Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Kniespezialist untersucht Knieschmerzen

Arthrose: Gelenkerhaltende und knochenerhaltende Therapie

Arthrose ist fortschreitender Gelenkverschleiß. Über Jahre baut sich die stoßdämpfende Knorpelschicht zwischen zwei Gelenkflächen ab. Für Patienten hat Arthrose Veränderungen an Knochen und Gelenken sowie starke Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit zur Folge. Im fortgeschrittenen Stadium droht die Einsteifung des Gelenks.

  1. Was ist Arthrose?
  2. Ursachen: Wie kommt es zu Arthrose?
  3. Symptome: Wie äußert sich Arthrose?
  4. Diagnose: Wie untersuchen die Orthopäden der Gelenk-Klinik Arthrose?
  5. Wie kann man Arthrose vorbeugen?
  6. Therapie: Wie behandelt der Spezialist Arthrose?

    a. Konservative Therapie der Arthrose
    b. Operative Therapie bei Arthrose

  7. Häufige Patientenfragen zu Arthrose an Prof. Dr. Sven Ostermeier von der Gelenk-Klinik Freiburg
Schematische Darstellung eines gesunden und eines durch Arthrose veränderten Kniegelenks. Am Beispiel des Kniegelenks zeigt die Abbildung die degenerativen Veränderungen bei Arthrose. Die schützende Knorpelschicht baut sich zwischen den Gelenkflächen von Oberschenkel und Unterschenkel ab und der Gelenkspalt verschmälert sich. Die knöchernen Gelenkflächen berühren sich direkt und reiben bei Bewegung aufeinander. Hierdurch entstehen die starken Gelenkschmerzen bei Arthrose. Es können an den Gelenkflächen knöcherne Anbauten (Osteophyten) entstehen, die zu Entzündungsreaktionen innerhalb der Gelenkkapsel führen. In der Gelenkflüssigkeit (Synovia) findet sich Abriebmaterial von Knorpel und Knochen, als Folge entzündet sich das Gelenk und es können Ödeme (Wasseransammlungen) entstehen. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit des Gelenkes. © Gelenk-Klinik

In Deutschland leiden mehr als 5 Millionen Menschen an Arthrose. Arthrose ist damit die häufigste Gelenkerkrankung. Etwa 3 Millionen Menschen in Deutschland haben aufgrund von degenerativem Gelenkverschleiß bereits ein künstliches Gelenk erhalten. Das Kniegelenk ist am häufigsten von Arthrose betroffen, dicht gefolgt vom Hüftgelenk. Laut Statistischem Bundesamt gehörte in Deutschland der endoprothetische Gelenkersatz mit über 230.000 transplantierten Hüftendoprothesen und 190.000 Knieendoprothesen im Jahr 2017 zu den häufigsten Operationen überhaupt.

Die Ursachen von Arthrose sind vielfältig. Sie reichen von Fehlstellungen der Gelenke, Überlastungen durch Beruf und Sport, bis hin zu Übergewicht, Bewegungsmangel und den Spätfolgen nach traumatischen Verletzungen.

Bei der Behandlung der Arthrose ist eine exakte Diagnosestellung durch einen orthopädischen Spezialisten gefragt. Für die Orthopäden der Gelenk-Klinik Freiburg besitzen die vielfältigen Therapieoptionen zum Erhalt der geschädigten Gelenke oberste Priorität. Sie leiten so früh wie möglich eine geeignete Behandlung ein und können auf diese Weise die arthrotischen Beschwerden lindern oder sogar beseitigen.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist Gelenkverschleiß durch krankhafte Rückbildung des schützenden Knorpels. Die Funktion der Gelenkknorpel verschlechtert sich häufig altersbedingt durch verschiedene Abbauprozesse. Ist der Gelenkverschleiß überdurchschnittlich weit fortgeschritten, liegt eine behandlungsbedürftige Arthrose vor.

Da die Knorpelschicht keinerlei sensible Nervenendigungen als Schmerzfühler enthält, nehmen Betroffene Schäden am Knorpel immer erst wahr, wenn die Defekte bereits bis zu der unter dem Knorpel liegenden Knochenschicht reichen. Die Knochenhaut (Periost) ist sehr druckempfindlich und reagiert auf Gelenkbewegungen mit starken Schmerzen.

Synonyme zu Arthrose

  • Gelenkverschleiß
  • degenerative Gelenkerkrankung
  • Arthrosis deformans (“verstümmeltes Gelenk”)
  • Osteoarthrose
  • engl.: osteoarthrosis, osteoarthritis

Was geschieht bei Arthrose in einem Gelenk?

Ursache einer Arthrose ist stets eine mechanische Überlastung des Gelenkknorpels. Die abbauenden Prozesse und Einflüsse überwiegen die Fähigkeit des Knorpels zur Regeneration. Die Ursachen können beispielsweise in der beruflichen oder sportlichen Lebensgestaltung liegen. Aber auch Fehlstellungen und geschädigte Bänder und Weichteilstrukturen können diese übermäßige Beanspruchung des Knorpels verursachen.

Arthrose ist eine Krankheit, bei der das natürliche Gleichgewicht zwischen knorpelabbauenden und knorpelregenerierenden Prozessen im Körper gestört ist. Bei Arthrose wird die gleitfähige Knorpelschicht, welche die Gelenkflächen schützend und stoßdämpfend umgibt, immer dünner und rissiger. Das Gewebe des Gelenkknorpels verliert seine Fähigkeit, Wasser einzulagern. Die Wassereinlagerung sorgt für die Elastizität und Robustheit des Knorpelgewebes. Die Gelenkfläche ist dadurch nicht mehr glatt, sondern wird rau und rissig.

Durch die bei Arthrose erhöhte Reibung im Gelenk löst sich Knorpelmaterial aus den Gelenkflächen. Nach dem kompletten Knorpelverlust kommen durch die Reibung der Gelenkflächen sogar Knochensplitter hinzu.

Schematischer Vergleich eines gesundes Gelenkes mit einem veränderten Gelenk im Frühstadium bzw. Spätstadium einer Arthroseerkrankung. Schematische Darstellung eines gesunden Gelenkes, verglichen mit veränderten Gelenken im Frühstadium und Spätstadium einer Arthroseerkrankung. Die Gelenkhöhle ist innen mit der Synovialmembran ausgekleidet, die eine zähe Flüssigkeit (Synovia) produziert. Diese Gelenkschmiere sorgt für eine reibungslose Beweglichkeit zwischen den beteiligten Gelenkknochen. Eine Gelenkkapsel und stabilisierende Bänder umgeben das gesamte Gelenk. © Gelenk-Klinik

Dieser Knorpelabrieb kann zu sogenannter aktivierter Arthrose – also einer mit Entzündungen kombinierten Arthrose – führen. Das Gelenk schwillt an, erwärmt sich und wird infolge der entzündlich aktivierten Arthrose empfindlich und schmerzt. Die für eine aktivierte Arthrose charakteristische Entzündungsreaktion beschleunigt durch entzündungsfördernde Botenstoffe den weiteren Knorpelabbau.

Welche Gewebe sind von Arthrose betroffen?

Arthrose ist eine Erkrankung, die nicht auf den Gelenkknorpel beschränkt bleibt. Bei fortgeschrittener Arthrose schädigt der Gelenkverschleiß auch die umliegenden Gewebe des Gelenks – Knochen, Bänder, Gelenkkapsel. Durch den Knorpelabbau verliert das Gelenk seine natürliche Form (Arthrosis deformans). Es können Fehlstellungen entstehen und bereits vorhandene Fehlstellungen werden durch Arthrose verstärkt.

Die sich entwickelnden Entzündungen und die veränderte mechanische Belastung führen im weiteren Verlauf zu einer Reizung des benachbarten Knochens. Knochenneubildungen (Osteophyten) entstehen am Rand der Gelenkflächen.

Der Knochen unter der am stärksten belasteten Knorpelschicht verdickt sich häufig. Mediziner sprechen von einer subchondralen Sklerose oder Sklerosierung. An stark belasteten Arealen kann es zur Auflösung von Knochengewebe kommen; es bilden sich Knochenzysten oder Geröllzysten. Diese arthrosebedingten Änderungen der Knochenstruktur sind im Röntgenbild sehr gut sichtbar.

Entzündungsvorgänge schädigen zudem die Bänder und Sehnen, die das Gelenk stabilisieren und führen. Die Patienten leiden unter Schmerzen und schonen die betroffenen Gelenke. In der Folge bildet sich die umliegende Muskulatur zurück. Das Gelenk wird nicht mehr effizient durch straffe Bänder und starke Muskulatur geführt. Es läuft, ähnlich wie ein Autorad mit Lagerschaden, "aus der Spur". Die Fehlbelastung verstärkt den Knorpelabrieb und der Arthroseprozess schreitet fort – ein Teufelskreis beginnt.

Langfristig kann Arthrose zu einer vollständigen, schmerzhaften Versteifung des Gelenks führen. Durch Ausweichbewegungen und Schonhaltung schädigt diese Versteifung indirekt auch die benachbarten Gelenke oder die Gelenke auf der Gegenseite des Körpers. Man spricht in diesen Fällen von einer Begleitarthrose.

Arten der Arthrose: Einteilung nach betroffenem Gelenk

Arthrose kann alle Gelenke des Körpers in unterschiedlicher Ausprägung betreffen. Die Beschwerden des Patienten und seine optimale Behandlung hängen stark vom erkrankten Gelenk ab.

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Für Arthrosen ist der kontinuierliche Knorpelabbau im Gelenkspalt charakteristisch. Dieser Knorpelabbau wird beschleunigt durch Knorpelverletzungen in den Gelenkflächen, Fehlstellungen oder Fehlbelastungen der Gelenke. Betroffene leiden typischerweise unter Anlauf- und Belastungsschmerzen.

Arthritis ist ebenfalls mit Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit der Gelenke verbunden. Bei Arthritis liegt die Ursache jedoch in entzündlichen Prozessen in den Gelenken. Die Beschwerden bei Arthritis treten in Ruhe oder nachts auf und sind die Folge von Infektionen, Autoimmunerkrankungen (Rheuma) oder Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Gicht.

Vergleich von Arthrose und Arthritis im Gelenk. Schematischer Vergleich von Arthrose und Arthritis im Gelenk. Bei Arthrose liegt ein Knorpelschaden und im Spätstadium auch krankhafte Veränderungen am Knochen vor. Bei einer Arthritis entstehen die Schmerzen als Folge einer Entzündung im Gelenk. © Gelenk-Klinik

Epidemiologie: Verbreitung der Arthrose in Deutschland

Arthrose ist in Deutschland und auch weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Eine Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2017 zeigt, dass etwa jede 5. Frau und jeder 7. Mann über 18 Jahren unter Arthrose leiden. Im jüngeren Erwachsenenalter (unter 30 Jahren) ist Arthrose sehr selten. Dieser Anteil steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an: Über 65 Jahren sind knapp die Hälfte der Frauen und fast ein Drittel der Männer von Arthrose betroffen.

Forscher gehen aufgrund der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung von einer weiter steigenden Prävalenz der Arthrose in der Gesellschaft aus. Dies bedeutet ‒ neben den körperlichen und seelischen Belastungen für die Patienten ‒ einen hohen wirtschaftlichen Kostenaufwand.

Welche Gelenke sind am häufigsten von Arthrose betroffen?

Groß angelegte Untersuchungen des Robert Koch-Instituts zwischen 2008 und 2011 ergaben, dass bei Personen mit Arthrose am häufigsten das Kniegelenk betroffen war: Mehr als die Hälfte berichteten von einer Kniearthrose und etwa ein Viertel von einer Hüftarthrose. Fingerarthrose bestand bei einem Drittel der Frauen und einem Siebtel der Männer. Jeder zweite Patient litt unter Arthrose in mehr als einem Gelenk (Polyarthrose).

Ursachen: Wie kommt es zu Arthrose?

Risikofaktoren für Arthrose:

Faktoren, die man selbst beeinflussen kann:

  • Bewegungsmangel
  • erhöhtes Körperfett, Übergewicht
  • Ernährung
  • Konsum von Genussgiften (Nikotin, Alkohol)

Faktoren, die man nicht beeinflussen kann:

  • genetische Veranlagung (Prädisposition)
  • Alter
  • weibliches Geschlecht

Verletzungen am Gelenk:

Weitere Faktoren, die Arthrose begünstigen:

Bei Arthrose wird die Knorpelsubstanz in den Gelenkflächen über das normale Maß hinaus beansprucht. Knorpel regeneriert sich von Natur aus nur sehr langsam und bei Arthrose überwiegen die knorpelabbauenden Prozesse im Gelenk.

Die Ursachen für die Ausbildung von Arthrose sind vielfältig. Auf einige auslösende Faktoren haben Betroffene keinen Einfluss. Dazu zählen zum Beispiel ihr Alter, Geschlecht oder die genetische Veranlagung für vorzeitigen Gelenkverschleiß.

Andere Risikofaktoren wie beispielsweise Beinfehlstellungen (X- und O-Bein), Knorpel-, Band- und Knochenverletzungen durch Traumata oder eine unzureichend behandelte Hüftdysplasie aus der Kindheit können sich direkt auf betroffene Gelenke auswirken. Langfristig verursachen diese Faktoren degenerative arthrotische Veränderungen. Daneben gibt es Risikofaktoren, die Sie selbst beeinflussen können: Hierzu zählen regelmäßige Bewegung, Normalgewicht, ausgewogene, arthrosegerechte Ernährung und die Vermeidung von Nikotin und Alkohol.

Muskeln und Bänder stärken die Gelenke

Schematische Darstellung der knöchernen und Bandstrukturen des menschlichen Knies. Das Bild zeigt die normale Anatomie des menschlichen Knies seitlich von vorne: Die Kniescheibe (Patella) ist durch Bänder beweglich aufgehängt und der Meniskus bildet einen schalenförmigen Puffer zwischen Oberschenkel (Femur) und Schienbein (Tibia). Im Inneren des Kniegelenks liegen die stabilisierenden Kreuzbänder und weiter außen die Seitenbänder. © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Im Bereich rund um die Gelenke befinden sich viele stützende und entlastende Muskeln und Bänder, die für eine optimale Gelenkführung sorgen und Stöße abfangen. Eine schlecht trainierte Muskulatur begünstigt ‒ vor allem in Verbindung mit Übergewicht ‒ die Entstehung von Arthrose in allen Gelenken.

Traumatische Störungen an Bändern und Bindegewebe können für eine Überlastung der Gelenke verantwortlich sein. Beispielsweise beobachten die Orthopäden der Gelenk-Klinik bei Patienten nach dem Riss des Außenbandes (Außenbandruptur) langfristig häufiger eine Sprunggelenksarthrose. Auch ein Meniskusriss oder die Meniskusentfernung führen zu einer nachweislich höheren Rate an Kniearthrose bei den betroffenen Patienten.

Wir setzen gezielt die physiotherapeutische Kräftigung der Gelenke zur Arthroseprävention und -therapie ein. Auch Übungen zur Verbesserung der Koordination und Selbstwahrnehmung (Propriozeption) sind sehr gut geeignet, um Arthrose zu verlangsamen und die Gelenkführung zu verbessern. Vor allem nach Verletzungen und bei älteren Patienten sind diese kräftigenden und stabilisierenden Therapien sehr effektiv.

Knorpel braucht Bewegung

Knorpelgewebe wird in den Gelenken nicht durchblutet, sondern ernährt sich passiv aus der umgebenden Gelenkflüssigkeit (Synovia). Bewegung und sportliche Aktivität dienen als natürliche Pumpe für die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen, Sauerstoff und den Abtransport von Stoffwechselendprodukten. Bewegungsmangel behindert die Regeneration des Knorpels und gilt als bedeutender Auslöser von Arthrose.

Reihenuntersuchungen an Joggern und sportlich weniger aktiven Menschen im Vergleich zeigen deutlich den positiven Einfluss von körperlicher Betätigung auf eine stabile Knorpelstruktur. Eine weitgehend sitzende Lebensweise ohne angemessenen Bewegungsausgleich lässt den Knorpel im Laufe der Jahre regelrecht "verhungern".

Mikroskopische Aufnahme von hyalinem Gelenk-Knorpel Mikroskopisches Bild von hyalinem Knorpel, der sich in den meisten Gelenkflächen befindet. Knorpel ist ein Stützgewebe ohne Blutgefäßversorgung und besteht neben den Knorpelzellen (blau) hauptsächlich aus Interzellularsubstanz (weiß). Bestandteile der durchsichtigen Interzellularsubstanz sind zu etwa 70 Prozent Wasser, Fasern, wasserbindende Proteine und Hyaluronsäure. © Ganimedes über Wikimedia.org

Körperfett begünstigt Entzündungen und Knorpelabbau

Fettgewebe belastet die Gelenke nicht nur wegen des höheren Körpergewichts. Zusätzlich erhöht die biochemische Aktivität des Fettgewebes, vor allem von Bauchfett, die allgemeine Entzündungsneigung im gesamten Körper, also auch in den Gelenken. Fettgewebe bildet entzündungsfördernde Stoffe (Adipokine). Gelangen die Adipokine in die Gelenkflüssigkeit, beschleunigen sie die Erweichung und Auflösung des Knorpelgewebes. Reichlich vorhandene Fettzellen verstärken daher über mehrere Wege den Knorpelabbau in den Gelenken.

Normalgewicht bremst Arthrose aus

Regelmäßige sportliche Betätigung und normales Körpergewicht beugen Arthrose vor. Normalgewicht und regelmäßige Bewegung entlastet die Gelenke und senkt die Entzündungsneigung im Körper. Deshalb ist regelmäßige, sanfte Bewegung die effektivste Vorbeugung gegen Arthrose. © lordn, Fotolia

Die Gelenke der unteren Extremitäten ‒ also Hüfte, Knie und Sprunggelenke ‒ tragen unser gesamtes Körpergewicht. Beim Laufen und Springen wirkt ein Vielfaches des Gewichts auf die Gelenkknorpel. Bei Personen mit hohem Körpergewicht verursacht die größere mechanische Last einen früher einsetzenden und stärkeren Verschleiß in den Gelenken verglichen mit normalgewichtigen Menschen.

Studien bestätigen den direkten Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Arthrose: Das individuelle Risiko, eine Arthrose zu entwickeln, ist bei stark Übergewichtigen mehr als doppelt so hoch wie bei Normalgewichtigen. Gleichzeitig liegt der Zeitpunkt einer Hüftprothesenoperation bei stark übergewichtigen Patienten über 10 Jahre früher als bei Normalgewichtigen. Übergewichtige erhalten Knieprothesen durchschnittlich sogar 13 Jahre früher als normalgewichtige Patienten.

Genetische Komponente bei Arthrose

Bei manchen Patienten ist aufgrund einer Schwäche des Gelenkknorpels eine erbliche Veranlagung für Arthrose in der Familiengeschichte zu finden.

Neuere Forschungsergebnisse machen hierfür eine Mutation im COL2A1-Gen verantwortlich. Dieses Gen kodiert für Kollagen Typ II, ein Struktureiweiß des elastischen Knorpels, das unabdingbar für die normale Knorpel- und Skelettentwicklung ist. Folge der Erbkrankheit ist immer eine schwere Arthrose, die gleich nach der Beendigung der Wachstumsphase einsetzt.

Erbliche Faktoren spielen sowohl bei Beinachsenfehlstellungen (X- und O-Bein) oder Wachstumsstörungen wie der Hüftdysplasie als auch bei Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen (Rheuma) eine wichtige Rolle. Bei all diesen Erkrankungen kann sich langfristig eine Arthrose entwickeln. Erbliche endokrine Störungen wie beispielsweise Akromegalie (Riesenwuchs der Extremitäten) begünstigen ebenfalls die Entstehung von Arthrose.

Für die erblichen Formen der Arthrose ist typisch, dass sie gleichzeitig in vielen Gelenken auftritt und nahe Verwandte wahrscheinlich ebenfalls an Arthrose erkrankt sind.

Vergleich der Beinachsen mit Kennzeichnung der Belastungsachse der Beine (Mikulicz-Linie). Darstellung von normaler Beinstellung, X- Bein und O-Bein. Vergleich der Belastungsachse in den Beinen, gekennzeichnet als Linie (Mikulicz-Linie) zwischen dem Hüftgelenk und dem Sprunggelenk. Bei X-Beinen (Genu valgum) liegt die Beinachse seitlich außerhalb des Kniegelenks. Dies verursacht langfristig eine übermäßige Belastung des lateralen (äußeren) Meniskus. Bei der O-Beinstellung (Genu varum) verläuft die Mikulicz-Linie medial außerhalb des Kniegelenks und die Hauptbelastung liegt auf dem inneren Meniskus. © Gelenk-Klinik

Osteoporose kann Arthrose begünstigen

Schematische Darstellung der Osteoporose am Beispiel des Oberschenkelknochens, verglichen mit gesundem Knochen. Osteoporose (verminderte Knochendichte) begünstigt vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren die Entwicklung von Arthrose. Bei Osteoporose verringert sich der Kalziumgehalt im Knochen. Der Knochen wird brüchig. Bei Männern tritt diese Verminderung der Knochendichte etwa 10 Jahre später als bei Frauen ein. © crevis, Fotolia

Eine verminderte Knochendichte (Osteoporose) gilt ebenfalls als Risikofaktor für Arthrose: Bei Osteoporose wird durch den verringerten Kalziumgehalt der Knochen spröde und weniger tragfähig. Es drohen Knochenbrüche (Frakturen) und die veränderte knöcherne Struktur macht das Skelett instabil und anfällig für degenerativen Verschleiß.

Von Osteoporose sind häufig Frauen in den Wechseljahren betroffen: Fast jede 4. Frau über 50 Jahren leidet aufgrund der Hormonumstellung im Klimakterium an Osteoporose. Dagegen betrifft die Erkrankung nur jeden 16. Mann gleichen Alters.

Knochennekrose als Vorstufe der Arthrose

Auch Knochennekrose (Osteonekrose) kann ein Gelenk destabilisieren und langfristig zu Arthrose führen. Bei Knochennekrose besteht aus oft unbekannten Gründen eine Durchblutungsstörung innerhalb des Knochengewebes. Die Knochenzellen werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und sterben ab.

Nach einiger Zeit erscheint der Knochen an den nekrotischen Stellen im Röntgenbild als heller, demineralisierter Bereich. Schließlich kann der Knochen unterhalb des Knorpels komplett einbrechen und auf diese Weise die glatte Knorpelschicht zerstören. An der unebenen Oberfläche reiben Knorpel und Knochen aufeinander und setzen den arthrotischen Gelenkverschleiß in Gang.

Gelenkverletzungen durch Unfälle

Als Folge traumatischer Verletzungen kann die Knorpelschicht in Gelenken akut verletzt werden. Diese Schäden sind ‒ verglichen mit den chronischen Verletzungen zum Beispiel aufgrund einer Beinfehlstellung ‒ eher kleiner und lokal begrenzt. Bei Knorpelverletzungen reißen die einzelnen Fasern im Knorpel und er verliert seine Fähigkeit, Wasser zu binden. Der Knorpel wird weniger elastisch und baut sich langfristig ab.

Eine der häufigsten Ursachen für frühe Kniearthrose ist beispielsweise eine Meniskusverletzung (Meniskusriss). Der Meniskusriss ist eine sehr häufige Sportverletzung, bei der den Betroffenen oft nicht bekannt ist, dass sie langfristig ein hohes Risiko für Kniearthrose entwickeln.

Gelenknahe Brüche: Arthrose als mögliche Spätfolge

Manchmal erst Jahre nach einer Fraktur (Bruch) kann sich eine posttraumatische Arthrose bei den Patienten ausbilden. Beispielsweise kann eine fehlverheilte Fraktur des Radiusköpfchens, dem oberen (proximalen) Ende des Speichenknochens (Radius), zu vermehrtem Knorpelabrieb im Ellenbogengelenk führen. Der Gelenkverschleiß macht Beugung und Streckung des Unterarms, aber besonders die Umwendbewegung sehr schmerzhaft und fast unmöglich.

Symptome: Wie äußert sich Arthrose?

Typische Beschwerden bei Arthrose

  • Morgensteifigkeit
  • Anlaufschmerzen
  • Belastungsschmerzen
  • bei entzündlicher (aktivierter) Arthrose zusätzlich Ruheschmerzen, Dauerschmerzen und nächtliche Gelenkschmerzen (Schmerztrias)
  • zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit betroffener Gelenke
  • Auswirkungen auf Psyche und Wohlbefinden durch die Schmerzbelastung: Gereiztheit, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit

Arthrose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die sich bei den Betroffenen individuell in Intensität und Lokalisation der Beschwerden unterscheidet.

Was sind die typischen Schmerzen bei Arthrose?

Charakteristisch für eine Arthroseerkrankung ist der Anlaufschmerz, der sich nach Ruhephasen einstellt. Morgens oder bei der ersten Bewegung können Schmerzen im Gelenk auftreten, die bald wieder nachlassen.

Älterer Mann mit Knieschmerzen Für Arthrose sind Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen typisch, die nach längeren Ruhephasen auftreten. In frühen Stadien der Arthrose verschwinden diese Beschwerden nach kurzer Zeit wieder. © Africa Studio, Fotolia

Ein anderer, typischer Arthroseschmerz ist der Belastungsschmerz: Er tritt bei akuter Überlastung eines Gelenks auf, zum Beispiel nach einer längeren Wanderung oder dem Tragen schwerer Kisten. Der Belastungsschmerz stellt sich in dem von Arthrose betroffenen Gelenk ein: Akuter Knieschmerz beim Treppensteigen deutet zum Beispiel auf Kniearthrose.

Normalerweise treten Anlauf- und Belastungsschmerzen nur bei Arthrose auf. Ruheschmerzen und nächtliche Gelenkschmerzen sind hingegen charakteristisch für Arthritis oder rheumatische Beschwerden. Bei weit fortgeschrittener oder entzündlicher (aktivierter) Arthrose kann alles in Kombination auftreten.

In welchen Stadien verläuft Arthrose?

Mithilfe der Befunde aus Röntgenbild und klinischer Untersuchung unterteilen Mediziner Arthrose in vier Stadien. Dabei stellen Orthopäden immer wieder Differenzen zwischen dem Ausmaß des Knorpelabbaus und den individuellen Beschwerden des Patienten fest. Daher dient die Einteilung der Arthrose in bestimmte Stadien vorrangig der Orientierung und der Entwicklung eines individuellen Therapieplans.

Schematische Darstellung der vier Stadien einer Arthroseerkrankung. Schematische Darstellung der vier Stadien einer Arthroseerkrankung. Im 1. Stadium können sich die Betroffenen uneingeschränkt bewegen. Die Knorpelschicht im Gelenk weist erste kleine Unebenheiten auf. Im Frühstadium einer Arthrose ist im Röntgenbild ein verschmälerter Gelenkspalt sichtbar. Die Betroffenen leiden unter Belastungsschmerzen, die nach Ruhe schnell wieder verschwinden. Eine fortgeschrittene Arthrose ist von Morgensteifigkeit nach dem Aufstehen und Belastungsschmerzen geprägt, die sich schneller einstellen und länger anhalten. Starke Gelenkschmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit sowie deutliche Schäden am Knorpelgewebe im Gelenk charakterisieren das Spätstadium einer Arthrose. © Gelenk-Klinik

1. Stadium: Arthrosebeginn

  • Betroffene können ihre Gelenke noch gut und ohne Schmerzen bewegen.
  • Ihre Gelenke sind im Alltag und beim Sport belastbar und beweglich.
  • Das Röntgenbild zeigt eine leichte Abnahme der Knorpeldicke im Gelenk.
  • Der Knorpel weist erste Unebenheiten und Risse auf.
  • Bei ersten Arthrosezeichen im Röntgenbild, ohne dass die Patienten Schmerzen haben, spricht man auch von stummer Arthrose.

2. Stadium: Frühstadium der Arthrose

  • Die Betroffenen leiden unter den ersten Beschwerden: leichte Belastungsschmerzen, die nach Ruhephasen wieder vollständig verschwinden, und mäßige Morgensteifigkeit nach dem Aufstehen.
  • Mit der Zeit wird der Bewegungsradius der Gelenke kleiner und die Patienten bemerken ein Spannungsgefühl.
  • Im Röntgenbild findet sich ein verschmälerter Gelenkspalt.
  • Teilweise stellen sich erste knöcherne Anlagerungen und Höcker an der Gelenkfläche (Osteophyten) dar.
  • Meist fehlen bei den Betroffenen die typischen Entzündungszeichen im schmerzenden Gelenk (Schwellung, Rötung, Überwärmung): Mediziner sprechen in diesem Fall von einer nichtaktivierten Arthrose.

3. Stadium: fortgeschrittene Arthrose

  • Morgensteifigkeit und Gelenkschmerzen nach körperlicher Belastung nehmen zu.
  • Der Belastungsschmerz verschwindet auch nach Schonphasen nur langsam und stellt sich schnell wieder ein.
  • Nach längerem Sitzen leiden die Patienten unter Anlaufschmerz mit eingeschränkter Beweglichkeit der Gelenke.
  • Betroffene entwickeln als Folge ihrer Schmerzen verschiedene Schonhaltungen.
  • Eventuell treten im fortgeschrittenen Stadium jetzt Schmerzen in Ruhe oder nachts auf.
  • Möglicherweise bemerken Betroffene Gelenkgeräusche wie Knacken oder Knirschen.
  • Bei einem zunehmenden Verlust der Gelenkfunktion kombiniert mit Entzündungszeichen liegt eine aktivierte Arthrose vor.

4. Stadium: Spätstadium der Arthrose

  • Die Patienten leiden dauerhaft unter starken Gelenkschmerzen (Dauerschmerzen).
  • Die Beweglichkeit und Stabilität des arthrotischen Gelenkes ist deutlich eingeschränkt.
  • Das Röntgenbild zeigt ‒ zumindest teilweise ‒ einen komplett verschwundenen Gelenkspalt und sichtbare Schäden am Knochen.
  • Sind weitere Strukturen im Gelenk wie Gelenkkapsel oder Knochen beteiligt, liegt eine sogenannte dekompensierte Arthrose vor.

Diagnose: Wie untersuchen die Orthopäden der Gelenk-Klinik Arthrose?

  • Arzt-Patientengespräch
  • körperliche Untersuchung
  • Laborwerte im Blut
  • Punktion des Gelenks
  • bildgebende Diagnostik: Ultraschall, MRT, Röntgen
  • spezielle orthopädische Bildgebung der Gelenk-Klinik

Die Ursachen für Gelenkschmerzen sind vielfältig. Für eine zielgenaue Therapie stellt eine sorgfältige ärztliche Diagnose die entscheidende Basis dar. Die Abgrenzung arthrotischer Gelenkveränderungen von anderen Erkrankungen (Differentialdiagnose) ist sehr wichtig für die optimale Behandlung des Patienten und stellt hohe Anforderungen an den behandelnden Arzt. Die Beschwerden können beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen (Rheuma), bakteriellen Infektionen oder Stoffwechselstörungen (Gicht) sehr ähnlich sein.

Differentialdiagnose: Bei welchen Krankheiten treten Gelenkschmerzen auf?

Wann soll man mit Arthrose den Arzt aufsuchen?

Arthrose ist keine Erkrankung, die sich von heute auf morgen entwickelt. Betroffene nehmen die ersten Zeichen für degenerative Veränderungen im Gelenk häufig nicht ernst. Die morgendliche Steifigkeit nach dem Aufstehen verschwindet schnell und die leichten Schmerzen nach der anstrengenden Wanderung sind bald vergessen. Dabei wäre es wichtig, die ersten Warnsignale sofort von einem Orthopäden abklären zu lassen und das Fortschreiten der Arthrose möglichst frühzeitig zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Welcher Arzt hilft bei Arthrose?

Als erster Ansprechpartner für Patienten mit Gelenkschmerzen dient häufig der Hausarzt. Dieser veranlasst auch die grundlegenden Untersuchungen und überweist die Patienten in den meisten Fällen an Orthopäden, denen spezialisierte diagnostische und therapeutische Möglichkeiten offenstehen.

Gelenkerhalt als oberstes Ziel in der Gelenk-Klinik

Arthrose-Experten der Gelenk-Klinik:

Spezialisten für Hüftarthrose:
Dr. Martin Rinio, Dr. Thomas Schneider

Spezialisten für Kniearthrose:
Prof. Dr. Sven Ostermeier, PD Dr. Bastian Marquaß

Spezialisten für Fuß- und Sprunggelenksarthrose:
Dr. Thomas Schneider, Dr. Martin Rinio

Spezialisten für Wirbelsäulenarthrose:
PD Dr. David-Christopher Kubosch

Spezialisten für Schulterarthrose:
Prof. Dr. Sven Ostermeier, PD Dr. Bastian Marquaß

Spezialist für Daumen- und Fingergelenksarthrose:
PD Dr. Bastian Marquaß

Die Spezialisten der Gelenk-Klinik suchen zuerst nach einer gelenkerhaltenden Behandlungsstrategie. Sie untersuchen das betroffene Gelenk auf mechanische Auslöser von Arthrose und beziehen auch individuelle Ereignisse wie Unfälle und die Biomechanik des Gelenks mit in ihre Diagnostik ein.

Die ursachenbezogene Arthrosetherapie verfolgt das Ziel, das zugrunde liegende mechanische Problem im Gelenk zu identifizieren und zu beheben. Aus diesem Grund begleitet ein erfahrener Arthrose-Experte der Gelenk-Klinik den Patienten durch den kompletten Diagnostik- und Behandlungsprozess. Jeder Facharzt der Klinik ist ausgewiesener Spezialist für bestimmte Gelenke und deren Erkrankungen.

Primäre oder sekundäre Arthrose?

Primäre Arthrose:

Unklare Ursachen oder erbliche Veranlagung führen zu geringerer Belastbarkeit des Knorpelgewebes und vorzeitigen Abnutzungserscheinungen.

Sekundäre Arthrose:

Die Ursache der Arthrose ist bekannt. Den arthrotischen Veränderungen liegt zum Beispiel eine Überlastung, Fehlstellung, Entzündung oder ein Unfall (Trauma) zugrunde.

Bei genauer Diagnostik des erkrankten Gelenks inklusive Knorpel, Knochen, Bänder, Sehnen, Muskulatur und Nervenfunktion lassen sich viele Fälle von Arthrose ohne erkennbaren Auslöser (primäre Arthrose) aufklären. Sie entwickeln sich zu Fällen mit definierter Ursache (sekundäre Arthrose), für die bereits etablierte Behandlungspläne existieren.

Das Patientengespräch liefert erste Hinweise auf Arthrose

Die Befragung des Patienten zu seiner Krankheitsgeschichte und seinen Beschwerden (Anamnese) stellt den Beginn jeder Diagnostik dar. Die Betroffenen schildern dem untersuchenden Arzt, wann und bei welchen Bewegungen sie unter Schmerzen leiden und ob die Gelenke im beruflichen oder privaten Bereich Fehlbelastungen ausgesetzt sind. Hieraus ergeben sich erste Hinweise auf arthrotische Vorgänge.

Ablauf der körperlichen Untersuchung bei Verdacht auf Arthrose

TDer Schürzengriff prüft die Beweglichkeit des Schultergelenks bei Verdacht auf Schulterarthrose. Der Schürzengriff zeigt eine typische Bewegungseinschränkung bei Schulterarthrose. Das Abspreizen des Armes nach hinten bei vielen Alltagsverrichtungen, wie Schürzen binden oder Hose hochziehen, fällt zunehmend schwer. © Gelenk-Klinik

Zunächst inspiziert der Arzt den Zustand des Gelenks auf mögliche Schwellungen und Deformationen. Überwärmung im Gelenkbereich ist ein wichtiges Zeichen für aktivierte Arthrose und deutet auf entzündliche Prozesse im Gelenk hin.

Zusätzliche klinische Tests sowie die Beurteilung der Beweglichkeit des Gelenks erlauben weitere Rückschlüsse auf eine mögliche Ursache der Gelenkschmerzen.

Zwei spezielle orthopädische Untersuchungsmethoden finden in der Gelenk-Klinik ihre Anwendung:

1. Mit der dynamischen Gang- und Bewegungsanalyse analysieren die Orthopäden Störungen des Gangbildes und von Bewegungsabläufen. Die Ganganalyse findet vor allem Anwendung bei Sprunggelenksarthrose, Fußarthrose, Kniearthrose und Hüftarthrose.

2. Schmerzbedingte Schonhaltungen führen langfristig zur Rückbildung von Muskelgewebe (Atrophie). Die Messung des Spannungszustands der Muskulatur mittels Elektromyografie (EMG) führt insbesondere bei Arthrose der großen Gelenke zu interpretierbaren Ergebnissen. Die Orthopäden können den individuellen Verlauf der Arthrose und das Maß der Muskelrückbildung anhand der Messergebnisse bestimmen.

Die Schritte der klinischen Untersuchung bei Verdacht auf Arthrose:

  • Messung der Vitalzeichen Puls, Temperatur, Blutdruck
  • Prüfen auf Entzündungszeichen, Schwellung, Knoten an Fingergelenken
  • Beweglichkeitsuntersuchung der Gelenke
  • Prüfung auf Ergüsse im Gelenk
  • Tastuntersuchung auf Druckschmerz
  • ggf. neurologische Tests auf Sensibilität und Reflexe der gelenknahen Muskulatur
  • ggf. Analyse von Gang- und Bewegungsstörungen
  • Prüfung auf Muskelatrophie bzw. verkürzte Muskelgruppen

Blutwerte geben Auskunft über Ursache und Entzündung bei Gelenkschmerzen

Zur den Basis-Untersuchungen bei Verdacht auf Arthrose gehört in jedem Fall eine labormedizinische Blutuntersuchung. Die Blutuntersuchung dient der Absicherung der Diagnose einer Arthrose gegenüber anderen Erklärungsmöglichkeiten für die Gelenkschmerzen. Mediziner sprechen von Differenzialdiagnose. Dazu zählen zum Beispiel die Bestimmung von Entzündungsparametern, der sogenannten Rheumafaktoren oder Anzeichen für eine bakterielle Gelenkinfektion.

Im Patientenblut lässt sich kein positiver Arthrosenachweis finden: Alle Bluttests fallen bei Arthrose negativ aus. Wenn das Blutbild Auffälligkeiten zeigt, bedeutet dies nicht unbedingt, dass eine andere Ursache als Arthrose für die Gelenkschmerzen vorliegt. Arthrose kann gleichzeitig mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen in Kombination auftreten. Andererseits hat eine entzündlich aktivierte Arthrose keine Auswirkungen auf das Blutbild und führt nicht zu erhöhten Entzündungszeichen.

Die Auswertung der Laborwerte im Zusammenhang mit anderen Untersuchungen bei der Arthrose-Diagnostik erfordert große klinische Erfahrung der behandelnden Orthopäden.

Wie grenzen Blutwerte Arthrose von anderen Erkrankungen ab?

  • Erniedrigte Werte für rote Blutkörperchen (Erythrozyten) weisen auf chronische Entzündungsprozesse hin, zum Beispiel rheumatoide Arthritis.
  • Erhöhte Werte für Lymphozyten, eine Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), können Zeichen für eine Autoimmunerkrankung oder chronische Entzündung sein.
  • Positiver Nachweis der Entzündungsparameter: Erhöhte Werte für CRP (C-reaktives Protein), die Blutsenkung und die Leukozytenzahl deuten auf entzündliche Prozesse im Körper.
  • Niedrige Werte des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) können als Ursache von Gelenkschmerzen eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) aufdecken.
  • Erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase (AP) können auf Knochenentzündungen oder Tumore hinweisen.
  • Hohe Harnsäurewerte kommen typischerweise bei Gicht vor.
  • Erhöhte Werte für das Muskelprotein Kreatinkinase deuten auf Muskelentzündungen hin.
  • Nachweis des sogenannten Rheumafaktors: Dieser spezielle Antikörper ist bei über 70 % aller Patienten mit rheumatischen Erkrankungen im Blut nachweisbar.

Untersuchung der Gelenkflüssigkeit mittels Punktion

Die Gelenkflüssigkeit (Synovia) befindet sich in der Gelenkkapsel und dient als natürliches Schmiermittel. Außerdem ernährt die Gelenkflüssigkeit den Gelenkknorpel, der selbst keine Blutversorgung besitzt. Die Synovia wird von der Gelenkschleimhaut (Synovialis) gebildet, die das Innere der Gelenke auskleidet. Farbe, Zusammensetzung und Viskosität (Zähflüssigkeit) der Synovialflüssigkeit verändern sich bei entzündlichen Prozessen und speziellen Gelenkerkrankungen wie zum Beispiel der Gicht. Eine labortechnische Analyse der Synovia liefert dem Arzt wichtige Erkenntnisse über zugrundeliegende Ursachen der Gelenkbeschwerden.

Ultraschall, Röntgen, MRT: wichtige Instrumente des Orthopäden

Das Röntgenbild kann häufig die Diagnose absichern. Allerdings ist nicht jeder Knorpelverschleiß sofort erkennbar. Besonders in frühen Stadien der Arthrose müssen andere diagnostische Methoden die Röntgenuntersuchung ergänzen.

Die folgenden Arthrosezeichen stellen sich in Röntgenaufnahmen am auffälligsten dar:

  • Bei fortgeschrittener Arthrose ist der Gelenkspalt häufig asymmetrisch eingeengt.
  • Knochensporne (Osteophyten) haben sich an den Rändern der Gelenkflächen ausgebildet.
  • Unterhalb des Gelenkspalts sind Bereiche mit Knochenverdickungen entstanden (subchondrale Sklerosierung).

Das Röntgenbild ist der deutlichste Nachweis einer fortgeschrittenen Arthrose. Dabei stellt sich die Gelenkarthrose in den unteren Extremitäten am besten im Stehen dar.

Die Ultraschall-Diagnostik bildet mithilfe von Schallwellen vor allem Weichteilstrukturen am Gelenk sehr detailliert ab. Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume wie Zysten, Schleimbeutel und Ödeme sind für den Arzt im Ultraschall sichtbar.

Bei computertomographischen Aufnahmen (CT) handelt es sich um spezialisierte Röntgenuntersuchungen. Mit CT-Bildern kann der Arzt insbesondere knöcherne Strukturen analysieren. Ein CT-Scan ermöglicht unter anderem die Darstellung von Bandscheibenvorfällen, Arthrose der Facettengelenke und Spinalstenosen.

Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) werden die Bilder oder Scans strahlenfrei mithilfe starker Magnetfelder erzeugt. Ähnlich wie der Ultraschall kann ein MRT-Scan Weichteilstrukturen wie Sehnen, Menisken, Schleimbeutel und Wassereinlagerungen hervorragend abbilden.

Spezielle orthopädische Bildgebung in der Gelenk-Klinik

Zusätzlich bietet die Gelenk-Klinik ihren Patienten zwei weitere bildgebende Verfahren an:

DXA-Gerät zur Messung der Knochendichte. Eine Knochendichtemessung mithilfe der DXA-Methode liefert Hinweise auf eine Neigung zu Osteoporose.

Zur Messung der Knochendichte setzen die Orthopäden das DXA-Gerät (Dual X-Ray Absorptiometry) ein. Die Analyse dauert nur wenige Minuten, ist strahlungsarm und völlig schmerzfrei. Der Befund der Knochendichtemessung liefert dem Orthopäden genaue Aussagen über den Grad der Demineralisierung der Knochen und gibt frühzeitig Hinweise auf eine beginnende Osteoporose.

Eine genaue Darstellung der Stoffwechselvorgänge ermöglicht eine Untersuchung mit der SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography). Mithilfe von markierten Substanzen stellt der Arzt fest, ob sich Durchblutung oder Stoffwechselaktivität beispielsweise im Knochen verändert haben. Auch Entzündungsprozesse im Skelett stellen sich in der SPECT deutlich dar.

Im folgenden Video erklärt Dr. Thomas Schneider den Ablauf einer Untersuchung mit dem SPECT:

Wie kann man Arthrose vorbeugen?

Arthroseprävention und Arthrosetherapie sind nicht strikt voneinander getrennt: Alle Maßnahmen, die geeignet sind, Arthrose zu verhindern, sind auch geeignet, den Verlauf einer bereits bestehenden Arthrose abzumildern.

Vorbeugen und Behandeln ergänzen sich bei Arthrose

Orthopäden raten Betroffenen zu einer arthrosegerechten Ernährung und gelenkfreundlichen Sportarten. Dabei bedeutet gelenkfreundlich vor allem, den Gelenken wenig Last bei viel Bewegung anzubieten. Ideale sportliche Aktivitäten bei Arthrose sind Radfahren und Schwimmen. Arthrosepatienten sollten Aktivitäten, bei denen das Gelenk plötzlichen Stop-and-Go-Bewegungen oder Scherkräften ausgesetzt wird, vermeiden. Bei Kniearthrose zählen hierzu beispielsweise Tennis und Fußball.

Auch nach dem Auftreten von ersten Arthroseschmerzen helfen pflanzliche Präparate wie Teufelskralle oder Brennnesseltee den Patienten, ihren Schmerzmittelbedarf abzusenken. Zusätzlich wirken Kohlwickel besonders bei Kniearthrose entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Die Alternativmedizin bietet zahlreiche Verfahren, deren Wirkung sowohl zur Vorbeugung von Arthrose als auch bei bestehenden Beschwerden inzwischen gesichert ist. Vor allem Yoga und Akupunktur sind wissenschaftlich belegt wirksam gegen Arthroseschmerzen.

Wenn der Arzt die Arthrose frühzeitig erkannt und eine konkrete mechanische Ursache für die Störung im Bewegungsablauf im Gelenk identifiziert hat, ist ein ‒ meist operativer ‒ Eingriff mit Heilungsaussicht möglich. Eine Arthrose infolge einer traumatischen Schädigung im Gelenk (zum Beispiel Kreuzbandriss, Außenbandriss am Sprunggelenk) kann der Arzt in vielen Fällen durch einen vorbeugenden operativen Eingriff stoppen.

Aktiv gegen Arthrose ‒ Was können Betroffene selbst gegen Arthrose tun?

  • Übergewicht vermeiden: Hohes Körpergewicht belastet die Gelenke und Fettgewebe fördert den entzündlichen Knorpelverlust.
  • Regelmäßig Sport treiben: Schonende und regelmäßige Bewegung fördert die Knorpelregeneration in allen Gelenken.
  • Gezieltes Muskeltraining und Muskelaufbau: Eine gut trainierte Muskulatur entlastet die Gelenke bei jeder Bewegung und beugt Fehlstellungen vor.
  • Gesundes Essen: Eine ausgewogene Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil reduziert knorpelschädigende Entzündungsprozesse im Körper. Rotes Fleisch und tierische Fette erhöhen die Entzündungsneigung.
  • Genussgifte meiden: Alkohol und Nikotin schädigen Knorpelzellen und verstärken die Arthrose.

Die Orthopäden der Gelenk-Klinik verfolgen bei degenerativen Gelenkerkrankungen das Prinzip der vorbeugenden Instandhaltung der Gelenke: Im Fall von chronischen Schmerzen nach Stürzen oder Unfällen sollten Betroffene deren Ursachen von einem orthopädischen Spezialisten abklären lassen. Instabilitäten des Bandapparates und unbehandelte Knorpelschäden können bei rechtzeitiger Diagnose umfassend und nachhaltig behandelt werden. Unbehandelt führen sie langfristig zu schmerzhafter Arthrose.

Therapie: Wie behandelt der Spezialist Arthrose?

Pyramide der Arthrosetherapie. Die Pyramide der Arthrosetherapie umfasst konservative und operative Maßnahmen. Bei jedem Patienten entwickelt der behandelnde Orthopäde einen Therapieplan, der sich auf die individuellen Möglichkeiten und Wünsche bezieht. Zuerst werden die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft, bevor minimalinvasive und endoprothetische Operationen in Betracht gezogen werden. © Gelenk-Klinik

Arthrose kann sich relativ schmerzfrei bis zu einem weit fortgeschrittenen Stadium entwickeln. Deshalb ist es für Patienten nicht ratsam, auf Besserung zu warten oder eine Behandlung in Eigenregie zu beginnen. Je früher die ärztliche Beratung beginnt, umso bessere Resultate erzielen wir dabei, die degenerativen Vorgänge im Gelenk zu mildern oder ganz zu stoppen.

Orthopäden können viele Ursachen von Arthrose direkt beheben. In diesen Fällen ist passives Warten auf Besserung der Symptome nachteilig für die Betroffenen und gefährdet die Gesundheit der Gelenke.

Orthopädische Spezialisten verfolgen im Wesentlichen vier Behandlungsansätze zur Behandlung der Arthrose:

  1. Hinführen zu einem gesunden und aktiven Lebensstil; Hilfe bei der Verhaltensanpassung; Ernährungsberatung und Gewichtskontrolle
  2. Physiotherapie und physikalische Anwendungen zur Verbesserung von Gelenkfunktion und Beweglichkeit, begleitet von pharmakologischer und naturheilkundlicher Schmerztherapie
  3. minimalinvasive Eingriffe wie Knorpeltransplantation und Arthroskopie bei mäßig ausgeprägter Arthrose
  4. endoprothetische Versorgung zerstörter Gelenke

Konservative Therapie der Arthrose

Die Diagnose "Arthrose" wirft eine Reihe neuer Fragen bei den Patienten auf: Wie kann ich Arthrose aufhalten? Wie bleibe ich noch möglichst lange beweglich? Woher kommt meine Arthrose? Und wie kann ich mein Verhalten sinnvoll ändern?

Bei der Beantwortung dieser Fragen unterstützen die Orthopäden der Gelenk-Klinik ihre Patienten, damit sie die Auswirkungen der Arthrose auf verschiedene Lebensbereiche verstehen und keine Zukunftsängste entwickeln. Denn: Arthrose ist nicht nur ein medizinisches Problem.

Der informierte Patient hat bessere Aussichten

Vertrauen, Mitarbeit und ein gutes Verständnis der Patienten für ihre Erkrankung sind eine wichtige Basis für den Erfolg aller therapeutischer Maßnahmen bei Arthrose. Besondere Unterstützung erhalten Patienten in dieser Phase von ihrem behandelnden Arzt. Zusätzlich geben Physiotherapeuten wertvolle Hinweise zu Bewegungsabläufen und gelenkschonenden Trainingsmöglichkeiten.

Präventions- und Übungsprogramme helfen mit ersten Tipps

Eine weitere Hilfe für Arthrosepatienten sind Präventionskurse, in denen das Bewusstsein der Betroffenen für einen arthrosegerechten Lebensstil geschult wird. Meist tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Präventionsprogramme, wenn entsprechend zertifizierte Übungsleiter sie durchführen.

Die in den Kursen vorgestellten Übungen sind von Experten entwickelt worden und lassen sich ohne viel Aufwand zu Hause in die Alltagsroutine integrieren. Optimal sind 3 bis 4 kurze Übungseinheiten pro Woche. Viele Patienten der Gelenk-Klinik berichten nach einem etwas mühsamen Einstieg, der Überwindung kostet, von einer deutlich besseren Gelenkfunktion und einem positiven Effekt auf Stimmung und Lebensqualität.

Stellenwert von Präventionskursen bei Arthrose

Der Effekt von Programmen zum Erlernen von arthrosegerechtem Verhalten wurde in Studien mit vielen Teilnehmern wissenschaftlich überprüft. Teilnehmer von Präventionskursen wiesen noch vier Jahre nach Abschluss der Kurse ein verbessertes Allgemeinbefinden auf, gingen seltener zum Arzt und nahmen weniger Schmerzmittel ein, verglichen mit einer ungeschulten Vergleichsgruppe.

Wie verhält man sich mit Arthrose im Alltag?

Im Folgenden finden Arthrosepatienten einige Tipps, wie sie ihre Erkrankung in den Alltag integrieren und ihre Lebensgestaltung an die neue Situation anpassen können. Das setzt ein gewisses Maß an Disziplin, Neugier sowie die Motivation voraus, alte Muster infrage zu stellen.

  • Gehen Sie viel zu Fuß! Je mehr Sie sich bewegen, desto besser geht es Ihren Gelenken. Mit 6.000 bis 8.000 Schritten täglich fördern Sie die Knorpelernährung und beugen effektiv einer Arthrose vor.
  • Bei Übergewicht sollten Sie Ihr Gewicht reduzieren, um die Lebensdauer Ihrer Gelenke zu verlängern. Dabei ist eine nachhaltige Umstellung der Essgewohnheiten erfolgversprechender als radikale Nulldiäten.
  • Eine ausgewogene Ernährung erhöht den Nährstoffgehalt an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und unterstützt die Regeneration des Knorpels.
  • Läufern empfehlen wir, einen Teil des Trainings auf dem Fahrrad oder zum Beispiel in Form von Aquajoggen im Wasser zu absolvieren. Ihre Gelenke werden hierdurch deutlich entlastet.
  • Wir motivieren Patienten, die eher Bewegungsmuffel sind, gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen einfach mal auszuprobieren. Die Knorpelregeneration verbessert sich nachweislich und die gestärkte Muskulatur entlastet die Gelenke.

Umstellung der Ernährung und Gewichtsreduktion bei Arthrose

Eine nährstoffreiche und fettarme Ernährung kann Ihre Arthrose positiv beeinflussen. Eine hochwertige, kalorienarme und vorwiegend pflanzliche Ernährung mit ungesättigten Fettsäuren und vielen Ballaststoffen wirkt sich positiv auf ein normales Körpergewicht aus und entlastet die Gelenke. Viele Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend und verlangsamen den Arthroseverlauf. © monticellllo, Fotolia

Zur Basisstrategie der Arthrosetherapie gehört eine individuelle Anpassung der Ernährungsgewohnheiten und eventuell eine Umstellung. Betroffene können durch bewusste Umstellung ungünstiger Verhaltensweisen den Knorpelabbau verlangsamen und die Knorpelregeneration fördern.

Eine Ernährungsumstellung hat zwei Ziele:

  1. Eine qualitativ hochwertige Ernährung verbessert den allgemeinen Gesundheitszustand und die Regenerationsfähigkeit des Körpers.
  2. Eine bewusste Ernährung verringert das Körpergewicht und entlastet die Gelenke.

Studien des Universitätsklinikums Jena bestätigten den positiven Effekt von Fastenkuren auf Schmerzbeschwerden und Gelenkfunktion bei Arthrosepatienten. Auf die Einnahme von Schmerzmitteln konnten die meisten Teilnehmer der Studien ganz verzichten. Auch nach Ende der Fastenkur blieben die Vorteile – verbesserte Beweglichkeit und Belastbarkeit der Gelenke, weniger Schmerzen – für die Arthrosepatienten über lange Zeit erhalten.

Übergewicht stellt nicht nur ein mechanisches Problem für die Gelenkfunktion dar. Überschüssiges Fettgewebe setzt vermehrt knorpelschädigende Adipokine frei. Diese Botenstoffe fördern Entzündungsprozesse und lassen langfristig den Knorpelstoffwechsel entgleisen.

Ein wichtiger Baustein einer erfolgreichen Ernährungsumstellung besteht darin, den Anteil an gesättigten Fettsäuren in der Nahrung zu senken. Gesättigte Fettsäuren finden sich beispielsweise in tierischen Produkten wie Butter, Schmalz, Fleisch und Milch. Stattdessen empfehlen Experten, vermehrt auf eine vitaminreiche, kalorienarme und pflanzenorientierte Ernährung umzusteigen.

Speziell bei Hüftarthrose wiesen Studien nach, dass neben einer gemüse- und obstreichen Ernährung die Inhaltsstoffe von Knoblauch, Lauch und Zwiebeln schützend auf die Knorpelzellen wirken.

Vitamine mit positivem Effekt auf Arthrose

  • Vitamin C
  • Provitamin A (β-Carotin)
  • Vitamin E
  • Vitamin D

Die positive Wirkung von Vitaminen bei Arthrose ist meist mit ihrer antioxidativen und damit entzündungshemmenden Wirkung verbunden. Als Antioxidantien fangen Vitamine schädliche, reaktive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) ab, die bei Entzündungsprozessen entstehen.

Vitamin D reguliert ergänzend den Knochenstoffwechsel. Studien, die Empfehlungen zur optimalen Dosierung und Art der Einnahme geben, stehen noch aus.

Physiotherapie bei Arthrose

Sanfte Sportarten bei Arthrose

  • Radfahren
  • Aquajogging
  • Schwimmen
  • Hometrainer
  • Crosstrainer

Bei den Orthopäden der Gelenk-Klinik gehört die Verordnung physiotherapeutischer Übungen zu den grundlegenden Empfehlungen, die bei Gelenkarthrose zu jedem Zeitpunkt wichtig sind. Die physiotherapeutische Bewegungstherapie hat mehrere Ansatzpunkte bei Arthrose:

Kräftigung und Verbesserung der Gelenkführung:

Muskelaufbau und -kräftigung verlangsamen den Knorpelverschleiß vor allem bei Kniearthrose und reduzieren deutlich die Schmerzen. Dies lässt sich auch auf andere Gelenke übertragen. Eine gut trainierte Muskulatur entlastet im Alltag alle Gelenke des Körpers.

Verbesserte Knorpelernährung durch Bewegung:

Regelmäßiges sportliches Training und das Einbauen von so vielen Gehstrecken wie möglich in den Alltag verbessern den Stoffwechsel im Gelenk und die Ernährung des Knorpels. Optimal sind 6.000 Schritte oder mehr am Tag. Auch kleinere Strecken helfen!

Die verbesserte Koordination unterstützt das Gelenk:

Die Koordination der Bewegung wird neben der Muskelkraft durch Nervenimpulse gesteuert. Neurologische Defizite sind wichtige Auslöser von Arthrose in den Gelenken und können mithilfe von gezieltem neurologischen Training behandelt werden. Durch besser koordinierte und aufeinander abgestimmte Bewegungen erhält man das Gelenk länger gesund. Bewegungstraining ist daher ein wichtiger Aspekt der Physiotherapie bei Arthrose.

Schwimmen ist auch mit Sprunggelenksprothese möglich. Schwimmen, insbesondere Kraul- und Rückenschwimmen, ist für Arthrosepatienten besonders geeignet, da der Auftrieb die Gelenke entlastet und die Muskulatur trainiert wird. Die Scherbewegung der Beine beim Brustschwimmen sollten Patienten mit Kniearthrose vermeiden. © takoburito, Fotolia

Krafttraining als vorbeugender Knorpelschutz

Nicht nur bei Spitzensportlern steigert Krafttraining die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Zusätzlich wirkt es direkt schützend auf den Gelenkknorpel und beugt einer Arthrose vor. Eine starke Muskulatur entlastet die Gelenke und stabilisiert die Gelenkführung.

Ganz wichtig sind die korrekte Durchführung und eine angepasste Übungsintensität. Die Belastung der Gelenke sollte stets unterhalb der Maximalbelastung der Knorpelstrukturen bleiben, damit Schäden nicht neu entstehen oder sich vergrößern.

Insbesondere bei Patienten, deren Gelenkknorpel bereits arthrotisch verändert ist, liegt eine verringerte Belastungsgrenze für Krafttraining vor. Physiotherapeuten empfehlen Patienten mit Vorschädigungen Trainingseinheiten mit geringeren Belastungsspitzen ‒ also weniger Gewicht ‒, dafür mit mehr Wiederholungen. Überlastungsschäden am Knorpel beugt man vor, indem eine endgradige Belastung der Gelenke in voller Streckung oder voller Beugung vermieden wird. Die Belastung der Gelenke während des Krafttrainings bleibt zudem nicht statisch, sondern erfolgt in Bewegung. So kommt es nicht zu einer Überlastung der Knorpelflächen. In jedem Fall sollte ein erfahrener Physiotherapeut die Patienten gründlich in die Übungen einweisen.

Um das Gelenk und die umgebenden Strukturen vor Überlastungen und Entzündungsreaktionen zu schützen eignen sich zudem vorgeschaltete Maßnahmen zur Reinigung des Gewebes. In der Gelenk-Klinik kommt deshalb die ZRT®-Matrix-Therapie zum Einsatz.

ZRT®-Matrix-Therapie

Eine Sonderform der physikalischen Therapie stellt die ZRT®-Matrix-Therapie dar. Hierbei setzt der Physiotherapeut Vibrationsreize ein, die zu einem schnelleren Abtransport von Stoffwechselendprodukten, einer gesteigerten Durchblutung des Gewebes und damit zu einer höheren Leistungsfähigkeit der Muskulatur führen. Die ZRT-Matrix-Therapie wird in der Gelenk-Klinik bei Arthrosepatienten erfolgreich eingesetzt und findet insbesondere Anwendung bei:

  • akuten und chronischen Schmerzen
  • entzündeten Sehnen und Bändern
  • Gelenkversteifungen
  • Ödemen und Zysten
  • bewegungseingeschränkten Gelenken

Naturheilkunde und pflanzliche Wirkstoffe bei Arthrose

In der Gelenk-Klinik spielen pflanzliche Präparate wegen ihrer ausgezeichneten Verträglichkeit eine wichtige Rolle bei der Behandlung der frühen Arthrose. Vor allem für Präparate aus der Wurzel der Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) liegen zuverlässige Wirksamkeitsstudien vor. Als Kur angewendet wirkt der Extrakt der Teufelskralle langanhaltend gegen Arthroseschmerzen. Diese Wirkung hält auch nach Beendigung der Einnahme an. Auch bei stärkeren Arthroseschmerzen empfehlen die Orthopäden der Gelenk-Klinik daher ihren Patienten eine begleitende Einnahme von pflanzlichen Präparaten.

Pflanzliche Wirkstoffe helfen den Patienten, die Dosierung an Schmerzmedikamenten aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) herabzusetzen. Die unerwünschten Nebenwirkungen verringern sich ebenfalls deutlich.

Aufgrund der Vielzahl an Inhaltsstoffen ist die Wirkung von pflanzlichen Präparaten bei Arthrose bisher nicht vollständig erforscht. Bei einer dauerhaften Anwendung sind Nebenwirkungen daher nicht komplett auszuschließen. Beispielsweise hilft die bekannte Heilpflanze Arnika (Arnica montana) bei Rücken- und Gelenkschmerzen. Bei längerer Einnahme kann es allerdings zu Hautausschlägen (Ekzemen) und allergischen Reaktionen kommen. Daher raten Orthopäden bei der Einnahme von Zubereitungen von Heilpflanzen in der Regel zu einer kurmäßigen Anwendung.

Tee aus Brennnesselblättern kann als Trinkkur angewendet werden. Brennnesselblätter eignen sich für die Zubereitung von Tees. In Brennnesselblättern sind große Mengen Kieselsäure mit dem Element Silizium enthalten. Tierexperimente zeigen, dass Silizium eine Bedeutung bei der Knochen- und Kollagenbildung besitzt. © stock.adobe.com/Lumixera

Pflanzliche Mittel bei Arthrose

Pflanzenstoffe haben teilweise einen verzögerten Wirkeintritt verglichen mit herkömmlichen Schmerzmitteln. Daher ist die Anwendung in Form einer mehrwöchigen Kur empfehlenswert, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Bei Arthrose werden folgende Pflanzen angewendet:

  • Brennnesselblätter als Teezubereitung (Urticae Folium/Herba)
  • Extrakt aus der Weidenrinde (Salicis Cortex)
  • Extrakt aus der Wurzel der Teufelskralle (Harpagophytum Radix)
  • Kombination aus Pappel-, Eschenrinde und Goldrutenkraut
  • Arnika-Gel (Arnica montana)
  • weitere pflanzliche Zubereitungen wie Avocado-Soja-Extrakt, Ingwer (Zingiber officinale)

Medikamentöse Schmerztherapie bei Arthrose

Die Orthopäden der Gelenk-Klinik unterstützen bei Bedarf die Patienten mit schmerzstillenden Medikamenten, deren Dosierung individuell an die Symptomatik angepasst wird. Möglicherweise findet auch die Iontophorese Anwendung ‒ also das Einbringen von Wirkstoffen aus Salben über die Haut mithilfe von elektrischem Strom.

Für viele Arthrose-Patienten mit starken Schmerzen ist eine Behandlung mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) unabdingbar. Zu dieser Medikamentengruppe zählen u. a. Ibuprofen und Diclofenac. Um ihre Magenverträglichkeit insbesondere bei der Langzeitanwendung zu verbessern, kombiniert der behandelnde Arzt sie meist mit magenschützenden Präparaten, wie zum Beispiel Omeprazol.

Um ihre volle Wirkung zu entfalten, ist die regelmäßige Einnahme entsprechend dem Behandlungsplan notwendig. Das bedeutet manchmal, dass auch in schmerzfreien Intervallen die Tabletteneinnahme erforderlich ist. Denn Schmerzmittel aus der NSAR-Gruppe besitzen auch eine entzündungshemmende Wirkung, die einen gleichbleibenden Wirkstofflevel im Körper erfordert.

Eine Alternative zu NSAR-Präparaten sind die sogenannten COX-2-Hemmer oder Coxibe. Sie besitzen ein anderes Wirk- und Nebenwirkungsprofil, sodass der Facharzt abwägt, für welchen Patienten sich bestimmte Präparate eignen.

Physikalische Therapie

Bei der physikalischen Therapie kommen verschiedene Reize zum Einsatz, die Körperfunktionen aktivieren, Schmerzen lindern und die Heilungsprozesse beschleunigen. Die physikalische Therapie ist ein Behandlungszweig der Physiotherapie und die Therapeuten setzen zum Beispiel Wärme, Kälte, elektrische oder manuelle Reize zur Behandlung ein.

Physikalische Therapiemethoden setzt man vor allem nach Operationen sowie bei degenerativen und rheumatischen Erkrankungen ein. Sie umfassen ein breites Spektrum an unterschiedlichen Verfahren. Folgende Methoden zählen u. a. zur physikalischen Therapie:

  • Massage
  • Lymphdrainage
  • Thermotherapie
  • Elektrotherapie
  • ZRT-Matrix-Therapie
  • TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation)

Mit Akupunktur und Yoga gegen Arthrose

Yogaübungen stärken Muskulatur und Körpergefühl. Regelmäßiges Yogatraining stärkt die Muskulatur und stabilisiert alle Gelenke des Körpers. © Jacob Lund, Fotolia

Wissenschaftliche Studien weisen für chinesische Akupunktur eine deutliche Schmerzlinderung nach, speziell bei Kniearthrose (Gonarthrose): In der deutschen GERAC-Gonarthrose-Studie ersparte der Einsatz von Akupunktur Patienten mit Kniearthrose eine Dosiserhöhung der antirheumatischen Schmerzmittel (NSAR), die bis zu einem halben Jahr nach Akupunktur anhielt. Auch das Befinden der Patienten verbesserte sich bei Akupunkturbehandlung.

Akupunktur gehört in der orthopädischen Gelenk-Klinik insbesondere postoperativ zum Behandlungskonzept. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband ist Akupunktur bei Kniearthrose eine gesetzliche Kassenleistung, wenn die Schmerzen seit mindestens 6 Monaten bestehen. Patienten haben Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal 6 Wochen. Auch Zusatzkrankenversicherungen bieten teilweise in ihrem Leistungskatalog Akupunkturbehandlungen an.

Yoga stammt ursprünglich aus Indien. Yoga ist eine Form der Gymnastik mit besonderem Fokus auf Übungspositionen, bei denen die Teilnehmer intensiv auf ihre Atmung und Selbstwahrnehmung achten.

In verschiedenen Studien verbesserte ein mehrwöchiges Yogaprogramm nachweislich die Funktion der Gelenke. Fußdruckmessungen beim Gehen (Podometrie) konnten dies belegen. Gleichzeitig reduzierten regelmäßige Yogaübungen die Schmerzen und verbesserten das Körpergefühl und die Beweglichkeit der Gelenke. Als gesichert gilt, dass Yoga die Gelenke stabilisiert und die Bewegungsabläufe verbessert. Damit ist Yoga ein wirksamer Helfer in der Arthroseprävention.

Operative Therapie bei Arthrose

Knorpelzelltransplantation bei Arthrose in Knie und Sprunggelenk

Die Knorpelschicht in Gelenken kann auf vielfältige Art geschädigt werden: Fehlbelastung, Unfall oder höheres Alter können Knorpelverschleiß und mit der Zeit Schmerzen und Arthrose verursachen. Eine angegriffene Knorpelschicht heilt nicht von selbst wieder aus und wächst an der Gelenkfläche nicht wieder nach. Während des Heilungsprozesses entsteht im Gelenk faseriger Ersatzknorpel mit völlig anderen Eigenschaften.

Die hohe Festigkeit, seine Elastizität und die Fähigkeit, Wasser zu binden, zeichnen echtes Knorpelgewebe aus und sind der Grund, warum die Knorpelzelltransplantation eine hervorragende Alternative für manche Patienten ist. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für körpereigene Knorpelzelltransplantationen im Kniegelenk. Betrifft der Eingriff andere Gelenke, sollten die Patienten die Kostenübernahme mit der Krankenkasse vorher abklären. Eine Vorabgenehmigung der Therapie durch die Krankenkassen ist in jedem Fall erforderlich.

Prof. Dr. Sven Ostermeier erklärt im folgenden Video, für wen eine autologe Knorpelzelltransplantation in Frage kommt:

Ablauf der Knorpelzelltransplantation (ACT)

Ablauf einer autologen (körpereigenen) Knorpelzelltransplantation. Die Knorpeltransplantation mit autologen (körpereigenen) Knorpelzellen ist eines der erfolgreichsten Verfahren der operativen Knorpeltherapie. Gesunde Knorpelzellen werden dem Patienten entnommen und außerhalb des Körpers im Labor vermehrt. In einem zweiten Schritt werden die Knorpelzellen in das geschädigte Gelenk eingesetzt. Das Verfahren kommt bei akuten Knorpelschäden und beginnender Arthrose zum Einsatz. © dissoid, Fotolia

Die Knorpelzelltransplantation wird auch kurz als ACT (autologe Chondrozytentransplantation) bezeichnet. In der Gelenk-Klinik führen speziell ausgebildete Orthopäden diese minimalinvasive Operation durch. In einem ersten Schritt entnehmen sie dem Patienten gesundes, körpereigenes Knorpelgewebe. Diese Knorpelzellen werden in einem Speziallabor unter sterilen Bedingungen vermehrt. Anschließend setzt der Operateur in einem zweiten Eingriff ähnlich einer Arthroskopie die gezüchteten Knorpelzellen direkt ins Gelenk des Patienten. Die Knorpelzellen können sich im Gelenk regenerieren und neues Knorpelgewebe bilden.

Im folgenden Video erläutert Professor Dr. Sven Ostermeier den Ablauf einer Knorpelzelltransplantation:

autologe Knorpelzelltransplantation im Sprunggelenk Autologe Knorpelzelltransplantation (ACT) im Sprunggelenk: Der Knorpeldefekt wird mit körpereigenen Knorpelzellen in Form kleiner Kügelchen bedeckt. Sie haften nach wenigen Sekunden am Untergrund. © Gelenk-Klinik

Eine Weiterentwicklung der klassischen Knorpeltransplantation ist die sogenannte ACT-3D-Methode. Hier kommen dreidimensionale Knorpelzellkügelchen zum Einsatz. Dieses Verfahren schont umfassend das umliegende Weichgewebe im Gelenk und der Eingriff ist für die Patienten optimal verträglich.

Facettengelenksdenervierung bei Wirbelsäulenarthrose

Schematische Darstellung einer Facettengelenksdenervierung Schematische Darstellung der Facettengelenksdenervierung: Bei diesem minimalinvasiven Eingriff schaltet der Operateur die Rückenschmerzen durch gezielte, lokal begrenzte Blockade des beteiligten Nervs (Ramus dorsalis) aus. © Viewmedica

Arthrose in den kleinen Facettengelenken der Wirbelsäule kann der Orthopäde nicht ursächlich behandeln. Er kann aber die Schmerzweiterleitung von den Facettengelenken zum Gehirn unterbinden und die Rückenschmerzen mit diesem Eingriff ausschalten.

In einem ersten Behandlungsschritt betäubt der Orthopäde den Nervenast, der die Facettengelenke versorgt (Ramus dorsalis), mithilfe einer Injektion spezieller Medikamente. Spürt der Patient nach dem Eingriff eine deutliche Besserung seiner Schmerzen, folgt in einem zweiten Schritt die Thermokoagulation des Nerven: In einem minimalinvasiven Eingriff führt der Operateur eine kleine Sonde in die Nähe des Nervs und unterbindet durch lokale Wärmeentwicklung die Schmerzweiterleitung.

Bei der Thermokoagulation handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff, der bei vielen Patienten zu einer sofortigen Schmerzfreiheit für viele Monate führt. Die Facettengelenksdenervierung wird ambulant in der Gelenk-Klinik durchgeführt. Die Patienten sind gleich nach der Operation wieder arbeitsfähig und belastbar.

Oberflächenersatz bei Schulter- und Hüftarthrose

Totalendoprothese als schulterprothese Bei Schulterarthrose ersetzt der Arzt nur die Gelenkfläche des Oberarmkopfes. Die Hemiprothese der Schulter (Oberflächenersatzprothese) bedeckt die Oberfläche des Oberarmknochens (Humerus). Sie wird nicht – wie bei Totalendoprothesen (TEP) – mit einem Schaft im Markraum des Oberarmknochens verankert. © Depuy-Synthes

In einigen Fällen kommt die konservative oder gelenkerhaltende operative Therapie zu spät für den Patienten. Wenn der unter der Knorpelschicht liegende Knochen bereits stark von Arthrose beeinträchtigt ist und Knochensporne die Gelenkoberfläche stark verändert haben, stellt nur ein Oberflächenersatz oder ein künstliches Gelenk (Endoprothese) die Beweglichkeit des Gelenks und Schmerzfreiheit wieder her.

Bei Patienten mit Schulterarthrose und Hüftarthrose liegt in der Gelenk-Klinik der Fokus auf den knochensparenden Oberflächenersatzprothesen. Anders als bei klassischen Totalendoprothesen, die über einen Schaft tief im Knochen verankert sind, bleibt die Knochensubstanz des Patienten weitgehend erhalten.

Teilprothese bei Knie- und Schulterarthrose

Die Teilprothese deckt nur die Arthrose des medialen (inneren) Anteils der Oberschenkelrolle (Kondyle) ab. Im Röntgenbild wird sichtbar, dass die Teilprothese im Kniegelenk nur die Arthrose des medialen (inneren) Anteils der Oberschenkelrolle (Kondyle) abdeckt. © Prof. Dr. med. Ostermeier

Bei vielen Patienten helfen Teilprothesen (beispielsweise die Repicci-Prothese im Kniegelenk), den Bereich mit fortgeschrittener Arthrose im Gelenk zu sanieren und das noch intakte Areal zu erhalten.

Wann ist ein Protheseneinsatz bei Arthrose-Patienten sinnvoll?

  • Der Patient hat starke Schmerzen.
  • Konservative Behandlungsansätze und gelenkerhaltende Therapien greifen nicht mehr.
  • Die Mobilität zu Hause und im näheren Umfeld kann durch eine Prothese wiederhergestellt werden.
  • Der Patient erhält seine berufliche Arbeitsfähigkeit zurück.

Bei den Orthopäden der Gelenk-Klinik steht auch bei der Implantation einer Prothese immer der Gedanke des Gelenkerhalts im Vordergrund. Gerade bei jüngeren Arthrose-Patienten unter 65 Jahren setzen die Orthopäden der Gelenk-Klinik regelmäßig Teilprothesen oder Oberflächenersatzprothesen ein. Bei dieser Patientengruppe ist ein Wechsel der Prothese (Revision) sehr wahrscheinlich: Sie sind in Alltag und Sport aktiv eingebunden und besitzen eine lange Lebenserwartung. Hinzu kommt teilweise ein erhöhtes Körpergewicht.

Beide Faktoren spielen für einen frühzeitigen Prothesenwechsel eine entscheidende Rolle. Bei einem Prothesenwechsel greift der Operateur auf die vorhandene Knochensubstanz des Patienten zurück. Hier sind Teilprothesen von Vorteil, weil sie im Gegensatz zu Totalendoprothesen knochensparend implantiert werden.

Nach 10 Jahren sind bei 98 Prozent der Patienten die Teilprothesen noch voll funktionsfähig und mit der hohen Patientenzufriedenheit gelten sie daher als wichtige Alternative in der Versorgung von Arthrose. In der orthopädischen Gelenk-Klinik sind fast 60 % aller eingesetzten Prothesen Teilprothesen.

Totalendoprothesen (TEP)

Totalendoprothesen kommen seit Jahrzehnten bei vielen Gelenken zum Einsatz. Die künstlichen Gelenke empfinden die normale Form der natürlichen Gelenke mit Kopf und Pfanne nach und stellen deren Funktion wieder her.

Die Orthopäden der Gelenk-Klinik besitzen langjährige und zertifizierte Erfahrung beim Einsatz folgender Prothesen:

Orthopäden raten ihren Patienten dann zu einer Prothese, wenn ohne prothetische Versorgung der Aktionsradius deutlich eingeschränkt ist und starke Schmerzbeschwerden bestehen. Vorher schöpft der behandelnde Orthopäde alle anderen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten für einen Erhalt des Gelenks aus.

Prothesen ermöglichen den Patienten auch nach vollständiger Zerstörung des Gelenks durch Arthrose wieder eine mobile, aktive Lebensweise. Die Betroffenen erhalten ihre Selbstständigkeit im häuslichen und beruflichen Umfeld zurück und können ihr Leben selbstbestimmt und unabhängig gestalten. Wandern, Schwimmen und sportliche Aktivitäten stärken das körperliche und seelische Wohlbefinden. Damit leisten Totalendoprothesen (TEP) einen unersetzlichen Beitrag für eine positive Lebensgestaltung bei Patienten mit schwerer Arthrose.

Folgendes Video zeigt schematisch das Vorgehen beim Einsatz einer Teilprothese und einer Totalendoprothese der Hüfte:

Häufige Patientenfragen zu Arthrose an Professor Sven Ostermeier von der Gelenk-Klinik

Was sind die ersten Anzeichen einer Arthrose?

Arthrose ist ein schleichender Prozess: Zu Beginn spüren Betroffene nur nach Belastungen wie einer anstrengenden Wanderung oder dem Heben schwerer Lasten Schmerzen in den Gelenken. Nach kurzer Ruhezeit vergehen diese Schmerzen wieder.

Mit der Zeit entwickeln sich Schmerzen bereits im normalen Alltag. Hinzu kommen bei vielen knirschende und knackende Geräusche im Gelenk und eine ausgeprägte Morgensteifigkeit. Patienten mit Kniearthrose berichten zum Beispiel, dass ihre ersten Schritte morgens unsicher und schmerzhaft sind und sie sich erst “einlaufen” müssen. Bei fortgeschrittener Arthrose leiden die Betroffenen auch in Ruhephasen oder nachts unter Gelenkschmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und Gelenkschwellungen.

Wer behandelt Arthrose?

Die ersten Untersuchungen wird wahrscheinlich der Hausarzt oder Internist veranlassen. Um Arthrose klar von anderen Gelenkerkrankungen abzugrenzen, wird Ihr Arzt Sie an einen orthopädischen Facharzt überweisen. Dem Orthopäden stehen zusätzliche diagnostische Methoden zur Verfügung. Da es sich bei Arthrose um eine langwierige Erkrankung handelt, sollten Sie sich bei der Arztwahl Zeit lassen, um einen Spezialisten zu finden, dem Sie uneingeschränkt vertrauen.

Wie stellt der Arzt Arthrose fest?

Das Gespräch mit dem Patienten ist für den Arzt enorm wichtig, um zu erfahren, wo genau und wie stark die Beschwerden im Gelenk sind und wann sie auftreten. Hieraus ergibt sich oft schon der erste Verdacht auf Arthrose. Der Arzt schließt eine eingehende körperliche Untersuchung mit verschiedenen Tests an und veranlasst eine Röntgenaufnahme des schmerzenden Gelenks. Im Röntgen erkennt der Spezialist zum Beispiel einen verengten Gelenkspalt, knöcherne Sporne, die sich an Gelenkflächen gebildet haben oder Kalkeinlagerungen im Knochen.

Ist Arthrose heilbar?

Bis heute ist Arthrose nicht heilbar. In den meisten Fällen zielt unsere ärztliche Therapie darauf ab, den Knorpelverschleiß zu verlangsamen oder ganz zu stoppen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und abhängig vom betroffenen Gelenk. Bei kleinen, umgrenzten Bereichen, in denen der Knorpel degeneriert ist, ziehen wir in der Gelenk-Klinik eine Knorpelzelltransplantation im geschädigten Bereich in Betracht.

Gibt es Blutwerte, die sich bei Arthrose verändern?

Es gibt keinen Bluttest, der bei Arthrose positiv ausfällt. Aber eine Blutuntersuchung im Labor ist wichtig, damit der behandelnde Arzt andere Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen, ausschließen kann. Dazu gehören zum Beispiel Gicht, Rheuma oder eine bakterielle Infektion im Gelenk. Die Differentialdiagnostik ist umfangreich und wir empfehlen den Patienten die Abklärung durch einen Spezialisten.

Welche Lebensmittel sollte man mit Arthrose meiden?

Damit die durch Arthrose geschädigten Gelenke nicht zusätzlich durch Übergewicht belastet werden, raten wir unseren Patienten, ihre Ernährung umzustellen. Mit viel frischem Gemüse und Obst, hochwertigen, pflanzlichen Ölen, Meeresfisch und wenig Fleisch erreicht man zwei positive Effekte auf einmal: Man ernährt sich bewusst, gesund und mit weniger Kalorien, sodass langfristig Normalgewicht erreicht und gehalten wird und man führt dem Körper weniger Nahrungsmittel zu, die entzündliche, degenerative Abläufe befeuern. Beispielsweise enthalten Fleisch und Wurst die entzündungsfördernde Arachidonsäure.

Warum schmerzt Arthrose?

Zu Beginn einer Arthrose spüren die Betroffenen keine oder kaum Schmerzen. Der Gelenkverschleiß ist zunächst auf die Knorpelschicht im Gelenk beschränkt und Knorpel besitzt keine Schmerzfühler. Erst, wenn die Arthrose den unter der Knorpelschicht liegenden Knochen erreicht, haben die Patienten unter Belastung, bei einfacher Bewegung und später sogar in Ruhe Schmerzen. Grund ist das Aneinanderreiben von Knochen im Gelenk, die sich ohne den schützenden Gelenkknorpel direkt berühren und starke Schmerzsignale aussenden. Zusätzlich lagern sich im Gelenkspalt kleine Knorpel- und Knochenteile ab. Diese führen zu Gelenkentzündungen, was die Schmerzen verstärkt.

Wie kann ich Arthrose aufhalten?

Arthrose ist zwar bis heute nicht heilbar, kann aber zumindest in ihrem Fortschreiten verlangsamt werden. Wir raten Betroffenen zu regelmäßiger sportlicher Betätigung, wobei es hier nicht um Leistungssport, sondern moderaten Ausdauersport geht. Aquajoggen, Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen eignen sich besonders gut. Gelenkbelastende Tätigkeiten wie schweres Heben und langes Knien sollten Betroffene vermeiden. Je nach Stadium und Ort der Arthrose stehen dem Orthopäden weitere Möglichkeiten offen, mit denen Fehlstellungen oder Knorpelschäden behoben werden können. In einem ausführlichen Gespräch legt der behandelnde Arzt mit seinem Patienten einen passgenauen Behandlungsablauf fest, der Gegebenheiten und Wünsche berücksichtigt.

Welcher Sport ist gut bei Arthrose?

In vielen Fällen kann man schmerzende Gelenke durch Bewegung und einen guten Trainingszustand der umgebenden Muskulatur entlasten. Je zuverlässiger die Muskulatur die Gelenke zusammenhält und stützt, umso mehr wird der Knorpel entlastet.

Wir Orthopäden empfehlen Ausdauersportarten mit fließenden Bewegungen: Schwimmen, Wassergymnastik und Radfahren sind besonders geeignet für Arthrosepatienten, da sich der geschädigte Knorpel auf diese Weise natürlich regenerieren kann.

Welche Hausmittel helfen bei Arthrose?

Ab einem bestimmten Zeitpunkt kommt wahrscheinlich kein Arthrosepatient mehr ohne eine medikamentöse Therapie aus. Die Dosierung und Wahl des Schmerzmittels muss immer der behandelnde Orthopäde vornehmen.

Begleitend unterstützen wir in der Gelenk-Klinik unsere Patienten dabei, mit alternativen Methoden die Schmerzen zu lindern oder auch eine geringere Dosis an Schmerzmittel zu benötigen. Zu diesen Alternativen gehören zum Beispiel kühlende Wickel mit Quark, Kohl, Heilerde oder Arnikaextrakten. Patienten berichten über eine deutliche Schmerzlinderung nach der Einnahme von Präparaten mit Inhaltsstoffen der Teufelskralle.

In der Gelenk-Klinik finden pflanzliche Zubereitungen aus Weidenrinde, Pappel und Brennnessel regelmäßig Anwendung. Fachärzte sollten die Einnahme von pflanzlichen Präparaten überwachen, da unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht selten sind.

Kann ich mit Arthrose arbeiten?

Es gibt keine allgemeingültige Auskunft zu dieser Frage. Abhängig davon, welchen Beruf der Patient ausübt und an welchem Gelenk und wie stark sich Arthrose manifestiert hat, muss jeder Betroffene selbst entscheiden: Kann ich mit Arthrose und meinen Beschwerden in diesem Beruf weiter arbeiten? Oder besteht die Notwendigkeit, auf einen anderen Beruf mit weniger Gelenkbelastung umzuschulen? Die Möglichkeiten sollte jeder Berufstätige mit Arthrose eingehend mit seinem orthopädischen Facharzt besprechen.

Woran merke ich, dass es Zeit für den Einsatz einer Prothese ist?

Einen deutlichen Hinweis für die Notwendigkeit der Prothesen-Operation erhält man vom eigenen Körper: Jemand, der täglich Schmerzmittel benötigt, sollte über eine Operation nachdenken, da die Arthrose seine Lebensqualität direkt einschränkt. Schmerzmittel ‒ vor allem in höheren Dosen ‒ stellen immer nur kurzfristige Lösungen dar. Eine dauerhafte Einnahme ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Viele Patienten werden durch die Arthroseschmerzen und die Einschränkung ihres Alltags psychisch sehr belastet.

Ganz klar zeigt sich zu diesem Zeitpunkt der konkrete Nutzen, den ein künstliches Gelenk für Patienten hat: schmerzfreie Beweglichkeit und ein Gewinn an Lebensqualität. Patienten wenden sich am besten an ihren Orthopäden und besprechen ausführlich mit ihm ihre Wünsche und Bedenken.

Hilft Wärme oder Kälte bei Arthrose?

Grundsätzlich tut Kälte bei entzündeten Gelenken und bei aktivierter Arthrose gut. Kälte verringert die Durchblutung und den Stoffwechsel im schmerzenden Gelenk. Hierdurch entstehen weniger Abfallstoffe und es werden weniger Zellen angelockt, die an den Entzündungsprozessen beteiligt sind. Patienten berichten, dass Wärmeanwendungen bei Muskelverspannungen im Gelenkbereich sehr wohltuend sind.

Hat Arthrose etwas mit Rheuma oder Gicht zu tun?

Auch wenn sich die Beschwerden ähneln, haben Rheuma, Gicht und Arthrose unterschiedliche Ursachen und müssen anders therapiert werden. Rheuma oder rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Abwehrstoffe gegen eigene Gewebestrukturen bildet. Das eigene Immunsystem bekämpft vor allem die Schleimhaut in den Gelenken.

Unter Gicht oder Hyperurikämie leiden Patienten, wenn sie zu hohe Blutkonzentrationen an Harnsäure haben. Diese Harnsäure lagert sich vorwiegend in den Gelenkzwischenräumen als Kristallnadeln ab und verursacht Gelenkschmerzen und Probleme bei der Beweglichkeit.

Bei Patienten mit Arthrose ist die Knorpelschicht in bestimmten Gelenken vorzeitig verschlissen. Im fortgeschrittenen Stadium kann bei einer schweren Arthrose eine Entzündung hinzukommen. Man nennt das eine aktivierte Arthrose.

Sind Alkohol und Zucker schlecht bei Arthrose?

Ähnlich wie Weißmehlprodukte und sehr fetthaltige Lebensmittel wie Pommes oder Chips sollten Arthrosepatienten zu viel Zucker meiden. Dabei sollte man auch auf die versteckten Zucker in Fertigprodukten achten. Genussgifte wie Alkohol und Nikotin bilden im Körper entzündungsfördernde Moleküle, die den Gelenkverschleiß fördern.

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