Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniespezialist Freiburg untersucht die Kniearthrose

Osteonekrose im Kniegelenk (Morbus Ahlbäck, Knochennekrose)

Knochennekrose gelenkerhaltend therapieren

  1. Was ist aseptische Knochennekrose?
  2. Knochennekrose und Morbus Ahlbäck
  3. Wer bekommt aseptische Knochennekrose?
  4. Krankheitsverlauf einer Knochen-Nekrose
  5. Fall 1: Konservative Ausheilung
  6. Konservativ behandeln
  7. Operative Therapie
  8. Osteotomie im Kniegelenk begradigt die Beinachse
  9. Knorpeltherapie: Pridie-Bohrung und ACT
  10. Markraumdekompression
  11. Spongiosaplastik mit Knorpeltherapie
  12. Inlays und Teilprothesen
  13. Fall 2: Operative Therapie mit Teilprothese
  14. Die Knievollprothese

Was geschieht bei der aseptischen Knochennekrose (M. Ahlbäck) im Kniegelenk?

MRT-Aufnahme von Morbus Ahlbaeck MRT Aufnahme einer Knochennekrose im Knie. Der Gelenkspalt ist noch normal, ein Knorpelschaden liegt daher noch nicht vor. Deutlich sichtbar ist die Knochennekrose in der medialen Oberschenkelrolle. © Prof. Dr. med. Sven Ostermeier

Bei Knochen-Nekrose im Kniegelenk wird in einem nicht mehr durchbluteten Bereich Knochensubstanz abgebaut. Osteonekrose heißt daher übersetzt Knochen-Sterben. Es gibt viele Arten von Knochennekrose. Vollzieht sich die Nekrose am Kniegelenk, spricht man von Morbus Ahlbäck.

Auch im Hüftgelenk kann eine Knochennekrose auftreten. Man spricht dann von einer Hüftkopfnekrose.

Bei vielen Patienten bleibt die Schwächung des Knochens noch relativ folgenlos. Bei anderen führt das zur schweren Beschädigung des Kniegelenks. Frauen sind drei mal so häufig von aseptischer Osteonekrose im Knie (Morbus Ahlbäck) betroffen, wie Männer. Nur in wenigen Fällen kann die Nekrose durch eine konkrete Ursache erklärt werden:

  • Knochenbrüche
  • starkes Übergewicht
  • Sichelzellanämie
  • Blutgerinnungstörungen
  • Eine Nierentransplantation.

Wie kann Osteonekrose (Morbus Ahlbäck) das Knie zerstören?

Bei der Osteonekrose wird das Knochengewebe im Inneren des Femurs (Oberschenkelknochen) abgebaut. Ursache ist ein Zusammenbruch der Durchblutung des Knochens. Dann verlieren die Knochenzellen Ihre Vitalität. Später sterben Sie ab. Dadurch wird der Knochen unter der Gelenkfläche brüchig. Die Knorpelfläche bricht ein. Damit ist die für die Gelenksfunktion wichtige Dämpfung und das normale Gleiten der Gelenkfläche gestört. Das Kniegelenk bekommt bei fortgeschrittener Osteonekrose eine schmerzhafte Arthrose.

Unterschiedliche Verläufe der Osteonekrose im Knie (Morbus Ahlbäck)

Der patophysiologische Prozess der aseptischen Knochennekrose (Morbus Ahlbäck) ist noch nicht genau verstanden.

Terminologie zur Osteonekrose im Knie

  • Avaskuläre Osteonekrose:
    Avaskulär bezeichnet die Verursachung der Nekrose durch Durchblutungsstörungen
  • Aseptische Knochennekrose:
    Eine bakterielle Infektion ist nicht festzustellen
  • Morbus Ahlbäck:
    Die Knochennekrose beim Erwachsenen Patienten ab dem mittleren Alter im Bereich der Femurkondyle (Oberschenkelrolle)
  • Knocheninfarkt im Knie: Wenn die Durchblutung ausfällt, spricht man auch von einem Knocheninfarkt im Knie.
  • Nekrose:
    Absterbendes Gewebe
  • Aseptische Osteonekrose (AON):
    Grenzt die Knochennekrose von Infektionskrankheiten ab.
  • Osteochondrosis dissecans (OD):
    Auch die OD ist durch Minderdurchblutung von gelenksnahen Knochenanteilen gekennzeichnet. Im späteren Stadium findet eine Verkalkung an der Grenze zum OD Bezirk statt.
  • Morbus Osgood-Schlatter:
    Osteonekrose am Knie im tibialen Knochen (Schienbein) - kommt vor allem bei Jugendlichen vor.

Die Regenerationsfähigkeit von Knochengewebe ist bei den meisten Patienten - bis ins relativ hohe Alter enorm. In einigen Fällen jedoch verliert der Knochen die für diese Regenerationsleistung notwendige Vitalität. Der Vitalitätsverlust geht meistens einher mit einem Verlust an Durchblutung. Dieser Durchblutungsmangel ist die Ursache der bedrohlichen Minderversorgung des lebendigen Knochengewebes im Knie. Daher ist jede Erkrankung, die zu Durchblutungsstörungen führen kann eine mögliche Ursache für Morbus Ahlbäck.

Bei schweren Verläufen des Morbus Ahlbäck kann in der Folge der Knochennekrose im Knie auch Kniearthrose entstehen. Von der Spontanheilung der Knochennekrose bis hin zur Arthrose des Kniegelenks mit nachfolgender Prothesenversorgung haben wir alle Verläufe der Knochennekrose beobachtet.

Wenn eine Knochennekrose bzw. die typischen Symptome beobachtet werden, ist daher keine Panik angebracht. Der Patient muss sich aber darauf vorbereiten, über längere Zeit mit einem Kniespezialisten zusammenzuarbeiten, um den Verlauf der Knochennekrose engmaschig zu überwachen. Der chronische Verlauf dieser Krankheit stellt besondere Anforderungen an ein vertrauensvolles, geduldiges Verhältnis zwischen Arzt und Patient über eine längere Zeit hinweg. Eine schnelle Lösung des Problems ist nicht zu erwarten.

Wer bekommt aseptische Knochen-Nekrose im Knie?

Bei den meisten Patienten kann die Ursache der Knochennekrose nicht genau ermittelt werden. Frauen sind drei mal häufiger als Männer betroffen.

Im jüngeren Lebensalter (10-20 J.) kann auch der Knorpel betroffen sein (Osteochondrosis dissecans). Im höheren Lebensalter (jenseits des 40. Lebensjahres) spricht man von Morbus Ahlbäck. Verschiedene Verläufe sind möglich: Von leichten Knochenabbausymptomen mit kleinen Knorpelschäden bis hin zur Arthrose im Kniegelenk.

Fall 1: Osteonekrose im Knie bei 47 jährigem-Läufer

Der männliche Patient, Hobby-Läufer beobachtete zunächst starke belastungsabhängige Schmerzen im rechten Kniegelenk. Das Gelenk war vor allem im inneren (medialen) Gelenkspalt druckschmerzhaft. Gehen und Joggen sind sehr schmerzhaft und nicht mehr möglich. Außer Fahrradfahren ist kein Sport mehr möglich.

Anamnese: Ein Trauma oder Unfall lag nicht vor.
Klinische Untersuchung: Hinweise auf eine Fehlfunktion der Bänder und der Menisken gab es nicht. Die Untersuchung der Beinachse zeigte eine leichte O-Beinstellung mit Belastung des inneren Gelenkspaltes im Knie.

Labor: Eine Blutuntersuchung zeigt keine Zeichen für Rheuma oder Arthritis.

Differentialdiagnose Meniskusschaden: Gleichzeitig beobachtet man in Folge der Reizung im Gelenkspalt auch eine Bakerzyste (Schwellung in der Kniekehle), die häufig im Zusammenhang mit Meniskusschäden beobachtet wird. Die Meniskusreizung bestätigt sich nicht.

Radiologie: Das Röntgenbild war unauffällig.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) zeigt eine Flüssigkeitseinlagerung im subchondralen Knochen der inneren (medialen) Femurkondyle des Oberschenkelknochens. Symptome und MRT zeigten Stadium II einer medialen Knochennekrose.

Therapie: Mit Schmerzmitteln wird eine Bewegungsfähigkeit im Alltag wieder hergestellt. Vorübergehend wird auch eine Entlastung mit Unterarmgehstützen angeordnet. Durch Verordnung von Schuhen mit Außenranderhöhung wurde der innere Gelenkspalt zusätzlich entlastet.

Der Patient wird mit einer Stoßwellentherapie behandelt. Die hohe Energie der Schallwellen regt die Regeneration des Knochengewebes an und fördert das Einwachsen neuer Blutgefäße. Der Patient unterzieht sich außerdem, wie vorgeschlagen, einer hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO).

Verlauf: Nach 3 Monaten benötigt der Patient weniger Schmerzmittel. Eine MRT Kontrolle zeigt noch keine Veränderungen.

Nach 1,5 Jahren ist das vollständig zurückgegangen. Der Patient beginnt wieder mit dem Lauftraining.

Ursachen einer Osteonekrose im Kniegelenk sind nicht geklärt

Ursachen der Knochennekrose

  • Posttraumatische Knochennekrose:
    Nach schweren Unfällen oder Gewalteinwirkungen
  • Septische Knochennekrose: Bei bakterieller Infektion des Kniegelenks
  • Aseptische Knochennekrose:
    Absterben des Knochens ohne begleitende Infektion
  • Bluterkrankheit: Blutgerinnungsstörungen können sowohl zur Arthrose der Gelenkfläche als auch zur Knochennekrose führen.
  • Alkoholmissbrauch: Alkohol missbrauch kann zum Knocheninfarkt führen.
  • Taucherkrankheit: Berufstaucher leiden häufiger als die Normalbevölkerung an Knochennekrose.
  • Biphosphonate: Bisphosphonate werden eigentlich verschrieben um die Mineralisierung des Knochens zu fördern, etwa in der Osteoprosetherapie. Doch haben Patienten nach langjähriger Biphosphonat-Therapie mehr aseptische Knochennekrosen, vor allem im Kiefergelenk (J Rheumatol. 2008 Apr, Etminan et al.

Die Mechanismen der Entstehung einer Knochennekrose und die Umstände, die zur Aufrechterhaltung dieser chronischen Knochenerkrankung führen sind noch immer nicht restlos geklärt.

Daher gibt es auch keine eindeutige Therapie des Morbus Ahlbäck, sondern lediglich Therapieempfehlungen, deren Wirksamkeit stark von dem Umständen, dem Zeitverlauf und dem Alter der Patienten abhängt.

Bei einer unfallbedingten Osteonekrose kann eine Verletzung der Blutgefäße die Durchblutung des Oberschenkelknochen stören.

Die Verursachung der Knochennekrose im Knie durch Überlastung, etwa durch Fehlstellung des Knies ist ebenso verbreitet: Bei X-Bein oder O-Bein ist das Auftreten der Knochennekrose im Knie (Morbus Ahlbäck) - vor allem der Oberschenkelrolle - wesentlich erhöht.

Verschiedene Substanzen wirken toxisch auf das Skelettsystem, und können lokale Knochennekrosen verursachen. Zu den bekannten Auslösern gehören langdauernde Cortison-Behandlung (Steroid-Doping oder medikamentöse Behandlung), Alkoholmissbrauch, Nikotin.

Blutgerinnungsstörungen(Bluterkrankungen) sind Ursachen der aseptischen Knochennekrose, ebenso wie der Kniearthrose.

Außerhalb dieser "Begleit- oder Vorerkrankungen" ist die Ursache für Knochennekrose im Knie unbekannt. Man spricht dann von der idiopathischen Knochennekrose, d.h. der spontan entstandenen Nekrose im Knie.

Symptome der Osteonekrose (Knochenenkrose) im Knie

Mögliche Symptome der Kochennekrose im Knie

  • Plötzlich auftretender Knieschmerz, kann mit einer Bagatellverletzung zusammenhängen oder spontan auftreten.
  • Nachtschmerz (Ruheschmerz) oder bei Belastung
  • Lokalisierung des Knieschmerzes innen oder außen
  • Schwellung im Knie
  • Eingeschränkter Bewegungsradius

Es ist wichtig, die Symptome zu beachten. Der Behandlungserfolg einer Knochennekrose im Knie ist umso besser, je früher die Krankheit erkannt wird.

Ein wichtiges Signal der Erkrankung sind plötzlich auftretende Knieschmerzen ohne vorangegangenen Unfall oder Sporttrauma. Bei der näheren Untersuchung stellt sich heraus, dass diese Schmerzen durch Wassereinlagerungen (Ödeme) im Kniegelenk verursacht werden. Der Wasserdruck im Gewebe reizt die Schmerzfühler.

Bei unklaren Knieschmerzen ist die Abklärung durch den Kniespezialisten sehr wichtig.

Die Patienten verspüren plötzlich Schmerzen tief im Gewebe. Oft hinkt der Patient mit Knochennekrose, um die schmerzende Stelle zu entlasten.

Alle Symptome der Knochennekrose im Knie können auch durch Ursachen wie Knorpelläsionen oder Meniskusschäden verursacht werden. Eine gute Differentialdiagnose durch einen Kniespezialisten ist daher besonders wichtig.

Wie geht der Arzt bei der Diagnose der Osteonekrose im Knie vor?

Die Diagnose der Nekrose im Knie erfolgt nicht direkt, sondern zunächst durch den Ausschluss der anderen möglichen Erkrankungen am Kniegelenk, die ähnliche Beschwerden verursachen.

Der Bericht des Patienten über die Beschwerden gibt schon die wichtigsten Hinweise. Er fragt nach dem Verlauf, nach Unfällen und bekannten Verletzungen.

Eine Röntgenaufnahme wird in jedem Fall gemacht, doch sind krankhafte Knochenveränderungen (Verlust von Knochensubstanz) erst im fortgeschrittenen Stadium erkennbar. Ein weiteres wichtiges Signal im Röntgenbild ist die Sklerosierung - die Verstärkung des Knochens an der Grenze zwischen gesundem und nekrotischem Knochengewebe.

Eine frühzeitige Diagnose der Knochennekrose in einem frühen Krankheitsstadium erlaubt die kernspintomographische Untersuchung (MRT). Sie zeigt das charakteristische, schmerzhafte Knochenmarksödem in der Bildgebung.

Eine Knochendichtemessung ist erforderlich, um ggf. auch eine Osteoporose (Knochenschwund als Folge einer Systemerkrankung) des gesamten Skelettsystems ausschließen zu können.

Als nächstes Untersuchungsverfahren erlaubt eine Kniearthroskopie (Kniespiegelung), das Stadium des Morbus Ahlbäck korrekt einzuschätzen.

Stadien einer Osteonekrose (Morbus Ahlbäck)

Stadien der Knochennekrose im Knie

  • Stadium I: In diesem Stadium treten die stärksten Knieschmerzen auf. Es dauert 6-8 Wochen. Röntgenbilder sind noch normal, ein MRT oder eine Knochenszintigrafie können die Knochennekrose nachweisen.
    Therapie: durch Entlastung, Stoßwelle oder Sauerstofftherapie (HBO) möglich.
  • Stadium II: Nach einigen Monaten treten erste Zeichen im Röntgenbild auf. Stellen, an denen die Nekrose zum Knochenabbau geführt hat sind aufgehellt.
    Therapie: Entlastung, Schmerzmedikation, Sauerstofftherapie (HBO) oder Stoßwelle.
  • Stadium III: Deutliches Signal der Knochennekrose im Röntgenbild. Erste Knorpelschäden sind zu beobachten.
    Therapie: Chirurgische Maßnahmen sind indiziert (Entlastungsbohrung, Spongiosatransplantation)
  • Stadium IV: Der Knochen beginnt einzubrechen, deutliche Knorpelschäden sind sichtbar. Schwere Kniearthrose beginnt.
    Therapie: Knochentransplantation mit Knorpeltransplantation oder Prothetik sind indiziert.

Der Krankheitsverlauf bei Morbus Ahlbäck ist - wie bei allen Knochennekrosen - schwer einzuschätzen. Der langwierige Verlauf wird gekennzeichnet durch die Langsamkeit, mit der sich im Knochengewebe Entwicklungen, sei es zum Besseren oder zum Schlechteren, diagnostisch abzeichnen. Daher stellt die Behandlung des Morbus Ahlbäck besondere Anforderungen an das Patienten-Arzt Verhältnis.

Bei Knochennekrose stirbt ein Teil des Oberschenkelknochens langsam ab. Er wird weich und brüchig. Ist der Knochen weich geworden oder bricht unter der Knorpelfläche gar schon ein, wird auch der Knorpel im Kniegelenk ebenfalls zerstört.

Obwohl sie bessere Aussichten und eine höhere Regenerationsfähigkeit haben, ist der Verlauf der Knochen-Nekrose auch bei jungen Patienten unter 30 Jahren schlecht einzuschätzen.

Morbus Ahlbäck konservativ behandeln: Hyperbarer Sauerstoff und Stoßwelle

Übersicht konservative Therapie des M. Ahlbäck

  • Schmerzmedikamente
  • Entzündungshemmung
  • Therapie mit Biphosphonaten
  • Schuhzurichtung (Außenrand- oder Innenrand-Erhöhung) zur Gelenksentlastung
  • Orthesen zur Entlastung des Gelenks
  • Entlastung durch Unterarmgehstützen
  • Stoßwellentherapie
  • Hyperbare Sauerstoffbehandlung (HBO) in der Druckkammer

Dem Kniespezialisten stehen mehrere Therapien des zur Auswahl. Die genaue Analyse des Krankheitsstadiums wichtig.

Der Arzt empfiehlt meistens sofort allgemeine Maßnahmen: Schonung durch Entlastung, Sportverzicht und Unterarmgehstützen. Knochenaufbauende Mittel (z.B. Biphosphonate, auch aus der Osteoporose-Therapie bekannt) gehören dazu.

Fast alle Behandlungen zielen darauf ab, die Vitalität und die Regenerationsfähigkeit des nekrotischen Knochengewebes im Knie wieder zu erhöhen. Dazu gibt es zwar viele Theorien, aber wenige Behandlungen sind wirklich wissenschaftlich untersucht. Im allgemeinen kann man sagen, dass konservative Therapien um so erfolgversprechender sind, je jünger der Patient und je früher das Krankheitsstadium sind, in dem die Therapie einsetzt.

Eine hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) kann im Frühstadium die natürliche Heilungsreaktion stimulieren und das Wiedereinwachsen von Blutgefäßen in den Knochen fördern. Bei dieser vielversprechenden Therapie, atmen die Patienten bei hohem Umgebungs-Luftdruck einer Druckkammer reinen Sauerstoff und erhöhen dadurch den Sauerstoffpartialdruck im Gewebe. Von den meisten gesetzlichen Kassen wird diese Therapie leider nicht bezahlt. Der Therapie-Aufwand für die Patienten bei HBO ist enorm: zwischen 30 und 40 Behandlungen sind erforderlich, die bis zu 200 EUR pro Behandlung kosten.

Ebenso kann die Behandlung des frühen Stadiums der Hüftkopfnekrose durch mit einer Stoßwellentherapie durchgeführt werden. Die Stoßwellentherapie, bei der kurze energiereiche Schallimpulse in das erkrankte Gewebe gesendet werden, kann eine stoffwechselfördernde und regenerierende Wirkung auf nekrotische Gewebe entfalten.

Auch bei der Stoßwellentherapie bei Knochennekrose sind in der Regel einige Wiederholungen erforderlich, auch wenn der Aufwand bei weitem nicht so hoch ist, wie bei der Sauerstoffdrucktherapie. Leider wird auch die Stoßwellentherapie bei Knochennekrose im Knie von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet.

Operative Therapie bei der Osteonekrose im Knie

Die operativen Behandlungsmethoden folgen der gleichen Logik, wie die konservativen Therapien bei Knochennekrose im Knie. Durch verschiedene Verfahren wird versucht eine Heilungsreaktion im Knie zu provozieren, die die Prozesse im Knochengewebe wieder normalisiert und von Nekrose auf Gesundheit und Vitalität "umschaltet". Als Faustregel kann man sagen, dass alle nachfolgend beschriebenen gelenkerhaltenden operativen Verfahren (Auffüllung) noch bis zum Stadium III der Osteonekrose im Knie empfehlenswert sind. Im Stadium IV findet man meist keine lebenden Zellen mehr in dem nekrotischen Knochengewebe, die reaktivierbar sind, so das hier prothetisch gehandelt werden muss.

Gelenksentlastung durch Korrektur der Beinachse: Osteotomie im Kniegelenk

Oft ist X-Bein oder O-Beinstellung die Ursache einer Nekrose im Kniegelenk. Die Fehlstellung bringt erhöhten Druck auf den inneren oder äußeren Anteil des Kniegelenks. Wenn eine Schuhzurichtung nicht ausreicht, kann durch eine Osteotomie die Beinachse korrigiert werden. Der Druck auf die Knochen im Kniegelenk wird dadurch dauerhaft normalisiert.

Therapie bei Knorpelschäden: Pridie-Bohrung

Wenn die Knochennekrose im Knie bereits zu Knorpelschäden geführt hat, muss neben dem Knochenverlust auch noch der Knorpelschaden therapiert werden, um eine Kniearthrose zu vermeiden. Bei der Sog. Pridie-Bohrung wird mit einem Spitzen Gerät die subchondrale Knochenoberfläche im Gelenkspalt durchbrochen. Blutgefässe aus dem Knochen bluten nach dieser Verletzung in den Gelenkspalt ein. Der sich bildende Schorf ist Grundlage für die Bildung eines Narbengewebes. Dieses Narbengewebe enthält aber keine zellulären Bestandteile, sondern nur Bindegwebe. Es ist daher kein vollwertiger Ersatz für Knorpelgewebe, das elastischer ist, Wasser binden kann und zelluläre Bestandteile enthält(sog. Chondrozyten). In aller Regel empfehlen wir unseren Patienten als Knorpeltherapie inzwischen die autologe Knorpeltransplantation (ACT), die dauerhaftere Ergebnisse erbringt und vor allem bei jüngeren Patienten oder größeren Knorpeldefekten bessere Langzeit-Ergebnisse bringt.

Fall 2: 64-jähr. Patientin mit Morbus Ahlbäck Stadium III

Die Patientin stellte sich vor mit starken Knieschmerzen links, Überwärmung im Knie und Ruheschmerzen.

Anamnese: Die gesunde Patientin hatte keinen Unfall. Sie ist aktiv im Wanderverein und gut durchtrainiert. Seit einiger Zeit spürt sie Schmerzen und Schwellungen nach längeren Wanderungen und beim Treppensteigen.

Klinische Untersuchung: Keine Hinweise auf Bandprobleme oder Fehlfunktion der Menisken. Überwärmung des Knies mit Schwellung. Druckschmerzhaftigkeit im inneren Gelenkspalt des Kniegelenks.

Radiologie: Röntgenbild zeigt Knochennekrose Stadium III mit deutlicher Demineralisierung des subchondralen Knochens im Kniegelenk. MRT zeigt ein Knochenmarksödem medial im linken Oberschenkelknochen.

Konservative Therapie: Entlastung, Unterarmgehstützen; Patientin versucht auf eigene Initiative mit Sauerstofftherapie in der Druckkammer das Knochenwachstum wieder anzuregen, obwohl wir angesichts des Lebensalters und des Stadiums der Knochennekrose keine Perspektive für diese Therapie sahen. Nach 40 Behandlungen wurde die HBO-Behandlung erfolglos abgebrochen.

Operative Therapie: Nach 3 Monaten ergab die erneute Untersuchung weitere Demineralisierung und Knorpelschäden. Weil auch auf der Gegenseite Knorpelschäden beobachtet wurden, konnte keine Spongiosatransplantation mit ACT-Knorpeltherapie angeboten werden. Um das Kniegelenk zu erhalten wurde die Gonarthrose in Verbindung mit der Subchondralen Knochennekrose durch eine gelenkerhaltende Schlittenprothese (Teilprothese nach Repicci) versorgt. Lediglich der gefährdete Gelenk-Abschnitt wurde prothetisch unterstützt.

Verlauf:

Dank des guten Allgemeinzustandes der Patientin war die Rehabilitation problemlos. 3 Monate nach OP der Repicci-Prothese kann sie symptomfrei wieder längere Wanderungen durchführen.

Markraumdekompression

Die durchblutungsfördernde „Markraum-Dekompression“ wird im frühen Krankheitsstadium der Osteonekrose durchgeführt: Der erkrankte Knochen wird angebohrt. Die auf diese Verletzung des Knochengewebes folgende Heilungsreaktion (Einwachsen neuer Blutgefäße) soll die Nekrose wieder heilen, indem sie die Heilungsprogramme des Knochens stimuliert, und die Nekroseentwicklung abwendet.

Auch bei der Markraumdekompression sind die Ergebnisse nicht eindeutig: Je früher sie zum Einsatz kommt und je höher die Regenerationsfähigkeit des Patienten ist (Alter), um so besser ist das Resultat. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Markraum-Dekompression ist als Therapie der Knochennekrose im Knie für viele Patienten leider auch relativ ineffizient.

Auffüllen der Osteonekrose mit autologem Knochenersatz: Spongiosaplastik

Eine Auffüllung mit Knochenersatz (retrograde Spongiosatransplantation) kann ebenfalls durchgeführt werden. Diese Behandlung ist meist einem späteren Krankheitsstadium der Knochenenkrose vorbehalten. Wenn der Knochen soweit destabilisiert ist, dass bereits ein Knorpelschaden in der Gelenkfläche sichtbar ist, kommt die Auffüllung mit Spongiosaplastik zum Tragen. Das Spongiosagewebe wird meist aus dem Oberschenkelkamm des Patienten als autologes (Körpereigenes) Transplantat gewonnen. Diese sog. Spongiosaplastik ist ein recht zuverlässiges Verfahren bei Knochennekrose im Kniegelenk.

Auch bei älteren Patienten haben wir die Erfahrung gemacht, dass das frische Gewebe aus dem eigenen Körper recht vital ist. Das Transplantat wird meistens in recht kurzer Zeit die Vitalität des nekrotischen Oberschenkelknochens wieder anregen.

Die Prognose von Morbus Ahlbäck nach Spongiosaplastik ist recht gut. Begleitende Knorpelschäden in Folge der Nekrose können mit einer Autologen Knorpeltransplantation (ACT) im Knie behandelt werden.

 

 

Die Rolle der Prothetik bei der Therapie der Knochennekrose im Knie

Ist der Knochen der Femurkondyle (Oberschenkelrolle) eingebrochen, helfen nur noch Knieprothesen oder Knieteilprothesen.

Knietotalendoprothesen sind bei jungen Patienten nicht die beste Lösung: Das Ausmaß der Nekrose entscheidet über die Versorgung.

Als kleinstmögliche Knieprothese gilt das sog. Hemicap-System. Das Hemicap-System ist ein metallisches Knie-Implantat, das die Gelenkoberfläche der beschädigten Teile des Knies wieder herstellt.

Bei größeren Knochen-Defekten kann eine Knieteilprothese (Schlittenprothese) helfen: Die sog. "Repicci-Prothese". Diese Knieteilprothese verursacht nur einen minimalen Knochenverlust. Das Gelenk-Gefühl und die Beweglichkeit des Kniegelenks sind nicht beeinträchtigt.

Große Knochenschäden bei Osteonekrose benötigen eine Knievollprothese

Große Defekte lassen sich allerdings nur durch einen Knie-Totalendoprothese versorgen.

Die Aussichten des Patienten mit Knochen-Nekrose im Knie

Ist eine schwere Schädigung des Gelenks durch die Knochen-Nekrose eingetreten, sind häufig auch schon in jüngerem Lebensalter Inlays oder Teilprothesen notwendig. Diese prothetische Behandlung der Knochen-Nekrose wollen wir aber immer möglichst gelenkerhaltend und knochensparend durchführen.

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