Orthopädische Gelenk-Klinik

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Knieendoprothese (Knie-TEP): Gelenkersatz nach schwerer Kniearthrose

Knieprothese AnimationDie Knieprothese ersetzt das Arthrose Knie: Ziel ist die Wiederherstellung eines normalen, schmerzfreien Bewegungsablaufes für die Arthrose-Patienten. © Viewmedica

(oder Knie-TEP, Knie-Totalendoprothese)

Was ist eine Knieendoprothese?

Bei einer Knieendoprothese handelt es sich um ein „künstliches Kniegelenk". Die Gelenkfläche wird nach schwerer Arthrose durch ein Metall/Kunststoffinlay ersetzt. Dieser Ersatz wird nötig, wenn bereits schwere, fortgeschrittene Verschleißerscheinungen im Kniegelenk (Gonarthrose oder Kniearthrose) vorliegen, die zu Schmerzen oder anderen Beschwerden wie Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit oder Fehlstellung des Kniegelenkes führen.

Ablauf einer Knieprothesen-Operation

Wie funktioniert eine Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP)

Von wesentlicher Bedeutung ist die Verbindung von Ober- und Unterschenkelkomponenten. Es empfehlen sich ungekoppelte Totalendoprothesen. Das sogenannte "mobile bearing" ist eine bewegliche Meniskusscheibe als Teil der Knieprothese, dadurch ähnelt sie vom Aufbau her dem natürlichen Knie.

Welche Prothesentypen gibt es?

Wir verwenden fast ausschließlich so genannte Oberflächenersatzprothesen, bei denen die Gelenkflächen an Ober- und Unterschenkel ersetzt werden, wobei die Komponenten mechanisch nicht miteinander verbunden sind. Die mechanische Verbindung der beiden Komponenten hat sich in der Praxis nicht bewährt, da es hierbei oft zu Brüchen durch Materialermüdung kam.

Die Stabilität dieses Prothesentyps ist deshalb entscheidend von der Funktion des noch intakten Kapselbandapparates abhängig. Wird mit der Operation zu lange gewartet, ist die Bandinstabilität meist so schwerwiegend, dass ein ungekoppelter Oberflächenersatz nicht mehr möglich ist.

"Welcher Prothesentyp kann bei gestörter Bandfunktion im Knie helfen?

Insbesondere die Seitenbänder und das hintere Kreuzband müssen erhalten sein, damit ein natürlicher und stabiler Bewegungsablauf möglich ist.

Bei extremer Seitenbandblockierung, etwa infolge einer schweren X- oder O-Bein-Stellung, ist der Einbau eines mechanisch gekoppelten und mit längeren Stielen in Oberschenkelknochen und Schienbein verankerten Prothesentyps erforderlich.

Welche Arten von Knie-TEPs gibt es?

Fixed Bearing und Mobile Bearing Prothese

Heute kann zwischen einem sogenannten „Mobile Bearing" und einem „Fixed Bearing" gewählt werden. Beim Fixed Bearing wird das Kunststoffteil mit der für die Bewegung nötigen Gleitfläche fest mit dem im Knochen verankerten Metall verbunden. Beim  Mobile Bearing bleibt das Kuntstoffteil dagegen selbstrotierend. Um sich für die geeignete Prothese entscheiden zu können, ist eine gute Beratung durch den Orthopäden Voraussetzung.

So sollte bei einem größeren Knochendefekt, bei instabilen Bändern oder schwacher Muskulatur ein Fixed Bearing eingesetzt werden, um eine stabilere, schmerzfreie und gute Kniefunktion erreichen zu können. Mit dieser Prothese sind allerdings nur Beuge- und Streckbewegungen möglich, die Rotationsbewegung im Kniegelenk ist eingeschränkt.

Je nach Alter, Beruf, Gewohnheit, Muskelkraft und Knochenqualität kann auch eine Mobile Bearing Prothese eingesetzt werden. Diese Prothese erlaubt einen größeren Bewegungsumfang, einen natürlicheren Bewegungsablauf, ein besseres funktionelles Ergebnis und kann bei eventueller Abnutzung der Gleitfläche besser ersetzt werden. Allerdings ist das Mobil Bearing sehr viel neuer, moderner und somit auch teurer als das Fixed Bearing.

Wie verläuft die Operation?

Das Kniegelenk wird mit nur einem Hautschnitt zentral geöffnet. Dann wird der erkrankte Gelenkknorpel abgetragen und Reste des erkrankten Knochens werden entfernt. Um möglichst wenig Knochen abtragen zu müssen, wird die neue Metalloberfläche geschlechts- und größenspezifisch an den Knochen angepasst. Bei diesem Eingriff bleiben die wichtigen Bänder des Kniegelenkes erhalten, so dass das Knie auch nach der Operation noch die nötige Stabilität hat und die Bewegungen der natürlichen Beweglichkeit nahe kommen.

Gibt es spezielle Risiken?

Wie bei jeder anderen Operation bestehen auch bei dieser gewisse Risiken. Zu den häufigsten allgemeinen Risiken zählen Infektionen der Wunde, Thrombose, Nachblutungen sowie Vernarbungen, die zu Bewegungseinschränkungen führen können. Besteht eine Infektion im Bereich der Prothese, muss diese mit Antibiotika behandelt werden. Nur wenn diese Behandlung nicht erfolgreich ist, kann es sein, dass die Prothese zur Ausheilung des Gelenks wieder entfernt und zu einem späteren Zeitpunkt durch eine neue ersetzt werden muss.

Was sind die Vorteile einer Knieprothese?

  • nur die Gelenkflächen werden ersetzt
  • wesentliche Bänder bleiben erhalten
  • verminderte Implantat/Oberflächenspannung
  • Drehbewegung im Stand verbessert
  • kommt der natürlichen Beweglichkeit nahe
  • kürzere Rehabilitationszeit
  • gilt als 'Golden Standard'

Nachbehandlung der Knie-Prothesen-Operation?

Bereits am ersten Tag nach der Operation wird das Kniegelenk vorsichtig mit Hilfe einer motorbetriebenen Schiene bewegt. Ab dem zweiten postoperativen Tag wird mit einer intensiven Physiotherapie begonnen. Hierbei wird unter anderem das Gehen mit zwei Unterarmgehstöcken erlernt, so dass bis zur Entlassung nach c.a. 4-5 auch das Treppensteigen möglich ist. Im direkten Anschluss an den Klinikaufenthalt erfolgt eine drei- bis vierwöchige ambulante oder stationäre Rehabilitation.

Was können Sie tun, damit die Prothese lange hält?

  • Setzen Sie auch nach der Reha selbstständig die gymnastischen Übungen fort, um eine Versteifung des Gelenkes zu verhindern.
  • Tragen Sie flache Schuhe mit weichen Sohlen und gegebenenfalls Pufferabsätzen.
  • Bei eitrigen Entzündungen (auch an anderen Körperstellen) den Arzt auf die Prothese hinweisen und an Antibiotika denken
  • wenig knien
  • keine schweren Lasten heben oder tragen
  • schwere körperliche Arbeit meiden
  • Bevorzugen Sie gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Gymnastik oder Radfahren.
  • Verzichten Sie auf Kontakt- und Risikosportarten wie Fußball, Tennis, Joggen oder Reiten.

Neues zur Endoprothesenpassform

In den letzten Jahren wurde das Design der Implantate derart verbessert und erweitert, dass eine individuelle Anpassung an den Patienten bei maximaler Erhaltung der nicht beschädigten Gelenkanteile möglich geworden ist. Wir verwenden zum Beispiel spezielle Prothesentypen für Frauen oder auch extra angefertigte Prothesen nach Maß.

Unsere Zielsetzung

Erklärtes Ziel ist der größtmögliche Erhalt körpereigener Gewebestrukturen unter Verwendung des kleinstmöglichen Implantats.

Sport und Knieprothese

Generell gilt auch hier: Sport ist erwünscht und sinnvoll. Allerdings mit Maß und Ziel. Die Vorteile, die der gesamte Organismus durch sportliche Aktivitäten gewinnt, wie Förderung der Kondition, Durchblutung und Koordination, sind gegen die Risiken einer Verletzung abzuwägen. Deshalb sollten sturz-, verletzungs- und kontaktintensive Sportarten vermieden werden. Auch die Belastungsintensität für die Kniegelenke bei den unterschiedlichen Sportarten ist ein Kriterium für die Auswahl des richtigen Sports. Grundsätzlich zu empfehlen sind Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen, Rudern, Golfen, Langlaufen, Gymnastik und Yoga, Wandern und Radfahren. Moderates Gerätetraining ist ebenfalls gut geeignet. Beim Reiten, Joggen, Ski fahren, Tennis und Badminton kommt es sehr darauf an, wie intensiv und risikofreudig diese Aktivitäten betrieben werden. Gänzlich ungeeignet sind alle Kampfsportarten, Rugby und Hockey, und Kontakt-Ballsportarten wie Fußball, Basketball, Handball und Volleyball. Grundsätzlich kommt es darauf an, Ihre gewählte Sportart vernünftig und bewusst auszuüben. Denken Sie ans Tragen von Kniebandagen sowie an Aufwärmphasen und Dehnübungen. Vermeiden Sie unnötige Risiken und Überforderung.

 

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