Orthopädische Gelenk-Klinik

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Knieschmerzen - gefährliche Probleme von harmlosen Schmerzen unterscheiden

  1. Wo schmerzt das Knie?
  2. Schmerzen in der Kniekehle
  3. Knieschmerz vorne (Patella)
  4. Knieschmerz Innenseite
  5. Knieschmerz beim Treppen steigen
  6. Schmerzen nach dem Joggen
  7. Knieschmerzen am Morgen
  8. Knie-Beschwerden bei Kniearthrose
  9. Tiefliegende, stechende Knieschmerzen

Knieschmerzen sind ein Warnsignal des Körpers

Knieschmerzen sind ein Warnsignal: Sportverletzungen, Abnutzung, Fehlstellung oder Überlastung ist die Ursache.Knieschmerzen, die mit Schwellungen, Ödemen, Ergüssen und Weichteilveränderungen einhergehen, können besonders gut mit dem Ultraschall untersucht werden. © Gelenk-Klinik / Prof. Dr. Sven Ostermeier

Knieschmerzen sind ein Volksleiden: Allein in Deutschland sind etwa fünf bis zehn Millionen Menschen davon betroffen. Es gibt unterschiedliche Arten von Knieschmerzen. Nur eine gründliche ärztliche Untersuchung kann im Einzelfall die genauen Ursachen der Knieschmerzen klären. Unterschiedliche Personen können aus den verschiedensten Gründen von Knieschmerzen betroffen sein:

Ein Radsportler bekommt Patellaschmerzen (Kniescheibenschmerzen), weil er sein Knie überanstrengt.

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Ein Fußballspieler hat Schmerzen, weil er seinen Meniskus verletzt hat.

Ein Programmierer bekommt Knieschmerzen - meist gemeinsam mit Rückenschmerzen - weil er zu lange in der selben sitzenden Position verharrt und seine Knorpel verkümmern.

Biologische Bedeutung von Knieschmerzen

Ähnlich der rot aufleuchtenden Warnlampe beim Auto sind Knieschmerzen nicht als Problem, sondern als ein hilfreiches Warnsignal zu beachten.

Kniegelenk - Knieschmerzen.Knieschmerzen können auf Grund des komplexen Aufbaus des Knies viele Ursachen haben. Dieses Bild zeigt die normale Anatomie des menschlichen Knies seitlich von vorne: Man sieht die Kniescheibe (Patella); die Bänder der Kniescheibe; den Meniskus als Puffer zwischen Oberschenkel und Unterschenkel; das vordere Kreuzband im Inneren des Kniegelenks; das Außenband des Knies; die Gelenkpartner Oberschenkel (Femur), Unterschenkel (Tibia) © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Knieschmerz weist darauf hin, dass in dem Knie etwas nicht in Ordnung ist. Aufgrund dieses Hinweises können ihre Kniespezialisten Probleme erkennen und oft auf einfache Weise behandeln.

Knieschmerzen sind unangenehm. Viel gefährlicher sind aber schmerzfreie Defekte am Kniegelenk, wie zum Beispiel kleine Risse im Meniskus oder beginnende Knorpelschäden, die unbemerkt und unbehandelt zur Kniearthrose führen können.

Das Warnsignal "Knieschmerz" ermöglicht den Betroffenen, eine rechtzeitige ärztliche Konsultation und frühzeitige Therapie wahrzunehmen. Schwere Schäden am Knie können durch vorbeugende Instandhaltung des Knies vermieden werden, wenn der Patient auf seinen Körper hört.

Knieschmerzen und Ursachen

Vorderer Knieschmerz oder Schmerz an der Kniescheibe

Vorderer Knieschmerz

  • Patellasyplasie
  • Kniescheiben-Luxation
  • Arthrose hinter der kniescheibe
  • Durch Muskuläre Probleme Patella-Fehlstellung
  • Lauf-Schuhprobleme

Vorderer Knieschmerz kann von der Kniescheibe (Patella) ausgelöst werden. Die Kniescheibe kann leicht verschoben oder verformt sein. Daher kann sie bei vielen - gerade jüngeren Patienten - nicht exakt im Kniegelenk laufen. Muskuläre Dysbalance (ungleichmäßiges Muskeltraining), Patella-Dysplasie oder Arthrose hinter der Patella (Retropatellar-Arthrose) kann die Ursache des vorderen Knieschmerzes sein.

Knieschmerz an der Innenseite ("medialer Knieschmerz") des Knies

Knieschmerz an der Innenseite des Kniegelenks kann durch unpassende oder abgenutzte Laufschuhe oder Fehlstellung der Füße ausgelöst werden. Es kann aber auch durch einen Meniskus-Schaden oder eine Kniearthrose im inneren Kompartiment (Innenseite) ausgelöst werden. Sind die Schmerzen an der Innenseite des Knies belastungsabhängig, ist eher eine degenerative Erscheinung (Gelenksabnutzung) die Ursache. Sind die Schmerzen akut oder ist eine Blockade des Knies beteiligt, besteht eher eine Verletzung.

Schmerz Innenseite

  • Innenbandverletzung
  • Meniskusschaden
  • Kniearthrose
  • O-Beine
  • Probleme mit Laufschuhen
  • Fehlstellung der Schuhe

Eine klinische Untersuchung durch den Arzt mit Röntgenbild und ggf. MRT schaffen hier Klarheit. Bei Innenbandverletzungen des Knies wird zunächst die Instabilität des Knies klinisch untersucht, zusätzlich MRT (Kernspin).

Knieschmerzen Außenseite ("lateraler Knieschmerz")

Außenseite

  • Knie-Außenbandverletzung
  • Meniskusverletzung
  • Kniearthrose
  • Laufschuhproblem
  • Fehlstellung des Knies (X-Bein)
  • Fehlstellung der Füße

Knieschmerzen an der Außenseite können durch abgenutzte Laufschuhe oder Fußfehlstellungen ausgelöst werden. Hier hilft eine Podometrie (Fußabdruckmessung) bei der Untersuchung. Auch ein Meniskusschaden kann die Ursache sein. Mit einer klinischen Untersuchung und Kernspin (MRT) wird hier untersucht. Man sollte bei einseitigen Knieschmerzen auch Fußfehlstellungen oder Fehlstellungen im Kniegelenk prüfen (O-Bein-Stellung). Knieschmerz außen kann auch durch einseitige Kniearthrose ausgelöst werden. Röntgen und MRT zeigen hier die Ursache. Auch ein beschädigtes Knieaußenband kann nach einen Unfall oder Sportverletzung diesen Schmerz verursachen. Ein Kernspin und die Klinische Untersuchung helfen bei der Untersuchung.

Knieschmerz beim Treppen steigen

Schmerz Vorne

  • Retropatellare Kniearthrose
  • Hinteres Kreuzband
  • Patella-Fehlstellung

Knieschmerzen beim Treppen aufwärts gehen können durch Kniearthrose hinter der Patella (Kniescheibe) ausgelöst werden. Schmerzen beim Treppensteigen sind belastungsabhängig. Bei Belastung ist vor allem das Knie mit Arthrose schmerzhaft. Röntgenbilder und Kernspin zeigen Schäden des Knorpels im Knie. Auch eine Instabilität der Patella kann beim Knie-Beugen oder Treppensteigen schmerzhaft werden.

Knieschmerz beim Treppen abwärts gehen

KreuzbandDie Funktion des Kreuzbandes kann klinisch durch eine Reihe von Tests gut klinisch überprüft werden. Der Schubladen-Test zeigt das Wackelknie, das der Patient auch beim Bergabwärts gehen oder beim hinuntergehen einer Treppe spürt, wenn das vordere Kreuzband nicht mehr richtig funktioniert. © Gelenk-Klinik/Prof. Dr. Sven Ostermeier

Schmerzen beim Treppen abwärts gehen können auf einen Kreuzbandriss des vorderen Kreuzbandes hinweisen. Kreuzbänder sollen Oberschenkel und Unterschenkel stabilisieren und stabil im Kniegelenk verankern.

Knieschmerzen beim abwärts gehen

  • Vorderer Kreuzbandriss (ACL-Ruptur)
  • Kniescheibenproblem

Sind die Kreuzbänder gedehnt oder gerissen, wird der Spielraum der Gelenkpartner im Kniegelenk zu groß: Vor allem beim Abstoppen oder beim Bergabgehen schiebt sich der Oberschenkelknochen ohne den Halt des Kreuzbandes aus dem Kniegelenk nach vorne und belastet Knorpel und Meniskus. Klinische Untersuchung (Überbeweglichkeit des Knies) und MRT (Kernspintomografie) durch den Kniespezialisten geben hier Gewissheit über die Ursache des Knieschmerzes. Ein Kreuzbandriss sollte nach unserer Auffassung stets durch eine operative Kreuzbandplastik stabilisiert werden, um Verschleiß von Gelenk-Knorpel und Menisken im Kniegelenk zu stoppen. Der Verschleiß wird durch die Überbeweglichkeit nach Kreuzbandriss verursacht.

Knieschmerz und Schwellung im Knie

Schmerz und Schwellung

  • Ruptur des Kreuzbandes (ACL)
  • Innen- oder Außenbandruptur
  • Schlag, Trauma, Verdrehung
  • Meniskus
  • Entzündung
  • Arthritis

Die Schwellung im Knie weist auf ein Trauma (Schlag oder Verdrillung) hin. Das kann durch eine Bandverletzung oder eine Patella-Luxation ausgelöst werden. Auch eine entzündliche Kniearthrose (Arthritis) kann zur Schwellung und Überwärmung führen. Auch eine bakterielle Infektion kann die Ursache sein. Der Kniespezialist wird die Entzündungszeichen im Knie durch eine Blutuntersuchung abklären. Röntgen und MRT Untersuchung geben Aufschluss über Schäden durch Trauma oder Arthritis.

Knieschmerzen nach dem Joggen

Schmerzen beim Joggen

Viele Läufer haben Knieschmerzen nach dem Joggen. Vor allem bei Trainingsanfängern oder nach längerer Sportpause ist das auch normal und nicht besorgniserregend. Wir haben für Knieschmerzen beim Joggen folgende Faustregel:

Knieschmerzen können, gerade zu Beginn der Trainingsphase, immer mal auftreten. Die Schmerzen sollen aber über Nacht wieder zurückgehen.

Dauert der Knieschmerz über mehrere Tage, ist das ein Warnzeichen. Man muss dann von einer Entzündung im Knie ausgehen. Kommen zu den Schmerzen im Knie noch Schwellung und Erwärmung, ist der Besuch des Orthopäden geboten. Viele Freizeitläufer nehmen bei chronischen Knieschmerzen frei erhältliche Schmerzmittel, wie z.B. Ibuprofen, um Ihren Trainingsplan nicht zu gefährden. Diese Selbstmedikation gegen Laufschmerzen im Knie ist für Freizeitsportler nicht zu empfehlen. Bei längerfristiger Einnahme dieser Mittel sind sogar Nebenwirkungen (Nieren oder Magen) zu befürchten.

Das Körpergewicht eines untrainierten Läufers kann heftige Knieschmerzen verursachen. Eine proteinreiche Ernährung ist empfehlenswert. Proteine helfen im Training: Der Aufbau der wichtigen Stützgewebe und der Muskulatur hängt von ihnen ab. Sie helfen aber auch beim Abnehmen. Die Trainingsbelastung sollte bei Übergewichtigen variiert werden: Training auf dem Fahrrad entlastet die Gelenke.

Tiefliegende, stechende Knieschmerzen durch Knochennekrose (Morbus Ahlbäck)

Die Diagnose der aseptischen Knochennekrose bzw. Morbus Ahlbäck ist nicht einfach und beruht auf dem Ausschluss anderer Ursachen für die Knieschmerzen.
  • Klinisches Bild: Plötzliches Auftreten der Knieschmerzen
  • Kein Trauma: Patient kann sich an keinen Unfall oder Sportverletzung erinnern
  • Alter des Patienten - meist im mittleren oder fortgeschrittenen Lebensalter
  • MRT Untersuchung kann Knochenmarksödem anzeigen
  • Röntgenuntersuchung kann demineralisierte (helle) Stellen im Knochen anzeigen
  • Osteoporose (Systemische Skeletterkrankung) wurde ausgeschlossen

Häufig treten Knieschmerzen plötzlich, aber ohne ein äußeres Ereignis auf. Diese heftigen Knieschmerzen sind entweder permanent oder belastungsabhängig. Sie scheinen tief im Kniegelenk zu sitzen. Meist fangen diese Patienten von sich aus an, das betroffene Knie im Alltag durch Schonhinken zu entlasten. Der Schmerz im Knie ist ähnlich stark, als wenn das Kniegelenk verstaucht wäre oder einen heftigen Schlag (Trauma) erhalten hätte.

Häufig ist bei diesen heftigen Schmerzen - nach Ausschluß aller anderen Ursachen - eine Knochen-Nekrose die Ursache. Knochennekrose bedeutet: Der Knochen stirbt stellenweise ab und verliert Vitalität. Die Knochensubstanz wird zurückgebildet, der Knochen demineralisiert.

Meist ist die Oberschenkelrolle (Femurkondyle) von dieser Osteonekrose im Knie betroffen. Diese Knochennekrose im Knie wird auch als Morbus Ahlbäck bezeichnet.

Der Knochen mit Nekrose wird im Spätstadium des Morbus Ahlbäck weich und verformbar. Der Knochen der Gelenksoberfläche kann einbrechen, damit kann eine Kniearthrose eine langfristige Folge der aseptischen Knochennekrose (Morbus Ahlbäck) sein.

Bei einer Knochennekrose im Knie folgt, ähnlich wie bei einem Trauma eine schmerzhafte Flüssigkeitseinlagerung (Ödem) im Knochengewebe. Dieses Ödem ist sehr schmerzhaft und reizt die Schmerzfühler im Knochen. Dieser Ödem-Schmerz im Knie ist aber auch ein wichtiges Warnsignal. Bei rechtzeitiger Diagnose kann die gewonnene Zeit genutzt werden für eine frühzeitige orthopädische Behandlungen der Knochennekrose.

Schmerzen in der Kniekehle

Kniekehle

  • Hinterhorn Meniskus
  • Kniearthrose
  • Baker-Zyste

Schmerzen in der Kniekehle werden oft durch eine Verletzung am Hinterhorn des Meniskus verursacht. Das kann klinisch und durch MRT untersucht werden. Kommt eine Schwellung in der Kniekehle hinzu - eine sogenannte Bakerzyste, wird die Meniskusverletzung noch wahrscheinlicher. Eine Ultraschalluntersuchung hilft bei der Diagnose. Auch eine Kniearthrose kann lokalisierte Schmerzen in der Kniekehle verursachen. Bei Verdacht auf Kniearthrose wird mit Röntgen und MRT untersucht.

Knieschmerz als Ausstrahlung einer Hüftarthrose

Vor allem ein äußerer Knieschmerz kann auch als Ausstrahlung einer Arthrose im Hüftgelenk entstehen. Eine klinische Untersuchung und MRT Untersuchung von Knie und Hüfte schaffen hier Klarheit.

Knieschmerz am frühen Morgen oder nach Ruhe

Sogenannte Anlaufschmerzen, die sich nach kurzer Zeit wieder verlieren, sind Anzeichen der Kniearthrose. Oft sind morgendliche Anlaufschmerzen im Knie kombiniert mit Morgensteifigkeit Anzeichen für eine Kniearthrose.

Welche Fragen wird Ihr Orthopäde bei der Untersuchung des Knieschmerzes stellen?

Untersuchung der Beinachse Die äußere Inspektion der Beinachse leitet die Untersuchung von Knieschmerzen ein. Fehlstellungen (O-bein oder X-Bein) können Knieschmerzen verursachen. © Gelenk-Klinik.de/Prof. Dr. Sven Ostermeier

Zunächst wird der Orthopäde Alter, Geschlecht und Lebens sowie Sportgewohnheiten erfragen. Dann sind die näheren Umstände wichtig: Gab es einen Belastungswechsel, etwa die Aufnahme oder Änderung eines Trainings? Gab es einen Unfall, Sturz oder ein Umknickereignis?

Die Schmerzentstehung ist ebenfalls wichtig: Wird der Knieschmerz ausgelöst durch eine bestimmte Aktivität, ist plötzlich auftretend und stechend? Oder ist er aktivitätsunabhängig, anhaltend oder gar schon chronisch geworden?

Auch die Lokalisation des Knieschmerzes - an der Innenseite, Aussenseite oder als vorderer Knieschmerz - gibt Hinweise. Die Lokalisation ist, wie alle Arten des Knieschmerzes, aber kein sicherer Indikator: Knieschmerzen können auch ausstrahlen, etwa als Symptom einer Hüftarthrose, die sich häufig als stechender oder dumpfer Knieschmerz äußert.

Auch die Feststellung der Beweglichkeit des Knies oder mögliche Bewegungsblockaden in Verbindung mit Schmerzen gehören zur klinischen Untersuchung des Knieschmerzes.

Für die Ermittlung der tatsächlichen Ursache des schmerzenden Knies ist in jedem Fall eine Untersuchung durch den erfahrenen Kniespezialisten angeraten.

Durch eine Selbstdiagnose oder eine unzureichende Untersuchung kann der Patient wichtige Behandlungsmöglichkeiten versäumen. Vor allem auch junge Patienten mit Knieschmerzen sollten dieses beachten und sich rechtzeitig beraten lassen. Es ist nicht geraten, trotz vorhandener Knieschmerzen im Knie weiter zu trainieren oder zu warten, ob sie "von alleine" wieder weggehen.

Es gibt zwei mögliche Ursachen, die für die allermeisten Kniebeschwerden verantwortlich sind: Unfall (Trauma) und Kniearthrose.

Welche Möglichkeiten der Behandlung von Knieschmerzen gibt es?

Im folgenden geben wir eine allgemeine Übersicht über die Therapieverfahren. Die geeignete Methode wird durch die jeweils individuelle Indikation nach gründlicher ärztlicher Untersuchung bestimmt:

Knieschmerz konservativ behandeln

Verschiedene Formen des Knieschmerzes

Qualität des Knieschmerzes: Wie tut es weh?

Je nach Ursache machen sich Kniegelenkbeschwerden unterschiedlich bemerkbar. Äußerliche Kennzeichen können zum Beispiel Ergüsse, Rötungen, Schwellungen, starke Erwärmung und Bewegungseinschränkungen sein.
Die Knieschmerzen können von Ziehen, Drücken oder Stechen bis hin zum dumpfen Dauerschmerz oder krampfartigen Schmerz reichen.

Lokalisation des Knieschmerzes: Wo tut es weh?

Entscheidend ist auch, an welcher Stelle des Knies der Hauptschmerz auftritt- ob an der Innen- oder Außenseite, Vorder- oder Rückseite oder der ganzen Knieregion.

Situationsabhängigkeit des Knieschmerzes: Wann tut es weh?

In vielen Fällen beginnt der Knieschmerz beim Laufen oder Treppensteigen. Manchmal treten die Beschwerden aber auch erst nach größerer oder länger andauernder Belastung auf. Einige Knieerkrankungen zeichnen sich sogar durch Schmerzen in Ruhestellung aus. Oder auch Schmerzen beim Sitzen: Schmerzen mit gebeugtem Knie können ein Hinweis auf Knorpelschäden unter der Kniescheibe sein, die umso besser behandelt werden können, je früher man die Ursache erkennt.
Auch wenn es in der Regel nicht schmerzhaft ist - das häufige Knacken des Knies kann ebenfalls ein Signal für Schädigungen des Gelenks sein. Wie übrigens auch das Gefühl der Instabilität bei einer Kreuzbandverletzung oder Steifheit.

 

Unfall als Ursache des Knieschmerzes

Knieschmerzen nach äußerer Schädigung (Trauma):
Obwohl das Knie kurzfristig bis zu 1,5 Tonnen Belastung aushalten kann, ist es sehr verletzungsanfällig. Es ist nicht von einer schützenden Muskelschicht umgeben. Prellungen, Tritte oder Stöße beim Sport oder bei Verkehrsunfällen treffen deshalb direkt das empfindliche Gelenk.

Knieschmerzen aufgrund einer akuten Verletzung oder eines Unfalls treten meist unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis auf. Verletzungsbedingte Schmerzen gehen in Ruhestellung meist zurück und werden bei Belastung schlimmer. In der Regel führt die Verletzung aber auch zu einer entzündlichen Reaktion und damit zu nächtlichen Ruheschmerzen.

Typisch für Verletzungen der Bänder am Knie ist ein 'wackliges' Gefühl der mangelnden Stabilität im Gelenk.

Knieschmerzen bei Gelenkverschleiss (Kniearthrose)

Mit zunehmendem Alter leiden immer mehr Menschen an Kniearthrose (Gelenkverschleiß). Ursache ist die Abnutzung der gleitenden Knorpelschicht. Verschleißerkrankungen äußern sich typischerweise durch zunehmende Schmerzen, die sich bei Belastung verstärken. So genannte Anlauf- oder Startschmerzen bei anfänglicher Bewegung nach einer Ruhephase sind ebenfalls kennzeichnend. Da arthrotische Beschwerden in der Regel nicht entzündlich sind, treten sie nachts oder in Ruhe generell nicht auf - es sei denn, es ist eine starke Überlastung vorausgegangen.
Wandelt sich eine Arthrose durch ständige (chronische) Reizung zu einer entzündlichen Arthritis, kann es auch zu Schwellung und Ergussbildung kommen.

Weitere mögliche Ursachen des Knieschmerzes

Knieschmerzen können auch Zeichen einer harmlosen Überbelastung mit vorübergehender Reizung sein. Außerdem können ausstrahlende Schmerzen, die ihre eigentliche Ursache in einem anderen Gelenk haben, auch Knieschmerz verursachen. Typisch für solche 'Schmerzverschiebungen' ist, dass zusätzlich zu den Knieschmerzen noch weitere Gelenkschmerzen auftreten.

Typische Knie-Beschwerden bei Arthrose

Typische Merkmale sind die Gelenksteifheit am Morgen, das Stärkerwerden des Schmerzes in Ruhe und die Besserung bei Belastung. Nachts treten die Schmerzen verstärkt auf.

Knieschmerzen bei Knorpelveränderungen

Die krankhafte Veränderung des Knorpels der Kniescheibe (Chondropathia patellae) macht sich durch starke Schmerzen bei längerem Sitzen oder beim Treppensteigen bemerkbar. Sie kommt häufig bei Jugendlichen vor. Knorpelschäden an den Gleitflächen des Basisgelenkes machen sich häufig erst spät bemerkbar, da der Knorpel selbst keine Schmerzrezeptoren hat.

14 Einfache Knie-Übungen für zu Hause

Im Folgenden empfehlen wir Ihnen einfach durchzuführende Übungen gegen Knieschmerzen. Bitte beachten Sie, dass Sie länger dauernde Knieschmerzen stets orthopädisch untersuchen lassen sollten. Diese Übungen sind also nur nach einer ärztlichen Untersuchung empfehlenswert: Sie könnten bei einer Selbstbehandlung ohne Diagnose wichtige Behandlungsmöglichkeiten Ihres Knieschmerzes versäumen.

Übung 1: Knie pendeln lassen

Übung Knie pendeln lassen 1. Knie pendeln lassen. © Gelenk-Klinik.de

Bei dieser Übung müssen Sie sitzend das Knie pendeln lassen (möglichst mit oder ohne Gewicht am Sprunggelenk). Das Kniependeln fördert die Bildung von Gelenkschmiere und wirkt vorbeugend gegen Arthrose. Patienten mit Kniearthrose sollen diese Übung immer dann durchführen, wenn sich das Knie müde anfühlt oder Sie nach einer längeren Anstrengung Knieschmerzen haben. Die Pendelbewegung ohne Belastung fördert die Knorpelernährung. Dauer: ca. 1 Minute.

Übung 2: Knie ausgestreckt in der Luft halten

Übung Knie ausgestreckt halten 2. Knie ausgestreckt halten. © Gelenk-Klinik.de

Das Knie im Sitzen ausstrecken und dabei die maximale Streckung anstreben. Dies mobilisiert das Kniegelenk und fördert zudem die Beweglichkeit im Alltag. Eine Gewichtsmanschette am Sprunggelenk kräftigt zusätzlich den Quadrizeps am Oberschenkel. Ist kein Gewicht zur Hand, so kann diese knieentlastende Übung auch mit einem Stiefel oder Skischuh durchgeführt werden. Auf jeder Seite 10 mal wiederholen.

Übung 3: Knie bei aufgelegter Ferse im Sitzen durchdrücken

Übung Knie pendeln lassen 3. Knie im Sitzen durchdrücken © Gelenk-Klinik.de

Das Bein wird im Sitzen auf einen Hocker oder ähnliches aufgelegt und dann aktiv durchgedrückt. Diese Übung ist besonders hilfreich nach Operationen sowie nach akuten Knieverletzungen. Sie unterstützt die volle Beweglichkeit des Kniegelenks und erhält den vollständigen Bewegungsradius des Gelenks. Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen wird vorgebeugt. Bei Schmerzen oder fehlender Beweglichkeit sanft mit den Händen nachhelfen. Dauer der Übung: ca. 1 Minute.

Übung 4: "Bodenwischen" im Sitzen

Boden wischen im Sitzen 4. Boden wischen im Sitzen © Gelenk-Klinik.de

Auf einem Hocker sitzend, den Boden mit dem Fuß „wischen“. Bitte das Handtuch dabei gleichmäßig vor- und zurückbewegen und stets den Kontakt zum Boden behalten. Diese Übung erhöht die Beweglichkeit des Kniegelenks. Fortgeschrittene können diese Übung auch im Stehen ausführen. Das Kniegelenk des Standbeins wird dadurch zusätzlich gekräftigt. Dauer: Mit jedem Fuß ca. 1 Minute wischen.

Übung 5: Dehnung des Oberschenkelmuskels (Quadrizeps)

Dehnung des Oberschenkelmuskels (Quadrizeps) 5. Dehnung des Oberschenkelmuskels (Quadrizeps) © Gelenk-Klinik.de

Die Ferse wird im Stehen bei gestrecktem Oberschenkel langsam nach oben gezogen. Diese Übung dehnt den Quadrizeps und verbessert Koordination und Stabilität des Kniegelenks. Bei eingeschränkter Beweglichkeit können Sie den Ablauf auch mit einem Handtuch unterstützen (Variante). Führen Sie diese Übung durch, ohne sich festzuhalten, so trainiert dies auf besondere Weise auch Haltemuskulatur und Gleichgewicht im Standbein. Diese Dehnung ca. 1 Minute halten.

Übung 6: Einbeinstand auf weichem Untergrund

Einbeinstand auf weichem Untergrund 6. Einbeinstand auf weichem Untergrund. © Gelenk-Klinik.de

Der Einbeinstand auf weichem Untergrund (beispielsweise einem zusammengerollten Handtuch) verbessert die Koordination in Knie und Sprunggelenk des Standbeines. Dabei wird auch die Rückenmuskulatur mit einbezogen und die tiefliegenden Muskeln - wichtig für Stabilität und Gleichgewicht - besonders gekräftigt. Gleichzeitig ist diese Übung eine gute Vorbeugung gegen Stürze und Unfälle. Um das Gleichgewicht zu fördern, fixieren Sie bitte einen Punkt an der Wand. Anfangs bitte in der Nähe der Wand oder einer Stuhllehne durchführen, um Stürze zu vermeiden. Die Variante für Vorsichtige: Um in die Übung sanft einzusteigen, den Fuß erst einmal nur leicht anheben. Vereinfachung: Wenn Sie sich unsicher fühlen können Sie diese Übung zunächst auch auf ebenem Untergrund durchführen. Dauer: 3-10 mal 15 Sekunden lang halten.

Übung 7: Ausfallschritt mit Wippe

Ausfallschritt mit Wippe 7. Ausfallschritt mit Wippe. © Gelenk-Klinik.de

Der Ausfallschritt dieser Übung dient vor allem der Kräftigung des vorderen Beins. Fortgeschrittene können die Belastung noch vergrößern, indem sie das Knie des hinteren Beines möglichst tief in Richtung Boden bewegen, ohne dort aufzusetzen. Diese Übung ca. 1 Minute halten und leichte Wippbewegungen durchführen, dann das Bein wechseln.

Übung 8: Mit dem Pezzi-Ball und gebeugten Knien gegen die Wand lehnen

Mit dem Pezziball und gebeugten Knien gegen die Wand lehnen 8. Mit dem Pezzi-Ball und gebeugten Knien gegen die Wand lehnen. © Gelenk-Klinik.de

Mit dem Rücken und gestreckten Beinen gegen den Ball an der Wand lehnen. Die Füße stehen dabei ein Stück vor den Knien. Für Fortgeschrittene: Führen Sie diese Übung auf den Zehenballen stehend aus. Dann langsam die Wand hinunter rollen bis eine „sitzende“ Haltung erreicht ist. Anschließend wieder nach oben bewegen. Diese Übung ist ideal zur Kräftigung der Beinmuskulatur. Sie kann auch mit einem kleineren Ball durchgeführt werden. Dauer: 10 Mal hoch- und wieder herunterbewegen.

Übung 9: Kniebeugen (Squads) kräftigen die Beinmuskulatur

Kniebeugen (Squads) kräftigen die Beinmuskulatur 9. Kniebeugen (Squads) kräftigen die Beinmuskulatur © Gelenk-Klinik.de

In die Hocke gehen, die Arme nach vorne ausgestreckt halten und dann wieder aufrichten. Mit den Beinen dabei hüftbreit stehen. Diese Übung ist sehr vielseitig: Sie Kräftigt die Beinmuskulatur, die Gesäßmuskulatur, die Rückenmuskulatur um die Lendenwirbelsäule. Vorsicht: In der Hockstellung nicht mit dem Knie nach Innen wegknicken oder über die Fußspitzen hinausragen. Der Rücken bleibt immer gerade. Fortgeschrittene können die Kniebeugen auch ganz tief ausführen. Bitte ca. 10 mal wiederholen.

Übung 10: Auf der Stelle gehen ("Moonwalk")

Auf der Stelle gehen 10. Auf der Stelle gehen © Gelenk-Klinik.de

Abwechselnd und dynamische die Fersen vom Boden heben und wieder absenken, ao also ab sie auf der Stelle gehen. Bei dieser Übung werden die Schritte bzw. das Vorwärtslaufen ebenfalls nur vorgetäuscht. Das „Auf-der-Stelle-gehen“ kräftigt beide Beine und stärkt zudem Knie und Sprunggelenksachse. Diese Übung dynamisch durchführen und auf jeder Seite ca. 10 Mal wiederholen.

Übung 11: Knie in Rückenlage nach oben ausstrecken

Knie in Rückenlage nach oben ausstrecken 11. Knie in Rückenlage nach oben ausstrecken. © Gelenk-Klinik.de

Auf dem Rücken liegend, wird das Bein nach oben gestreckt. Diese Übung verbessert die Beweglichkeit des Knies und dehnt die hintere Oberschenkelmuskulatur. Dies beugt Verkürzungen vor, die im Rahmen unserer sitzenden Lebensweise auftreten können. Falls erforderlich mit einem Handtuch, einem Gürtel oder der Hand nachhelfen, um das Bein für ca. eine Minute in der gestreckten Position zu halten.

Übung 12: Bei gestrecktem Bein Ferse aufstellen und nach vorne beugen -Dehnung der hinteren Beinmuskulatur

Bei gestrecktem Bein Ferse aufstellen und nach vorne beugen -Dehnung der hinteren Beinmuskulatur 12. Bei gestrecktem Bein Ferse aufstellen und nach vorne beugen -Dehnung der hinteren Beinmuskulatur © Gelenk-Klinik.de

Ferse mit angezogener Fußspitze auf eine „Stufe“ stellen und leicht nach vorne beugen, ca. 1 Minute halten, dann das Bein wechseln.

Übung 13: Exzentrische Waden-Dehnung

Exzentrische Waden-Dehnung 13. Exzentrische Waden-Dehnung. © Gelenk-Klinik.de

Beide Füße stehen parallel zueinander auf einer Stufe. Auf die Zehenspitzen stellen und dann langsam wieder absinken lassen. Dies bewirkt eine passive Dehnung der Wadenmuskulatur und Achillessehne. Um das Gleichgewicht zu halten und Stürze zu vermeiden, sollte man Halt bei einem Partner suchen - zumindest bis die Übung eingeübt ist. Diese kann auch einseitig durchgeführt werden: Dabei sinkt nur die Ferse eines Beines nach unten, das andere Bein hält das Gleichgewicht. Bitte ca. 10 Mal wiederholen.

Übung 14: Knie gegen den Widerstand eines Therabandes durchdrücken

Knie gegen den Widerstand eines Therabandes durchdrücken 14. Knie gegen den Widerstand eines Therabandes durchdrücken. © Gelenk-Klinik.de

Im Stehen das Knie gegen den Widerstand des Therabandes nach hinten ziehen. Befestigen Sie das Theraband an einem festen Gegenstand (Tischbein, Treppengeländer, Heizung). Diese Übung kräftigt die Beinmuskulatur und verbessert die Koordination des gegenüberliegenden Beines. Dei Streckung des Beines wird verbessert. Bitte ca. 10 Mal mit dem einen und dann mit dem anderen Bein wiederholen.

Behandlung bei Knieschmerz

Bei dauerhaften Schmerzen sollte auf jeden Fall der Rat Arztes, am besten eines Knie-Spezialisten eingeholt werden. Er kann durch die notwendigen diagnostischen Maßnahmen feststellen, ob es sich vielleicht um ausstrahlende Schmerzen handelt, die ihre eigentliche Ursache in einem anderen Gelenk haben. Er kann auch Erkrankungen wie Osteoporose, Knocheninfarkte oder Tumoren erkennen, die in seltenen Fällen ebenfalls die Ursache für Knieschmerzen sein können.

Häufig handelt es sich beim Knieschmerz nur um die Folge eine Überbeanspruchung, die nach einiger Zeit der Schonung und Ruhigstellung wieder abklingt. Er verschwindet oft so schnell wie er gekommen ist. Unterstützend helfen eine Kühlung oder leichte entzündungshemmende Schmerzmittel.

Man sollte jedoch mit dem Gang zum Facharzt nicht allzu lange zögern: Verschleppung von Schädigungen des Knies kann zu irreparablen Folgeschäden am Gelenk führen. Wir empfehlen: Besser eine kurze diagnostische Abklärung, als durch Nicht- oder Falschbehandlung chronische Knieschmerzen oder in Kauf zu nehmen.

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