Orthopädische Gelenk-Klinik

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Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

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Rückenschmerzen: Richtig erkennen und behandeln

  1. Was sind Rückenschmerzen?
  2. Übungen gegen Rückenschmerzen
  3. Aufgabe der Wirbelsäule
  4. Aufbau und Anatomie der Wirbelsäule
  5. Ursachen von Rückenschmerzen
  6. Diagnose, Bildgebung und neurochirurgische Untersuchung
  7. Konservative Therapie des Kreuzschmerzes
  8. Chronische Rückenschmerzen mit sanfter Matrix-Therapie behandeln
  9. Operative Therapie: Wird an der Wirbelsäule zu viel operiert?
Rückenschmerzen und Ihre UrsachenDer menschliche Rücken ist anfällig. Sitzende Lebensweise, aber auch körperliche Belastung können Rückenschmerzen auslösen. Niemand ist wirklich sicher vor Rückenschmerzen. © Istockphoto.com/Eraxion

Wer bekommt Rückenschmerzen? Fast die Hälfte der Bevölkerung in den westlichen Industrieländer berichtet über andauernde und wiederkehrende Rückenschmerzen. 80 Prozent der Menschen geben an, in den letzten zwei Jahren unter Rückenschmerzen gelitten zu haben. Andauernde Rückenschmerzen sind neben Herzerkrankungen der häufigste Grund für Erwerbsunfähigkeit und Frühverrentung. Auch viele junge Patienten sind betroffen. Überraschenderweise nimmt die Wahrscheinlichkeit, unter Rückenschmerzen zu leiden, ab dem 6. - 7. Lebensjahrzehnt wieder ab.

Sicher ist der Rückenschmerz der häufigsten Grund, den es hierzulande in Deutschland für einen Arztbesuch gibt. Patienten mit Rückenschmerz bleiben oft sehr lange in der Therapie. Patienten bleiben häufig 12 - bis hin zu 48 Monate - in Behandlung: Für viele Betroffene ohne eine entscheidende Besserung der Beschwerden. Wir stellen uns die Frage, ob diese Patienten wirklich die richtige Therapieempfehlung für Ihre Rückenschmerzen erhalten haben.

Welche Arten von Rückenschmerzen gibt es?

Red Flags - Hinweise auf gefährliche Verläufe
  • Frakturen:
    Unfälle, osteoporotische Brüche der Wirbelkörper
  • Infektionen:
    Fieber, Schüttelfrost, rasche Ermüdbarkeit.
  • Radikulopathien und Nervenschädigungen:
    Lähmungen in Arm und Bein, ausstrahlende Schmerzen, Gefühlsstörungen, Inkontinenz.
  • Tumore:
    Tumorleiden in der Vorgeschichte, höheres Lebensalter, Gewichtsverlust und Ermüdbarkeit weisen darauf hin.

Es gibt verschiedene populäre Bezeichnungen für akute Rückenschmerzen.

Hexenschuss (Lumbago), Kreuzschmerz und Ischiasschmerz

Schmerzen um Lendenwirbelbereich werden volkstümlich als Kreuzschmerzen bezeichnet. Mit dem Kreuzschmerz in Zusammenhang stehen meist die Lendenwirbel und die Kreuzbein-Darmbein-Gelenke (Iliosakralgelenke) unterhalb der Lendenwirbelsäule.

Eine sehr verbreitete Bezeichung für akute, plötzlich auftretende Schmerzen in der Lendenwirbelsäule ist der Hexenschuss (Lumbago): Der Hexenschuss ist ein relativ unspezifischer Begriff für akuten, aber schnell wieder vorübergehenden Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule, dessen Ursachen von einfachen Muskelverspannungen bis hin zu degnerativen Erscheinungen an Bandscheiben und Wirbelgelenken reichen können. Der Hexenschuss kann in jedem Lebensalter zuschlagen, ist aber meistens harmlos und klingt wieder folgenlos ab. Die akuten Symptome sind aber sehr einschränkend: Probleme, sich aus der gebückten Haltung aufzurichten, starke Muskelverspannungen. Manchmal ist sogar die Atmung der Betroffenen eingeschränkt und schmerzhaft.

Von einem Ischiasschmerz sprechen wir, wenn dabei der Ischiasnerv eingeklemmt wird. Der Ischiasnerv verläuft von der Lendenwirbelsäule in die Beine und ist der längste und dickste Nerv im menschlichen Körper. Bei Ischiasschmerz strahlen die Schmerzen also in die Oberschenkel und Beine aus (Ischiasschmerz oder Ischialgie).

In der Medizin teilen wir die Rückenschmerzen einfach nach der Schmerzdauer ein.

Akute Rückenschmerzen

Akute Rückenschmerzen dauern weniger als 6 Wochen.

Unspezfische Rückenschmerzen ohne strukturelle Ursache

Hier gibt es zum einen die unspezifischen Rückenschmerzen. Es gibt hier keine klare Einzelursache. Die Entstehung dieses Schmerzes beruht auf mehreren, häufig physischen (verhoben, Nachts schlecht gelegen) oder psychischen (Stress, Belastung) Einzelursachen. Es gibt für diesen Rückenschmerz keine im Röntgenbild oder MRT feststellbare strukturelle Ursache in Form von Schäden oder Verletzungen, sondern meist eine funktionelle Ursache im Sinne einer Muskelverkrampfung oder eines Muskelungleichgewichts im Bereich der Wirbelsäule.

Der unspezifische akute Rückenschmerz ist reversibel: Er kann, begünstigt durch eine Behandlung, häufig wieder nach relativ kurzer Zeit folgenlos abklingen. Häufig finden wir auch bei den unspezifischen Rückenschmerzen deutlich kontrakte (verhärtete) Bereiche in der Rückenmuskulatur, die wir mit Hilfe der zellbiologischen Regulationstherapie (ZRT®-Matrix-Therapie) sehr gut auch physiotherapeutisch behandeln können. Für die Patienten ist es sehr wichtig, trotz dieser Rückenschmerzen weiter normal im Alltag und im sportlichen Bereich wie gewohnt aktiv zu sein und sich nicht selbst auf Ihrer Einschränkung festzulegen.

Spezifische akute Rückenschmerzen

Demgegenüber gibt es auch spezifische akute Rückenschmerzen: Die Diagnostik sucht hier genau identifizierbare krankheitsauslösende Einzelursachen: Stürze, Arbeits- oder Sportunfälle oder organische Veränderungen. Häufig erkennen wir diese als äußerlich oder radiologisch feststellbare Verletzung, die spezifisch behandelt werden können.

Es gibt auch innere Strukturschäden, wie zum Beispiel ein Wirbelkörperbruch bei Osteoporose oder ein Bandscheibenvorfall. Wenn bestimmte Warnzeichen wie Nervenausfälle, Lähmung, Schwäche oder Gefühlsstörungen autauchen, sollten wir auf jeden Fall eine eingehende neurochirurgische und radiologische Diagnostik durchführen. Auch nach Unfällen (Stürze, Autounfälle) ist stets diese spezifische Diagnostik notwendig.

Subakute Rückenschmerzen

Subakute Rückenschmerzen dauern 6-12 Wochen.

Im Bereich der akuten und subakuten Rückenschmerzen gibt es wenige Gründe, eine OP-Indikation (operative Therapie) zu prüfen. In den allermeisten Fällen ist es möglich, diese unspezifischen Rückenmschmerzen mit Schmerztherapie und Physiotherapie erfolgreich zu behandeln.

Chronische Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen dauern mehr als 12 Wochen - bis hin zu mehreren Jahren.

Es gibt eine Reihe von Verhaltensweisen und inneren Einstellungen, die es sehr viel wahrscheinlicher machen, dass aus einem akuten ein chronischer unspezifischer Rückenschmerz wird. Negativer Stress und Überforderung - bis hin zur Depression - in den wichtigen Lebensbereichen Familie und Beruf führen häufig zur Chronifizierung des Schmerzes. Wer seine Bewegungsmöglichkeiten vom Schmerz einschränken lässt (Schonhaltungen und Vermeidungshaltungen) gerät viel eher in die Chronifizierung, als Patienten, die sich intensiv um Mobilisierung bemühen. Patienten die sich achtsam und bewusst mit ihren noch vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten auseinandersetzen, werden viel schneller mobil, als Patienten, die den Rückenschmerz als Katastrophe sehen und beruflich oder privat stark unter Druck gesetzt werden. Objektive Probleme und subjektive Einstellung greifen hier natürlich ineinander. Ein Schwerarbeiter, der zudem zu monotonen Bewegungsabläufen gezwungen ist, hat natürlich weniger Chancen, über Einstellungsänderung und Verhaltensmodifikation die Einschränkungen wieder zu überwinden. Wenn dann noch der Verlust der Arbeitsfähigkeit befürchtet wird, ist häufig eine Zwangslage gegeben, die die therapeutische Intervention erschwert.

Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen müssen wir intensiver nach konservativen oder operativen Lösungsmöglicheiten suchen. Die bisherigen Diagnosen müssen intensiv überprüft werden, denn offensichtlich haben die Patienten bisher noch keine angemessene Therapieempfehlung erhalten. Aber auch im Bereich der chronischen Erkrankungen stehen operative Maßnahmen an letzter Stelle.

Ursachen von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind in vielen Fällen ein Symptom, das durch Bewegungsmangel und sitzende Lebensweise begünstigt wird. Aber auch sportlich aktive Menschen können plötzlich, etwa durch einen Bandscheibenvorfall, starke, stechende oder lähmende Rückenschmerzen bekommen.

Betrachten wir aber die möglichen Ursachen der Rückenschmerzen, kristallisieren sich verschiedene Risikogruppen und Lebensweisen heraus, die anfälliger sind, als andere.

 

Übungen zum Selbermachen gegen Rückenschmerz
Dehnen der Rückenmuskulatur. Knien Sie auf den Boden und setzen Sie sich so weit wie möglich auf den Fersen ab. Legen Sie beide Hände weit vorne locker auf der Matte ab. Die Rückenmuskulatur sollte hierbei völlig entspannt sein. Diese Position etwa. 60 Sek. halten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung.
Rückenübung bei Rückenschmerz: Katzenbuckel: Die Wirbelsäule wird nach oben gebeugt.
Rückenübung bei Rückenschmerz: Die Wirbelsäule wird im 4-Füsslerstand nach unten durch gebeugt (Hohlkreuz).
Verbesserung der Wirbelsäulenbeweglichkeit: Brücke
In Rückenlage wird der Oberschenkel bei gestrecktem Knie angezogen, um die Muskeln der unteren Wirbelsäule (Lumbalwirbelsäule) zu dehnen und zu kräftigen.
 Kräftigung der Rückenmuskulatur: Ausgangsstellung ist der Vierfüßlerstand. Strecken Sie den rechten Arm und das linke Bein diagonal aus. Der Blick ist auf den Boden gerichtet. Wiederholen Sie die Übung ca. 10 Mal und wechseln Sie dann Arm und Bein. Achten Sie darauf das Sie nicht ins Hohlkreuz ausweichen.
Kräftigung der Gesäß- und der unteren Rückenmuskulatur Ausgangsstellung ist die Bauchlage. Stützen Sie sich auf den Unterarmen ab, der Blick ist nach unten gerichtet jetzt heben Sie ein Bein von der Unterlage ab und führen es gestreckt nach oben. Die Spannung kurz halten und etwa 10 x wiederholen danach Beinwechsel.
Kräftigung der oberen Rücken und Nackenmuskulatur Ausgangsstellung ist die Bauchlage. die Hände liegen entspannt auf der Matte. Nun den Hinterkopf und die Arme anheben sodass der Blick nach unten gerichtet bleibt und die Arme in U-Halte bleiben ( 90° Beugung in Schulter und Ellenbogen) Die Daumen zeigen nach oben. Die Spannung kurz halten und etwa 10 x wiederholen.
Dehnen der Rückenmuskulatur. Knien Sie auf den Boden und setzen Sie sich so weit wie möglich auf den Fersen ab. Legen Sie beide Hände weit vorne locker auf der Matte ab. Die Rückenmuskulatur sollte hierbei völlig entspannt sein. Diese Position etwa. 60 Sek. halten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung.
Dehnen der Rückenmuskulatur: Knien Sie auf den Boden und setzen Sie sich so weit wie möglich auf den Fersen ab. Legen Sie beide Hände weit vorne locker auf der Matte ab. Die Rückenmuskulatur sollte hierbei völlig entspannt sein. Diese Position etwa. 60 Sek. halten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung. © Gelenk-Klinik

 

Die meisten Menschen werden sich Ihrer Wirbelsäule als Zentrum aller Bewegungen erst dann bewusst, wenn sie schmerzt. Als zentrales Element des Bewegungsapparates integriert die Wirbelsäule alle Bewegungsvorgänge des menschlichen Körpers. Das Rückenmark beinhaltet als Teil des zentralen Nervensystems alle Nervenbahnen, die vom Gehirn in den Körper verlaufen.

Die Rolle der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist das Achsenorgan des Menschen, das uns aufrecht hält. Der gesamte Bewegungsapparat ist von einer guten Funktion der Wirbelsäule abhängig. Die Wirbelsäule umfasst und schützt das Rückenmark. Das Rückenmark ist ein zentraler Zeil des Zentralnervensystems. Alle Muskeln und Organe werden über das Rückenmark mit dem Gehirn verbunden.

Sind Rückenschmerzen unvermeidlicher Erbteil der menschlichen Evolution?

Anfälligkeit für Rückenschmerzen ist eine der biologischen Hypotheken des Menschen - sie ergibt sich aus unserem zweibeinigen, aufrechten Gang.

Die biologische Anpassung unseres Bewegungsapparates ist noch nicht ganz abgeschlossen.

Alle orthopädischen Strukturen des Rückens waren dieser Veränderung durch den aufrechten Gang unterworfen: Muskeln, Bänder, Bandscheiben, Wirbelgelenke und Nerven. Die weichen Bandscheiben, die Knorpel zwischen den Wirbelknochen, stellen bei Vierbeinern lediglich die Beweglichkeit der Wirbelkörper untereinander her.

Beim Menschen müssen Sie das gesamte Gewicht des Rumpfes tragen.

Die Lendenwirbelsäule muss also einen Kompromiss finden zwischen großem Tragevermögen und der Beweglichkeit in alle Richtungen.

Die Selbstheilungskräfte der Wirbelsäule

Die menschliche Wirbelsäule ein hohes Maß an Selbstheilungskraft bewahrt. Jeder von uns hat schon einmal Rückenschmerzen gehabt. Und bei nahezu jedem sind diese auch ohne Behandlung wieder verschwunden.

Doch oft führen Fehlstellungen, einseitige Belastungen oder altersbedingter Verschleiß zu dauerhaften Beschwerden, die dann auch orthopädisch behandelt werden müssen.

 

 

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