Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

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Orthopaedische Spezialisten für Knie, Fuß, Sprunggelenk. Hüfte, Wirbelsäule und Schulter

Konservative Behandlung von Rückenschmerzen

  1. Was sind Rückenschmerzen?
  2. Übungen gegen Rückenschmerzen
  3. Aufgabe der Wirbelsäule
  4. Aufbau und Anatomie der Wirbelsäule
  5. Neurochirurgische Untersuchung
  6. Konservative Therapie
  7. Chronische Rückenschmerzen mit sanfter Matrix-Therapie behandeln
  8. Operative Therapie

Welche Möglichkeiten der Behandlung von Rückenschmerzen gibt es?

Physiotherapeutishe Behandlung des RückenschmerzPhysiotherapeutische Behandlung des Rückenschmerz © Gelenkreha.de

Die meisten Rückenschmerzen, die in den Bereich der unspezifischen Rückenschmerzen fallen, haben zwar keine erkennbare strukturelle Ursache.

Es ist besonders wichtig, Patienten mit unspezifischen Rückenschmerzen so schnell wie möglich wieder in ihre normalen Aktivitäten und Bewegungsabläufe zurückzuführen. Wir wollen Chronifizierung auf jeden Fall vermeiden.

Strukturelle Ursachen an Wirbeln und Bandscheiben können bei über 70% der Rückenschmerzpatienten als Schmerzursache ausgeschlossen werden. Dennoch haben diese Patienten zum Teil sehr heftige, chronische Rückenschmerzen, die bis zur Arbeitsunfähigkeit führen.

Auch Rückenschmerzen ohne strukturelle Schäden an Bandscheiben, Facettengelenken (Wirbelgelenken) und Wirbelkörpern haben aber sehr genau bestimmbare Ursachen und Therapieansätze. Die genaue Diagnose ist auch hier wichtig für die Wahl der zielführenden Behandlung.

Zu der konservativen Behandlung der Rückenschmerzen gehört medikamentöse Schmerztherapie, Physiotherapie, traditionelle Schmerztherapie (Medikamente und physikalische Therapie) und ggf. auch eine orthopädietechnische Versorgung (Korsett u.ä.)

Die Rolle der medikamentösen Therapie in der Schmerztherapie

Schmerzmedikamente, meist nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen oder Diclofenac) können oral (als Tablette) eingenommen werden oder oberflächlich als Pflaster oder Creme wirken. Weil die Nebenwirkungen im Magen erheblich sind sollte man hier die niedrigste wirksame Dosierung der Schmerzmittel verwenden. Bei empfindlichen Patienten sollte ein Säureblocker als "Magenschutz" mitverordnet werden. Wir richten uns bei der Verordnung gerne nach persönlichen Erfahrungen, die Patienten in der Vergangenheit mit Schmerzmitteln gemacht haben. Der Arzt sollte sich natürlich auch nach Ihren Lebensumständen (Alkohol, Rauchen, Leberfunktion oder Nierenfunktion) um Ihr spezifisches Risikoprofil bei der Schmerztherapie ihrer Rückenschmerzen zu ermitteln.

Bei Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur verordnen wir häufig auch Muskelrelaxantien.

Bei chronischen Rückenschmerzen können auch Antidepressiva in der Therapie eine Rolle spielen, um die Angst vor dem Schmerz, vor der Zukunft und eine Änderung der Lebensperspektive unterstützend zu therapieren.

Die Eigeninitiative des Patienten ist für den Therapieerfolg wesentlich

Empfehlenswerte Therapien
  • Bewegung
  • Präventives Verhalten (Rückenschule)
  • Eigenübungen

Der Patient muss sich durch Übungen und ein gutes Körpergefühl zu jedem Zeitpunkt auch selbst mit seiner Einschränkung auseinandersetzen. Es ist auch wichtig, dass er Aufschluss gewinnt über mögliche Konflikte in Familie und Arbeit. Wie ist die konkrete Lebens-Situation in verschiedenen Bereichen?

Manchmal hilfreiche Therapien
  • Muskelrelaxation
  • Wärmetherapie
  • Rückenschule

Wie ist der Arbeitsplatz eingerichtet. Gibt es Haltungsprobleme? Gibt es eine spezifische Belastung durch permanent wiederholte Bewegungen? Die Therapie kann daher nicht nur über Medikamente und Massagen sowie Physiotherapie erfolgen. Therapie ist vor allem auch Hilfe zur Selbsthilfe. Die unten gezeigten Übungen können einen Hinweis zur Selbsthilfe und zur Vorbeugung weiterer Rückenschmerzen geben.

 

Übungen zum Selbermachen gegen Rückenschmerz
Dehnen der Rückenmuskulatur. Knien Sie auf den Boden und setzen Sie sich so weit wie möglich auf den Fersen ab. Legen Sie beide Hände weit vorne locker auf der Matte ab. Die Rückenmuskulatur sollte hierbei völlig entspannt sein. Diese Position etwa. 60 Sek. halten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung.
Rückenübung bei Rückenschmerz: Katzenbuckel: Die Wirbelsäule wird nach oben gebeugt.
Rückenübung bei Rückenschmerz: Die Wirbelsäule wird im 4-Füsslerstand nach unten durch gebeugt (Hohlkreuz).
Verbesserung der Wirbelsäulenbeweglichkeit: Brücke
In Rückenlage wird der Oberschenkel bei gestrecktem Knie angezogen, um die Muskeln der unteren Wirbelsäule (Lumbalwirbelsäule) zu dehnen und zu kräftigen.
 Kräftigung der Rückenmuskulatur: Ausgangsstellung ist der Vierfüßlerstand. Strecken Sie den rechten Arm und das linke Bein diagonal aus. Der Blick ist auf den Boden gerichtet. Wiederholen Sie die Übung ca. 10 Mal und wechseln Sie dann Arm und Bein. Achten Sie darauf das Sie nicht ins Hohlkreuz ausweichen.
Kräftigung der Gesäß- und der unteren Rückenmuskulatur Ausgangsstellung ist die Bauchlage. Stützen Sie sich auf den Unterarmen ab, der Blick ist nach unten gerichtet jetzt heben Sie ein Bein von der Unterlage ab und führen es gestreckt nach oben. Die Spannung kurz halten und etwa 10 x wiederholen danach Beinwechsel.
Kräftgung der oberen Rücken und Nackenmuskulatur Ausgangsstellung ist die Bauchlage. die Hände liegen entspannt auf der Matte. Nun den Hinterkopf und die Arme anheben sodass der Blick nach unten gerichtet bleibt und die Arme in U-Halte bleiben ( 90° Beugung in Schulter und Ellenbogen) Die Daumen zeigen nach oben. Die Spannung kurz halten und etwa 10 x wiederholen.
Dehnen der Rückenmuskulatur. Knien Sie auf den Boden und setzen Sie sich so weit wie möglich auf den Fersen ab. Legen Sie beide Hände weit vorne locker auf der Matte ab. Die Rückenmuskulatur sollte hierbei völlig entspannt sein. Diese Position etwa. 60 Sek. halten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung.
Dehnen der Rückenmuskulatur: Knien Sie auf den Boden und setzen Sie sich so weit wie möglich auf den Fersen ab. Legen Sie beide Hände weit vorne locker auf der Matte ab. Die Rückenmuskulatur sollte hierbei völlig entspannt sein. Diese Position etwa. 60 Sek. halten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung. © Gelenk-Klinik

 

Wir können in unserer Praxis sowie als Operateure für pflichtversicherte Patienten in unseren Konsiliarhäusern die speziell auf Ihre Rückenschmerzen maßgeschneiderte Therapie anbieten. Bei jeder operativen Behandlung von Rückenschmerzen wird stets versucht, die Ursachen mit dem kleinstmöglichen und am wenigsten belastenden Eingriff zu behandeln.

Interventionelle Schmerztherapie: Injektionen und Denervation

Deutlich invasiver als die Schmerztherapie ist die interventionelle Schmerztherapie. Dabei wird eine Schmerztherapie direkt an der Wirbelsäule durchgeführt.

Bei der Schmerztherapie werden verschiedene therapeutische Substanzen (z.B. Steroide oder physiologische Kochsalzlösung) epidural, also durch die Hülle des Zentralnervensystems hindurch, direkt am Rückenmark durch eine Injektion appliziert.

Die dadurch geschaffene Schmerzunterbrechung kann von Physiotherapeuten genutzt werden, um den Patienten wieder zu mobilisieren.

Eine noch weitere interventionelle Schmerztherapie ist die Denervierung der Wirbelgelenke. Die Nerven die die Facettengelenke versorgen, können z.B. durch Kälte (daher: Kryodenervation) inaktiviert werden. Das stellt die Schmerzempfindungen in diesen Bereichen einfach ab. Danach ist die Mobilisierung durch Übungen viel leichter möglich. Eine Dauerlösung ist die Denervation nicht, weil die Nerven innerhalb von Monaten wieder nachwachsen, und damit das Schmerzempfinden wieder entsteht. Wir verschaffen uns dadurch ein Zeitfenster für eine konservative Therapie.

Stufenweiser Aufbau der Therapie bei Rückenschmerzen

Die bei Rückenschmerzen in Frage kommende Therapie wird nach intensiver Ursachenforschung und Abwägung dann individuell mit dem Patienten festgelegt.

Hierbei gehen konservative Behandlungsmethoden wie Schmerztherapie, Physiotherapie, orthopädietechnische Versorgungen in minimal-invasive und Wirbelsäulenoperationen über.

Grundsätzlich werden operative Methoden erst dann erwogen, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Auch bei der Operationsplanung ist zur Vermeidung von Narben und Nebenwirkungen immer der kleinst-mögliche (minimalinvasivste) Eingriff zu wählen.

Die richtige Behandlung der Rückenschmerzen wird dann individuell, nach den Bedürfnissen des einzelnen Patienten und in Absprache mit ihm festgelegt.

Konservative Behandlungsmethode von Rückenschmerzen

  • Radiologisch gesteuerte Wirbelsäuleninfiltration
  • Interventionelle Schmerztherapie
  • Physiotherapie und Bewegungstherapie
  • Orthopädietechnische Versorgung
  • ZRT®-Matrixtherapie

 

In den meisten Fällen von Rückenschmerzen kann der Rückenspezialist durch recht einfache Maßnahmen Schmerzen bekämpfen und Rückenschmerzen in Zukunft vermeiden.

Von allen orthopädischen Erkrankungen haben Rückenschmerzen die größte Aussicht auf eine konservative, nachhaltige Behandlung durch den Rückenspezialisten. Operationen der Wirbelsäule sind nur in seltenen Fällen erforderlich.

Meist kann die natürliche Selbstheilungstendenz des Körpers unterstützt werden. Eine genaue Diagnose kann jedoch dazu beitragen, eine wirksame Therapie zu finden und dauernde Schäden der Wirbelsäule auszuschliessen.

Dabei ist die Mobilisierung des Patienten das Hauptziel. Sobald die Bewegungseinschränkungen überwunden sind, therapiert sich der Patient selbst wieder durch gesunde normale Bewegungsabläufe, die sein muskoloskeletales System positiv beeinflussen. Alle Maßnahmen, die den Patienten immobilisieren (Korsetts, Orthesen, Bettruhe) sind sehr kritisch zu sehen und können eher die Chronifizierung fördern.

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