

Wiederholen Sie die Übung pro betroffener Hand 15–20 mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Übung mit Knetmasse Übung mit Knetmasse. © Gelenk-Klinik

Übung 5: assistive Mobilisation der Finger

Übung zur Mobilisation des kleinen Fingers Unterstützen Sie die Streckung des kleinen Fingers mit der anderen Hand. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Stützen Sie den Ellenbogen des betroffenen Armes auf dem Tisch auf.

Durchführung: Strecken Sie den kleinen Finger. Unterstützen Sie diese Bewegung mit der anderen Hand, um ihren Finger noch weiter in die Streckung zu bringen, bis Sie ein Ziehen verspüren. Das Ziehen sollte jedoch nicht schmerzhaft sein. Halten Sie diese Position mindestens 30 Sekunden und wiederholen sie die Übung 2–3 mal. Mobilisieren Sie anschließend die anderen Finger auf die gleiche Weise. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Übungen bei Rhizarthrose

Übung 1: Abduktion des Daumens

Ausgangsstellung: Legen Sie Ihre Hand flächig auf den Tisch. Die Finger und der Daumen berühren sich.

Durchführung: Spreizen Sie nun den Daumen seitlich ab und führen Sie ihn wieder in die Ausgangsstellung zurück.

Wiederholen Sie die Übung pro betroffener Hand 15–20 mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Ausgangsstellung Ausgangsstellung: Die Hand liegt flach auf dem Tisch. © Gelenk-Klinik Übung bei Rhizarthrose: Daumen abspreizen Spreizen Sie nun den Daumen ab. © Gelenk-Klinik

Übung 2: Rotation des Daumens

Ausgangsstellung: Halten Sie Ihre Finger in leicht gebeugter Position. Die Fingerspitze des Daumens berührt den Zeigefinger.

Ausführung: Bewegen Sie nun den Daumen in einer Seitwärtsbewegung vom Zeigefinger weg. Die Fingerspitze des Daumens hält jedoch weiterhin Kontakt zum Zeigefinger. Auf diese Weise vergrößert sich die Öffnung zwischen Zeigefinger und Daumen.

Ausgangsstellung Ausgangsstellung: Die Finger sind leicht gebeugt. © Gelenk-Klinik Übung bei Rhizarthrose: Daumen rotieren Die Fingerspitze des Daumens wandert Richtung Fingerspitze des Zeigefingers. © Gelenk-Klinik

Alternative: Dieselbe Übung kann auch mithilfe eines Tennisballs durchgeführt werden. Dabei umgreift die Hand locker den Tennisball.

Ausgangsstellung Ausgangsstellung: Die Finger umgreifen locker den Tennisball. © Gelenk-Klinik Übung bei Rhizarthrose: Daumen rotieren mit Tennisball Der Daumen rotiert. © Gelenk-Klinik

Übung 3: Traktion des Daumensattelgelenkes

Ausgangsstellung: Greifen Sie Ihren betroffenen Daumen mit der anderen Hand nahe am Grundgelenk. Der Griff sollte flächig und fest sein, aber nicht schmerzhaft.

Durchführung: Üben Sie nun einen leichten Zug in Verlängerung des Daumens aus. Der Zug sollte deutlich zu spüren sein, aber ebenfalls nicht schmerzhaft. Halten Sie den Zug für 10 Sekunden.

Wiederholen Sie die Übung pro betroffener Hand 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Ausgangsstellung Ausgangsstellung: Greifen Sie den Daumen mit Ihrer anderen Hand. © Gelenk-Klinik Übung bei Rhizarthrose: am Daumen ziehen Üben Sie leichten Zug aus. © Gelenk-Klinik

Übung 4: Selbstmassage der Daumenmuskulatur

Ausgangsstellung: Die betroffene Hand liegt mit dem Handteller nach oben auf dem Tisch.

Durchführung: Suchen Sie nun mit der anderen Hand die schmerzhaften Punkte am Daumenballen. Haben Sie diese gefunden, üben Sie mit den Fingern Druck auf diese Punkte aus. Halten Sie den Druck, bis der Schmerz und die Spannung im betroffenen Bereich nachlässt. Es ist auch möglich, die entsprechenden Stellen mit leicht kreisenden Bewegungen zu massieren.

Ausgangsstellung Der Handteller zeigt nach oben. © Gelenk-Klinik Übung bei Rhizarthrose: Massage des Daumens Üben Sie leichten Druck auf die schmerzhaften Punkte aus. © Gelenk-Klinik

Operative Therapie

Für die operative Therapie der Daumen- bzw. Fingerarthrose stehen vielfältige Möglichkeiten der Handchirurgie zur Verfügung. Über die bestmögliche Maßnahme entscheidet der Handchirurg anhand der individuellen Situation des Patienten und anhand des Stadiums der Arthrose.

Frühstadium der Fingerarthrose: Synovektomie

In den Frühstadien der Rhizarthrose oder Fingerarthrose kann eine minimalinvasive (arthroskopische) Operation des betroffenen Gelenks weiterhelfen. Dabei entfernt der Arzt die entzündete Gelenkschleimhaut.

Frühstadium der Rhizarthrose: Denervation des Daumengrundgelenks

Bei der operativen Denervation des Sattelgelenks im Daumen werden die schmerzleitenden Nervenfasern, die das Daumengrundgelenk versorgen, durch lokale Erwärmung (Koagulation) zerstört. Diese arthroskopische Operation reduziert das Schmerzempfinden und die Schmerzweiterleitung. Weil sich periphere Nerven aber nach einiger Zeit wieder mit ihrem Zielgebiet verbinden, also eine hohe Regenerationsfähigkeit haben, ist diese Degeneration nur vorübergehend wirksam.

Fortgeschrittenes Stadium: Trapeziumresektion mit Suspensionsplastik

Die Trapezektomie (Entfernung des großen Vieleckbeins) mit einer begleitenden Sehnenplastik entfernt das verschlissene Daumensattelgelenk und bringt die stabile Funktion des Daumens zurück. Die Schmerzen bei Rhizarthrose reduzieren sich zuverlässig und die Griffkraft kann dauerhaft wiederhergestellt werden. Die Trapezektomie erzielt also eine deutliche Verbesserung der Funktion und der Schmerzsituation im Vergleich zum Ausgangsbefund einer fortgeschrittenen Daumensattelgelenksarthrose.

Versteifung (Arthrodese) des Daumensattelgelenks

Die Arthrodese des Daumengelenks erfolgt mithilfe von Schrauben. Im Vergleich zu einem verschlissenen Gelenk kann diese Maßnahme ebenfalls die Greiffähigkeit und die Handfunktion verbessern.

Versteifung der Fingergelenke

Arthrotische Fingergelenke können ebenfalls versteift werden. Die Beweglichkeit nimmt dadurch deutlich ab. Dafür sind die versteiften Fingergelenke nach dem Eingriff wieder schmerzfrei und können auch mit hohem Krafteinsatz verwendet werden.

Prothese des Daumensattelgelenks

Bei einer fortgeschrittenen Arthrose des Daumensattelgelenks ist es möglich, das Gelenk durch eine Prothese zu ersetzen. Dieses künstliche Kugelgelenk bringt die Beweglichkeit des Daumengelenks zurück und stellt die Schmerzfreiheit wieder her.

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