Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniescheibenarthrose (Patellofemorale Kniearthrose) und Knieteilprothese des Patella-Gleitlagers

Was ist patellofemorale Arthrose?

Patellafraktur, KniescheibenbruchDie Patella ist der dritte Gelenkpartner zwischen Oberschenkel und Unterschenkel. Die Patella bewegt sich in einer Gleitrinne die am unteren ende des Oberschenkels zwischen den beiden Oberschenkelrollen (Femurkondylen) liegt. © Istockphoto.com / MedicalArtInc

Die Arthrose des Patellofemoralgelenks wird verursacht durch degenerative Änderungen hinter der Kniescheibe (Patella). Vor allem beim Treppenabwärtsgehen oder beim Bergabwärtsgehen machen sich Arthroseschmerzen auf Grund einer retropatellaren Arthrose bemerkbar.

Die Kniescheibe ist neben Oberschenkel (Femur) und Unterschenkel (Tibia) der dritte Gelenkpartner des komplexen Kniegelenks. Die Patella ist sehr wichtig für die Funktion des Kniegelenks. Vor allem Menschen die schwere Lasten tragen oder beruflich häufig kniend arbeiten müssen (Bodenleger, Pflasterer), wird die retropatellare Arthrose durch Druck auf die Kniescheibe wahrscheinlicher. Auch eine mangelnde Passung von Kniescheibe und der Gleitrinne der Kniescheibe am Oberschenkel (Patelladysplasie) kann ursächlich sein für die Arthroseentstehung. Häufig sind auch Läufer von dem Knorpelverschleiß hinter der Kniescheibe betroffen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Bei der Arthrose wird der Gelenkknorpel zwischen der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen durch Druck und Entzündungen immer stärker abgetragen (Knorpelverschleiß).

Die Patella ist wichtig für die Streckbewegung (Extension) des Kniegelenks beim normalen Gehen und Stehen. Bei jeder Bewegung bewegt sich die Kniescheibe in der Gleitrinne am Kniegelenk hin und her. Auch nach Operation einer Knieprothese sind wir auf die normale Funktion der Patella angewiesen. Dabei ist die Patella frei an vertikal und horizontal verlaufenden Bändern aufgehängt. Die Patella bewegt sich in dem patellaren Gleitlager des Oberschenkelknochens (Trochlea).

Röntgenbild einer patellofemoralen Arthrose: Bei dieser sog. Defilee´- Aufnahme liegt der Patient mit angewinkelten Beinen auf dem Rücken.  Über den Oberschenkelknochen zeichnen sich die Kniescheiben beider Kniegelenke ab. Die Aufnahme zeigt bei beiden femoropatellaren Gelenken des Patienten den Zustand des Gelenkspaltes. Links sehen wir einen ziemlich normalen Gelenkspalt. Patella und Trochlea (patellofemorales Gleitlager) haben durchweg einen Abstand von mehr als 3 mm. Rechts sehen wir ein patellofemorales Gelenk mit Arthrose. Patella und Femur berühren sich. Die Knorpelschicht zwischen den beiden Gelenkpartnern ist komplett abgetragen. © Gelenk-Klinik.de Röntgenbild einer patellofemoralen Arthrose: Bei dieser sog. Defilee´- Aufnahme liegt der Patient mit angezogenen Beinen auf dem Rücken. Die Aufnahme zeigt bei beiden femoropatellaren Gelenken des Patienten den Zustand des Gelenkspaltes. Links sehen wir einen ziemlich normalen Gelenkspalt. Patella und Trochlea (patellofemorales Gleitlager) haben durchweg einen Abstand von mehr als 3 mm. Rechts sehen wir ein patellofemorales Gelenk mit Arthrose. Patella und Femur berühren sich. Die Knorpelschicht zwischen den beiden Gelenkpartnern ist komplett abgetragen. © Gelenk-Klinik.de Kniegelenk: patellofemorale Arthrose Anatomisches Bild des gesunden Knies mit Kniescheibe (Patella), Seitenbänder, Kreuzbänder und Meniskus. Die Arthrose des patellofemoralen Gelenkes betrifft den Bereich zwischen den beiden großen Oberschenkelrollen (Femurkondylen): Die sog. femoropatellare Gleitrinne (Trochlea). Kniescheibe und Trochlea sind bei jedem Menschen individuell geformt. Bei manchen Patienten führt die Form zu einer Instabilität des Femoropatellargelenks. Die Kniescheibe liegt dann zu hoch (Patella alta), oder sie springt dann leicht aus dem Gelenk heraus. All diese Faktoren könne zu einer retropatellaren Arthrose führen. © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Der Beginn der degenerativen Veränderung des patellofemoralen Gelenks wird immer durch eine Knorpelerweichung in diesem Gleitlager gekennzeichnet: Man spricht von der Chondromalacia (Knorpelerkrankung) unter der Patella. Diese Knorpelerweichung entwickelt sich unbehandelt zur patellofemoralen Arthrose. Das ist die Arthrose unter der Kniescheibe.

Die Arthrose des Patellofemoralgelenks tritt häufig gemeinsam mit einer Kniearthrose des Tibiofemoralgelenks (Gelenk zwischen Ober- und Unterschenkel) auf. Meistens ist dann das laterale (äußere) Kompartiment des Kniegelenks ebenfalls von Arthrose betroffen. Die Arthrose hinter der Patella ist also häufiger mit einer Valgusarthrose (X-Bein-Arthrose) des äußeren tibiofemoralen Anteils des Kniegelenks verbunden.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Arthrose hinter der Patella isoliert auftritt, ohne begleitende Kniearthrose der großen Kompartimente. Es betrifft etwa 5-10% aller Patienten. In diesen Fällen ist die Behandlung der Patellofemoralarthrose besonders wichtig, weil ein Übergreifen der Arthrose auf das gesamte Kniegelenk verhindert werden kann.

Ursachen der patellofemoralen Arthrose?

Ursachen der Patellofemoralen Arthrose
  • Patelladysplasie und Trochleadysplasie (47%)
  • Traumata: Patellafraktur, Osteochondrale Läsion (8%)
  • Idiopathisch: Übergewicht, Überlastung (41%)
  • Bandlaxizität, Muskuläre Dysbalancen, (4%)

Eine häufige Ursache der patellofemoralen Arthrose ist die Instabilität der Patella. Diese Instabilität wird ausgelöst durch zu geringe Spannung (Laxheit) der Bänder, an denen die Patella aufgehängt und geführt ist. Dazu kommen auch Störungen der eigentlichen Patellafunktion und Patellform. Die Patelladeformation führt zu einer verminderten Passung der Kniescheibe in ihr Gleitlager. Diese Störungen können zu vermehrten Patellainstabilitäten und auch zu Patellaluxationen (Verrenkung der Kniescheibe) führen.

Retropatellare Arthrose oder patellofemorale ArthroseAnblick des Kniegelenks mit Arthrose von vorne und innen. Sichtbar ist die Kniescheibe mit deutlichen Knorpelabrieb im Femoropatellargelenk. Charakteristisch für die fortgeschrittene Arthrose ist die Bildung von Knochenanbauten (Osteophyten) im Kniegelenk. © Viewmedica

Auch allgemeine Faktoren wie Übergewicht belasten das patellofemorale Gelenk, vor allem in höherem Alter.

Bei jüngeren Patienten beruht die patellofemorale Arthrose meist auf den oben genannten Instabilitäten: Deformation der Kniescheibe oder des patellofemoralen Gleitlagers, Überlastung, Patelladeformation. Auch Traumata (Unfälle) sind häufig Ursache.

Auch die Rekonstruktion eines vorderen Kreuzbandes nach Ruptur durch Verwendung eines Teils der Patellasehne könnte zu einer patellofemoralen Arthrose beitragen.

Die isolierte patellofemorale Arthrose ohne Arthrose in anderen Kompartimenten des Kniegelenks sehen wir häufiger in Verbindung mit einem O-Bein (Valgus Fehlstellung).

Symptome der patellofemoralen Arthrose

Symptome der Kniescheiben-Arthrose
  • Vorderer Knieschmerz.
  • Schmerzen beim Treppen-aufwärtsgehen.
  • Morgendliche Steifigkeit und Anlaufschmerzen.
  • Schwellung und Überwärmung.
  • Schmerzen in Hockstellung.
  • Reibendes Gelenkgeräusch.

Patienten mit patellofemoraler Arthrose haben meist einen sog. “vorderen Knieschmerz”. Diese Schmerzen sind vor allem in Belastungssituationen der Patella spürbar: Beim Treppen herab steigen oder Aufstehen aus der Sitzposition, Schmerzen beim Knien oder in der Hockstellung. Häufig hören die Patienten auch ein deutliches Knirschen (“Kaffemühle”) des Gelenks hinter der Kniescheibe. Manche Patienten spüren auch eine Einsteifung des Kniegelenks. Manchmal scheint das Knie ganz blockiert: Vor allem, wenn im Gelenk zwischen Patella und Oberschenkelknochen schon Knochen auf Knochen reiben. Bei einer entzündlich aktivierten Arthrose der Patella ist der Bereich um das patellofemorale Gelenk auch fühlbar überwärmt und geschwollen (Kniegelenkserguss).

Stadien der patellofemoralen Arthrose

  • Stadium 1: Leichte Arthrose mit noch mehr als 3 mm Knorpelschicht.
  • Stadium 2: Moderate Arthrose mit weniger als 3 mm Abstand zwischen Patella und Trochlea.
  • Stadium 3: Schwere Arthrose mit Kontakt zwischen den Patella und Femur.
  • Stadium 4: Sehr schwere Arthrose mit durchgehendem Knochenkontakt, Knorpel ist nicht mehr vorhanden.
Knieschmerzen sind ein Warnsignal: Sportverletzungen, Abnutzung, Fehlstellung oder Überlastung ist die Ursache.Knieschmerzen mit Schwellungen und Wassereinlagerungen müssen eingehend untersucht werden. Verletzungen an Sehnen und Bändern, aber auch Knorpelschäden könne die Ursache sein. Mit dem Ultraschall lassen sich vor allem die bewegliche Strukturen des Kniegelenks gut untersuchen. © Gelenk-Klinik / Prof. Dr. Sven Ostermeier

Wie untersuchen wir die patellofemorale Arthrose?

Anamnesefragen
  • Knieschmerz beidseitig?
  • Knie-Trauma in der Vergangenheit?
  • Gibt es eine Schwellung?
  • Gibt es Anlaufschmerzen und Morgensteifigkeit?
  • Blockiert das Knie?
  • Gibt das Kniegelenk beim Gehen nach?
  • Allgemeiner Kraftverlust im Kniegelenk?
  • Begrenzung der maximalen Gehstrecke durch Knieschmerzen?
  • Gibt es Beweglichkeits-Einschränkungen des Knies?

In dem Anamnesegespräch berichtet der Patient von Schmerzen und Symptomen. Hat der Patient in seinem bisherigen Leben bereits eine Historie mit wiederkehrendem vorderem Knieschmerz oder Kniescheibenverrenkungen? Das ist ein wichtiger Hinweis für diese Untersuchung.

Auch Ereignisse wie Unfälle mit Prellung der Kniescheibe oder besondere berufliche Belastungen, oder Patellasubluxation (Ausrenken der Kniescheibe) kommen zur Sprache. Zuerst erfolgt die klinische Untersuchung. Der Kniespezialist prüft Beweglichkeit und Stabilität des Kniegelenks. Der Gang des Patienten wird beobachtet. Dabei wird besonders auch die Beweglichkeit der Patella bei der Kniebeugung analysiert. Der Arzt sieht auch Schwellungen um das Kniegelenk. Er prüft eine mögliche Überwärmung wegen einer entzündlich aktivierten Arthrose in diesem Bereich.

Die Diagnostik des patellofemoralen Gelenks wird von den Symptomen geleitet. Bei Reihenuntersuchungen von Patienten ohne Beschwerden der Patella macht man ebenfalls bei vielen Patienten Beobachtungen wie Gelenkknirschen oder Überbeweglichkeit der Patella. Diese Patienten haben aber noch nie ein medizinisches Problem wegen Ihrer Kniescheibe verspürt, und sind daher auch nicht behandlungsbedürftig.

Röntgenaufnahme des patellofemoralen Gelenks

Die fehlende Kongruenz (Passform) der Patella zur patellaren Gleitrinne (Trochlea) ist eine der Ursachen für patellofemorale Arthrose (Kniescheibenarthrose). Durch Beobachtung des Bewegungsmusters der Patella bei Beugen und Strecken des Beines kann der Patellaspezialist die Ursache der Kniescheibenarthrose eingrenzen. Die fehlende Kongruenz (Passform) der Patella zur patellaren Gleitrinne (Trochlea) ist eine der Ursachen für patellofemorale Arthrose (Kniescheibenarthrose). Durch Beobachtung des Bewegungsmusters der Patella bei Beugen und Strecken des Beines kann der Patellaspezialist die Ursache der Kniescheibenarthrose eingrenzen. © Prof. Dr. Sven Ostermeier

Die Defilee-Aufnahme des Kniegelenks ist das wichtigste Mittel zur Diagnose des Gelenkspaltes im patellofemoralen Gelenk. Dabei liegt der Patient mit angewinkelten Beinen auf dem Röntgentisch. Der Abstand der Patella zur femoralen Gleitrinne kann so ideal dargestellt werden. Ebenso wichtig ist die seitliche Röntgenaufnahme des Kniegelenks. Wenn der Gelenkspalt immer schmaler wird, weist das darauf hin, dass der Knorpel durch eine Fehlstellung oder Entzündung abgetragen wird.

MRT-Aufnahme des patellofemoralen Gelenks

Wenn eine Deformation oder eine fehlende Passung der Patella zur femoralen Gleitrinne befürchtet wird, kann eine MRT-Aufnahme sinnvoll sein. Diese zeigt neben der Deformation auch die Beschaffenheit des Knorpelbelags.

Konservative Therapie der Kniescheibenarthrose

Die meisten Knorpelschäden hinter der Kniescheibe können konservativ behandelt werden. Gerade die bei jüngeren Patienten häufiger auftretenden Beschwerden wie z.B. das sogenannte "runners knee" sind meistens vorübergehend und können durch Belastungsanpassung und Physiotherapie gut therapiert erden. Wenn eine solche Schwachstelle aber einmal aufgetreten ist, sollten übermäßige Trainingsbelastungen aber künftig vermieden werden, weil sich der vordere Knieschmerz leicht wieder einstellen kann.

Physiotherapie und Lebensstilanpassung

Die Symptome einer patellofemoralen Arthrose können häufig durch Kräftigung des großen Oberschenkelmuskels gebessert werden. Auch Gewichtsreduktion ist in vielen Fällen eine unmittelbar wirksame Maßnahme, die die Symptome verbessert. Durch Verhaltensanpassungen, wie die Einschränkung bestimmter Bewegungen wie Treppensteigen oder in die Hocke gehen können Patellaschmerzen weiter vermieden werden. Durch Dehnungsübungen kann die laterale (seitliche Beweglichkeit) verbessert und damit auch der Lauf der Patella in der femoralen Gleitrinne optimiert werden.

Orthesen

Bei stärkeren Schmerzen kann auch eine Orthese die Patella entlasten und die Beweglichkeit vorübergehend einschränken und zum Rückgang der Schmerzen beitragen.

Schmerztherapie und Medikamente

Durch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika) kann die patellofemorale Arthrose kontrolliert werden.

Injektionen bei Patellofemoralprothese

In Fällen schwerer Entzündungen kann auch eine Cortisoninjektion kurzfristig Erleichterung schaffen. Als Dauermedikation ist Cortison aber nicht geeignet. Injektionen von Gelenkschmiere (sog. Hyaluronsäure) könne die Gleitfähigkeit des Kniegelenks erhöhen. Diese Viscosupplementation ist ebenfalls keine kausale Therapie der retropatellaren Arthrose. Die Hyaluronsäureinjektion kann aber nur erfolgversprechend durchgeführt werden, solange noch hinreichende Knorpeloberflächen vorhanden sind und der Patient davon jeweils wieder einige Monate profitiert.

Grenze der konservativen Therapie

Wenn keine Knorpeloberfläche mehr vorhanden ist und die Knochen aufeinander reiben, kommt die konservative Therapie der patellofomoralen Kniearthrose aber an ihre Grenzen.

Operative gelenkerhaltende Therapie der patellofemoralen Arthrose

Weichteileingriffe

Weichteiloperationen bei vorderen Knieschmerzen
  • Release des lateralen patellaren Retinaculums
  • Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments
  • Operation des Vastus medialis obliqus

In frühen Stadien der patellofemoralen Arthrose können wir mit der Änderung der Zugstärke und Zugrichtung der verschiedenen Bänder, die die Patella führen, eine Verbesserung der Symptomatik erreichen. Je nach dem besonders betroffenen Bezirk hinter der Patella stehen unterschiedliche Eingriffstypen an den Sehnen zur Verfügung. Durch Verkürzung oder Verlängerung der Sehne kann die Lage der Patella in der femoralen Gleitrinnen angepasst werden.

Autologe Knorpeltransplantation

Bei der Knorpelzelltransplantation wird körpereigener Gelenkknorpel des Patienten in die Knorpelschäden hinter der Patella eingebracht. Solange die Knorpelschäden nur auf einer Gelenkfläche, und nicht auf beiden bestehen, ist dies Therapie noch möglich.

Bei kleinen Knorpelschäden besteht die Möglichkeit, den Knorpel hinter der Patella wieder nachwachsen zu lassen. In einer arthroskopischen Operation wird ein kleiner Teil (etwa die Menge eines Reiskornes) von Knorpel aus einem wenig belasteten Teil des retropatellaren Knorpel herausgelöst. Diese Knorpelmasse wird in einem Speziallabor vermehrt, bis eine große Menge Knorpelzellen entsteht. Nach 6-8 Wochen werden diese Zellen in einem weiteren arthroskopischen Vorgehen direkt auf die Schadstellen hinter der Patella aufgebracht. In c.a. 3 Monaten differenzieren sich die Knorpelzellen wieder zu festem, wasserbindendem und stabilem Knorpelgewebe aus. Diese autologe Knorpeltransplantation (Verpflanzung von körpereigenem Knorpelzellen des Patienten) kommt vor allem für jüngere Patienten in Frage. Durch die Regeneration der Knorpelschicht kann die Arthrose häufig noch abgewendet werden und gerade dem jüngeren Patienten unter 50 Jahren eine patellofemorale Prothese erspart werden.

Patellofemorale Knieteilprothese: Ein Metallimplantat am Oberschenkel zwischen den beiden Oberschenkelrollen kleidet die Patella-Gleitrinne (Trochlea) aus. Ein gleitfähiges Polyethylen-Implantat auf der Rückseite der Kniescheibe bildet die Gleitpaarung mit dem Titanimplantat. Wir ziehen die einwachsenden, knochensparenden HemiCAP-Implantate den zementierten Implantaten vor.  Patellofemorale Knieteilprothese: Ein Metallimplantat am Oberschenkel zwischen den beiden Oberschenkelrollen kleidet die Patella-Gleitrinne (Trochlea) aus. Ein gleitfähiges Polyethylen-Implantat auf der Rückseite der Kniescheibe bildet die Gleitpaarung mit dem Titanimplantat. Wir ziehen die einwachsenden, knochensparenden HemiCAP-Implantate den zementierten Implantaten vor. © 2med

Patellofemorale Knieteilprothese

Voraussetzungen der Prothese
  • Isolierte Arthrose des patellofemoralen Gelenks.
  • Konservative Therapie hat nicht geholfen.
  • Operative Therapie wie Sehneneingriffe hat nicht gehoilfen.
  • Fortwährende Schmerzen und Einschränkungen im Alltag.
  • Menisken sind intakt
  • Kreuzbänder sind intakt
  • Gelenkstabilität und Bewegungsradius sind ok.

Durch neue Prothesendesigns und ein wesentlich verbessertes Verständnis von den Bewegungs- und Kraftverhältnissen, denen das patellofemorale Gelenk unterliegt, konnten diese Ergebnisse aber deutlich verbessert werden.

Die Ergebnisse der patellofemoralen Knieteilprothese hängen vollständig von einer guten Untersuchung und Indikationstellung und einer sehr präzisen Platzierung der Komponenten durch den behandelndenKniespezialisten ab. Erfahrung ist hier also der Schlüssel zum Behandlungserfolg, noch mehr als in anderen Bereichen der Endoprothetik. ab.

Das Körpergewicht des Patienten hat dabei ebenfalls einen deutlichen Einfluß auf die Haltbarkeit: Je schwerer der Patient, um so kürzer ist die Überlebensdauer der retropatellaren Prothese.

Wann wird die patellofemorale Knieprothese operiert?

Wenn der Knorpel unter der Patella weitgehend oder vollständig abgenutzt ist, besteht keine Aussicht mehr auf eine gelenkerhaltende Therapie der patellofemoralen Arthrose. Wenn der Rest des Kniegelenks - also das innere und äußere tibiofemorale Gelenk zwischen Oberschenkel und Unterschenkel noch intakt sind - bietet die Teilprothetik der Kniescheibe ein gelenkerhaltendes Vorgehen an.

Vorteile der patellofemoralen Knieteilprothese

Wenn dieses Implantat rechtzeitig eingesetzt wird, kann ein Übergreifen der Arthrose auf die großen Kompartimente des Kniegelenks verhindert werden. Das Kniegelenk kann also in seiner Gesamtheit als natürliches erhalten werden: Nur der schadhafte Bereich wird ersetzt. Rechtzeitig angewendet, wird durch die Teilprothese des Kniegelenks die Implantation einer Knie-Vollprothese wird durch eine Teilprothese häufig um Jahrzehnte hinausgeschoben. Dann kann eine Teilprothese des Patellofemoralgelenks wieder für schmerzfreie Belastbarkeit beim Sport und im Alltag sorgen.

Wann kann die Patellofemorale Prothese nicht mehr eingesetzt werden?

Kontraindikationen
  • Rheumatische Entzündungen
  • Starke Osteoprose
  • Bakterielle Infektionen
  • Instabilität der Weichteile und Sehnen

Ist die Kniearthrose auch in den anderen Kompartimenten des Kniegelenks weit fortgeschritten, ist die isolierte Operation der Patellaprothese nicht mehr sinnvoll.

Als Voraussetzung für eine haltbare patellofemorale Prothese muss das Kniegelenk frei sein von nicht korrigierten Instabilitäten oder fehlender Passform. Auch die Längsachse des Kniegelenks sollte ausgerichtet sein. Starke X- oder O-Beine sind nicht günstig. Hier ist dann evtl. eine begleitende Tibia-Osteotomie zur Begradigung der Beinachse erforderlich.

Zur genauen Klärung dieser Voraussetzungen sollten Sie sich für die patellofemorale Knieteilprothese in die Hände eines ausgewiesenen und erfahrenen Kniespezialisten begeben.

Das Patellofemoral-Gelenk muss auch bei einer Knie-TEP funktionieren Aber auch bei der Implantation einer Knievollprothese, muß eine Teilprothese des Patellargelenks eingesetzt werden, weil dieses Gelenk auch bei einer Knie-TEP essentiell ist für die gute Funktion einer Knieendoprothese.

HemiCAP® retropatellare Oberflächenersatz-Prothese

Trochleaprothese: Metallanteil zum Gelenkersatz des patellofemoralen Gelenks. Die Oberfläche der HemiCAP-Prothese bildet die femorepatellare Gleitrinne genau nach. Trochleaprothese: Metallanteil zum Gelenkersatz des patellofemoralen Gelenks. Die Oberfläche der HemiCAP-Prothese bildet die femorepatellare Gleitrinne genau nach. © 2med

In den letzten Jahren hat sich zunehmend die Hemicap-Prothese der Trochlea (Gleitrinne der Patella) durchgesetzt. Die HemiCAP®-Prothese muss nicht zementiert werden. Sie wird über eine Schraube stabil im Oberschenkelknochen verankert. Die Rückseite der Hemicap-Prothese besteht aus einer knochenfreundlichen, rauen Beschichtung. Der Knochen der Trochlea (patellofemorale Gleitrinne) wächst dann über die gesamte Fläche in die Prothesenrückseite ein. Eine stabile Verbindung zwischen der Prothesenfläche und dem Knochen ist die Folge, die auch sportlichen Belastungen standhält.

Femoropatellare Prothese Seitliches Röntgenbild dach der Implantation einer patellolofemoralen Prothese.

Diese in den Knochen einwachsende Befestigung sorgt für eine dauerhafte Stabilität des Implantates, auch ohne die sonst bei Prothesen übliche Zementbefestigung. Aus diesem Grunde muss bei der HemiCAP®-Prothese - anders als bei zementierten Knieteilprothesen des Patellofemoralgelenks - auch keine Knochensubstanz aus dem patellofemoralen Gelenk abgetragen werden. Die femurseitige Metallkomponente gibt es in verschiendenen Ausführungen, um möglichst jeder Form der Trochlea (femoropatellare Gleitrinne) gerecht zu werden.

Auf Seiten der Patella muss nicht notwendig eine PET-Gleitfläche eingesetzt werden: Ist die Knorpelfläche noch intakt, kann sie als Gleitpartner der Prothese dienen und bleibt erhalten.

Ist auch inter der Patella ein starker Knorpelschaden vorhanden, ist auch eine Gleitpaarung mit einem PET-Implantat möglich. Patellaseitig wird ein gleitfähiges Plastikinlay aus haltbarem, hochvernetztem Polyethylen (PET) als Gelenkpartner angebracht.

Der lokale Arthroseprozess kann mit Hilfe des HemiCAP®Implantates gestoppt werden, ohne dass , wie bei zementierender Befestigung notwendig, ein Teil der Knochensubstanz des femoropatellaren Gelenks abgetragen werden muss.

Das Implantat kann minimalinvasiv, also mit einem kleinen Eingriff, operiert werden. Die Patienten sind bei dieser Methode häufig schon am Tag der Operation wieder mobil und auf den Beinen.

Operation der zementierten patellofemoralen Knieteilprothese

Bei der Operation dieser Knieteilprothese wird zunächst die Gelenkfläche vom restlichen Knorpel befreit. Die Knochenoberfläche wird dann geglättet. Für die Befestigung der Gleitflächen muss sorgfältig etwas von der Knochenoberfläche abgetragen werden. Bei der patellofemoralen Prothese wird die Rückseite der Kniescheibe mit einem genau passend zur Gleitrinne gewölbten Polyethyleninlay überzogen. Die Gleitrinne am Femur (Oberschenkel) wird mit Metall in genauer Passform überzogen. Die Komponenten der patellofemoralen Prothese werden stabil durch Knochenzement fixiert.

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