Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
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Morbus Bechterew: Symptome, Ursachen, Therapie

  1. Was ist Morbus Bechterew?
  2. Welche Symptome hat man bei Morbus Bechterew?
  3. Ursachen: Wie entsteht Morbus Bechterew?
  4. Diagnose: Wie stellt der Arzt Morbus Bechterew fest?
  5. Therapie bei Morbus Bechterew
  6. Prognose: Ein Leben mit Morbus Bechterew
  7. Häufige Patientenfragen zum Thema Morbus Bechterew an PD Dr. David Kubosch von der Gelenk-Klinik
Grafik: Mann mit Schmerzen im unteren Rücken bei Morbus Bechterew Typische Beschwerden bei Morbus Bechterew sind Schmerzen im unteren Rücken und im Gesäßbereich. Die Wirbelsäule, die Facettengelenke und die Iliosakralgelenke entzünden sich aufgrund einer Autoimmunreaktion des Körpers und können langfristig verknöchern. Die knöchernen Verbindungen schränken die Beweglichkeit der Wirbelsäule ein. ©peterschreiber.media, Adobe Stock

Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) zählt zu den chronisch-entzündlichen Erkrankungen und beginnt schleichend mit unspezifischen Rückenschmerzen im Lendenwirbel- und Gesäßbereich. Die Entzündungen im Achsskelett können sich im fortgeschrittenen Stadium zu einer verknöcherten Wirbelsäule entwickeln, deren einzelne Gelenke miteinander zur sogenannten “Bambuswirbelsäule” verwachsen sind.

Die versteifte Wirbelsäule und die damit verbundene Bewegungsunfähigkeit schränkt Patienten mit Morbus Bechterew in ihrem beruflichen und privaten Leben enorm ein. Morbus Bechterew als rheumatische Autoimmunerkrankung ist bis heute nicht heilbar, allerdings beeinflusst eine frühzeitige Behandlung und konsequente Physiotherapie den Verlauf in vielen Fällen sehr positiv.

Unterhält man sich mit an Morbus Bechterew erkrankten Patienten, berichten diese häufig von unzähligen Arztbesuchen und Therapien in ihrer Krankengeschichte. Der variable Verlauf und die uneinheitlichen Beschwerden dieser Erkrankung erschweren die Diagnosestellung bei Morbus Bechterew und erfordern die spezialisierten Kenntnisse eines Wirbelsäulenexperten.

Was ist Morbus Bechterew?

Synonyme für Morbus Bechterew:

  • Bechterewsche Krankheit
  • Spondyloarthritis vom Typ Morbus Bechterew
  • röntgenologische axiale Spondyloarthritis
  • ankylosierende (“versteifende”) Spondylitis
  • Spondylitis ankylosans
  • Spondylitis ankylopoetica
  • Morbus Pierre-Marie-Strümpell-Bechterew
  • rheumatoide Spondylitis

Benannt ist Morbus Bechterew nach dem russischen Neurologen und Psychiater Wladimir Bechterew (1857–1927). Er beschrieb die Erkrankung zwar nicht als erster, verfasste aber eine viel geachtete Beschreibung in deutscher und russischer Sprache. Die Bechterewsche Krankheit zählt zu den rheumatischen Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem eigenes Körpergewebe angreift. Es kommt vorwiegend in Knochen und Gelenken zu Entzündungen. Die Krankheit kann auch andere Organe wie Augen und Haut befallen. Einige Patienten leiden zusätzlich unter Gelenkentzündungen an Ellenbogen, Knie, Hand oder Fuß, die einer Arthritis ähneln.

Insbesondere die Wirbelsäule und die Kreuzbein-Darmbein-Gelenke (Iliosakralgelenke) im Beckenbereich sind bei Morbus Bechterew entzündlich verändert. Oft tritt Morbus Bechterew in Schüben auf. Das bedeutet, dass Phasen mit starken Schmerzen und Beschwerden abwechseln mit Zeiträumen, in denen es den Patienten besser geht. Mit dem Auftreten eines Schubes ist meist ein Voranschreiten der Krankheit verbunden.

Darstellung der bei Morbus Bechterew entzündeten Kreuzbein-Darmbein-Gelenke (Iliosakralgelenke) Die Iliosakralgelenke werden von den beiden angrenzenden Knochen, dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium) gebildet. Es handelt sich um Gelenke mit sehr wenig Bewegungsspielraum. Die deutsche Bezeichnung lautet Kreuzbein-Darmbein-Gelenke. Sie weisen bereits in der Frühphase des Morbus Bechterew schmerzhafte Entzündungen auf. ©bilderzwerg, Adobe Stock

Die ankylosierende Spondylitis ist entgegen vieler Erwartungen nicht eine Erkrankung der Älteren, sondern manifestiert sich in der Regel zwischen dem 2. bis 3. Lebensjahrzehnt. In Deutschland sind zwischen 350.000 und 500.000 Menschen an Morbus Bechterew erkrankt, also etwa 0,4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Morbus Bechterew kann jeden treffen und betrifft Männer etwa doppelt so häufig wie Frauen. Zudem prägt sich die Erkrankung bei Frauen oft anders aus und verläuft langsamer, was mit besonderen Anforderungen an den Diagnose stellenden Arzt verbunden ist.

Häufigkeit von Morbus Bechterew bei Männern und Frauen

Morbus Bechterew galt lange Zeit als Männerkrankheit. Heute weiß man, dass das Krankheitsbild der axialen Spondyloarthritis differenzierter betrachtet werden muss.

Wie sich Morbus Bechterew und seine entzündlichen Vorstufen bei den Betroffenen manifestieren, hängt neueren Studien zufolge stark vom Geschlecht ab: Bei Frauen überwiegt der entzündliche Charakter der Krankheit. Häufig sind die peripheren Gelenke stärker betroffen als die Wirbelsäule und die Diagnose rheumatoide Arthritis liegt nahe. Zusätzlich wurde beobachtet, dass bei Frauen häufiger und früher die Sehnenansätze entzündliche Veränderungen zeigen, was einer Fibromyalgie ähnelt, auch bekannt als Weichteilrheuma.

Die typischen und sozusagen “beweisenden” röntgenologischen Zeichen für Morbus Bechterew und die versteifte Wirbelsäule treten bei Frauen später und seltener auf. Daher treffen bei Frauen die gültigen Diagnosekriterien oft erst ab einem späteren Zeitpunkt zu.

Patientenbefragungen zufolge leiden Frauen unter ähnlich starken Schmerzen wie Männer. Der Erschöpfungsgrad und die Einschränkungen in der Beweglichkeit nehmen Frauen sogar deutlicher wahr.

Welche Symptome hat man bei Morbus Bechterew?

Hauptsymptome von Morbus Bechterew:

  • nächtliche tiefsitzende Rückenschmerzen
  • Morgensteifigkeit nach dem Aufstehen für etwa 30 Minuten
  • Rückenschmerzen im Lendenwirbel- und Gesäßbereich, die in die hinteren Oberschenkel ausstrahlen können
  • nachlassende Schmerzen bei Bewegung
  • Schmerzen bei Erschütterungen wie beim Husten und Niesen

Häufige Begleiterkrankungen bei Morbus Bechterew:

  • unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust
  • einseitige Entzündungen in Hüft-, Knie-, Finger- oder Sprunggelenken
  • Entzündungen der Sehnenansätze (Enthesiopathien), z. B. von Achillessehne oder Plantarsehne
  • Sehnenreizungen wie beim Tennisellenbogen oder Golferarm
  • Augenentzündungen (Uveitis) bei etwa jedem 4. Betroffenen
  • vermehrt Wirbelkörperfrakturen aufgrund verminderter Knochendichte
  • entzündliche Darmerkrankungen bei etwa jedem 10. Betroffenen
  • selten entzündliche Reaktionen an Niere und Herz

Morbus Bechterew beginnt mit uneindeutigen Beschwerden, die sowohl von den Betroffenen wie auch von Ärzten mit Muskelverspannungen oder einem Bandscheibenvorfall verwechselt werden können. Die Rückenschmerzen bei Morbus Bechterew bezeichnet man als unspezifische Rückenschmerzen, da ihnen kein auslösendes Ereignis wie ein Unfall oder das Heben einer schweren Last vorangeht.

Schmerzen in der Lendenwirbelsäule

Vor allem in der zweiten Nachthälfte und am Morgen verspüren die Patienten einen tief in der Lendenwirbelsäule sitzenden Schmerz, der über das Gesäß bis in die Hinterseite der Oberschenkel ziehen kann. Durch Bewegung, Dehnübungen und leichte Gymnastik verschwinden die Rückenschmerzen und die morgendliche Steifigkeit vorübergehend wieder. Die Störung der Nachtruhe hat bei vielen Betroffenen zur Folge, dass sie unkonzentriert, müde und erschöpft in den Tag starten.

Halten die Schmerzen über mehrere Wochen an, kann es bereits zu diesem Zeitpunkt ratsam sein, einen Spezialisten für Wirbelsäulenerkrankungen zu konsultieren. Er kann die chronische Bechterew-Krankheit beispielsweise von einer akuten Ischiasreizung sicher abgrenzen.

Entzündungen an den Gelenken und Sehnenansätzen

Weitere häufige Begleiterkrankungen des Morbus Bechterew sind Entzündungen an anderen Gelenken wie Hüfte, Knie, Schultern oder dem Sprunggelenk. Gleichzeitig leiden die Patienten an schmerzhaften Veränderungen der Sehnen und Sehnenansätze, beispielsweise an Ferse (Achillessehne) oder Fußsohle (Plantarsehne). Die Muskelansätze von Unterarm und Hand können ähnlich wie beim Golferarm oder Tennisellenbogen schmerzen und in ihrer Beweglichkeit und Kraft eingeschränkt sein.

Verminderte Knochendichte

Besonders bei Patienten mit aktiv fortschreitender Bechterew-Erkrankung beobachteten Mediziner eine verminderte Knochendichte und damit verbunden eine erhöhte Zahl von Wirbelbrüchen. Zum Teil scheint die verringerte Knochendichte mit den vielfältigen Entzündungen im Achsenskelett zusammenzuhängen.

Augenentzündungen

Bei vielen Morbus-Bechterew-Patienten lassen sich immer wiederkehrende (rezidivierende) Augenentzündungen beobachten, die die Gefahr bleibender Augenschäden mit sich bringen.

Schäden an lebenswichtigen Organen

In seltenen Fällen sind lebenswichtige Organe wie Herz und Nieren von Entzündungen betroffen. Langfristig drohen Herzrhythmusstörungen, Schäden an Herzklappen und Aorta sowie eine Niereninsuffizienz. Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die mit heftigen Krämpfen, Durchfällen und Erbrechen verbunden sind, werden von Experten mit der Autoimmunerkrankung Morbus Bechterew in Verbindung gebracht.

Gefürchtete Spätfolge: Entstehung eines Buckels

Eine gefürchtete Spätfolge der Entzündungen der Gelenkflächen im Bereich der Wirbelsäule ist die Entwicklung eines Buckels: Während bei Morbus Bechterew die Lendenwirbelsäule ihre Krümmung mit den Jahren einbüßt, prägt sich die Kyphose der Brustwirbelsäule immer stärker aus. Als Folge der Entzündungen versteift die Wirbelsäule immer mehr, da nebeneinander liegende Wirbel über neu gebildete Knochenbrücken starr miteinander verbunden sind.

In Extremfällen kann es sogar zu einem eingeschränkten Blickfeld aufgrund der krankhaften Rückenkrümmung kommen. In diesen Fällen ist ein operativer Eingriff zur teilweisen Begradigung der Wirbelsäule unumgänglich.

Da oft auch die Gelenke zwischen Wirbeln und Rippen von einer Versteifung betroffen sind, können Luftholen und Atmen für die Patienten zur Qual werden.

normale Anatomie der Wirbelsäule Bei einer normalen Anatomie beschreibt die Lendenwirbelsäule eine leichte Krümmung. © Gelenk-Klinik Versteifte Wirbelsäule bei Spondylitis ankylosans: Die Lendenwirbelsäule hat ihre Krümmung verloren. Bei der ankylosierenden Spondylitis entwickeln sich die Entzündungsherde im Skelett zu Verknöcherungen. Die so entstehenden Knochenspangen überspannen mehrere Wirbel und führen zur Versteifung der Wirbelsäule. Die Patienten nehmen zunehmend eine vorgebeugte Haltung ein. © Gelenk-Klinik

Stadien des Morbus Bechterew

Der Arzt unterscheidet anhand der bestehenden Symptome und deren Ausprägung, wie weit fortgeschritten die ankylosierende Spondylitis beim Patienten ist. Allgemein wird der Verlauf der Erkrankung in drei Stadien eingeteilt:

Frühstadium (Dauer: mehrere Wochen bis ca. 3 Jahre):

Symptome im Frühstadium:

  • tief sitzende Rückenschmerzen im Gesäß- oder Lendenwirbelbereich, die bis in die Oberschenkel ausstrahlen können
  • die Schmerzen machen sich vorwiegend in der 2. Nachthälfte und am Morgen bemerkbar
  • Morgensteifigkeit nach dem Aufstehen, die sich durch Bewegung bessert
  • zusätzlich fühlen sich die meisten Betroffenen müde, ausgelaugt und wenig leistungsfähig
  • positive Mennell-Zeichen, d. h. Druckschmerz an Rippen, Wirbelsäule, Hüfte oder Kreuzbein

Die Erkrankung wird in diesem Stadium auch als nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis bezeichnet und umfasst diejenige Patientengruppe, bei der (noch) keine Veränderungen im Iliosakralgelenk im Röntgenbild sichtbar sind. In einer MRT (Magnetresonanztomografie) erkennt der Experte dagegen deutlich die Gelenkentzündungen und bewertet sie als Vorstufe zu Morbus Bechterew.

Demgegenüber steht die Gruppe der Patienten mit einer röntgenologischen axialen Spondyloarthritis, die sich bereits im Manifestationsstadium des Morbus Bechterew befinden. Beide Bezeichnungen beschreiben das gleiche Krankheitsbild und unterscheiden sich nur bezüglich des Ausmaßes der Verknöcherungen und der bisherigen Krankheitsdauer.

Manifestationsstadium (Dauer: 10 bis 20 Jahre):

  • Die Patienten fühlen sich krank und in ihrer Mobilität eingeschränkt.
  • Bewegungen sind zunehmend nur noch unter Schmerzen möglich.
  • Röntgenaufnahmen zeigen in diesem Stadium Knochenveränderungen, in 99 von 100 Fällen an den Kreuzbein-Darmbein-Gelenken.
  • Häufig nehmen Patienten zu diesem Zeitpunkt eine schubartige Verschlechterung ihrer Erkrankung wahr.

Definitionsgemäß sprechen Mediziner erst ab dem Manifestationsstadium ‒ also bei einer röntgenologisch nachweisbaren axialen Spondyloarthritis ‒ von einer Morbus Bechterew-Erkrankung.

Spätstadium (nach ca. 20 Jahren):

  • Der Prozess der Verknöcherung hat sein Maximum erreicht und ist zum Stillstand gekommen.
  • Die normale Kyphose der Brustwirbelsäule hat sich zu einem Buckel entwickelt, die Halswirbelsäule ist nach vorne gebeugt und die Lendenwirbelsäule hat ihre natürliche Lordose eingebüßt ‒ insgesamt gleicht die Wirbelsäule immer mehr einem starren Bambusstab.
  • Durch die vorgebeugte Haltung blicken die Patienten die meiste Zeit Richtung Boden, der Bauch ist vorgewölbt und die Atmung fällt immer schwerer.

Ursachen: Wie entsteht Morbus Bechterew?

Ursachen/Risikofaktoren bei Morbus Bechterew:

  • Vorhandensein des Gens HLA-B27
  • bakterielle Entzündungen, z. B. mit Klebsiella

Die konkreten Auslöser der Bechterewschen Krankheit sind ‒ wie bei vielen Autoimmunerkrankungen ‒ bisher unbekannt. Die Experten sind sich aber sicher, dass eine genetische Komponente eine große Rolle spielt: das HLA-B27-Gen.

Etwa 8 Prozent aller Westeuropäer besitzen dieses Gen und damit das HLA-B27-Eiweiß auf der Oberfläche ihrer Körperzellen. Verglichen mit der Normalbevölkerung sind Bechterew-Patienten überproportional häufig positiv für das HLA-B27-Gen: Es lässt sich bei über 90 Prozent von ihnen molekularbiologisch nachweisen und scheint an ein rheumatisch-entzündliches Krankheitsgeschehen gekoppelt zu sein.

HLA-B27 dient bei Gesunden dazu, den Immunzellen Teile von in den Körper eingedrungenen Viren zu präsentieren, damit diese abgetötet werden. Bei der Bechterewschen Erkrankung scheint diese Immunabwehr zu entgleisen und auch körpereigenes Gewebe anzugreifen. Die genauen Mechanismen sind noch ungeklärt und Teil aktueller Forschungen.

Weiterhin gibt es Hinweise, dass nach bestimmten bakteriellen Infektionen die Diagnose Morbus Bechterew gehäuft auftritt. Man nimmt an, dass beispielsweise Bakterien der Gattung Klebsiella dem HLA-B27 ähnliche Antigene auf ihrer Hülle besitzen, auf die der Körper mit einer überschießenden Abwehrreaktion in Form von generalisierten Entzündungen reagiert.

Diagnose: Wie stellt der Arzt Morbus Bechterew fest?

Untersuchungen bei Morbus Bechterew:

  • Anamnese
  • spezielle Fragebögen (z. B. BASDAI, BASFI)
  • Mennell-Zeichen
  • Bewegungsumfang der LWS: Schober-Test
  • Bewegungsumfang der BWS: Ott-Test
  • MRT, CT, Röntgen, Sonografie
  • Blutwerte: Entzündungsmarker, HLA-B27
  • Knochendichtemessung

Der Verlauf und die Beeinträchtigungen durch die Bechterewsche Krankheit sind bei jedem Patienten unterschiedlich und können aufgrund von Schüben auch zeitlich variieren. Daher steht am Anfang einer gründlichen Diagnostik stets ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch. Häufig verweist an dieser Stelle der Hausarzt den Patienten an einen orthopädischen oder rheumatologischen Spezialisten.

Anamnese und spezielle Fragebögen

Wegweisend für den behandelnden Arzt sind die Schilderungen des Patienten über Art, Zeitpunkt und Verlauf seiner Rückenschmerzen sowie weiterer Beschwerden. Hält der Kreuzschmerz bereits länger als drei Monate an? Dauert die Morgensteifigkeit länger als 30 Minuten? Wachen Sie in der zweiten Nachthälfte häufig wegen Rückenschmerzen auf?

Bei Verdacht auf Morbus Bechterew greift der Facharzt auf genormte Fragebögen zurück, die ihm helfen, die Schwere der Krankheit und die bisher bestehenden körperlichen Einschränkungen einzuschätzen. Die Fragebögen ‒ auch als BASFI- bzw. BASDAI-Index bezeichnet ‒ wurden von der englischen Rheumaklinik Bath entwickelt und gelten heute als medizinischer Standard.

Der BASDAI-Index (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) als Maß für die Krankheitsschwere enthält u. a. folgende Fragen, die der Patient auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet:

  • Wie stark sind Ihre durch den Morbus Bechterew bedingten Rücken-, Hüft oder Nackenschmerzen?
  • Wie ausgeprägt sind Ihre Schmerzen bzw. Beschwerden in anderen Gelenken?
  • Wie ausgeprägt ist bei Ihnen die Morgensteifigkeit nach dem Aufwachen?

Der BASFI-Index (Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index) fragt das Ausmaß der Funktionseinschränkungen beim Patienten ab. Es werden beispielsweise folgende Fragen gestellt:

  • Können Sie ohne Hilfe Ihre Strümpfe anziehen?
  • Können Sie ohne Hilfsmittel etwas von einem hohen Regal herunternehmen?
  • Können Sie über die Schulter schauen, ohne den Körper zu drehen?
  • Können Sie ohne Hilfe vom Boden aufstehen, wenn Sie auf dem Rücken liegen?

Auf der Webseite der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e. V. (DVMB) finden Betroffene Informationen und Hilfe rund um das Thema Bechterew-Erkrankung. Die Selbsthilfeorganisation bietet Interessierten hier auch ausführliche Erklärungen zu den Bath-Fragebögen.

In der Schweiz ist die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew (SVMB) als erster Ansprechpartner für Betroffene geeignet und stellt Informationen zu Krankheitssymptomen, Therapie und neuesten Forschungsergebnissen zur Verfügung.

Körperliche Untersuchung mit Bewegungstests

Verschiedene klinische Tests geben dem Spezialisten Auskunft darüber, wie beweglich die Wirbelsäule noch ist und ob die Iliosakralgelenke ebenfalls entzündlich verändert sind.

Test auf Mennell-Zeichen:

Der Patient befindet sich in Bauchlage und sein ausgestrecktes Bein wird angehoben. Der Arzt fixiert das Becken durch senkrechten Druck mit der Hand an drei unterschiedlichen Stellen und kann auf diese Weise feststellen, ob die Ursache der Rückenschmerzen im Hüftgelenk, im Kreuzbein oder in der Lendenwirbelsäule liegt. Schmerzen gelten als positives Mennell-Zeichen.

Schober-Test für eine Beweglichkeitstestung der Lendenwirbelsäule:

seitliche Ansicht des Schober-Tests zur Feststellung eines Morbus Bechterew Die Markierung erfolgt in aufrechter Position. Danach beugt der Patient sich so weit wie möglich nach vorne. © Gelenk-Klinik

Mit dem Schober-Test prüft der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule im unteren Rücken. Er setzt Markierungen in Höhe des Kreuzbeins sowie 10 cm weiter oben.

Beugt sich nun der Patient so weit nach vorne, wie es ihm möglich ist, dann sollte der Abstand der beiden Markierungspunkte um etwa 5 cm zugenommen haben. Der Schober-Test gilt als positiv, wenn sich der Abstand um weniger als 4 cm verlängert.

Schober-Test zur Feststellung eines Morbus Bechterew Bei normaler Beweglichkeit sollte sich der Abstand zwischen den beiden Markierungen in der Beugung um mindestens 5 cm verlängert haben. © Gelenk-Klinik

Ott-Test für eine Beweglichkeitstestung der Brustwirbelsäule:

Der Arzt setzt auch bei diesem Test zwei Hautmarkierungen: in Höhe des 7. Halswirbels und 30 cm weiter Richtung Gesäß. Beugt sich der Patient maximal nach vorne, nimmt die Strecke zwischen den beiden Punkten beim Gesunden um 3 bis 4 cm zu. Eine Zunahme um weniger als 3 cm weist auf eine versteifte Brustwirbelsäule hin und gilt als positives Ott-Zeichen.

Zur weiteren Abklärung der Diagnose kann der Arzt weitere körperliche Untersuchungen durchführen. Beispielsweise vermisst er den Abstand zwischen Hinterkopf und Wand oder zwischen Kinn und Brustbein bei maximaler Beugung des Kopfes. Ein typischer Befund bei Morbus Bechterew wäre jeweils ein Abstand von mehreren Zentimetern, der seine Ursache in einer eingeschränkt beweglichen Halswirbelsäule hat.

Bildgebende Untersuchungen: Ultraschall, MRT, CT, Röntgen

Die typischen Entzündungen und die Neubildung von Knochengewebe im Bereich der Wirbelsäule oder den Kreuzbein-Darmbein-Gelenken stellen sich erfahrungsgemäß in der MRT oder im CT am deutlichsten und zu einem sehr frühen Zeitpunkt dar. Oft sind auf Röntgenbildern in frühen Stadien noch keine Krankheitszeichen erkennbar.

Röntgenuntersuchungen geben bei weiter fortgeschrittenen Veränderungen einen detaillierten Einblick in die Knochenstruktur. Sie zeigen zum Beispiel die neu entstandenen Knochenbrücken und Knochenspangen zwischen den Wirbelkörpern, die der Wirbelsäule mit der Zeit das Aussehen eines Bambusstabes verleihen können.

Leidet der Patient unter Entzündungen in weiteren Gelenken des Körpers oder im Bereich von Sehnenansätzen, ist eine Ultraschall-Untersuchung sehr hilfreich. So kann der Arzt Veränderungen ohne Strahlenbelastung lokalisieren und gezielt behandeln.

Blutuntersuchungen im Labor

Es existiert zwar keine spezifische Blutuntersuchung für Morbus Bechterew, aber ein Experte kann aus der Kombination verschiedener Laborergebnisse seine Diagnostik untermauern.

Im Blut von Morbus Bechterew-Patienten lassen sich häufig erhöhte Entzündungswerte feststellen. Hierzu zählen:

  • eine erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten), deren Aufgabe die Bekämpfung von Keimen ist und die an Entzündungen maßgeblich beteiligt sind
  • eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), die allgemein auf das Vorhandensein von Entzündungsherden hinweist
  • ein erhöhter Wert des C-reaktiven Proteins (CRP), das dem Immunsystem bei der Keimabwehr hilft

Die Bestimmung des HLA-B27-Status des Patienten (sogenannte HLA-Typisierung) kann der behandelnde Arzt zu Klärung der genetischen Veranlagung in Betracht ziehen. Fast alle Bechterew-Patienten sind für dieses Gen positiv, aber der Nachweis ist nur ein Hinweis auf eine Morbus Bechterew-Erkrankung und kein Beweis! Auch Gesunde können dieses Gen besitzen, ohne jemals zu erkranken.

Blutprobe für die labordiagnostische Bestimmung des Genmerkmals HLA-B27 Das genetische Merkmal HLA-B27 wird im Labor aus einer Blutprobe des Patienten bestimmt. Die Untersuchung erfolgt über molekularbiologische oder immunologische Methoden. ©jarun011, Adobe Stock

Knochendichtemessung

Viele Patienten mit Morbus Bechterew erleiden in einem fortgeschrittenen Stadium Brüche (Frakturen) in Wirbelkörpern oder anderen Gelenken. Der Grund dafür ist, dass sich ‒ wahrscheinlich aufgrund der vielen Entzündungsherde im Körper ‒ die Knochenmineraldichte signifikant verringert. Um die Gefahr von Wirbelbrüchen möglichst frühzeitig zu erkennen, empfehlen Experten Bechterew-Patienten eine regelmäßige Kontrolle ihrer Knochendichte. Diese strahlungsarme und schnelle Untersuchungsmethode ist fester Bestandteil der Morbus Bechterew-Diagnostik in der Gelenk-Klinik Freiburg.

Konservative Therapie bei Morbus Bechterew

Nichtoperative Therapien bei Morbus Bechterew:

Die Entzündungen in den Knochen und Sehnen eindämmen, die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten ‒ dies sind die Hauptziele bei der Behandlung des Morbus Bechterew. Nur selten ist ein operativer Eingriff notwendig. Je nach Stadium der Erkrankung kombiniert der behandelnde Facharzt die pharmakologischen Möglichkeiten mit einer individuellen Bewegungstherapie.

Pharmakologische Therapie mit Schmerzmitteln, Entzündungshemmern und Biologika

In einem ersten Schritt verschreibt der behandelnde Arzt einem Bechterew-Patienten zunächst Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Zu den Wirkstoffen zählen u. a. Diclofenac und Ibuprofen. Im Gegensatz zu einer akuten Schmerztherapie kann es in manchen Fällen notwendig sein, die Präparate über mehrere Wochen oder sogar als Dauertherapie einzunehmen. Zielsetzung ist dabei, die Entzündungsherde im Körper zurückzudrängen. Bei regelmäßiger Einnahme verspüren die Patienten eine Linderung ihrer Beschwerden.

Kortikosteroide, strukturell mit dem körpereigenen Kortison verwandt, sind in der Lage, akute, starke Entzündungen zu bekämpfen. Gleichzeitig schwächen sie die Immunabwehr. Es gibt Hinweise darauf, dass es unter Kortikoidtherapie seltener zu Verknöcherungen der Wirbelsäule als Folge vorausgegangener Entzündungen kommt. Kortikosteroide wirken vergleichsweise schnell, greifen aber gravierend in den Hormonstoffwechsel des Körpers ein. Daher wägt ein Arzt die Gabe von Kortikoiden stets sehr sorgfältig ab.

Bei Patienten, deren Bechterew-Erkrankung sich mit herkömmlichen Präparaten nicht zufriedenstellend behandeln lässt, kommen sogenannte Biologika zum Einsatz. Dabei handelt es sich um gentechnisch hergestellte Medikamente, die gezielt in die Immunabwehr eingreifen. Sie imitieren körpereigene Antikörpermoleküle und hemmen entzündungsfördernde Botenstoffe wie den Tumornekrosefaktor oder Interleukin-17. Eine Behandlung mit Biologika ist spezifisch an die Belange des Patienten angepasst. Allerdings ist diese Therapie mit hohen Kosten verbunden und der behandelnde Facharzt muss auch hier den Nutzen der Gefahr einer unterdrückten Immunabwehr gegenüberstellen.

Physikalische Anwendungen: Wärme, Kälte, Elektrotherapie

Ergänzend zur gezielten Einnahme von Medikamenten und physiotherapeutischen Übungen helfen Wärme- und Kälteanwendungen sowie Elektrotherapie und manuelle Anwendungen dabei, die Schmerzen bei Morbus Bechterew zu reduzieren und die Beweglichkeit zu erhalten.

Wärme fördert die Durchblutung und entspannt verspannte Muskelgruppen. Mithilfe von Wärmflaschen, warmen Bädern, Fangopackungen oder Infrarot-Bestrahlungen können Betroffene auch außerhalb stationärer Einrichtungen ihre Beschwerden behandeln.

Besonders bei akuten Schüben empfinden Bechterew-Patienten Kälteanwendungen in Form von sogenannten Cryo-Cuff-Geräten als schmerzlindernd. Hierbei werden Manschetten an das entzündete Gelenk angelegt, die von kaltem Wasser durchströmt werden.

Unterschiedliche Arten elektrischen Stroms kommen bei der Schmerzbehandlung von Bechterew-Patienten zur Anwendung: schwacher Gleichstrom bei der Iontophorese, nieder- und mittelfrequenter Reizstrom oder Hochfrequenzstrom im Mikrowellenbereich. Mit speziellen Verfahren wie TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) und EMS (elektrische Muskelstimulation) können Patienten unter Anleitung oder in Selbstregie zu Hause die Muskulatur stärken und den Schmerzen entgegenwirken.

Gezielte Handgriffe eines erfahrenen Chiropraktikers können Gelenkblockaden lösen sowie Bewegungseinschränkungen und Rückenschmerzen lindern. Bei der manuellen Therapie wird ausschließlich mit den Händen gearbeitet. Neben der Osteopathie zählt die Chirotherapie zu den manuellen Therapieformen.

Physiotherapie, Massagen und Bewegungsübungen

Bei einer Bechterew-Erkrankung sind die Patienten in der Regel ab Diagnosestellung ihr Leben lang in physiotherapeutischer Behandlung. Der Krankengymnast gibt dem Patienten auch einen ausführlichen und angepassten Trainingsplan für zu Hause an die Hand. Die Zielsetzung besteht darin, der Einsteifung der Wirbelsäule und des Brustkorbs mit gezielter und regelmäßiger Bewegung entgegenzuwirken.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Physiotherapeut und ärztlichem Wirbelsäulenspezialist ist dabei von besonderer Bedeutung: Der Arzt bestimmt mithilfe von Röntgenaufnahmen den Verknöcherungsgrad und setzt den Therapeuten darüber in Kenntnis. Einmal verknöcherte Gelenke können nicht wieder beweglich gemacht werden, daher dürfen diese Bereiche in der Therapie auf keinen Fall mobilisiert werden. Stattdessen hält der Physiotherapeut angrenzende Gelenke möglichst lange beweglich.

Die Physiotherapie von Patienten mit Morbus Bechterew setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Mobilisationstechniken, welche die Beweglichkeit der Gelenke möglichst lange erhalten
  • manuelle Therapie, die mit speziellen Grifftechniken Funktionsstörungen in Gelenken und Gewebe selektiv beeinflusst
  • Haltungsschulungen, um Schonhaltungen und damit einhergehende Beschwerden zu reduzieren
  • mobilisierende Weichteiltechniken, um Muskelverspannungen und verhärtetes Bindgewebe, v. a. im Bereich des Brustkorbes, zu lösen

Auch Atemübungen helfen den Betroffenen, ihren Brustkorb beweglich zu halten. Techniken aus der PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) verbessern die Stabilität des Rumpfes. Dies wird in dreidimensionalen Bewegungsmustern geübt, die sich an Bewegungen aus Alltag und Sport orientieren. Der Therapeut setzt den Bewegungen des Patienten einen angepassten Widerstand entgegen und trainiert auf diese Weise funktionelle Muskelketten.

Während des akuten Schubes steht die Schmerzlinderung ‒ beispielsweise in Form von entlastenden Lagerungen ‒ im Vordergrund.

Operation bei Morbus Bechterew

Operative Eingriffe spielen bei Morbus Bechterew nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings können sie als sogenannte Aufrichte-Operation bei schweren Verläufen die letzte Therapieoption sein. Im Spätstadium kann eine fast vollständige Verknöcherung der Wirbelsäule zusammen mit einem ausgeprägten Rundrücken (Hyperkyphose) eine derart schwere Beeinträchtigung darstellen, dass ein spezialisierter Wirbelsäulenchirurg eine Begradigung der Skelettachse vornimmt.

Im Extremfall können manche Patienten keinen Blickkontakt mehr mit anderen Menschen herstellen und sich nicht gefahrlos im Straßenverkehr bewegen. Teilweise ist die Funktion innerer Organe aufgrund der starken Vorwärtskrümmung gestört, die Essensaufnahme erschwert oder Hüft- und Kniegelenke sind aufgrund des veränderten Gangbildes geschädigt.

Eine Aufrichte-Operation ist in diesen Fällen unbedingt angeraten, um die Lebensqualität zu verbessern. Es handelt sich um eine mehrstündige Operation, deren genauer Ablauf an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst und die von einer mehrwöchigen Rehabilitationsphase begleitet wird.

Haben die Entzündungen das Hüft- oder Kniegelenk des Patienten bereits deutlich geschädigt, kann der Einsatz eines künstlichen Gelenkersatzes notwendig sein, entweder als Teilprothese oder Totalendoprothese.

Prognose: Ein Leben mit Morbus Bechterew

Bis heute ist Morbus Bechterew nicht heilbar. Alle Therapieansätze haben zum Ziel, die Beschwerden und Schmerzen der Erkrankung zu verringern und die Beweglichkeit der Wirbelsäule so lange wie möglich zu erhalten.

Im 2. bis 3. Lebensjahrzehnt treten bei den meisten Bechterew-Patienten die ersten Symptome auf, wobei Menschen mit genetischer Veranlagung früher erkranken als andere. Eine manifeste Morbus-Bechterew-Erkrankung in jungen Jahren scheint Studien zufolge mit einem schweren Verlauf und einer schlechten Prognose verbunden zu sein. Dabei sollte erwähnt werden, dass Morbus Bechterew keinen Einfluss auf die Lebenserwartung hat.

Patienten, die ihr Leben so aktiv wie möglich gestalten und regelmäßig physiotherapeutische Übungen in ihren Alltag einbauen, haben gute Aussichten, kleinere Entzündungsgeschehen zurückzudrängen und ihre Mobilität lange zu erhalten. Sporttherapie verhindert eine schnelle Verknöcherung und die Verhärtung und Verkürzung von Sehnenansätzen. Begleitend empfehlen Fachärzte eine angepasste Schmerztherapie und Kälte- beziehungsweise Wärmeanwendungen.

Schwerbehindert mit Morbus Bechterew?

Abhängig davon, wie stark die Beschwerden sind, kann ein Patient mit Morbus Bechterew als schwerbehindert eingestuft werden. Hierfür nimmt das Versorgungsamt anhand ärztlicher Gutachten eine individuelle Einstufung vor.

Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 Prozent gilt ein Erkrankter als schwerbehindert und hat Anspruch auf finanzielle und steuerliche Entlastungen. Antragsvordrucke und Hilfe bei der Beantwortung der Fragebögen erteilt das für den Wohnsitz zuständige Versorgungsamt. Ein hilfreicher Ansprechpartner für Ratsuchende sind ehrenamtliche Selbsthilfeorganisationen wie die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e. V. und die Deutsche Rheumaliga.

Früher in Rente mit Morbus Bechterew?

Viele Betroffene merken mit Fortschreiten der Erkrankung, dass es immer schwerer wird, ihren Arbeitsalltag mit Morbus Bechterew zu bewältigen. Die Patienten werden immer häufiger Überlegungen anstellen, ob für sie die Möglichkeit besteht, zu einem früheren Zeitpunkt als dem regulären Eintrittsalter in Rente zu gehen.

Es ist jederzeit möglich, Rente wegen Erwerbsminderung zu beantragen, wenn der Patient alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft hat und Arbeiten nur noch eingeschränkt möglich ist. Diese Rente kann als teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente gezahlt werden, was vom Ausmaß der Arbeitsunfähigkeit abhängt.

Die Erwerbsminderungsrente ist mit vergleichsweise hohen Abzügen bei der Rentenzahlung verbunden. Einzige Voraussetzung für diese Rentenart ist eine 5-jährige Wartezeit bei der gesetzlichen Rentenversicherung.

Bechterew-Patienten mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 Prozent steht die Option offen, 2 Jahre vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter in die Altersruhe wegen Schwerbehinderung zu gehen ‒ und das ganz ohne Abzüge. Allerdings müssen mindestens 35 Versicherungsjahre beim Antragsteller erfüllt sein.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, 5 Jahre vor Beginn der eigentlichen Altersrente eine sogenannte vorgezogene Altersrente wegen Schwerbehinderung zu beantragen. Hier mindern relativ hohe Abschläge die Höhe der Rente.

Betroffene erhalten Auskunft zu den erfüllten Versicherungsjahren und zu den finanziellen Auswirkungen eines vorzeitigen Renteneintritts bei der Deutschen Rentenversicherung. Auch die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e. V. und die Deutsche Rheumaliga sind hilfreiche Ansprechpartner bei Fragen rund um die Altersrente.

Häufige Patientenfragen zum Thema Morbus Bechterew an PD Dr. David Kubosch von der Gelenk-Klinik

Wo hat man Schmerzen bei Morbus Bechterew?

Im Frühstadium der Erkrankung leiden die Betroffenen unter unspezifischen Rückenschmerzen im Lendenwirbel- und Gesäßbereich. Besonders stark sind die Beschwerden am Morgen und die Patienten verspüren eine typische Morgensteifigkeit. Diese bessert sich durch Bewegung oder ein wenig Gymnastik.

Mit der Zeit werden die Rückenschmerzen häufig von Entzündungen an Sehnenansätzen begleitet, zum Beispiel im Bereich der Achillessehne oder den Sehnen am Unterarm. Im gesamten Körper können sich Entzündungsherde ausbilden wie im Magen-Darm-Trakt oder im Auge. Die Komplexität der Morbus-Bechterew-Erkrankung macht die Konsultation eines Spezialisten unabdingbar.

Wie macht sich ein Schub bei Morbus Bechterew bemerkbar?

Ein Krankheitsschub bedeutet immer, dass Patienten nach einer längeren Phase, in der sie sich wohlfühlten und ihre Krankheit fast vergessen hatten, wieder zunehmend unter tiefsitzenden Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen leiden. Ein Schub führt in der Regel zu einem schrittweisen Fortschreiten der Bechterewschen Erkrankung.

In welchem Alter erkrankt man an Morbus Bechterew?

Ein Großteil der Bechterew-Erkrankungen werden vor dem 45. Lebensjahr diagnostiziert. Es handelt sich bei Morbus Bechterew um eine Krankheit der Jüngeren. Die ersten Beschwerden machen sich bei den Betroffenen zwischen dem 2. und 3. Lebensjahrzehnt bemerkbar.

Zu welchem Arzt gehe ich am besten bei Verdacht auf Morbus Bechterew?

Viele Patienten werden ‒ zumindest zu Beginn der Krankheit ‒ ihren Hausarzt konsultieren und dort therapeutische Hilfe suchen. Wenn sich nach einigen Wochen die unspezifischen Rückenschmerzen nicht gebessert haben und eventuell weitere Beschwerden hinzukommen, ist der Besuch eines orthopädischen Spezialisten notwendig.

Kann man Morbus Bechterew über Blutuntersuchungen nachweisen?

Es gibt keinen Laborwert im Blut, der beweisend für eine Bechterew-Erkrankung ist. Die Diagnose Morbus Bechterew setzt sich aus vielen Einzelteilen zusammen. Dazu zählen auch die typischerweise erhöhten Entzündungswerte im Blut wie CRP, Leukozyten und die Blutsenkung. Auch der Nachweis des genetischen Merkmals HLA-B27 ist nur ein Hinweis auf die Bechterew-Erkrankung, aber kein klarer Beweis.

Welche Blutwerte können bei Morbus Bechterew verändert sein?

Sehr charakteristisch sind bei Bechterew-Patienten die Blutwerte verändert, die für eine Entzündung sprechen: das C-reaktive Protein, besser bekannt als CRP, die weißen Blutkörperchen und die Blutsenkungsgeschwindigkeit. Diese Werte sind deutlich erhöht, was für verschiedene Entzündungsgeschehen im Körper spricht.

Bei Verdacht auf Morbus Bechterew wird der behandelnde Arzt in einer Blutprobe den genetische Marker HLA-B27 bestimmen, der bei 9 von 10 Patienten nachweisbar ist.

Welche Ernährung ist gut für mich bei Morbus Bechterew?

Es gibt keine spezielle “Morbus Bechterew-Diät”, die Patienten eine Linderung ihrer Beschwerden garantiert. Eine gesunde, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Fleisch und hochwertigen Zutaten steigert allerdings das allgemeine Wohlbefinden und verhindert, dass überflüssige Pfunde die Gelenke noch zusätzlich zur Erkrankung belasten. Studien belegen, dass Nahrungsmittel mit hohem Anteil an Arachidonsäure entzündungsfördernd wirken. Sie sollten von Bechterew-Patienten gemieden werden.

Wie schlafe ich am besten mit Morbus Bechterew?

Die Patienten sollten möglichst in Rückenlage schlafen, damit der Rücken und das Hüftgelenk optimal gestreckt werden. Sie sollten versuchen, keine dicken Kissen zu verwenden, mit denen die Brustwirbelsäule in eine gebeugte Haltung gebracht wird. Lattenrost und Matratze sollten eine hohe Qualität besitzen.

Soll ich mich schonen oder lieber bewegen mit Morbus Bechterew?

Sport ist für Menschen mit dieser entzündlich-rheumatischen Erkrankung ganz besonders wichtig. Physiotherapie und Übungen zu Hause erhalten lange die Beweglichkeit der Wirbelsäule und der anderen Gelenke. Ein regelmäßiges sportliches Training ergänzt die konservativen Therapien des Morbus Bechterew.

Welcher Sport eignet sich bei Morbus Bechterew?

Besonders geeignete Sportarten für Patienten mit Morbus Bechterew sind zum Beispiel Yoga, Rudern, Radfahren, Klettern oder Nordic Walking. Zusammen mit Arzt und Physiotherapeut müssen Betroffene überlegen, welche Aktivität für sie am besten ist und ihre Gelenke nicht überlastet. Sport ist gut für die Seele, bringt Gleichgesinnte zusammen und beugt Übergewicht vor. Dabei sollten die Patienten mehrmals pro Woche eine kurze Trainingseinheit in den Alltag einbauen. Das bringt den Stoffwechsel in Schwung und man verliert den Spaß nicht.

Sportarten, die sich für Bechterew-Patienten nicht eignen, sind beispielsweise Fußball, Boxen und auch Skifahren ‒ insbesondere, wenn bereits Versteifungen vorhanden sind.

Kann ich Auto fahren mit Morbus Bechterew?

Patienten mit Morbus Bechterew können zu Beginn der Erkrankung eigentlich ohne Einschränkungen Auto fahren. Wenn die Beweglichkeit von Oberkörper und Halswirbelsäule im fortgeschrittenen Stadium immer eingeschränkter ist, können individuelle Anpassungen im Auto notwendig sein: zusätzliche Außenspiegel, Panoramaspiegel oder eine spezielle Kopfstütze, die sich nahe am Hinterkopf befindet.

Weiterhin empfiehlt die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew das Mitführen eines Notfallausweises, damit Rettungskräfte beim Transport oder der Lagerung auf die Erkrankung Rücksicht nehmen können.

Gibt es Schmerzmittel, die bei Morbus Bechterew helfen?

Um die Beweglichkeit von Bechterew-Patienten zu erhalten und ihnen die Möglichkeit zu geben, schmerzfrei Übungen durchzuführen, eignen sich Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika. Beispielsweise gehören die Wirkstoffe Diclofenac und Ibuprofen dazu. Sie wirken gleichzeitig entzündungshemmend und bringen den Betroffenen erfahrungsgemäß eine deutliche Erleichterung.

Sind Schwangerschaft und Geburt ein Problem mit Morbus Bechterew?

Auch wenn bereits Verknöcherungen im Kreuzbein-Darmbein-Gelenk vorliegen, können Frauen mit Morbus Bechterew in der Regel problemlos schwanger werden und ihr Kind meist auch ohne Kaiserschnitt zur Welt bringen. Einzig die Einnahme von Schmerzmitteln sollten Schwangere und Stillende unbedingt mit ihrem behandelnden Arzt absprechen.

Wird Morbus Bechterew vererbt?

Obwohl eine enge Verbindung zum genetischen Merkmal HLA-B27 vorliegt, handelt es sich bei Morbus Bechterew nicht um eine Erbkrankheit. Es ist zwar eine familiäre Häufung der Krankheit zu beobachten, aber auch wenn jemand für HLA-B27 positiv getestet wird, heißt das noch nicht, dass er an Morbus Bechterew erkranken wird. Eine Testung ohne Symptome hat keinen Vorteil, da keine vorbeugenden Maßnahmen existieren. Erst wenn unspezifische Rückenschmerzen auftreten, sollte man seinen Arzt auf die familiäre Vorbelastung hinweisen.

Welches Kopfkissen sollte ich bei Morbus Bechterew nehmen?

Das Kopfkissen sollte bei Bechterew-Patienten nicht zu groß und zu dick sein, damit sich die Wirbelsäule über Nacht in einer gestreckten Position entspannen kann. Auch die Brustwirbelsäule sollte so wenig wie möglich gebeugt sein.

Welche Lebenserwartung hat man mit Morbus Bechterew?

Patienten mit Morbus Bechterew besitzen normalerweise die gleiche Lebenserwartung wie Menschen ohne diese Erkrankung. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass sich in seltenen Fällen die Nebenwirkungen der lebenslang eingenommenen Medikamente verkürzend auf die Lebenszeit auswirken können.

Wie äußert sich Morbus Bechterew im Endstadium?

Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium von Morbus Bechterew laufen in gekrümmter, vornübergebeugter Haltung mit nach unten gerichtetem Blick. Die Versteifungen der Wirbelsäule gehen manchmal so weit, dass die Betroffenen mit ihrem Gegenüber nicht mehr in Blickkontakt treten können.

Zusätzlich zur eingeschränkten Beweglichkeit der Brust- und Halswirbelsäule kommen Entzündungen und Blockaden von weiteren Gelenken des Körpers hinzu. Es können das Knie, die Hüfte oder auch das Sprunggelenk betroffen sein. Typischerweise zeigen die Betroffenen auch häufig entzündliche Darm- oder Augenerkrankungen.

Kann man mit Morbus Bechterew früher in Rente gehen?

Je nachdem, wie stark die Beeinträchtigungen durch die chronische Autoimmunerkrankung Morbus Bechterew sind, desto eher wird ein Arzt mit dem Betroffenen über einen Antrag auf Schwerbehinderung sprechen. Ab einem Grad der Behinderung von 50 Prozent gilt ein Patient als schwerbehindert und hat damit auch die Möglichkeit, zwei Jahre vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter Rente wegen Schwerbehinderung zu beziehen. Die vorgeschriebenen 35 Versicherungsjahre müssen aber erfüllt sein. Es gibt auch die Möglichkeit einer vorzeitigen Rente aufgrund von Erwerbsunfähigkeit. Über die genauen Voraussetzungen sollten sich Bechterew-Patienten bei ihrem zuständigen Versorgungsamt erkundigen.

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