Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniespezialist Freiburg untersucht die Kniearthrose

Knieteilprothese: Gelenkerhaltende Versorgung kleinerer Knorpelschäden im Knie

  1. Was ist eine Knieteilprothese (Repicci-Prothese)?
  2. Vorteile der Knieteilprothese im Vergleich zur Knievollprothese?
  3. Wie lange hält eine Knieteilprothese?
  4. Einsatz der Repicciprothese bei lokaler Kniearthrose
  5. Wann ist die Repicci-Prothese die richtige Therapie?
  6. Arten von Knieteilprothesen: Repicci-Prothese und HemiCaps®
  7. Rehabilitation nach Knieteilprothese: Wann kann Vollbelastung erfolgen?
Teilprothese deckt nur die Arthrose des medialen (inneren) Anteils der Oberschenkelrolle (Kondyle) ab. Die Knieteilprothese deckt nur die Arthrose des medialen (inneren) Anteils der Oberschenkelrolle (Kondyle) ab. © Prof. Dr. med. Ostermeier

Warum eine Knieteilprothese?

Die Kniearthrose schreitet häufig nicht in allen Bereichen des Kniegelenks gleich schnell voran. Häufig ist in einem noch nahezu gesunden Knie lediglich ein Bereich (Kompartiment) von Arthrose betroffen. Vor allem die innere Kammer des Knies und der Bereich hinter der Kniescheibe sind anfällig für Knorpelverschleiß.

Anatomie des Kniegelenks. Kniearthrose kann lokal begrenzt in den einzelnen Kompartimenten des Kniegelenks auftreten: Dem inneren Kniegelenk, dem äußeren Kniegelenk und dem retropatellaren Gelenk. Anatomie des Kniegelenks. Kniearthrose kann lokal begrenzt in den einzelnen Kompartimenten des Kniegelenks auftreten: Dem inneren Kniegelenk, dem äußeren Kniegelenk und dem retropatellaren (femoropatellaren) Gelenk hinter der Kniescheibe.
Lokale Arthrosen im Kniegelenk
  • Mediale Kniearthrose (Varusgonarthrose):
    Arthrose in dem der Körpermitte zugewandten Bereich des Kniegelenks (v.a. bei O-Beinen).
  • Laterale Kniearthrose (Valgusgonarthrose)
    Arthrose in der äußeren Kammer des Kniegelenks (v.a. bei X-Beinen).
  • Arthrose hinter der Kniescheibe (Retropatellare Arthrose)
    Arthrose im Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkel.

In vielen Fällen wird auch noch bei einer sog. fokalen Gonarthrose (Knorpelschädigung in einem eng umgrenzten Bereich) auch heute noch eine Knievollprothese empfohlen. Alle, auch die gesunden Bereiche des komplexen Kniegelenks, werden mit Knievollprothese ersetzt. Es gibt jedoch die Möglichkeit, durch ein kleines Implantat lediglich den beschädigten Bereich zu sanieren. Die gesunden Bereiche des Knies bleiben intakt. Die noch gesunden Knorpel, Knochen, Kreuzbänder des Patienten erfüllen weiterhin ihre Funktion.

Mit den Knie-Teilprothesen fühlt sich für die Patienten auch die Bewegungssteuerung und die Koordination natürlich an.

Haltbarkeit der Teilprothesen

Die Teilprothesen haben eine Haltbarkeit von 10-15 Jahren. In diesem Zeitraum Damit gewinnen gerade jüngere Patienten mit Kniearthrose wichtige Jahre mit hoher Lebensqualität: Durch den Erhalt der Nerven, Sehnen und der natürlichen Koordination im Kniegelenk ist gerade Sport mit Teilprothesen wesentlich besser, als mit einer Knie-TEP. Auch ambitionierte Sportler konnten mit einer Knieteilprothese schon häufig wieder auf hohem Niveau in Ihren Sport zurückkommen. (Tennis, Eishockey, Fußball). Voraussetzung ist eine gründliche Rehabilitation. Ein Versagen dieser Implantate wird selten beobachtet. Die knochensparende Versorgung in Verbindung mit dem hohen Aktivitätsgrad macht die Knieteilprothese damit vor allem zu einer Alternative für junge, Aktive Patienten mit Kniearthrose.

Was ist eine Repicci-Knieteilprothese? Wichtige Begriffe

  • Unikondyläre Knieprothese:
    Die Kondylen sind die beiden runden Oberschenkelrollen im Kniegelenk. Eine unikondyläre Knieprothese deckt nur eine der beiden Kondylen ab. Damit ist die unikondyläre Knieprothese gleichbedeutend mit der → Schlittenprothese
  • Repicci-Prothese:
    Die unikondyläre Knieteilprothese im Knie wurde entwickelt von Dr. Repicci, einem US-amerikanischen Orthopäden. Sie wird daher auch als Repicci-Prothese bezeichnet. Die Repicci-Prothese hat wie konventionelle Prothesen ein Metallinlay im Oberschenkel mit einem Polyethylen-Gleitpartner auf der gegenüberliegenden Schienbeinseite. Weil diese Prothese wie eine Kufe auf die PET-Kunststoffoberfläche gelagert ist, wird sie auch als Schlittenprothese bezeichnet.
  • Oberflächenersatzprothesen (HemiCaps®):
    HemiCaps® ist eine eingetragenes Warenzeichen, das Oberfächenersatzprothesen im Kniegelenk bezeichnet. Der Name hat sich eingebürgert für diesen Prothesentyp. Diese Oberflächenersatzprothesen decken lediglich ein beschädigtes Areal ab und sind gelenkig verbunden mit der Knorpelfläche der gegenüberliegenden Seite. Die Option des Oberflächenersatzes im Kniegelenk ist gegeben, wenn nur einer der Gelenkpartner eine Arthrose aufweist.
 

Lokale Knorpelschäden im Knie können mit Teilprothesen abgesichert werden

Die Oberflächenersatzprothese (Hemicap) kann kleine fokale Knochen-Knorpelschäden (Hier an der Oberschenkelrolle) versorgen und das Fortschreiten der Kniearthrose eindämmen. Seitliches Röntgenbild: Links ist die Kniescheibe. Die Oberflächenersatzprothese (Hemicap) kann kleine lokale Knochen-Knorpelschäden überdecken und das Fortschreiten der Kniearthrose eindämmen. © Prof. Dr. med. Ostermeier

Bei vielen Patienten betrifft die Arthrose der Knorpeloberflächen nur einen Teil des Kniegelenks. Z.B. ist häufig nur der innere Gelenkspalt verschlissen und die anderen Anteile vollkommen unversehrt. Dies ist vor allem bei Patienten mit einer verstärkten O-Bein-Fehlstellung (Varusgonathrose) der Fall.

Mit der Knieteilprothese kann ein großer Teil des natürlichen Knies erhalten werden - inklusive Kreuzbänder und natürlicher Propriozeption (Gelenkgefühl). Über 80% der natürlichen Anteile das Kniegeleks bleiben trotz Knieteilprothese erhalten. Das Bewegungsgefühl und die Koordinationsfähigkeit des weitgehend gelenkerhaltend versorgten Knies sind wesentlich besser und natürlicher als bei der Knievollprothese.

 

Stellenwert und Anwendungsgebiete der Knieteilprothese

Operative Erfahrung zählt bei Knieteilprothesen besonders

Eine ausführliche Studie hat gezeigt, dass nur Operateure die mindestens 20% Ihrer Knieprothesen als Teilprothesen umsetzen, gute Ergebnisse erzielen. Optimal für das operative Ergebnis einer Knieteilprothese ist eine Quote größer als 40%. Zur Studie

Dennoch gehört die unikondyläre Knieteilprothese (UKEP) in vielen Kliniken noch nicht zur Standardversorgung bei einseitiger Kniearthrose. Ein Grund ist die sicherlich höhere Anforderung an die Ausbildung und Erfahrung des Operateurs bei der unikompartimentellen Knieteilprothese.

Studien haben gezeigt, dass die Ergebnisse der Unikompartimentellen Knieprothese (Knieteilprothese) sehr stark von der Erfahrung des Operateurs abhängig sind. Ihre Qualität ist erst dann der Haltbarkeit der Totalendoprothesen vergleichbar werden, wenn ein Operateur mindestens 20% seiner Knierothesen als Teilprothese operiert. Optimal werden die OP-Ergebnisse bei einem Anteil von Knieteilprothesen zwischen 40% und 60% Anteil. Diese Rate entspricht dem Anteil an Knieteilprothesen in unserer grundsätzlich auf Gelenkerhalt ausgerichteten orthopädischen Gelenk-Klinik.

Studie zu den Vorteilen der Knieteilprothese

Jeweils 115 Patienten mit Knievollprothese und Knieteilprothese nach Kniearthrose wurden untersucht. Patienten mit Knieteilprothese hatten bereits bei Entlassung aus dem OP-Krankenhaus eine bessere Beweglichkeit (77° im Vergleich zu 67° bei Knie-TEP). Auch 6 Wochen nach der Operation war die Beweglichkeit bei Knieteilprothese noch besser (115° im Vergleich zu 110 ° bei Knie-TEP).

Studie

Je nach Ausmaß, Alter des Patienten und der Art der Arthrose ist aber bei über 50% der Patienten mit Kniearthrose ein unikompartimenteller - Oberflächenersatz - möglich, wie neuere Forschungsergebnis bestätigen.

Um die übrigen Gelenkanteile, die nicht von der Arthrose betroffen sind, zu schonen, und nicht unnötig mit einem kompletten künstlichen Kniegelenk zu ersetzen, stehen heutzutage verschiedene Formen des Oberflächenersatzes zur Verfügung. Neben der Repicciprothese (unikondyläre Knieteilprothese) gibt es die noch viel kleineren Inlays, die auch ohne Kunststoffinlay auskommen.

Vorteile der Knieteilprothese (Repicciprothese) im Vergleich zur Vollprothese

  • Bei Arthrose in nur einem Kompartiment des Kniegelenks kann mit einer Repicciprothese die natürliche Funktion der intakten Kompartimente erhalten bleiben.
  • Bei der Operation der Repicci-Prothese ist das Weichteiltrauma und die OP Wunde kleiner als bei einer Vollprothese (minimalinvasiver Eingriff, deutlich weniger Komplikationen).
  • Eine Knieteilprothese ist nach der Operation sofort voll belastbar.
  • Mit einer Knieteilprothese hat das Kniegelenk eine größere Beweglichkeit, als mit einer Vollprothese des Kniegelenks.
  • Auf Grund der geringeren Auflagefläche der Knieteilprothese auf dem PET (Polyethylenanteil) hat die Repicci-Prothese weniger Metallabrieb, das heißt auch weniger Allergene bei Metall-Allergikern
  • Wegen der geringeren Artikulationsfläche (Auflagefläche) hat die Knieteilprothese auch weniger PET Abrieb, das heißt auch weniger aseptische Osteolyse (Knochenauflösung) durch die Reaktion des Immunsystems auf die Kunststoffpartikel.
  • Das Polyethyleninlay bei Repicci-Prothesen ist viel kleiner und weniger dick, wie bei einer Vollprothese: Bei einem Prothesenwechsel von der Repicci-Prothese auf eine Vollprothese nach 15-20 Jahren steht diese Knochensubstanz also wieder für die stabile Verankerung der Vollprothese zur Verfügung. Die Prognose und Haltbarkeit einer Knievollprothese ist als Wechseloperation nach einer Repicciprothese wesentlich besser, als nach einer herkömmlichen Wechseloperation mit vorangegangener Knie-TEP.
  • Deutlich höherer Tragekomfort und Patientenzufriedenheit mit Repicciprothese.

Wichtige Indikationsgebiete für Teilprothesen und Hemicaps

KnieteilprotheseDie Repicciprothese kann eingesetzt werden, wenn nur ein Teil der Knorpelfläche abgenützt ist. Bänder, Knorpel und Knochen außerhalb der Schadstelle bleiben erhalten. Der Metallene Bestandteil wird zementfrei (einwachsend) in die Oberschenkelrolle eingesetzt. Die Polyethylenkomponente überdeckt den tibialen (Schienbein-) Anteil des Gelenks und sorgt für Gleitfähigkeit.

Es gibt bestimmte Einsatzgebiete, wo Teilprothesen und Hemicaps ihre Vorteile voll ausspielen können. Dazu gehören alle Erkrankungen des Kniegelenks, die zu einer lokalen Beschädigung des Knochens und Knorpels führen können. Aus diesen lokalen Knochen- und Korpelschäden mit Unebenheiten in der Gelenkfläche kann sich relativ rasch eine Kniearthrose entwickeln. Die Arthrose ist dabei ein sich selbstverstärkender Prozess: Entzündungen im Kniegelenk führen zu beschleunigtem Knorpelabbau. Dieser Prozess kann durch Sanierung der befallenen Oberflächen mit Hilfe von Oberflächenersatz (Hemicaps) und Knieteilprothesen eingedämmt werden. Die noch vitalen Anteile und Strukturen des Kniegelenks könne So noch viele Jahre Ihre Aufgabe erfüllen.

Osteonekrose (Knochentod) des Kniegelenks (Morbus Ahlbäck)

Das aufgeraute Gewinde des Hemicap-Schaftes erlaubt ein stabiles und zementfreies Einheilen des umgebenden Knochens. Diese Oberflächenersatzprothese kann kleinere Knochen- und Knorpelschäden direkt überdecken. Die minimalinvasive OP-Technik sorgt für eine im Vergleich zu einer Vollprothese schnelle, schmerzarme und komplikationsfreie Heilung. Der deutlich sichtbare Gelenkspalt zeigt, dass die gelenkschützende Knorpelschicht in diesem Kniegelenk noch völlig intakt ist. © Prof. Dr. med. Ostermeier Das aufgeraute Gewinde des Hemicap-Schaftes erlaubt ein stabiles und zementfreies Einheilen des umgebenden Knochens. Diese Oberflächenersatzprothese kann kleinere Knochen- und Knorpelschäden direkt überdecken. Die minimalinvasive OP-Technik sorgt für eine im Vergleich zu einer Vollprothese schnelle, schmerzarme und komplikationsfreie Heilung. Der deutlich sichtbare Gelenkspalt zeigt, dass die gelenkschützende Knorpelschicht in diesem Kniegelenk noch völlig intakt ist. © Prof. Dr. med. Ostermeier

Osteonekrose des Kniegelenks (Morbus Ahlbäck) führt zum lokalen Absterben des Knochens im Kniegelenk an den Oberschenkelrollen im Kniegelenk (sog. Kondylen). Die Ursache dieser schwierigen Erkrankung ist nicht genau geklärt. Bei sehr jungen Patienten oder Patienten mit gutem Regenerationsvermögen gelingt häufig noch, die Regeneration des Knochens wieder anzuregen. Bei älteren Patienten kann der Knochen unter der Knorpelfläche einbrechen. Eine lokale Arthrose entsteht. In diesem Fall wird vielen Patienten eine Knievollprothese angeboten.

Das ist jedoch in vielen Fällen ein unnötig radikaler Eingriff. Mit einer Teilprothese kann das beschädigte Areal der Oberschenkelrolle versorgt werden, so dass das Knie bis auf den beschädigten bereich völlig intakt bleibt.

Knochenknorpelschäden (Osteochondrale Läsionen)

Verschiedene Ursachen können zu einer Beschädigung der unter dem Knorpel liegenden Kochenbereiche führen. Man spricht hier von osteochondralen Läsionen am Kniegelenk. Wenn die Behandlung durch Auffüllung des beschädigten Knochens (Osteosynthese) und Knorpeltransplantation nicht mehr möglich ist, kann eine Teilprothese (Oberflächenersatz) die beschädigte Gelenkoberfläche wieder langfristig sanieren.

Osteochondrosis dissecans im Kniegelenk

Entwicklungsstörungen können zur Ablösung von Knochenbezirken aus der Gelenkoberfläche führen (Osteochondrosis dissecans). Nach einer bedeutenden Knochenschädigung, ist die Gelenkoberfläche nicht mehr eben. Häufig bildet sich auf Grund dessen eine Arthrose im Kniegelenk aus. Bei kleineren Schadstellen kann bereits ein kleines Hemicap-Implantat den Verlust an Kochen und Knorpel ausgleichen, und die betroffene Stelle sanieren. Die Arthrose im Kniegelenk wird nach dieser Sanierung nicht mehr durch Unebenheiten, Ablösung von Knochen und Knorpeltrümmern und Bildung freier Gelenkkörper vorangetrieben. Die Lebensqualität der betroffenen Patienten wird durch dieses Implantat im Vergleich zur Vollprothese nicht - oder nur minimal - beeinträchtigt.

Knorpelschäden hinter der Kniescheibe (retropatellare Arthrose)

Eine isolierte Arthrose hinter der Kniescheibe kann durch ein speziell angepasstes Implantat behandelt werden: Die retropatellare Gleitrinne wird durch das Hemicap-Implantat nachgeformt. © Prof. Dr. med. Ostermeier Eine isolierte Arthrose hinter der Kniescheibe kann durch ein speziell angepasstes Implantat behandelt werden: Die retropatellare Gleitrinne auf dem Oberschenkelknochen (Trochlea) wird durch das Hemicap-Implantat nachgeformt. © Prof. Dr. med. Ostermeier

Die Kniescheibe ist ein an Bändern und Sehnen frei aufgehängter Knochen. Sie bildet mit dem Oberschenkelknochen einen Teil des Kniegelenks.

Störungen der Beweglichkeit oder der Form der der Kniescheibe können zu Knorpelschäden und Arthrose im patellofemoralen Gelenk führen: Dieses ist die gelenkige Verbindung zwischen der Patella und dem Oberschenkelknochen. Das patellofemorale Gelenk ist sehr anfällig gegenüber Störungen der Form oder der Beweglichkeit der frei aufgehängten Kniescheibe. Mögliche Ursachen der retropatellaren Arthrose sind große sportliche Belastungen, z.B. beim Abfahrt-Skifahren. Auch vorwiegend kniende Tätigkeiten (Fliesenleger, Pflasterer etc) können zu einer übermässigen Belastung und Arthrose der Kniescheibe führen.

Je nach Ausmaß des Gelenkverschleißes und Entwicklungsstadium der Arthrose kommen unterschiedliche Teilprothesen in Frage, die genau diesen Bereich gut versorgen können. Wenn die retropatellare Arhrose beide Gelenkflächen - Patella und Oberschenkel - betrifft, muss eine repropatellare Prothese mit patellaseitiger PET-Gleitschicht verwendet werden.  In diesem Bild wird nur die Metallkomponente gezeigt. Der Kunststoff wird im Röntgen nicht dargestellt. © Prof. Dr. med. Ostermeier Wenn die retropatellare Arhrose beide Gelenkflächen - Patella und Oberschenkel - betrifft, muss eine repropatellare Prothese mit patellaseitiger PET-Gleitschicht verwendet werden. In diesem Bild wird nur die Metallkomponente gezeigt. Der Kunststoff wird im Röntgen nicht dargestellt. © Prof. Dr. med. Ostermeier

Wenn die Knorpelschicht hinter der Kniescheibe noch intakt ist, kann die Versorgung durch ein patellofemorales Hemicap-Implantat als Oberflächenersatzprothese erfolgen: Dieses Implantat deckt das patellofemorale Gleitlager (Trochlea) ab und berührt die patellaseitige Knorpelschicht.

Wenn die patellaseitige Knorpelschicht ebenfalls schon abgenützt ist, muss die Prothese mit einem Kunststoff-Gleitpartner implantiert werden: Bei der patellofemoralen Prothese verbindet sich das Implantat im Femur mit einer Polyethylen-Gleitschicht, die an der Patella implantiert ist.

Beide Versorgungstypen dienen der raschen Sanierung und Eindämmung der retropatellaren Arthrose. Die Arthrose kann dann nicht mehr entzündlich aktiviert werden und den Rest de Knies in Mitleidenschaft ziehen. Die typischen Symptome wie Schwellung, Anlaufschmerzen oder Belastungsschmerzen hinter der Kniescheibe werden durch das retropatellare Implantat zuverlässig behandelt.

 

Es gibt zahlreiche Verfahren zur Operativen Therapie bei Knorpelschaden. Die sanfteste Behandlungsmethode ist der Ersatz des Gelenk-Knorpels durch Knorpelzelltransplantation .

 

Ziel der Knieteilprothese: So viel eigene Knochensubstanz erhalten wie möglich

Implantate von künstlichen Knie-Teil-Prothesen gehören zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen. Diese Routine-Eingriffe sind für den Organismus nicht belastend, wie Volprothesen: Weil ein erfahrener Operateur dafür keine langen Operationszeiten braucht und sie meist minimal invasiv erfolgen. Dieses schonende Verfahren ermöglicht durch kleinstmögliche Schnitte eine schnellere, komplikationsarme Heilung.

Für wen kommt eine Teilprothese in Frage?

Fakten zu einer Knie-Teilprothese:

  • Minimal invasiver Eingriff
  • Kleiner Hautschnitt
  • Nachgewiesen geringeres Infektionsrisiko
  • Sofortige Belastbarkeit
  • Bessere Beweglichkeit
  • Der Anteil an Patienten mit sehr guten Ergebnissen für die Lebensqualität ist höher.
  • Geringere Beeinträchtigung der Patienten durch Operation der Teilprothese (schonender Eingriff).
  • Bei Teilprothese nur 40% der Komplikationsrate einer Vollprothese
  • Ein natürliches Gelenkgefühl mit Teilprothese 1,8-fach häufiger
  • Verzögerung des Gelenkvollersatzes um 10-15 Jahre
  • Durchschnittliche Haltbarkeit 10-15 Jahre
  • Erlaubt Rückzug auf konventionelle Techniken
  • Weniger Abrieb von Metallionen ist günstig für Metallallergiker.
  • Geringere Dicke des PET-Inlays auf der Tibia erhält den Knochenbestand für spätere Wechseloperationen intakt.

Zunehmend werden jüngere und aktivere Patienten mit einer Teil-Endoprothese am Knie versorgt. Die Verankerung im Knochen und das Material, insbesondere das Polyäthylen, sind dadurch größeren Belastungen ausgesetzt und unterliegen dadurch einem höheren Versagensrisiko.

Im optimalen Fall liegt die Lebenserwartung einer Knieprothese über der Lebenswerwartung des Patienten, so dass sie nie gewechselt werden muss. Bei der zunehmenden Zahl jüngerer Patienten, die eine Kniearthrose in Ihrem 5. oder 6. Lebensjahrzehnt erhalten, ist diese Hoffnung nicht berechtigt. eine Teilprothese ist hier in vielen Fällen geeignet, den Zeitraum bis zum Einsatz der Knie-TEP bei hoher Lebensqualität zu überbrücken.

Je weniger originäre Knochensubstanz bei der Implantation geopfert werden muss, desto größer sind die im höheren Lebensalter noch vorhandenen Rückzugsmöglichkeiten beim Wechsel auf eine konventionelle Schlitten- oder Vollprothese.

Untersuchung: Wann ist die Knieteilprothese (Schlittenprothese) die richtige Therapie?

Untersuchung vor der Knieteilprothese

  • Röntgenbilder:
    Beugenbelastungsaufnahmen
  • Magnetresonanztomografie:
    Spezifische Knorpeldiagnostik durch Färbesubstanzen
  • Kniearthroskopie:
    Direkte Untersuchung der Knorpel, Knochen und Bänder durch eine kleine operative Inspektion des Knies

Zunächst erfolgt eine sorgfältige Untersuchung des Patienten, um das Beschwerdebild des betroffenen Kniegelenks zu präzisieren. Anschließend kann mithilfe von speziellen Röntgenbildern (Beugebelastungsaufnahmen) eine erste Aussage über den Grad der Kniegelenksarthrose getroffen werden. Eine auch in der Gelenk-Klinik durchführbare, aktuelle Kernspintomographie (MRT) hilft den Kniespezialisten, die Beschaffenheit und Ausmaß des vorliegenden Knorpelverschleißes zu beurteilen. Letztendlich führt aber eine Arthroskopie des Kniegelenks zur optimalen Beurteilung, ob und welcher Teiloberflächenersatz führt die vorhanden Arthrose des Kniegelenks geeignet ist.

Teilweise kann solch eine Arthroskopie auch zum Ausschluss einer prothetischen Versorgung führen, da der vorliegende Knorpelschaden sich vielmehr für ein regeneratives Verfahren eignet (z. B. Knorpelzelltransplantation). Insbesondere eine gute biologische Beschaffenheit und Unversehrtheit der um- und gegenüberliegenden Knorpelflächen würden eher zur Empfehlung einer gelenkerhaltenden Knorpeltherapie führen.

Minimalinvasive Operation: Präzision bei Implantat und OP-Technik

  • Behandlungsstrategie wie in der Zahnmedizin: Nur beschädigte Bereiche werden ersetzt.
  • Minimalinvasive Therapie, daher nur kleinste Schnitte und schnelle Heilung.

Künstliche Gelenke aus innovativen, gut verträglichen Materialien tragen ebenfalls zur erstaunlich kurzen Rehabilitationszeit bei. Langzeituntersuchungen bestätigen die besonders gute Haltbarkeit der modernen Implantate. Die Präzision, mit der ein Implantat eingesetzt wird, ist entscheidend für den Heilungs-Erfolg. Dieser hängt somit unmittelbar von der Erfahrung und der manuellen Geschicklichkeit des Operateurs ab.

Der amerikanische Zahnarzt und Orthopäde Dr. Repicci hat Techniken der Zahnmedizin in seine OP- Methode mit dem Ziel eingebracht, möglichst viel vom Gelenk zu erhalten. Vergleichbar mit einem Inlay in der Zahnmedizin wird nur der verschlissene Teil des Gelenks durch ein Metall/Kunststoffinlay ersetzt; dabei bleiben alle Bänder und alle Gelenkanschnitte mit gutem Knorpel erhalten. Im Vergleich zu einer Knievollprothese bleiben über 80 % der körpereigenen Strukturen des Kniegelenks erhalten.

Welche Prothesenmodelle werden beim Teilgelenkersatz (Uni-Knie) eingesetzt?

Es gibt verschiedene Typen der Knieteilendoprothese. Je nach Lage und Ausmass der Korpelschädigung sind verschiedene Prothesenmodelle möglich.

HemiCap® Prothese des Knies

Hemicap Knieteilprothese Die HemiCap® Knieteilprothese wird zementfrei, lediglich mit einer Knochenschraube befestigt. Mit der HemiCap®-Teilprothese können kleine Knorpelschäden an unterschiedlichen Bereichen des Knies abgedeckt und gesichert werden.

Die kleinste Möglichkeit des Oberflächenersatzes stellt eine kreisrunde, gewölbte Metallfläche (HemiCap®) dar.

HemiCap® wird vor allem bei kleinen. lokalen Knorpeldefekten in allen großen Gelenken des Körpers zum Einsatz gebracht. Diese Knorpeldefekte können durch Unfälle oder Traumata hervorgerufen werden.

Das HemiCap® Implantat wird mit einer Knochenschraube im Knochen zementfrei verankert.

Es stehen verschiedenen Durchmesser und Wölbungsgrade der Metallfläche zur Verfügung, um diese der umliegenden, individuellen Gelenkform anzupassen und einen stufenlosen Übergang zwischen Metall- und Knorpeloberfläche zu erreichen.

Bei dieser Art des Teilflächenersatzes berührt (artikuliert) die Metallfläche mit dem unversehrten gegenüberliegenden Knorpelbereich. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass dieser Bereich dabei nicht biomechanisch überlastet wird.

HemiCap Knieteilprothese Detailansicht Teilprothese (HemiCap®): Die Verankerungs-Schraube ermöglicht eine zementfreie Fixierung der Metalloberfläche. Der Knochen wächst stabil in die speziell vorbereitete Unterseite ein. Anders, als die Repicci-Prothese, hat der Hemicap keinen Plastik-Gleitpartner. Die genau angepasste Oberfläche liegt der gegenüberliegenden Knorpelfläche auf. © 2med

Das bei der HemiCap® verwendete Material ist sehr biokompatibel und wird schon seit Jahrzehnten in der Prothetik verwendet. Die Verankerungsstelle des HemiCap® Implantates wird arthroskopisch vorbereitet. Über einen zweiten Zugang wird dann das Implantat in das Knie eingebracht und im Bereich des lokalisierten Knorpelschadens gesetzt.

Behandlung eines grösseren Knorpelschadens durch eine Knieteilprothese

Sind gegenüberliegende Knorpelbereiche verschlissen und übersteigt die betroffene Fläche ein gewisses Maß, so kommen Systeme zum Einsatz, die beide Gelenkflächen ersetzen. Ist das im Gelenkspalt zwischen Ober- und Unterschenkel der Fall (tibiofemorale Arthrose) wird eine sog. Schlittenprothese eingesetzt, die aus einem metallischen, kufenartigen Anteil am Oberschenkelknochen (Femur)und einem flachen, plateauartigen Kunststoffanteil am Unterschenkelknochen (Tibia) besteht. Ist solch ein gegenüberliegender Verschleiß im Bereich zwischen Kniescheibe (Patella) und Oberschenkel vorhanden, kommt eine sog. Patellofemoralprothese zum Einsatz. Diese ersetzt den verschlissenen Knorpelanteil des Oberschenkelknochens (Trochlea femoris) mit einem form- und größengerechten metallischen Anteil und die Rückfläche der Kniescheibe (Patella) mit Hilfe eines runden, domförmigen Kunststoffanteils.

Bei dieser Art des Teilflächenersatzes berühren (artikulieren) der metallische Anteil mit dem jeweiligen Kunststoffanteil. Auch diese Art des Oberflächenersatzes führt nicht zu einer Überlastung der noch unversehrten Knorpelbereiche.

Animation: Standard-Onlay-Technik einer Knieteilprothese

Wann kann man nach der Operation der Knieteilprothese wieder voll belasten?

Prüfung des Bewegungsumfanges Die Prüfung des Bewegungsumfanges gehört nach einer Operation der Knieteilprothese zur Nachsorge. 90° sollten so schnell wie möglich erreicht werden. Typische Alltagssituationen wie Sitzen, Fahrradfahren, Autofahren hängen davon ab. Ziel nach Knieteilprothese ist es, den vollständigen Bewegungsumfang zurückzuerlangen. © Gelenk-Klinik.de

Nach Einsatz der Teilprothese kann das operierte Gelenk sofort wieder voll belastet und trainiert werden. Da die Teilprothesen durch minimierte Schnitte in das Kniegelenk eingesetzt werden und die übrigen Strukturen des Kniegelenks (Seitenband- und Kreuzband) nicht verändert oder verletzt werden, wird der Bewegungsablauf (Biomechanik) des Kniegelenks nicht verändert. Das individuelle Körper- und Bewegungsgefühl des Patienten bleibt außer der Beseitigung der vorhanden arthrosebedingten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen unverändert.

Welche Sportarten sind mit Knieteilprothese möglich?

Vergleichende klinische Studien konnte zeigen, dass diese innovative Implantationstechnik insbesondere bei hoher Beanspruchung (hohes Aktivitätsniveau) und sportlicher Belastung geeignet ist. Darüber hinaus wird knochensparend implantiert, so dass mögliche Wechsel der Prothese in der Folgezeit vereinfacht sind. Durch die Beibehaltung der umgebenden Strukturen kann das ursprüngliche Bewegungsniveau des Patienten vor Eintritt der Kniegelenksarthrose wieder erreicht werden. Eine Vielzahl sportlicher Betätigungen ist auch nach Einsatz einer Teilprothese im Kniegelenk noch uneingeschränkt möglich. Allerdings sollte auf sog. High-impact-Sportarten mit unkontrollierbaren Stürzen (alpine Skiabfahrten auf schwarzen Pisten) oder ausgeprägtem Körperkontakt (Handball, Rugby) verzichtet werden.

Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt?

In der Regel dauert der stationäre Aufenthalt 4-5 Tage, danach beginnt eine ambulante oder stationäre Rehabilitation.

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