Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniespezialist Freiburg untersucht die Kniearthrose

Arthrose: Voraussetzungen einer gelenkerhaltenden Therapie

  1. Was ist Arthrose?
  2. Verbreitung und Häufigkeit von Arthrose
  3. Gelenkverschleiß und Gelenkschmerzen vorbeugen
  4. Arthrose: Entstehung und Verlauf
  5. Arthrosetypen - nach Ursache
  6. Einteilung je nach betroffenem Gelenk
  7. Geschlechterspezifische Unterschiede
  8. Wie ist Gelenkerhalt trotz Arthrose möglich?

Was ist Arthrose?

ArthroseAlle Gelenke des menschlichen Körpers können von Arthrose befallen sein. Bei Arthrose wird der als gleitende Schicht für die Gelenkbeweglichkeit essentielle Gelenkknorpel abgebaut. Das Gelenk wird schmerzhaft, kann sich entzünden und versteift. © iStockphoto.com/Eraxion

Wir wollen in diesem Artikel Arthrose nicht nur als schicksalhaften, unaufhaltsamen Gelenkverschleiß darstellen.

Über 5 Mio. Patienten mit Arthrose gibt es in Deutschland. Wir wollen die modernen, gelenkerhaltenden Behandlungsmöglichkeiten in den Vordergrund stellen: Diese können nicht nur Schmerzen lindern. Werden die gelenkerhaltenden Therapien rechtzeitig angewendet, können sie Arthrose stark verzögern, manchmal sogar ganz beenden. Voraussetzung der gelenkerhaltenden Arthrosetherapie ist stets eine genaue Diagnose der Ursache. Je früher die konkrete Arthrose-Ursache geklärt wird, um so vielfältiger sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Wie kann ich Gelenkverschleiss vorbeugen?

  • Übergewicht vermeiden: Gewicht belastet die Gelenke; Fettgewebe fördert entzündlichen Knorpelverlust.
  • Bewegung ist ein Lebenselixier das Gelenk: Knorpelregeneration in jedem Gelenk wird durch Bewegung gefördert.
  • Muskeltraining und Aufbau: Eine gut trainierte Muskulatur entlastet die Gelenke bei jeder Bewegung.
  • Bewusst ernähren: Hoher pflanzlicher Nahrungsanteil (Gemüse) und wenig rotes Fleisch reduziert knorpelschädliche Entzündungsprozesse im Körper
  • Genussgifte meiden: Alkohol und Nikotin schädigen auch die Vitalität Ihrer Knorpelzellen.
  • Vorbeugende Instandhaltung Ihrer Gelenke: Wenn Sie nach Stürzen oder Unfällen chronische Schmerzen haben, klären Sie das mit Ihrem Spezialisten ab. Instabilität oder unbehandelte Knorpelschäden können langfristig zu Arthrose führen.

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung. Über 3 Mio. Menschen in Deutschland haben wegen Arthrose schon ein künstliches Gelenk erhalten. Am häufigsten ist das Knie betroffen, dann folgt das Hüftgelenk. Jährlich werden 150.000 Kniegelenke und 200.000 Hüftgelenke ersetzt. Dazu kommen jährlich 12.000 Schulterprothesen.

Arthrose ist ein Verschleiß eines Gelenks durch krankhafte Knorpelrückbildung (Degeneration). Im Laufe des Lebens wird die Funktion jedes Gelenkknorpels durch den altersbedingten Verschleiß schlechter. Behandlungsbedürftige Arthrose ist ein Gelenkverschleiss, der im Vergleich zur eigenen Altersgruppe überdurchschnittlich weit fortgeschritten ist.

Da die Knorpelschicht keinerlei sensible Nervenendigungen enthält, sind Schäden am Knorpel immer erst wahrnehmbar, wenn die Defekte bereits bis zu der unter dem Knorpel liegenden Knochenschicht reichen. Jeder weiß, wie schmerzhaft ein Anrempeln von Ellenbogen oder Schienbeinkante sein kann. Dies verdeutlicht, wie druckempfindlich die Knochenhaut (Periost) auf Stöße reagiert. Das beschreibt die Schmerzen bei einer fortgeschrittenen Arthrose annähernd.

Arthrose (am Beispiel der Kniearthrose bzw. Gonarthrose) im Verlauf:

  1. Überlastung führt zu einem Knorpelschaden
  2. Die fortdauernde Knorpeldegeneration führt zu Knorpelverlust
  3. Die Reibung der Knochen und die zunehmende Instabilität im Gelenk führt zu Knochenspornen (Osteophyten)
  4. Symptome: zunächst Anlaufschmerzen am Morgen oder nach Ruhe, später auch Ruheschmerzen und Schmerzreaktionen auf Belastung des Gelenks.
  5. Behandlung: Schmerztherapie und Kräftigung des Gelenks.
Arthrose im Kniegelenk Röntgenbild eines Kniegelenks mit schwerer Arthrose. Der Knorpel zwischen den Gelenkflächen ist bereits völlig aufgebraucht. Die Gelenkflächen von Oberschenkel (Femur) und Unterschenkel (Tibia) liegen direkt aufeinander. In diesem Stadium ist es leider zu spät für eine gelenkerhaltende Therapie der Arthrose. © Gelenk-Klinik.de

Eine behandlungsbedürftige Arthrose liegt dann vor, wenn Sie über dem für das Alter des Patienten üblichen Maß an Gelenkverschleiß liegt.

Dieser Definition kann man auch entnehmen, dass Arthrose als Gelenkverschleiß, Versteifung und Verlust an Knorpelgewebe im Gelenk auch ein ganz normaler Teil der biologischen Alterung ist.

Sie sollten daher bei dem ersten Hinweis auf Arthrose in einem Gelenk eine möglichst gezielte Diagnose der Ursache anstreben. Die Arthrose hat zwar in jedem Gelenk einen grundsätzlich ähnlichen Verlauf. Die genaue Diagnose sollte aber immer auch die besondere Biomechanik des betroffenen Gelenks miteinbeziehen.

Wir wollen uns im Folgenden daher auch etwas distanzieren von dem Begriff des Arthrosemanagements: Die Ärzte der Gelenkklinik suchen zuallererst nach einer gelenkerhaltenden Behandlungsstrategie. Sie suchen im Hinblick die meist mechanischen Ursachen des Gelenkverschleißes. Diese ursachenbezogene Arthrosetherapie versucht, das zugrundeliegende mechanische Problem im Gelenk zu identifizieren und gezielt zu beheben. Daher wird die kausale Arthrosetherapie von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt, der nicht nur auf Arthrose allgemein, sondern auch besonders auf das erkrankte Gelenk spezialisiert ist.

Einteilung der Arthrose

  • Primäre Arthrose:
    Unklare Ursache der Arthrose, oder erbliche Ursachen, die zur geringeren Belastbarkeit der Knorpelgewebe führen können.
  • Sekundäre Arthrose:
    Ursache der Arthrose ist bekannt: Das können Überlastung, Fehlstellung, Entzündung oder ein Unfall (Trauma) sein.

Eine vollständige und differenzierte Diagnostik des erkranken Gelenks - Knorpel, Knochen, Muskulatur, Nervenfunktion, Bänder und Sehnen - muss durchgeführt werden, um mögliche Ursachen der Arthrose zu ermitteln und effektiv zu behandeln. Bei genauer Untersuchung lassen sich viele Fälle von scheinbarer primärer Arthrose (also Arthrose ohne Ursache) als erklärbare Fälle einer Sekundären Arthrose, also mit einer konkret diagnostizierbaren und häufig behandelbaren Ursache überführen.

Erst bei fortgeschrittener Arthrose steht dann die allgemeine Schmerztherapie und die Verlangsamung - also das "Arthrosemanagement" - im Vordergrund.

Wichtige Arten des Gelenkverschleißes

Wir wollen die wichtigsten Arten der Arthrose hier erwähnen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Gelenken erhalten Sie, wenn Sie den Links folgen. Wir wollen uns in diesem Artikel auf die allgemeinen Aspekte der Arthrose konzentrieren. Die speziellen Formen werden nur kurz erwähnt. Wenn Sie spezifische Informationen suchen, können Sie den Links zu den Spezialthemen folgen.
  • Wirbelsäulenarthrose (Facettengelenke)
    Die Facettengelenke, die jeweils die Dornfortsätze der Wirbelkörper gelenkig miteinander verbinden, können verschleißen.
  • Spinale Stenose
    Die Bandscheiben der Wirbelsäule können degenerieren und die Beweglichkeit der Wirbelkörper gegeneinander erhöhen. Die Wirbelsäule reagiert darauf mit Knochenneubildung (Spondylophyten) die die Überbeweglichkeit der Wirbelsäule durch knöcherne Versteifung wieder aufhebt.
  • Schulterarthrose (Omarthrose):
    Die Schulterarthrose tritt relativ selten auf. Die Patienten mit Arthrose in der Schulter sind auch meistens schon älter als Patienten mit Arthrose der unteren Extremitäten.
  • Hüftarthrose (Coxarthrose):
    Arthrose des Hüftgelenks
  • Fingerarthrose (Heberdenarthrose):
    Arthrose der Fingergelenke und des Daumensattelgelenks
  • Kniearthrose (Gonarthrose):
    Kniearthrose ist die Arthrose des Kniegelenks. Die Kniearthrose kann im ganzen Gelenk auftreten, oder lediglich in einer Kammer des Kniegelenks: Mediale Arthrose im Knie ist innen im Knie, laterale Arthrose im Knie ist außen, retropatellare Arthrose im Knie ist hinter der Kniescheibe.
  • Arthrose im Sprunggelenk:
    Die Arthrose im Sprunggelenk tritt bereits bei relativ jungen Patienten auf, häufig als Folge von Sportunfällen.
  • Arthrose des Großzehengrundgelenks (Hallux rigidus):
    Meist als Folge eines Spreizfußes mit Hallux valgus kann sich die Großzehengrundgelenksarthrose entwickeln.

Behandlungsstrategien zum Gelenkerhalt trotz Arthrose

Gelenkerhalt durch...

  • Physiotherapeutische Verbesserung der Führung im Gelenk.
  • Knorpeltransplantation nach Knorpelzüchtung.
  • Bandrekonstruktion zur Stabilisierung von Gelenken
  • Korrektur von Fehlstellungen der Gelenke durch Schuheinlagen
  • Korrektur von Fehlstellungen im Knie oder Hüftgelenk durch Osteotomie (Knochenumstellung)
  • Knochentransplantation zur Stabilisierung des Knorpelgewebes
  • Regeneration des Knochengewebes bei Osteonekrose durch Stoßwellentherapie
  • Operative Revitalisierung des Knochengewebes bei Osteonekrose etwa durch retrograde Anbohrung

Im Allgemeinen steht die Therapie der Arthrose in der Medizin unter dem Gesichtspunkt der Symptom-Behandlung: Das Fortschreiten des Gelenkverschleißes wird als unaufhaltsam und schicksalshaft gesehen. Die Rolle des Arztes wird im allgemeinen drauf beschränkt, die schicksalshafte Erkrankung schmerzlindernd und entzündungshemmend zu begleiten.

Die moderne Arthrosetherapie kann aber viel mehr als nur Symptome behandeln. In vielen Fällen wird die Ursache der Arthrose recht gut verstanden. Sehr häufig sind nicht Alter und Verschleiß durch Überlastung die Auslöser, sondern spezifische Fehlstellungen des Gelenks oder eine Fehlfunktion der Bänder, die das Gelenk umgeben und führen sollen. Ist eine klare Ursache der Arthrose erkennbar, spricht der Orthopäde von der sekundären Arthrose. Diese sekundäre Arthrose kann in vielen Fällen durch gelenksspezifische Therapien oder operative Eingriffe behoben werden.

Verbreitung (Epidemologie)

In der Rotterdamstudie, die im Jahr 1997 durchgeführt wurde, wurden 1040 Patienten im Alter von 55 bis 65 Jahren untersucht. Nur 135 Personen (also 12%) waren frei von jeder Form der im Röntgen nachweisbaren Gelenkverschleisses. In dieser Reihenuntersuchung wurde Arthrose an den Händen, Wirbelsäule, Hüfte und Knie berücksichtigt.

Durch die allgemeine Alterung der Gesellschaft wird der Anteil an Patienten, die mit schwerem Gelenkverschleiß leben, auch in Zukunft weiter ansteigen.

Gelenkverschleiß ist eine der häufigsten Ursachen für chronische Schmerzen und Bewegungsstörungen. In den meisten Fällen tritt die Arthrose in Knie oder Hüfte auf. Aber auch Hände, Schultern, Wirbelsäule und Sprunggelenke sind betroffen.

Die mit Röntgen feststellbare Arthroserate im Kniegelenk liegt bei den bis zu 35-jährigen Frauen unter 4%. Bei den gleichaltrigen Männern liegt sie mit 5,6 % etwas höher.

Bei den 55-64 jährigen Frauen steigt die Rate an Kniearthrose auf über 40% an. Bei Männern zwischen 55-64 Jahren liegt die Arthroserate bei 28,2% aller untersuchten Personen. Im höheren Lebensalter ist die Arthroserate bei Frauen in allen Altersgruppen deutlich höher als bei Männern. (Lawrence et al, 1966) Bemerkenswert ist aber, dass nur ein Teil der Patienten, bei denen Arthrose radiologisch (mit Röntgen) feststellbar war, auch unter den Symptomen leiden. Bei vielen Betroffenen verläuft die Arthrose still und symptomfrei.

Arthrose im Knie Arthrose-Knie von vorne gesehen: Patella, Innen- und Außenmeniskus und das vordere Kreuzband. © Viewmedica

Vor dem 45. Lebensjahr sind Männer also weit häufiger von der Arthrose betroffen, als Frauen.

Über 55 ändert sich das: Dann sind Frauen häufiger von Arthrose betroffen.

Am häufigsten betroffen sind die im Alltag und bei der Arbeit häufig stark belasteten Hüft- und Kniegelenke. Ist das Hüftgelenk betroffen, bezeichnet man dies medizinisch als Coxarthrose/ Hüftarthrose - die Arthrose des Kniegelenks bezeichnet man medizinisch alsGonarthrose / Kniearthrose.

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