Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Schleimbeutelentzündung der Hüfte (Bursitis)

  1. Was ist eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) der Hüfte?
  2. Welche Aufgaben erfüllen die Schleimbeutel?
  3. Symptome der Bursitis trochanterica
  4. Warum ist die Diagnosestellung schwierig?
  5. Ursachen für Schleimbeutelentzündungen der Hüfte
  6. Welche Möglichkeiten zur Therapie einer Schleimbeutelentzündung gibt es?
  7. Der Schleimbeutelentzündung vorbeugen: Übungen für zuhause
Verkalkung der Schleimbeutel an der HüfteSichtbar ist eine schmerzhafte Verkalkung der Schleimbeutel am Hüftgelenk. © Gelenk-Klinik

Der Hüft- oder Leistenschmerz ist das häufigste Symptom einer Schleimbeutelentzündung im Hüftgelenk. Es kann zu diffusen oder lokal begrenzten Hüftschmerzen oder Leistenschmerzen kommen.

Typisch ist die Schmerzverstärkung beim Bewegen und Belasten des Beines. Oft treten auch Schmerzen im Bereich der hüftumgreifenden Muskulatur auf.
Schmerzen in Seitenlage sind typisch für eine Schleimbeutelreizung über dem Trochanter major (großer Rollhügel), ein seitlicher Knochenvorsprung des Femurs (Oberschenkelknochen). An dieser Stelle tritt die Schleimbeutelentzündung im Hüftgelenk am häufigsten auf. Man spricht dann von einer Bursitis trochanterica. Aber auch andere Schleimbeutel in der Hüfte oder Leiste können betroffen sein (z. B. Bursitis iliopectinea in der Leiste). Ursächlich ist meist eine Überbelastung aufgrund von immer wiederkehrenden einseitigen Bewegungen (z. B. beim Joggen oder Weitsprung). Daher zählt die Schleimbeutelentzündung auch zu den Sportverletzungen.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) der Hüfte?

Das Hüftgelenk besitzt eine Vielzahl von Schleimbeuteln. Entzünden sich diese, spricht man von einer Bursitis. Schäden am Schleimbeutel sind ursächlich für Hüftschmerzen oder Leistenschmerzen. Diese Symptome werden häufig mit denen der Hüftarthrose (Coxarthrose) verwechselt. Sportler und Menschen mit Fehlbelastungen durch andere Erkrankungen am Bewegungsapparat sind besonders häufig betroffen.

Schleimbeutelentzündung an der Außenseite des Hüftgelenks: Bursitis trochanterica

Riss der Sehne des Gluteus medius mit Schleimbeutelentzündung (Bursitis trochanterica).MRT-Bild einer Ruptur der Sehne des Gluteus medius (mittlerer Gesäßmuskel): Die Markierung zeigt die gerissene Sehne. Durch den Riss ist die Sehne nicht schwarz dargestellt, sondern im Inneren weiß. Der Sehnenriss hat zu einer starken Entzündung des Schleimbeutels über dem Trochanter major geführt (Bursitis trochanterica). Die weiße Fläche zeigt den mit entzündlicher Flüssigkeit gefüllten Schleimbeutel. © Gelenk-Klinik

Im Bereich der Hüfte entzündet sich am häufigsten der Schleimbeutel über dem großen Rollhügel (Trochanter major) an der Außenseite der Hüfte. Dieser Knochenvorsprung am Oberschenkelknochen (Femur) wird bedeckt von zahlreichen Hüft- und Gesäßmuskeln. Unter anderem der Gluteus maximus (großer Gesäßmuskel), der dem Volumen nach größte Muskel des menschlichen Körpers, liegt in der Umgebung des Trochanter majors. Seine Sehne zieht am großen Rollhügel vorbei. Aber auch der Gluteus medius (mittlerer Gesäßmuskel) und der Gluteus minimus (kleiner Gesäßmuskel) liegen in diesem Bereich der Hüfte.

Beim Gehen, Laufen und Springen verschieben sich diese Strukturen im Hüftgelenk gegeneinander und reiben am Knochen. Die Schleimbeutel dienen als Polsterung, um Reizungen und Schäden an Muskeln, Sehnen und Bändern zu verhindern. Wiederholte Beugung des Hüftgelenks (z. B. bei Sportlern) überlastet die Schleimbeutel und sie können sich entzünden. Die Entzündung des Schleimbeutels am Trochanter major heißt Bursitis trochanterica. Betroffen sind vor allem Frauen im mittleren Alter.

Die Schleimbeutelentzündung an der äußeren Hüfte geht mit sichtbaren Rötungen und Schwellungen einher, da der Schleimbeutel nah an der Hautoberfläche sitzt.

Schleimbeutelentzündung in der Leiste: Bursitis iliopectinea

MRT-Bild einer Bursitis iliopectinea in der Leistenregion.MRT-Bild einer Bursitis iliopectinea: Der Pfeil deutet auf den entzündeten Schleimbeutel. Da er mit entzündlicher Flüssigkeit gefüllt ist, erscheint der Schleimbeutel in der Bildgebung weiß. © Gelenk-Klinik

Die Bursa iliopectinea ist ein großer Schleimbeutel im Bereich der Leiste. Er befindet sich an der Eminentia iliopubica, eine Knochenerhöhung zwischen Schambein (Os pubis) und Darmbein (Os ilium) im inneren Becken. Seine Aufgabe ist die Polsterung des Musculus iliopsoas (Hüftbeuger) gegenüber dem Hüftknochen. Ebenso wie die Bursitis trochanterica entsteht die Bursitis iliopectinea durch Überbelastung und einseitige Bewegungen.

Da die Schleimbeutelentzündung tief in der Leiste lokalisiert ist, sind meist keine äußeren Symptome wie Rötungen oder Schwellungen sichtbar. Betroffene verspüren Schmerzen in der Leiste, die sich durch äußeren Druck verstärken.

Welche Aufgaben erfüllen die Schleimbeutel?

Schleimbeutel sind überall dort im Körper eingelagert, wo Gewebeschichten stark gegeneinander verschoben werden. Die Schleimbeutel bilden eine Gleitschicht aus lockerem Bindegewebe und Schleimhaut. Sie sollen Körperstrukturen, die sich gegeneinander bewegen, vor Reizungen und Schäden durch Reibung schützen.

Der am häufigsten entzündete Schleimbeutel am Hüftgelenk liegt auf dem sog. großen Rollhügel (Trochanter major), einem Knochenvorsprung des Oberschenkelknochens an der seitlichen Hüfte. Hier verläuft eine starke Sehnenplatte über dem Knochen des Oberschenkels.
Weitere Schleimbeutel liegen tiefer in der Hüfte vor der Hüftgelenkkapsel, zwischen den stark ausgebildeten hüftgelenksumgebenden Muskeln.

Symptome der Bursitis trochanterica

Die Schleimbeutelentzündung im Hüftgelenk geht meist mit äußerlich sichtbaren Rötungen und Schwellungen einher. Die Hüfte ist nur noch eingeschränkt beweglich. Zudem leiden Betroffene unter starken Schmerzen, die oftmals auch in Ruhe nicht zurückgehen. Diese Schmerzen können bis ins Knie oder ins Gesäß ausstrahlen. Steckt eine bakterielle Infektion hinter der Bursitis trochanterica, hat der Patient zudem meist Fieber und fühlt sich schlapp und kraftlos.

Warum ist die Diagnosestellung schwierig?

Über die genaue Lage und Beschwerden von Schleimbeuteln am Hüftgelenk ist wenig bekannt. Weiterhin kommen eine Reihe anderer Ursachen für die Entstehung von Hüft- und Leistenschmerzen infrage. Diese müssen zunächst sorgfältig ausgeschlossen werden. Dafür führt der behandelnde Arzt eine Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und eine körperliche Untersuchung durch. Diese Maßnahmen geben ihm erste Hinweise auf die Ursache der Hüft- oder Leistenschmerzen. Um seinen Verdacht zu bestätigen, stehen dem Arzt mehrere diagnostische Verfahren zur Verfügung. In den letzten Jahren haben sich die Möglichkeiten der Diagnostik deutlich verbessert.

So können beispielsweise MRT (Magnetresonanztomografie) und Ultraschall einen entzündeten Schleimbeutel darstellen. Ein Röntgenbild zeigt, wenn sich in einem Schleimbeutel bereits Verkalkungen gebildet haben. Zudem kann eine Blutuntersuchung Hinweise auf eine bakterielle Infektion geben, die möglicherweise verantwortlich für die Schleimbeutelentzündung ist.

Differentialdiagnose bei Hüftschmerzen: Enthesiopathie des Gluteus medius

Schmerzen an der Außenseite der Hüfte, die sich beim Liegen auf der Seite oder beim Gehen äußern, werden häufig als Schleimbeutelentzündung (Bursitis) diagnostiziert, obwohl eigentlich eine andere Ursache dahintersteckt. Die Sehnenansatzerkrankung des mittleren Gesäßmuskels (Enthesiopathie des Gluteus medius) verursacht ähnliche Symptome wie eine Bursitis trochanterica. Ursächlich für die Reizung des Sehnenansatzes sind meist Über- oder Fehlbelastungen (z. B. bei ungeübten Läufern), aber auch häufiges Sitzen. Die Diagnose der Enthesiopathie des Gluteus medius ist deshalb schwierig, weil der Muskel durch den Gluteus maximus (großer Gesäßmuskel) fast vollständig bedeckt wird. Für die Palpation (Tastuntersuchung) ist also Erfahrung und eine genaue Kenntnis der anatomischen Strukturen notwendig. Bei Verdacht auf eine Sehnenansatzerkrankung führt der Arzt daher zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durch. Anhand dieser Bildgebung kann er den Zustand von Muskeln und Sehnen genau beurteilen.

Ursachen für Schleimbeutelentzündungen der Hüfte

SchleimbeutelentzündungArthroskopische Sicht auf einen entzündeten Schleimbeutel im Hüftgelenk.
  • mechanische Irritationen
  • Druck oder Überbeanspruchung über knöchernen Vorsprüngen
  • bakterielle Entzündung
  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen (Arthritis)
  • Fehlstellung des Hüftgelenks
  • Kristallarthropathien (Gicht, Kalksalzablagerungen)

Bevor der Schmerz behandelt oder therapiert wird, muss der Hüftspezialist die exakte Schmerzursache feststellen. Er sollte dabei auch die Lendenwirbelsäule und das Kniegelenk mit in die klinische Untersuchung und ggf. die bildgebende Diagnostik einbeziehen, um ausstrahlende Schmerzen auszuschließen.

Die häufigste Ursache für eine Schleimbeutelentzündung im Hüftgelenk sind mechanische Überlastungen der im Hüftgelenk liegenden Bänder, Sehnen und Muskeln. Vor allem immer wiederkehrende gleichförmige Bewegungsmuster reizen diese Strukturen. Daher sind besonders Menschen, die viel Sport treiben, von einer Schleimbeutelentzündung im Hüftgelenk betroffen.

Aber auch bestimmte Grunderkrankungen wie beispielsweise Fehlstellungen im Hüftgelenk, rheumatoide Arthritis oder Gicht können das Auftreten einer Bursitis begünstigen. In manchen Fällen ist auch eine bakterielle Infektion für die Schleimbeutelentzündung verantwortlich. Diese kann z. B. durch eine Operation am Gelenk oder eine offene Verletzung entstehen.

Welche Möglichkeiten zur Therapie einer Schleimbeutelentzündung gibt es?

Konservative Behandlung der Schleimbeutelentzündung

Zur Behandlung ist in erster Linie eine physikalische Therapie mit Kälteanwendung und gleichzeitiger Schonung des Hüftgelenks zu empfehlen. Betroffene sollten langes Sitzen und Stehen vermeiden und nicht auf der betroffenen Seite liegen. Je nach Lage und Ursache können auch intensivere physikalische Maßnahmen hilfreich sein. Die hochenergetische fokussierte Stoßwellentherapie kann die gereizten Strukturen meist gut beruhigen.

Zur Unterstützung des Heilungsprozesses können zudem sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika eingesetzt werden. Das sind schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie z. B. Ibuprofen oder Diclofenac.

In seltenen Fällen muss der Arzt den entzündeten Schleimbeutel operativ entfernen. Das ist vor allem bei sehr langwierigen oder immer wiederkehrenden Schleimbeutelentzündungen, die nicht auf konservative Maßnahmen anschlagen, der Fall. Auch durch bakterielle Infektionen verursachte Schleimbeutelentzündungen müssen häufig zusätzlich zur Behandlung mit Antibiotika chirurgisch entfernt werden.

Der Schleimbeutelentzündung vorbeugen: Übungen für zuhause

Dehn- und Kräftigungsübungen stärken die Hüftmuskulatur und können einer Schleimbeutelentzündung vorbeugen und die Heilung einer bestehenden Schleimbeutelentzündung beschleunigen. Um einen Effekt zu erreichen, sollten Sie die Übungen etwa zwei- bis dreimal pro Woche durchführen. Sie sollten allerdings nicht in den Schmerz hinein trainieren. Bei akuten Schmerzen steht die Schonung des Hüftgelenks im Vordergrund.

Übung 1: Radfahren

Übung gegen Bursitis 1: Auf dem Rücken liegend RadfahrenÜbung 1: Radfahren. © Gelenk-Klinik

Diese Übung dient dem Aufwärmen der Hüftmuskulatur zu Beginn der Trainingseinheit. Legen Sie sich dafür auf den Rücken, sodass die gesamte Wirbelsäule Kontakt zum Boden hält. Heben Sie die Beine angewinkelt vom Boden ab und imitieren Sie die Bewegung des Radfahrens.

Übung 2: Dehnung der Hüftbeuger

Übung gegen Bursitis 2: Dehnung der HüftbeugerÜbung 2: Dehnung der Hüftbeuger. © Gelenk-Klinik

Diese Übung dehnt die Beugemuskulatur der Hüfte. Gehen Sie mit geradem Oberkörper in Schrittstellung (links hinten, rechts vorne). Das Knie des hinteren Beins ist gestreckt, das vordere Bein ist leicht angewinkelt. Verlagern Sie nun den Körperschwerpunkt auf das vordere Bein und schieben Sie das Becken nach vorne. Sie sollten die Dehnung in der Leiste des hinteren Beins verspüren. Führen Sie nun den linken Arm gestreckt nach oben und neigen Sie den Oberkörper zur Gegenseite. Halten Sie die Dehnung etwa 20 Sekunden und wechseln Sie dann die Seite.

Übung 3: Kräftigung der Hüftbeuger

Übung gegen Bursitis: Kräftigung der HüftbeugerÜbung 3: Kräftigung der Hüftbeuger. © Gelenk-Klinik

Die Übung dient der Kräftigung der Hüftbeugemuskulatur. Gehen Sie mit geradem Oberkörper in die Schrittstellung. Das hintere Bein und der gegenüberliegende Arm sind gestreckt. Das Standbein und der gegenüberliegende Arm sind gebeugt. Stoßen Sie nun das hintere Bein bei gleichzeitigem Armwechsel kräftig nach vorne ab, sodass das Bein in die Beugung geht. Wiederholen Sie die Übung mit jedem Bein ca. 15-mal.

Übung 4: Dehnung des Tractus iliotibialis

Übung gegen Bursitis 4: Dehnung des Tractus iliotibialis Übung 4: Dehnung des Tractus iliotibialis. © Gelenk-Klinik

Kreuzen Sie das zu dehnende Bein hinter dem Standbein. Strecken Sie den gleichseitigen Arm über den Kopf, neigen Sie die Wirbelsäule zur Seite und schieben Sie das Becken auf die Seite des zu dehnenden Beines. Halten Sie die Position auf jeder Seite etwa 20 Sekunden. Die Übung dehnt den Tractus iliotibialis, eine Struktur in der Faszie der Außenseite des Oberschenkels.

Übung 5: Mobilisation des Hüftgelenks

Übung gegen Bursitis 5:Mobilisation des HüftgelenksMobilisation des Hüftgelenks. © Gelenk-Klinik

Diese Übung dehnt die Abduktoren im Hüftgelenk. Stellen Sie sich mit beiden Beinen hüftbreit hin. Unter dem zu bewegenden Fuß liegt ein Handtuch. Während Sie den Fuß nach außen schieben, halten Sie das andere Bein leicht gebeugt. Führen Sie den Fuß anschließend wieder zurück und wiederholen Sie die Bewegung mit jedem Bein ca. 15-mal.

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Dr. med. Thomas Schneider
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