Orthopädische Gelenk-Klinik

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Stressfraktur oder Ermüdungsbruch im Fuß

Marschfraktur, Stressfraktur, NMR

Synonym: Stressfraktur, Marschfraktur, Ermüdungsbruch.

Alle Bezeichnungen sind Hinweise auf eine besondere Bruchform, die durch eine mangelnde Anpassung des Knochengewebes an die durchgeführte Belastung entstehen.

Der gesamte Bewegungsapparat, auch der Knochen, passt sich an neue ungewohnte mechanische Belastungen durch einen ständigen Prozess der Neubildung und Abbau bestimmter Knochenteile an. Kommt es in diesem Bereich zu einer Störung, können durch zu große Belastung Brüche und damit schmerzhafte Einschränkungen eintreten.

Was ist ein Ermüdungsbruch?

Beim Ermüdungsbruch handelt es sich um Brüche, die durch eine zu starke Belastung die Knochen im Mittelfuß überfordern und dadurch zerbrechen.

Welche Symptome können bei Stressfrakturen auftreten?

Stressfrakturen führen häufig zu Schmerzen und Schwellung im betroffenen Bereich. Allerdings kann auch die Belastungsfähigkeit vermindert sein. Teilweise besteht sogar eine vollständige Belastungsunfähigkeit, da die Ermüdungsbrüche am häufigsten am Bein bzw. Fuß auftreten.

Welches sind die häufigsten Orte für Stressfrakturen?

Stressfrakturen treten in besonders belasteten Gelenkabschnitten auf. Hier sind als Marschfraktur typischerweise bei ungewohnter Geh- und Laufbelastung z.B. bei Rekruten bzw. Bundeswehrsoldaten eintretende Frakturierung im Bereich der Mittelfußknochen. Diese sind besonders häufig im Metatarsale II gelegen. Weiterhin sind Ermüdungsbrüche bei Joggern beschrieben worden. Hier treten Brüche insbesondere im Bereich des Wadenbeines auf. Weiterhin werden häufiger bei Hochleistungssportlern ebenfalls Ermüdungsbrüche im Bereich von Schienbein oder auch an untypischen Lokalisationen der Mittelfußknochen beschrieben.

Worin liegt die genaue Ursache für Stress- bzw. Ermüdungsbrüche?

Stressfraktur Sportlerfuss

Im Gegensatz zu Baustoffen in der Technik haben die Elemente des Bewegungsapparates eine Anpassungsfähigkeit durch die Vitalität des Gewebes. So kommt es in allen Bereichen des

Bewegungsapparates, auch des übrigen Körpers, durch körperliche und mechanische Belastungen zu Anpassungen der mechanischen und biologischen Resistenz. Treten durch ungewohnte Belastungen des Knochens vermehrt Biegekräfte ein, wird der ständige Knochenaufbau und -abbau verändert. In Bereichen der vermehrten mechanischen Belastung wird Knochen eingelagert; Knochen in minderbelastenden Bereichen werden abgebaut. Die Anpassungsphänomene, hier am Beispiel des Knochens genannt, finden übrigens in allen Bereich des Körpers statt. Da die biologischen Anpassungsprozesse im Körper eine gewisse Zeit benötigen, ist es möglich, dass durch einen zu starken Belastungsaufbau oder eine zu starke Belastung die Knochenstrukturen so stark überlastet werden, dass es zu Brüchenim Knochen kommen kann. Dies nennen wir Stressfraktur (Ermüdungsfraktur, Marschfraktur).

Wie werden Marschfrakturen, Ermüdungsbrüche oder Stressfrakturen diagnostiziert?

Die Krankengeschichte bzw. die Angaben des Patienten/der Patientin sind nicht immer eindeutig. Hier können auch veränderte Belastung durch Einlagen, anderes Schuhwerk oder ungewohntes Gehen auf unebenem Untergrund ursächlich sein. Dies ist für den Patienten/Patientin zum Teil nicht nachvollziehbar.

Die klinische Diagnose kann ebenfalls anhand der Lokalität mit lokalem Druckschmerz und lokaler Schwellung vermutet werden. In der Frühphase, in den ersten Tagen, nach eingetretener Fraktur ist bei nicht vorhandener Verschiebung im Röntgen eine Diagnose nicht möglich. Dies ist zum Teil erst mit einer Verzögerung von 3-4 Wochen durch die Entkalkung im Bereich des Frakturbereiches nachzuweisen.

Frühere Diagnose ist durch knochenszintigraphische Untersuchung bzw. kernspintomographische Untersuchung möglich. Da bei der vermuteten Diagnose eine sofortige Ruhigstellung bzw. Entlastung zum raschen Ausheilen notwendig ist, sollte eine Therapie frühzeitig beginnen.

Wie wird eine Stressfraktur, Marschfraktur oder ein Ermüdungsbruch therapiert?

Eine sofortige Entlastung bei Verdachtsdiagnose ist zu empfehlen. Auf eine knochenszintigraphische Untersuchung verzichten wir häufig wegen der radioaktiven Belastung und der mangelnden klinischen Relevanz. Insbesondere bei Hochleistungssportlern und Profisportlern, die auf einen raschen Wiedereintritt in das Training angewiesen sind, kann hierdurch ebenso wie durch kernspintomographische Untersuchung eine rasche Diagnosesicherung durchgeführt werden und eine klare Prognose abgegeben werden, wann ein entsprechendes Training wieder durchgeführt werden kann. Die Entlastung findet bei Mittelfußknochenbrüchen und Marschfrakturen ausschließlich mit einem Vorfußentlastungschuh statt.

Abschwellende Maßnahmen wie Lymphdrainage sowie Tape-Verbände mit lymphfördernder Wirkung, Kinesio-Tape können ebenfalls indiziert sein. Analgetische Unterstützung bei entsprechender Schmerzsymptomatik.

Ermüdungsbrüche im Bereich des Wadenbeines sowie Schienbeines sind mit entsprechender Schienenruhigstellung und Entlastung für eine Zeit von etwa 4-6 Wochen behandelbar.

 

Literaturangaben

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