Orthopädische Gelenk-Klinik

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Fußwurzelarthrose (Arthrose des Lisfranc-Gelenks)

  1. Was ist eine Fußwurzelarthrose?
  2. Symptome der Fußwurzelarthrose
  3. Was sind die möglichen Ursachen einer Fußwurzelarthrose?
  4. Wie untersucht der Arzt die Fußwurzelarthrose?
  5. Fußwurzelarthrose konservativ behandeln
  6. Wann empfehlen wir die Operation bei Fußwurzelarthrose?
  7. Wann ist eine Versteifung der Fußgelenke sinvoll?

Was ist eine Fußwurzelarthrose?

  • Die Fußwurzelarthrose betrifft die Verbindung der Mittelfußknochen mit der Fußwurzel (Lisfranc-Gelenk)
  • Eine Ursache ist meistens nicht ermittelbar ("idiopathisch").
  • Häufig kann eine Fraktur die Ursache der Fußwurzelarthrose sein.
  • Die Gelenke können über den Fußrücken druckschmerzhaft ertastbar sein.
  • Die Behandlung erfolgt konservativ oder durch Fusion (Arthrodese) der Fußwurzelknochen.

Die Fußwurzelarthrose ist eine Verschleißerkrankung - also Arthrose - der Fußwurzel. Diese Arthrose der Fußknochen entsteht aus Knorpelschäden, die im weiteren Verlauf zu Entzündungen und Reizungen führen.

Die Fußwurzelgelenke dienen in erster Linie zur Stabilisierung des Fußgewölbes und zur Dämpfung beim Gehen. Die Fußwurzelgelenke sind zu unterscheiden von den oberen und unteren Sprunggelenkabschnitten des Fußes.

Fußwurzelarthrose - Arthrose des Lisfrancgelenks © Viewmedica Arthrose der Fußwurzelknochen. Der Fuß wird in die Abschnitte Zehen, Mittelfuß, Fußwurzel und Rückfuß eingeteilt. Die Fußwurzel beginnt mit dem Chopart-Gelenk und und umfasst den Rückfuß bis einschließlich dem Fersenbein. An der Fußwurzel sind meist die vorderen Gelenke - die Tarsometatarsalgelenke von Arthrose betroffen. Die Fußwurzelgelenke sind sehr straff eingestellte Gelenke. Diese behalten immer ihre Form und geben bei Belastung nur federnd etwas nach. Verletzungen der Lisfranc-Gelenke werden bei der Untersuchung sehr häufig übersehen. Sie haben ein hohes Potential, bei nicht angemessener Behandlung, chronische Fußschmerzen zu verursachen.

Arthrosen der Fußwurzel treten - besonders bei Frauen - ohne eindeutige Ursache auf. Bei dieser sog. "idiopathischen" Entstehung (ohne Ursache) zeigt sich die Fußwurzelarthrose sich häufig an beiden Füßen gleichzeitig.

Risikofaktoren in der Lebensführung sind nicht bekannt. Prothesen dieser Fußwurzelgelenke sind nicht nötig: Meistens kann bereits durch eine Versteifung der kleinen Fußwurzelknochen sehr nachhaltig eine schmerzfreie Belastbarkeit wiederhergestellt werden.

Wie spüre ich als Patient die Fußwurzelarthrose?

Symptome der Fußwurzelarthrose

  • Schmerzen am Fußrücken
  • Belastungsabhängige Fußschmerzen während und nach Spaziergängen.
  • Ausweichbewegung durch Fersengang oder Gang über die Außenseite des Fußes.
  • Schmerzen beim Abrollen des Fußes.
  • Manche Patienten können die schmerzende Stelle direkt durch Tasten finden
  • Typische Schmerzentstehung beim Belasten des Vorfußes, z.B. beim Treppensteigen.
  • Patienten berichten das Gefühl, "der Fuß bricht auseinander."
  • Abrollen kann stechende Schmerzen verursachen.
  • Oft treten auch Fußschmerzen in der Nacht auf.
  • Anlaufschmerzen im Fußrücken beim Loslaufen.
  • Wetterfühligkeit des Fußes

Typische Beschwerden, die im Rahmen von Fußwurzelarthrosen beschrieben werden, sind zum Beispiel massive Schmerzen beim Gehen. Die Belastung auf dem Vorfuß beim Abrollen kann Schmerzen bereiten. Die Schmerzen treten vor allem im Bereich des Fußrückens auf. Manchmal hat der Patient das Gefühl, der Fuß "bricht über den Fußrücken auseinander". Auch Schwellungen und Überwärmungen im Fußrücken werden häufig beobachtet.

Die Schwellungen können sowohl im Rahmen der alltäglichen Belastung, aber auch nachts, als Ruheschmerz auftreten. Nach längerer Belastung tritt eine belastungsabhängige Verschlechterung der Symptomatik auf.

Häufig macht der Patient mit Fußwurzel-Arthrose die Erfahrung, bei einem Spaziergang den Heimweg nicht mehr zu schaffen. Eine Schonhaltung entsteht durch überwiegende Belastung des Fersenbeines oder auch durch Belastung über den Fußaußenrand sind Folge dieser starken Schmerzen am Fußrücken.

Meistens sind die Gelenke zwischen dem Lisfranc-Gelenk und dem Chopartgelenk von Fußwurzelarthrose betroffen. Meistens sind die Gelenke zwischen dem Lisfranc-Gelenk und dem Chopartgelenk wegen Fehlbelastung oder Überlastung von der Fußwurzelarthrose betroffen. © Gelenk-Klinik.de

Welche Symptome der Fußwurzelarthrosen sollte der Patient möglichst früh abklären?

Wenn nach bestimmten Gehstrecken regelmässig Schmerzen am Fußrücken auftreten, sollte eine ärztliche Abklärung aufgesucht werden. So können frühzeitig konservative - gelenkerhaltende - Therapiemaßnahmen eingeleitet werden. In Spätstadien der Fußwurzelarthrose ist eine konservative Behandlung nur als Unterstützung der operativen Therapie - der Versteifung der Fußurzelgelenke - sinnvoll.

Was sind die möglichen Ursachen einer Fußwurzelarthrose?

Ursachen
  • Absinken des Fuß-Längsgewölbes.
  • Arthrose nach Luxation des Lisfranc-Gelenkes.
  • Trauma und Fraktur der Fußwurzelknochen.
  • Allgemeine Überlastung der Fußwurzelknochen.
  • Idiopathische Entstehung, also ohne bekannte Ursache, v.a. bei Frauen.

Allgemein ist die Ursache der Arthrose stets eine übermäßige Belastung eines Gelenks. Dabei ist der Gelenkknorpel - auch an den Fußgelenken - nicht direkt durchblutet. Das erklärt seine schlechten Heilungsaussichten nach Trauma oder Überlastung. Hier kann vor allem vermehrter Druck auf die Fußgelenke durch ein Einsinken des Fußlängsgewölbes zu einer spezifischen Überlastung führen. Diese Überlastung kann auch zu zunehmendem Gelenkverschleiß in den Fußwurzelgelenken, v.a. aber in den Lisfranc-Gelenken führen.

Verletzungen der Lisfranc-Gelenke

Verletzungen der Lisfranc-Gelenke oder ihrer Bänder am Fußrücken sind selten. Sie treten an 1 von 55.000 Patienten pro jahr auf. Wenn sie auftreten, haben sie aber häufig sehr langwierige Folgen. Möglich sind Bänderdehnungen der Lisfranc-Gelenke bis hin zu kompletten Frakturen des Tarsometatarsal-Gelenks. Die Dehnungen oder der Riss des Lisfranc-Bandes, aber auch Dislokationen und Brüche des Lisfranc-Gelenkes, können sehr leicht chronische Schmerzen nach sich ziehen. Gute Ergebnisse für den Patienten erfordern möglichst eine schnelle Diagnose und angemessene Behandlung und Stabilisierung der Lisfranc-Gelenke.

Sicherlich sind auch unfallbedingte Schäden, z.B. nach Verkehrsunfällen oder schweren Verletzungen des Fußes mit schwerer Distorsionen der Fußwurzel häufig Ursache der Fußwurzelarthrose. Im Falle von Verkehrsunfällen ist der Schaden an den Weichteilen und der Umgebung des Lisfranc-Gelenkes wegen der höheren Aufprallenergie meistens deutlich höher, als bei Sportunfällen.

Frauen mittleren Alters zwischen 50 und 60 Jahren sind von der Fußwurzelarthrose häufig auch ohne unfallbedingte Ursache ("idiopathisch") betroffen. In der Untersuchung stellt sich dann ein beidseitiger Befall der Füße heraus. Häufig sind auch übersehene Fußverletzungen im Rahmen einer sogenannten Lisfranc-Luxationsfraktur, einer Verletzung in der betroffenen Gelenklinie, mögliche Ursachen.

Untersuchung der Fußwurzelarthrose im SPECT-CT: Die Kontrastmittel-Anreicherungen zeigen deutlich eine erhöhte Stoffwechselaktivität im subchondralen Knochen. Mit Hilfe dieser Methode können Arthrosen der Fußwurzeln genauer lokalisiert werden. © Gelenk-Klinik.de Untersuchung der Fußwurzelarthrose im SPECT-CT: Die Kontrastmittel-Anreicherungen zeigen deutlich eine erhöhte Stoffwechselaktivität im subchondralen Knochen. Mit Hilfe dieser Methode können Arthrosen der Fußwurzeln genauer lokalisiert werden. © Gelenk-Klinik.de
 

Wie untersucht der Arzt die Fußwurzelarthrose?

Differentialdiagnosen
  • Schleimbeutelentzündung
  • Sehnenganglien
  • Gicht und Stoffwechselerkrankungen

Befunderhebung im Gespräch (Anamnese)

Die Angaben des Patienten im Arztgespräch mit Schwellung und dem Gefühl des "Auseinanderbrechens" des Fußes sind häufig erste Hinweise auf die Fußwurzelarthrose. Zum Teil werden auch Vorfußschmerzen oder Schmerzen in der Sprunggelenksbeuge beschrieben. Darstellung des Lisfranc Gelenks (Tarsometatarsales Gelenk) mit Arthrose im Röntgenbild.Darstellung des Lisfranc Gelenks (Tarsometatarsales Gelenk, gelbes Oval) einer 70 jährigen Patientin mit Arthrose im Röntgenbild. © Gelenk-Klinik.de

Beschwerden durch Schonhaltung in Muskeln und Sehnen im Unterschenkel hinter dem Knöchel oder am äußeren Unterschenkel können wir ebenfalls beobachten.

Klinische Untersuchung

Im Rahmen der Untersuchung wird primär eine allgemeine Stand- und Ganguntersuchung des Fußes durchgeführt. So können wir Fehlstellungen als Mitauslöser der Lisfranc-Verletzung oder Fußwurzel-Arthrose zu erkennen. Die klinische Untersuchung beinhaltet die Tastung und Beweglichkeitsprüfung verschiedener Gelenkabschnitte. So können wir den krankhaften Bereich eingrenzen. Osteophyten (knöcherne Anbauten am Gelenkspalt) können für Schwellungen und Schmerzen am Fußrücken verantwortlich sein.

 

Bildgebende Untersuchung: Ultraschall, Röntgen, Kernspin (MRT)

Tarsometatarsale Fraktur / Lisfranc-FrakturTarsometatarsale Fraktur / Lisfranc-Fraktur im Röntgenbild. In diesem Bild sind die Fußwurzelgelenke disloziert, also nicht mehr in der normalen anatomischen Position. Das ist eine sichere Indikation zur Operation. © Case courtesy of Dr. Andrew Dixon, Radiopaedia.org

Die zusätzlich durchgeführte Ultraschalluntersuchung bestätigt Knochenanbauten und Schwellungen über den betroffenen Fußwurzelgelenken im Bild.

In der Bildgebung, der Röntgendiagnostik, kann der Verdacht bestätigt werden.

Röntgenaufnahmen der Füße in zwei Ebenen zeigen mögliche Arthrosezeichen in der Fußwurzel: Gelenkspaltverengung und Osteophyten (Knochenanbauten).

Zur diagnostischen Abklärung anderer möglicher Erkrankungen wie Sehnenganglien (Aussackungen aus den Sehnenhüllen) oder andere Sehnen- und Weichteilerkrankungen, wird häufig noch eine kernspintomographische Untersuchung (MRT-Untersuchung) durchgeführt.

Diese Untersuchung dient sogleich der exakten Stadienbeschreibung der Veränderungen.

Die bis vor einigen Jahren regelmäßig angewendete Infiltrationen (Injektion von Schmerzmitteln) unter Röntgenkontrolle mit Kontrastmittel und lokaler Betäubung zur Eingrenzung der betroffenen Gelenke wird heute wegen der starken Belastung der Patienten und der nur eingeschränkten Aussagefähigkeit durch ein moderneres Verfahren ersetzt.

Zur genauen Zuordnung der Beschwerden zu den betroffenen Gelenken im Bereich der Fußwurzel stellt die sogenannte SPECT-CT-Untersuchungen (Einzelphotonen-Emissions-Computertomografie) eine sinnvolle Diagnosemaßnahme dar.

Die computertomographische (CT) Untersuchung, also Röntgenschichtung, unter gleichzeitiger Messung einer knochenszintigraphischen Verteilung, also die Anreicherung von Knochenumbaumarkern, erlaubt eine gezielte operative Therapie, die selektiv nur die von Arthrose tatsächlich betroffenen Gelenke umfasst.

Auf eine SPECT-CT-Untersuchung zur genauen Lokalisierung wird in unserer Klinik daher vor operativen Eingriffen nicht mehr verzichtet. Die SPECT-CT-Untersuchung wird als gezielte Diagnostik aber nur vor geplanten operativen Eingriffen empfohlen.

Weitere differentialdiagnostische Untersuchungen könnten auch bei einer computertomographischen Untersuchung ohne Skelettszintigraphie, also radioaktive Markierung möglich sein.

Fußwurzelarthrose konservativ behandeln

Die konservative Therapie für die Fußwurzelarthrose ist durch unterstützende Schuh-Einlagen möglich. Es gibt auch Einlagen, die ausschließlich die betroffenen Mittelfußköpfchen der betroffenen Gelenke entlasten.

Tritt eine Arthrose zwischen Mittelfußknochen II und der Fußwurzel auf, kann eine Weichbettung des Mittelfußköpfchens im Vorfußbereich eine Entlastung des arthrotischen Gelenkes bringen.

Auch eine physikalische Therapie zur Reizhemmung, muskuläre Therapien sowohl als ZRT®-Matrix-Therapie (Biomechanische Muskel-Stimulation).

Abhängig vom Stadium der Erkrankung können biologisch-regenerative Verfahren ebenso wie physiotherapeutische Trainingstherapien - auch als Eigenübungen - sinnvolle und ergänzende Maßnahmen zur Behandlungen sein.

Auch schmerzstillende Infiltrationen, Einspritzungen von Hyaluronsäure und reizhemmenden Mitteln können durchgeführt werden.

Durch Einlagen können Arthroseschmerzen in der Fußwurzel durch Entlastung der Metatarsalen Gelenke effektiv vermindert werden. Durch Einlagen können Arthroseschmerzen in der Fußwurzel durch Entlastung der Metatarsalen Gelenke effektiv vermindert werden. © Dr. Thomas Schneider

Wann muss der Arzt bei Fußwurzelarthrose eine Operation empfehlen?

Wann kann die Fußwurzel-Arthrose nicht operiert werden?
  • Vorhandene Infektionen machen den Gebrauch von Implantaten an den Fußgelenken unmöglich.
  • Weichteilschäden nach Trauma erschweren die postoperative Heilung nch der Fußoperation.
  • Probleme in der Blutversorgung (pAVK oder Beschädigung von Blutgefässen) erschweren die Heilung und die Knochenfusion.
  • Offene Verletzungen im Bereich des Fußrückens.

Sind konservative Behandlungsmaßnahmen nicht ausreichend, kann eine operative Therapie, d.h. eine Knochenfusion (Arthrodese) der von Arthrose betroffenen Fußwurzelgelenke eine hilfreiche Maßnahme sein, um wieder eine normale Lebensqualität herzustellen. Die Therapie ist auch hinreichend, um bei vielen Patienten, in einem individuell unterschiedlichen Ausmaß, wieder eine altersgerechte Sportfähigkeit erreichen zu können.

Die Funktion der stabil und nur in geringem Ausmass beweglich verbundenen Fußwurzelgelenke besteht in erster Linie der Dämpfung. Der Bewegungsradius beträgt lediglich 3°-5° im gesunden Gelenk. Für die Gesamtbeweglichkeit des Fußes spielen sie keine Rolle. Bewegungseinschränkungen durch eine Arthrodese im Bereich der Fußwurzeln sind daher nicht zu erwarten.

Beweglichkeit der MittelfußgelenkeDie Beweglichkeit der Mittelfußgelenke ist mit 3° - 7° sehr gering. Sie sollten vor allem den Fuß in allen Situationen stabil halten. Daher führt eine Versteifung der Metatarsotarsalgelenke auch zu keiner signifikanten Einschränkung der Beweglichkeit. © Dr. Thomas Schneider

Die schmerzhaften Sehnenreizungen durch Knochenüberstände (Osteophyten) über den betroffenen Gelenken, am weichteilarmen Fußrücken, sind ebenfalls Ziel der operativen Therapie. Sie sind zur Bewegung des Fußes die Fußwurzelgelenke nicht verantwortlich.

Indikationsstellung der Fußwurzelarthrodese oder Fußwurzelversteifung

Versteifung (Arthrodese) der Fußgelenke (Fußwurzelgelenke) nach Arthrose © Gelenk-Klinik.de

Das Röntgenbild zeigt den Zustand nach der Versteifung der Fußwurzelgelenke (gelbes Oval). Die Implantate heben die Beweglichkeit der Fußwurzelgelenke auf und ermöglichen ein stabiles Verwachsen (Arthrodese) dieser Gelenke. Nach Versteifung sind die schmerzhaften entzündlichen Prozesse an den Gelenkflächen endgültig gestoppt. Weil die Beweglichkeit der Fußwurzelknochen nicht im Vordergrund steht, ist diese Versteifung im Alltag ohne Funktionsverlust durchführbar.

Wann muss eine Fußwurzelarthrodese oder Fußwurzelversteifung durchgeführt werden?

Die Operation wird immer als Antwort auf den tatsächlich vorhandenen Leidensdruck der Patienten angeboten. Ist die Lebensqualität durch die Geh-Einschränkung zu groß, werden wir mit einer Versteifung der Fußwurzelknochen für schmerzfreie Stabilität beim Gehen sorgen. Die Arthroseveränderungen alleine, wenn sie noch nicht deutlich einschränkende Schmerzen verursachen, rechtfertigen noch keinen operativen Eingriff.

Eine Operation muss immer dann durchgeführt werden, wenn die Gelenke der Fußwurzelknochen nach einer Fraktur disloziert sind, also die normalen anatomischen Verhältnisse nicht mehr vorhanden sind.

Die Knochenüberbauten über den Arthrose-Gelenken können ebenfalls stören. Diese können zum Teil abgetragen werden.

 

Welche Operation wird bei der Fußwurzelarthrose durchgeführt?

Die Arthrodese der Fußwurzel kann abhängig vom betroffenen Gelenk unterschiedlich erfolgen. Hier sind minimalinvasive, schonende Methoden, aber auch offene Methoden beschrieben. Implantatfreie Methoden sind allerdings nicht möglich. Die korrekte Stellung der Gelenke in Bezug auf die Belastung der Mittelfußknochen muss ebenfalls berücksichtigt werden.

 
Versteifung (Arthrodese) der Fußgelenke (Fußwurzelgelenke) nach Arthrose mit einer Platte und Schrauben Das Röntgenbild (seitlich) zeigt den Zustand nach der Versteifung der Fußwurzelgelenke (gelbes Oval). Je nach genauer Lage und der an der Arthrose beteiligten Gelenke werden auch Platten als Implantate eingesetzt, um die Knochen für die Arthrodese (Zusammenwachsen) stabil zu verbinden. © Gelenk-Klinik.de
 

OP-Verlauf Arthrodese der Fußwurzelgelenke

Abhängig von der Lage des tatsächlich geschädigten Fußwurzelgelenks wird ein Hautschnitt im Fußrückenbereich angelegt. Das Gelenk wird dargestellt. Unter Röntgen wird die Lokalisation und Übereinstimmung mit der durchgeführten SPECT-CT-Untersuchung überprüft. Die Restknorpelanteile werden entfernt. Der knorpelnahe Knochen wird angefrischt, um das Zusammenheilen der Knochen während der Arthrodese zu verbessern. Knochensubstanz kann je nach Defektgröße zusätzlich angelagert werden. Unter intraoperativer Röntgenkontrolle wird dann ein stabilisierendes Metall-Implantat eingebracht. Das können - je nach Schadensgröße - Schrauben, Klammern oder Platten sein. Das Ausmaß der Arthrodese ist abhängig von der Zahl der betroffenen Gelenke und der begleitenden Fehlstellung.

Das wesentliche Ziel der Schmerzfreiheit sowie die Wiedererlangung der Arbeits- und Sportfähigkeit kann im Rahmen der erreichten Versteifung der Gelenke wieder erreicht werden. Da keine ausgeprägte Bewegungseinschränkung eingeführt wird, sind viele Patienten nach Ausheilung der Arthrodese wieder uneingeschränkt arbeits- und sportfähig.

Gibt es gelenkerhaltende Therapiemaßnahmen bei Fußwurzelarthrosen?

Knochenanbauten bei können bei entsprechender Reizung von Sehnen, Schleimbeutelentzündungen oder Weichteilreizungen entfernt werden. Häufig führen diese Maßnahmen aber zur Destabilisierung des Gelenkes und zu versteifenden Operationsmaßnahmen der Fußwurzelknochen.

Welche Folgen kann die Versteifung im weiteren Leben haben?

Sicherlich kann auch im Rahmen der Fußwurzelversteifung, bei nur teilweise durchgeführter Versteifung, im Verlauf ein Nachbargelenk durch vermehrte Belastung ebenfalls eine Arthrose entwickeln. Doch sind die Zeiten zur Entstehung von Begleitarthrosen nach 10-15 Jahren in der Literatur nicht ausreichend beschrieben und tatsächlich eher selten. Trotzdem ist die Möglichkeit der späteren Arthrosebildung benachbarter Fußwurzelgelenke einer der Nachteile der Versteifung der Fußwurzelgelenke.

Bei geringer Beweglichkeit sind die Risiken aber geringer, als bei Versteifungen des oberen oder unteren Sprunggelenkes.

Prognose nach der Fußwurzelarthrose oder Fußwurzelversteifung?

Die Prognose und Lebensqualität nach Fußwurzelarthrose ist sehr gut: Vor allem, wenn keine weiteren Schäden im Fuß- und Sprunggelenkbereich vorhanden sind. Meist wird eine Wiederherstellung der Lebensqualität und damit eine Verbesserung der Gehfähigkeit erreicht. Die meisten Patienten erleben postoperativ eine normale Belastunsfähigkeit im Alltag und eine deutliche Verbesserung der Gehstrecke.

Für wen ist eine Fußwurzelarthrodese nicht mehr geeignet?

Patienten mit ausgeprägten Arthrosen des oberen Sprunggelenks und Arthrose unteren Sprunggelenkes und der Fußwurzel profitieren von einer alleinigen Fußwurzelarthrodese nicht. Nur bei isolierter Fußwurzelarthrose können wir gute Therapieergebnisse erzielen.

Nachbehandlung und Perspektive nach Fußwurzelarthrodese.

Im Rahmen der Nachbehandlung ist eine Belastung des Vorfußes und damit eine Belastung der Mittelfußknochen, der Fußwurzel, erst wieder nach 6-8 Wochen möglich. Die eingebrachten Osteosynthesematerialien verhindern zwar eine direkte Verschiebung der Knochen. Allerdings wird eine längere Belastung oder stärkere Belastung des Vorfußes nicht toleriert. zu frühe Belastung kann zur Bildung von Pseudarthrosen führen: Das sind mangelhaft durchbaute Arthrodesen mit schmerzhafter Restbeweglichkeit.

Im Anschluss an eine 6-wöchige Fersenbelastung in einem Vacoped-Verbands-Schuh als Gipsersatz, kann dann im weiteren Verlauf nach Röntgenkontrolle (4 und 8 Wochen), die weitere Belastung zugelassen werden. Bei den Röntgenkontrollen kann eine Durchbauung häufig bereits bestätigt werden. Die klinische Untersuchung spielt für die Beurteilung der Nachbehandlung ebenfalls eine wichtige Rolle.

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Anatomische Struktur
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Abteilung Fuß-Chirurgie

Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik

 
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio, Facharzt für Orthopädie
Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik

Vortrag 27.03.17, 19:30

Arthrose und Bewegung

Martina Wetzel, Physiotherapeutin Martina Wetzel, Physiotherapeutin
" Wie schützt Bewegung vor Arthrose?"

 

Dr. med. Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie Dr. Schneider, Facharzt für Orthopädie
"Arthrose und Sport: Diagnose und Erhalt der Sportfähigkeit bei Gelenkverschleiss"

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