Hüftfraktur nach Unfall mit dem Roller Bei jungen Menschen sind es vor allem Unfälle, die zu Verletzungen im Hüftbereich führen. © Василь Івасюк, adobe.com

Bei Unfällen kommt es häufig auch zu Verletzungen im Bereich des Hüftgelenks und dadurch zu Hüftschmerzen. Für die Schädigung ist zum einen die auf den Körper einwirkende Kraft entscheidend. Starke Aufprallkräfte bei einem Verkehrsunfall oder beim Sturz aus großer Höhe können zu Hüftfrakturen oder Beckenringfrakturen führen. Kollisionen oder Sprünge bei Sportunfällen verursachen schmerzhafte Weichteilverletzungen, Frakturen oder Hüftluxationen. Dies passiert vor allem bei Kontaktsportarten wie Rugby, Fußball oder Handball.

Doch nicht nur die auf den Körper wirkende Kraft spielt eine Rolle bei Hüftverletzungen: Auch die Qualität des Knochens ist von Bedeutung. So kann ein osteoporotischer Hüftknochen eines älteren Patienten schon bei geringfügigen Stürzen brechen, etwa beim Stolpern oder Herausrutschen aus dem Rollstuhl. Deshalb sind ältere Menschen oder Bewohner von Pflegeheimen besonders gefährdet für Hüftfrakturen. Bei ihnen enden etwa 20 % der Stürze mit Hüftfrakturen.

Zudem kann der Hüftknochen eines jungen Patienten auch im Rahmen einer Stressfraktur geschädigt werden. Dazu kommt es bei einer plötzlichen Steigerung des Trainingsumfangs oder der Trainingsintensität. Der im Vergleich zum Muskeltraining wesentlich langsamere biologische Prozess des Knochenaufbaus bzw. -umbaus ist dann nicht an die gesteigerte Belastung angepasst.

Nicht alle Verletzungen führen zu offensichtlichen Schäden. Es kann für Patienten schwierig sein, chronische Hüftschmerzen einer bestimmten Verletzung in der Vergangenheit zuzuordnen. Eine genaue unfallchirurgische Untersuchung von Knochen, Knorpeln und Weichteilgeweben ist erforderlich, um diese schmerzhaften Hüftverletzungen aufzudecken und entsprechend konservativ oder operativ zu behandeln.

Mögliche Ursachen für Hüftschmerzen nach einem Unfall

Hüftarthroskopie Bei harten Stürzen auf das Hüftgelenk kann die Gelenklippe reißen. Therapiert wird dann häufig mittels Arthroskopie. © bilderzwerg, Fotolia

Die Ursachen von Hüftschmerzen nach einem Sturz oder Unfall reichen von harmlosen Prellungen bis hin zu komplizierten Hüft- und Beckenringfrakturen.

Weichteilverletzungen

Prellungen und Zerrungen im Hüftgelenksbereich sind nach Stößen, Stürzen oder plötzlichen Bewegungen häufig und betreffen vor allem Muskeln, Sehnen oder Faszien rund um das Hüftgelenk. Bei direktem Aufprall im Sport wird z. B. der große Gesäßmuskel (Gluteus maximus), der Lenden-Darmbeinmuskel (Musculus iliopsoas) oder der seitlich liegende Oberschenkelfaszienspanner (Musculus tensor fasciae latae) gequetscht.

Typische Folgen solcher Prellungen sind ein lokaler Druckschmerz, Schwellung und Hämatom sowie Bewegungsschmerzen beim Gehen. Zerrungen betreffen vor allem die Adduktoren ( Adduktorenzerrung) an der Innenseite des Oberschenkels und den geraden Oberschenkelmuskel (Musculus rectus femoris). Sie verursachen stechende oder ziehende Schmerzen, die sich bei Bewegung verstärken und ausstrahlen können.

Prellungen und Zerrungen lassen sich häufig in Eigenregie mit Kühlung, Schonung und Schmerzmitteln behandeln. Treten jedoch Alarmzeichen (siehe unten) auf oder bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage nicht, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Schwere Hüftgelenksverletzungen

Mögliche Unfallfolgen:

Wenn bei Stürzen oder Unfällen hohe Kräfte auf das Hüftgelenk wirken, kann es zu knöchernen Verletzungen kommen. Bei Menschen mit Osteoporose reichen oft schon leichte Stürze aus, um solche Verletzungen zu verursachen. Weitere schwere Verletzungen sind Hüftluxationen sowie Risse der Gelenklippe (Labrum).

Am häufigsten sind Hüftfrakturen. Dabei handelt es sich um Brüche des Oberschenkelknochens im Bereich des Hüftgelenks. Mit 90 bis 95 % der Fälle sind die intra- und extrakapsulären Oberschenkelhalsfrakturen und die per- und die intertrochantären Frakturen am häufigsten, subtrochantäre und Hüftkopffrakturen sind deutlich seltener. Hauptursache sind seitliche Stürze, seltener entstehen sie durch Verkehrsunfälle oder Stürze aus großer Höhe.

Die Oberschenkelhalsfraktur ist typisch für ältere Menschen mit osteoporotisch vorgeschädigten Knochen und niedrigenergetischen Stürzen (Abrutschen, Stolpern, Hinfallen). Typische Beschwerden sind starke Schmerzen sowie eine eingeschränkte Belastbarkeit des betroffenen Beins.

Therapie bei Oberschenkelhalsfraktur:

  • Schienen und Ruhigstellen
  • Hüftkopferhaltende Therapie durch Stabilisierung mit Schrauben und Platten
  • Hüftkopfersetzende Therapie mittels Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP)
  • Frühfunktionelle Mobilisation und Physiotherapie

Häufig ist das Bein verkürzt und nach außen rotiert. Bei älteren Patienten kann ein Oberschenkelhalsbruch auch verdeckt erfolgen: Die starke Hüftmuskulatur und die Gelenkkapsel des Hüftgelenks halten die Bruchfragmente zusammen. Der Patient kann die Hüfte in einem gewissen Ausmaß noch bewegen, jedoch ist das Bein verkürzt und nach außen gedreht.

Oberschenkelhalsbruch Oberschenkelhalsfrakturen gehören zu den häufigsten Knochenbrüchen im Alter. © peterschreiber.media, Adobe Stock

Der untersuchende Arzt muss Beschwerden wie dumpfe Hüftschmerzen oder Druckschmerzhaftigkeit der Hüfte beachten. Ein Röntgenbild klärt den Oberschenkelbruch dann vollends auf. Die Bruchstelle am Oberschenkel sollte zeitnah stabilisiert werden. Je nach Frakturtyp und Alter des Patienten kommen hüftkopferhaltende Verfahren (z. B. eine Schraubenosteosynthese) oder die Implantation einer Teil- oder Totalendoprothese zum Einsatz.

Die pertrochantäre und die intertrochantäre Fraktur des Oberschenkelknochens unterhalb des Hüftkopfes erfolgen im Bereich der beiden Rollhügel (Trochanter) am Hüftgelenk. Auch sie treten häufiger bei älteren Menschen mit Osteoporose auf. Ursache sind meist Stürze, bei jüngeren Patienten auch Verkehrsunfälle.

Verschiedene Femurfrakturen am proximalen Oberschenkel (Schenkelhals, pertrochantär, intertrochantär, subtrochantär) Die pertrochantäre Fraktur verläuft von Rollhügel zu Rollhügel. Die stabilere intertrochantäre Fraktur liegt quer zwischen den beiden Rollhügeln. © Gelenk-Klinik

Die pertrochantäre Fraktur führt zu starken Schmerzen. Das Auftreten auf dem betroffenen Bein ist nicht mehr möglich. Wenn die Bruchstelle verschoben (disloziert) ist, ist das Bein verkürzt. Häufig ist aber nur ein Teil des Knochens betroffen.

Weil ein heftiges Sturzereignis meist die Ursache ist, schaut der Hüftspezialist nach Blutergüssen in der Hüftregion, die als Begleitverletzungen auftreten. Auch hier erfolgt die Diagnose mithilfe einer Röntgenuntersuchung, in unklaren Fällen mittels CT.

Die pertrochantäre Fraktur verläuft von Rollhügel zu Rollhügel, die stabilere intertrochantäre Fraktur liegt quer zwischen den beiden Rollhügeln.

Ausrenken des Hüftgelenks (Hüftluxation)

Schematische Darstellung einer Hüftluxation Schematische Darstellung einer Hüftluxation. © Gelenk-Klinik

Bei einer Luxation des Hüftgelenks tritt der Oberschenkelkopf aus der Gelenkpfanne (Acetabulum) aus. Hierfür sind gewaltige Kräfte erforderlich, weil der Hüftkopf tief in der Pfanne verankert ist und außerdem von der starken Gelenkkapsel und der Muskulatur gehalten wird. Meist tritt die Hüftluxation bei Verkehrsunfällen mit höheren Geschwindigkeiten auf. Als Begleitverletzung ist eine Hüftkopffraktur und eine Fraktur des Acetabulums (Gelenkpfanne) möglich. Auch wichtige Nervenstränge (N. ischiadicus) können verletzt werden.

Therapie der Hüftluxation:

  • sofortige geschlossene Reposition (Notfallmaßnahme)
  • ggf. operative Stabilisierung bei Begleitverletzungen
  • Schmerztherapie
  • frühfunktionelle Mobilisation und Physiotherapie

Nach der Hüftluxation hat der Verletzte sofort starke Hüftschmerzen. Das Bein ist verkürzt, der Patient kann nicht mehr auftreten. Bei der klinischen Untersuchung ergeben sich manchmal Nervenausfälle. Das Röntgenbild des Beckens zeigt die Luxation sowie mögliche Begleitschäden an Hüftkopf und Hüftpfanne.

Die Hüftluxation stellt einen medizinischen Notfall dar und muss schnellstmöglich, in der Regel unter Narkose, eingerenkt (reponiert) werden. Anschließend erfolgen je nach Befund weitere stabilisierende Maßnahmen und eine funktionelle Nachbehandlung.

Labrumriss: Riss der Gelenklippe des Hüftgelenks

Häufig ist die Folge der Hüftverletzungen nicht an Knochen und Bändern zu sehen, sondern an den Weichteilstrukturen. Bei harten Stürzen auf das Hüftgelenk kann das knorpelige Labrum zerstört werden (Labrumläsion). Das Labrum vergrößert die Hüftpfanne mit einer weichen, bindegewebigen Struktur. Manchmal verursacht auch ein Hüftimpingement (Anstoßen von Knochen an Knochen) den Labrumriss.

Therapie des Labrumrisses:

Nach einem Riss des Labrums am Hüftgelenk spürt der Betroffene meist ein Klicken oder Schnappen im Hüftgelenk. Hüft- oder Leistenschmerzen sind häufige Begleiter des Labrumrisses. Manchmal beobachten Patienten eine Einsteifung des Hüftgelenks. Der Bewegungsspielraum nimmt ab.

Bei Verdacht auf einen Labrumriss kann eine MRT-Aufnahme einen solchen Riss bildlich darstellen. Der Labrumriss wird konservativ mit Schmerzmitteln und Physiotherapie oder minimalinvasiv im Rahmen einer Hüftarthroskopie therapiert. Auf diese Weise lässt sich das Risiko für die spätere Entstehung einer Hüftarthrose vermindern.

Hüftschmerzen bei Kindern nach Unfällen

Auch bei Kindern entstehen Hüftschmerzen durch mechanische Belastung. Dabei sind vor allem die Wachstumsfugen oder die knöchernen Muskelansätze betroffen. (sog. Avulsionsverletzungen). Bei einer Verletzung der Wachstumsfuge kann es zu Ausrissen der Muskelansätze am Knochen kommen.

Neben den Knochenschäden kann es auch zu Verletzungen der Weichteile durch Gewalteinwirkung kommen. Im Hüftgelenk sind diese Schäden häufig an der Gelenklippe oder am Hüftkopfband (Ligamentum capitis femoris) zu finden. Ein Labrumriss oder -abriss ist diagnostisch schwer von einem Leistenbruch zu unterscheiden. Schmerzqualität und Lage des resultierenden Hüftschmerzes ähneln sich.

Typische Beschwerden bei Hüftverletzungen

Blutergüsse an der Hüfte nach einem Sturz Bei Stürzen auf die Hüfte kommt es häufig zu Blutergüssen und Schwellungen. © New Africa, adobe

Je nach Verletzung der Hüfte lassen sich die Beschwerden von eher mild bis hochgradig alarmierend einordnen. Die Schmerzen machen sich meist seitlich an der Hüfte, am Oberschenkel, in der Leiste oder am Gesäß bemerkbar. Sie können dumpf oder drückend sein (z. B. bei Prellungen), stechend, aber auch stark bis unerträglich werden (z. B. bei Hüftfrakturen). Häufig finden sich auch Schwellungen oder Blutergüsse.

Symptome für Hüftverletzungen

  • Schnappen, Krachen, Knallen im Hüftgelenk
  • Schmerzen an Hüfte, Leiste, Oberschenkel
  • blaue Flecken
  • Bewegungseinschränkung des Beines
  • Fehlstellungen des Beines

Meist ist die Bewegung eingeschränkt, in leichten Fällen fällt das Treppensteigen oder das Aufstehen aus dem Sitzen schwer, manchmal humpeln die Betroffenen oder nehmen eine Schonhaltung ein. Bei besonders ernsten Verletzungen ist das Bein verkürzt oder verdreht und der Betroffene kann nicht mehr stehen oder gehen.

Patienten beschreiben verschiedene Wahrnehmungen nach mechanischen Einwirkungen (z. B. durch Sturz oder Aufprall): Schnappen, Krachen oder Knallen sind die am häufigsten berichteten Empfindungen im Hüftgelenk.

Selbsthilfe bei Hüftschmerzen nach Sturz oder Unfall

Geprellte Hüfte, die mit Eis gekühlt wird. Bei leichten Prellungen kann wiederholtes Kühlen die Schmerzen und die Schwellung lindern. © Lovrencq, adobe

Leichte Hüftverletzungen wie Prellungen oder leichte Muskelzerrungen können in den ersten Tagen zu Hause mit Selbsthilfe behandelt werden, solange keine schweren Symptome (z. B. Unfähigkeit zu gehen) vorliegen. Im Zweifel oder bei Unsicherheit sollte man immer einen Arzt aufsuchen, um Frakturen oder andere schwere Verletzungen auszuschließen. Das gilt natürlich auch für die Fälle, die trotz Behandlung in Eigenregie nach zwei bis drei Tagen nicht besser werden.

Wie bei den meisten Prellungen und Zerrungen kann auch an der Hüfte die PECH-Regel helfen. Allerdings ist in diesem Bereich die dazugehörende Kompression kaum durchzuführen, und auch das Hochlagern ist nur begrenzt möglich. Der Schwerpunkt liegt auf Schonen und Kühlen.

  • Pause: Hüfte und Bein schonen, keine Belastung, kein Sport.
  • Eis: Für 10 bis 20 Minuten ein in ein Tuch gewickeltes Coolpack auflegen, um Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
  • Hochlagern: 3 bis 5 Mal täglich für 20 bis 30 Minuten flach auf den Rücken legen und Knie und Unterschenkel mit Kissen oder Rolle so hoch lagern, dass Hüfte und Fuß über Herzniveau liegen.

Schmerzen lassen sich mit rezeptfreien nichtsteroidalen Antirheumatika lindern, z. B. mit Ibuprofen. Dabei unbedingt auf die täglich erlaubte Höchstdosis laut Packungsbeilage achten. Hausmittel wie Arnikasalbe oder Beinwellsalbe wirken ebenfalls entzündungshemmend und schmerzlindernd, viele Patienten profitieren auch von Tee mit Ingwer oder Weidenrinde.

Wann zum Arzt bei Hüftschmerzen nach Sturz oder Unfall

In folgenden Situationen sollte man nach einem Sturz auf die Hüfte immer einen Arzt aufsuchen:

  • nach schweren Stürzen
  • bei anhaltenden Hüftschmerzen
  • wenn das Gehen oder Stehen nicht mehr möglich ist
  • bei starker Schwellung oder starkem Bluterguss
  • bei auffälliger Beinfehlstellung

Diagnose und Behandlung durch den Arzt

Hüftprothese nach Oberschenkelhalsbruch Ein jüngerer Mann mit Oberschenkelhalsbruch erhielt eine zementfreie Kurzschaftprothese, da die vorangegangene Osteosynthese bei ihm zur Pseudarthrose führte. © Gelenk-Klinik

Hüftschmerzen nach Sturz oder Unfällen werden vom Arzt systematisch abgeklärt, um zwischen harmlosen Weichteilverletzungen und schweren Schäden zu unterscheiden.

Bei der Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte) fragt der Arzt nach dem genauen Unfallhergang, d. h., nach der Sturzhöhe, dem Auslöser und der Art der Krafteinwirkung. Er lässt sich Art, Ausmaß und den genauen Ort der Schmerzen schildern und fragt, ob das Bein bewegt oder belastet werden kann. Außerdem dokumentiert er Vorerkrankungen (z. B. Osteoporose) und ob der Patient regelmäßig Medikamente einnimmt.

Die klinische Untersuchung hängt davon ab, ob der Patient gehen und stehen oder nur liegen kann. Kann er gehen, prüft der Arzt das Gangbild auf Hinken oder Stützgang und Fehlhaltungen. Mit speziellen Funktionstests schaut er, ob der Betroffene sein Bein in alle Richtungen bewegen kann. Er prüft Hüfte und Bein auf Druckschmerzen, Schwellungen und Hämatome sowie auf Muskelverspannungen. Beim liegenden Patienten weist ein verkürztes oder verdrehtes Bein auf eine mögliche Fraktur, eine Blockade auf eine Hüftluxation oder ein Impingement hin.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt mit der Bildgebung. Meist beginnt man mit dem Röntgen des Beckens in 2 bis 3 Ebenen. Ist das Ergebnis unklar, kommt die CT zum Einsatz. Damit lassen sich feinere Risse und intraartikuläre Fragmente besser erkennen. Bei Verdacht auf einen Labrumriss ist die MRT die beste Untersuchungsmethode. Manchmal nutzt der Arzt auch die Sonographie, z. B. zur Beurteilung von Schwellungen oder Weichteilblutungen.

Bei schweren Verletzungen erfolgt die Erstversorgung mit Schmerztherapie, Stabilisierung des Kreislaufs sowie rascher weiterführender Diagnostik, um die geeignete Therapie zeitnah einzuleiten.

Behandlung von Hüftverletzungen

Je nach Schwere der Verletzung werden Hüftverletzungen konservativ oder operativ behandelt. Zur konservativen Therapie gehören Maßnahmen wie Kühlung, Schonung und Schmerzmedikation. Häufig werden zudem Gehstützen zur Entlastung sowie eine gezielte Bewegungstherapie verordnet.

Schwere Verletzungen werden abhängig von Art und Ausmaß operativ versorgt. Wenn möglich, kommen minimalinvasive Techniken oder arthroskopische Verfahren (Hüftarthroskopie) zum Einsatz, um die Muskulatur zu schonen. Ziel ist eine möglichst frühe Mobilisierung.

Bei der Oberschenkelhalsfraktur erfolgt je nach Frakturtyp und Alter des Patienten entweder eine Osteosynthese mit Schrauben oder die Implantation einer Teil- oder Totalendoprothese des Hüftgelenks. Pertrochantäre Frakturen werden meist mit einem Femurnagel versorgt. Hüftluxationen reponiert man in der Regel geschlossen. Bei Begleitverletzungen kann eine arthroskopische Stabilisierung erforderlich sein. Auch Labrumläsionen werden arthroskopisch refixiert oder genäht. Frakturen der Hüftpfanne erfordern häufig komplexe operative Eingriffe mit Schrauben und/oder Platten, in bestimmten Fällen kann vorübergehend ein Fixateur externe eingesetzt werden.