Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Hüftarthrose (Coxarthrose): Gelenkerhaltende Therapie des Hüftgelenks

  1. Was ist Arthrose im Hüftgelenk (Coxarthrose)?
  2. Symptome der Hüftarthrose
  3. Entstehung und Stadien der Hüftarthrose (Coxarthrose)
  4. Ursachen der primären Hüftarthrose
  5. Hüftblockade oder Hüftimpingement als Ursache der sekundären Hüftarthrose
  6. Untersuchung der Hüftarthrose durch den Arzt
  7. Differentialdiagnose: Welche anderen Ursachen können zu Hüftschmerzen führen?
  8. Hüftarthrose vorbeugen: Verhaltensanpassung, Ernährung und Sport bei beginnender Arthrose
  9. Therapie der Hüftarthrose (Coxarthrose)
  10. Ist Knorpelverpflanzung eine geeignete Therapie der Hüftarthrose?

(Hüftarthrose wird medizinisch Coxarthrose genannt)

Hüftarthrose, coxarthrose-Das Hüftgelenk verbindet den Oberschenkel mit dem Beckenknochen. Die Hüfte ist ein sehr tiefes Gelenk: Der Oberschenkelkopf wird fast vollständig von der Gelenkspfanne (Acetabulum) umgeben. Die Knorpelschicht überzieht die knöchernen Gelenkpartner und sorgt für reibungs- und schmerzfreie Beweglichkeit in dem Gelenk. Das hier abgebildete Gelenk ist nicht von Hüftarthrose befallen: Die Knorpelfläche ist intakt. © Istockphoto

Der krankhafte Knorpelverschleiß der Hüfte wird Hüftarthrose oder Coxarthrose genannt. (lateinisch coxa = Hüfte). Hüftarthrose ist eine weit verbreitete degenerative Erkrankung des Hüftgelenks. Viele Menschen leiden im Lauf ihres Lebens unter Hüftbeschwerden durch eine Coxarthrose, denn sie ist noch vor der Kniearthrose die häufigste Form der Arthrose beim Menschen.

Die Hüftarthrose verläuft häufig über Jahre hinweg schleichend: Erst wenn die Knorpelschicht stark geschädigt ist, treten die ersten Symptome auf. Durch klinische Untersuchungen und vor allem Röntgenuntersuchungen kann die Arthrose im Hüftgelenk sicher diagnostiziert werden. Am Anfang ist die Hüftarthrose eine Erkrankung des Gelenkknorpels. In späteren Stadien der Coxarthrose sind auch andere Strukturen - Bänder, Knochen, Gelenkkapsel, Gelenkschleimhaut und Muskulatur - von der Arthrose betroffen.

Die Arthrose im Hüftgelenk ist der Hauptgrund für operativen Gelenkersatz: Mehr als 200.000 Patienten im Jahr unterziehen sich dieser Operation.

Unser Schwerpunkt: Gelenkerhalt bei Hüftarthrose

Immer mehr Patienten können jedoch endoprothetischen Gelenkersatz durch gelenkerhaltende Therapien vermeiden. Knorpelzüchtung und Regeneration der Gelenkflächen kann bei beginnender Hüftarthrose das Fortschreiten des Knorpelverschleißes verhindern. Die Chancen dieser Behandlung müssen wir im Einzelfall durch eine gründliche Untersuchung ermitteln. Hier kann man schon zusammenfassend sagen: Eine gelenkerhaltende Behandlung ist um so erfolgversprechender, je weniger die Gelenkflächen der Hüfte sowie die anatomischen Strukturen des Hüftgelenks bereits durch die Arthrose vorgeschädigt sind.

Ist eine vollständig gelenkerhaltende Therapie der Hüftarthrose nicht mehr möglich, wollen wir bei der nachfolgenden endoprothetischen Versorgung jedoch nach Möglichkeit so viel wie möglich von dem natürlichen Knochengewebe erhalten: Oberflächenersatzprothesen und Kurzschaftprothesen sind moderne Verfahren der Endoprothetik, die uns ein sehr knochensparendes Vorgehen erlauben.

Wir wollen uns in diesem Artikel vor allem darauf konzentrieren, wie Patienten mit Arthrose im Hüftgelenk durch konsequente Anwendung moderner Therapien ihr Hüftgelenk bei Hüftarthrose erhalten können.

Untersuchung der Hüftarthrose Die Chancen einer gelenkerhaltenden Therapie der Hüftarthrose (Coxarthrose) müssen in einer eingehenden klinischen und bildgebenden Untersuchung ermittelt werden. © Dr. Martin Rinio

Wer bekommt Hüftarthrose (Coxarthrose)?

Risikogruppen für Coxarthrose
  • Alter über 55 Jahren.
  • Weibliches Geschlecht
  • Kaukasier (europäische Abstammung)
  • Adipositas (Übergewicht)
  • Leistungssportler oder Schwerarbeiter

Je nach Untersuchung haben ca. 3% - 6% der Bevölkerung eine Arthrose im Hüftgelenk. Bei den meisten Patienten tritt die Hüftarthrose (Coxarthrose) nach dem 50. Lebensjahr auf. In gewissem Umfang lässt bei jedem Menschen die Funktion des Hüftgelenkes mit zunehmendem Alter nach. Das ist zunächst normal und nicht wirklich behandlungsbedürftig. Erst wenn die Leistung und Belastbarkeit des Hüftgelenks deutlich hinter der altersgerechten Erwartung zurückbleibt, muss der Orthopäde eine Therapie anbieten. Dennoch ist das Alter der größte Risikofaktor: Je älter ein Patient ist, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er eine behandlungsbedürftige Hüftarthrose (Coxarthrose) aufweist. Die meisten Fälle von Hüftarthrose haben eine bestimmte Ursache. Bei schwerer beruflicher Belastung oder Leistungssport kann der Gelenkverschleiss im Hüftgelenk häufiger auftreten. Auch bei vorgeschädigter Hüfte - sei es durch Unfall oder durch eine Fehlbildung (Dysplasie) - wird die Hüftarthrose begünstigt.

Einfluss der Menopause auf Arthrose bei Frauen?
Es gibt einen direkten Einfluss der Menopause auf die Knochenmineralisierung (Osteoporose). Knorpelabbau wird dadurch aber nicht verursacht. Osteoporose und Arthrose treten bei Frauen auch selten gemeinsam auf. Östrogenersatztherapie hat bei Frauen auch keine beobachtbaren knorpelschützenden Effekte. Vorbeugung oder Behandlung von Hüftarthrose ist dadurch also nicht möglich.

Bei der primären Hüftarthrose sind kaukasische (europäisch-stämmige) Bevölkerungen stärker betroffen Menschen als asiatischer oder afrikanischer Herkunft. Frauen sind stärker als Männer betroffen: Es gibt offenbar - gerade für Frauen in den Wechseljahren - Faktoren, die den Knorpelabbau im Hüftgelenk verstärken. Dabei ist Körpergewicht bzw. Übergewicht der wichtigste kontrollierbare Risikofaktor bei der Entstehung von Hüftarthrose. Auch das breitere weibliche Becken verändert die Stellung der Knochen im Hüftgelenk und in den Kniegelenken (X-Stellung). Allgemein sind Frauen daher vielleicht anfälliger für Gelenksverletzungen der unteren Extremität und, vielleicht wegen der im Vergleich zu Männern anderen Geometrie der Gelenke, für belastungsabhängige Knorpeldefekte in Hüfte und Kniegelenk.

Hüftgelenk mit GelenkkapselDas gesunde Hüftgelenk ist umgeben von einer zähen, elastischen bindegewebigen Gelenkkapsel. Die Aufgabe der Gelenkkapsel ist die Zentrierung des Hüftkopfes im Hüftgelenk. Damit leistet die Gelenkkaspel des Hüftgelenkes einen erheblichen Beitrag zur Stabilität des Hüftgelenks unter Bewegung und Belastung. Nach einer Hüftoperation besteht nach Entfernung der Gelenkkapsel Luxationsgefahr, bis die Gelenkkapsel sich wieder regeneriert hat. © Istockphoto

Verlauf und Stadien der Hüftarthrose (Coxarthrose)

Stadien der Hüftarthrose
  • Grad 0: Die gesunde Knorpel-Oberfläche ist glatt und elastisch
  • Grad 1: Angeraute Knorpeloberfläche, teilweise auch schon weich durch den beginnenden Verlust an hyalinem Knorpelgewebe.
  • Grad 2:  Die Beschädigung des Knorpels ist sichtbar, aber der Knorpelüberzug über dem Oberschenkelkopf oder der Hüftpfanne (Acetabulum) ist noch intakt.
  • Grad 3: Die Knorpelschäden (Ulcus) betrifft bereits 50%–100% der Dicke der Knorpelschicht. Die Risse gehen also durch die ganze Dicke der Knorpelschicht.
  • Grad 4: "Knorpelglatze", d.h. der Knochen unter dem Knorpel ist sichtbar geworden, die Knochen reiben direkt aneinander, die Hüfte versteift nun vollständig und wird schmerzhaft
Externer Fachartikel zu Hüftarthrose

Knorpelverschleiß

Die Stadien der Hüftarthrose sind eng verbunden mit dem zunehmenden Abbau des Gelenkknorpels im Hüftgelenk. Der Knorpel ist ein wasserspeicherndes, elastisches Bindegewebe. Wie in allen Bindegeweben geht während des natürlichen Alterungsprozesses Elastizität und Wasserspeicherung im Knorpelgewebe zurück.

An der Körperoberfläche ist uns diese Veränderung der bindegewebigen Strukturen sehr gut bekannt: Dadurch wird z.B. wird die Haut im Gesicht mit dem Alter durch die Veränderung der Bindegwebe sichtbar faltiger. Ebenso werden im Körperinnern die Gelenk-Knorpel ebenfalls rauer und verlieren an Höhe und Elastizität. Damit geht auch das Dämpfungsvermögen des Knorpelgewebes zurück.

Dieser "altersgerechte" Rückgang wird aber nicht als Hüftarthrose (Coxarthrose) bezeichnet. Nur wenn das Hüftgelenk sich schneller verschlechtert, als es dem Lebensalter des Patienten entspricht, spricht der Orthopäde von einer behandlungsbedürftigen Hüftarthrose (Coxarthrose).

Röntgenbild einer CoxarthroseRöntgenbild einer Hüftarthrose (Coxarthrose): Der Gelenkspalt, der im gesunden Hüftgelenk durch Knorpel gebildet wird, ist komplett verschwunden. Die Knochen des Oberschenkelkopfes und der Hüftpfanne liegen im Gelenk direkt aufeinander. Durch die Last der direkt aufeinander reibenden Gelenkflächen entsteht eine subchondrale Sklerosierung (verstärkte Knochenbildung an den Gelenkflächen). An den Oberflächen entstehen Knochendorne (Osteophyten).

Knorpelabbau führt zur Überlastung der Knochens

Bei einer Hüftarthrose wird die Knorpeloberfläche immer rauer und rissiger. Zunächst ist das ein Prozess an der Oberfläche des Gelenkknorpels. Später reichen die Risse im Knorpelgewebe bis hinunter zur knöchernen Gelenkoberfläche. Durch die zunehmenden Defekte im Knorpelüberzug steigen Reibung und mechanische Last an den Gelenkflächen: Intakte und stark wasserspeichernde Knorpelflächen führen zu einer deutlichen Verteilung mechanischer Krafteinwirkungen im Gelenk auf einen großen Bereich der Gelenkfläche. Je weniger tragfähig der Knorpel durch die zunehmende Degeneration geworden ist, um so stärker treffen die Lasten und Stöße in einem kleinen Bereich der knöchernen Gelenksflächen ein.

Subchondrale Sklerosierung

Als Resultat dieser zunehmenden Lastspitzen finden zwei Veränderung in den Knochenoberflächen der Gelenke statt. Der Knochen unter den Gelenkflächen verstärkt sich (subchondrale Sklerosierung). Das ist auch im Röntgenbild deutlich sichtbar.

Osteophyten (Knochensporne)

Weil der Knochen eine natürliche Tendenz hat, vorhandene Lasteinwirkungen auf möglichst große Flächen zu verteilen, verbreitert sich die Gelenkfläche durch Knochenaufbauten bzw. Dornfortsätze am Rand (Osteophyten). Auch diese Osteophyten sind im Röntgenbild sehr gut sichtbar. Diese Dornfortsätze an den Gelenkoberflächen beschleunigen den Knorpelabrieb zusätzlich. Man kann sie aber nicht einfach durch Hüftarthroskopie abtragen, weil die Osteophyten bei der Anpassung des Hüftgelenks an den zunehmenden Knorpelabrieb eine wichtige Rolle spielen.

Knochenödeme und Geröllzysten

Wenn die Knorpelfläche ganz abgebaut ist, dringt Gelenkflüssigkeit durch die Knochenoberfläche in den Knochen. Schmerzhafte Ödeme (Flüssigkeitseinlagerungen) bilden sich, die im Röntgenbild und MRT gut sichtbar sind. Manchmal sammelt sich die Gelenkflüssigkeit auch in Flüssigkeitsblasen im Knochen (Geröllcysten). Diese Ödeme oder Geröllcysten sind im MRT-Bild oder im Röntgenbild deutlich zu erkennen.

Hüftarthrose und Arthritis: Die "aktivierte Arthrose" des Hüftgelenks

Hyaliner Gelenk-Knorpel überzieht die Knochen in den Gelenken. Mikroskopisches Bild von Knorpelgewebe zeigt einzelne Zellen (violett gefärbt): Hyaliner (gelartiger) Gelenkknorpel überzieht die Knochen in den Gelenken. Dieses elastische Bindegewebe sorgt für die Gleitfähigkeit des Hüftgelenks. So lange die Bindegewebsmatrix ihre wasserbindenden Eigenschaften hat, ist sie elastisch und sorgt für reibungsfreie Beweglichkeit im Hüftgelenk. Die relativ wenigen Knorpelzellen bilden die Proteine der hyalinen (wasserhaltigen) Matrix und erschaffen dadurch das Knorpelgewebe. Hüftarthrose ist stets eine Erkrankung des Knorpelgewebes im Hüftgelenk. © Ganimedes über Wikimedia.org

Hüftarthrose kann schmerzhaft und entzündlich "aufflammen". Das Gelenk ist dann schmerzhaft geschwollen. Der Schmerz kann bei dieser Entzündung im Gelenk unerträglich werden. Dieses akute Stadium der Hüftentzündung (Arthritis des Hüftgelenks) kann dann aber auch wieder abklingen, die Symptome also scheinbar zurückgehen. Die zugrundeliegende Hüftarthrose bleibt dann aber bestehen, auch wenn die Beschwerden auf einem niedrigeren Niveau verbleiben.

Der Verlauf der Hüftarthrose (Coxarthrose) ist also vielgestaltig. Am Ende, nach dem Verschleiß des Gelenkknorpels, steht aber oft das völlige Versagen des Hüftgelenks: In diesen Fällen muss der Orthopäde mit einer Hüftprothese, dem künstlichen Hüftgelenk, wieder zu einer schmerzfreien Beweglichkeit im Alltag helfen.

Findet der Orthopäde jedoch frühzeitig eine behandelbare Ursache der Hüftarthrose, kann er den Verfallsprozess der Hüfte oft noch beenden und das natürliche Hüftgelenk durch eine kausale Arthrosetherapie retten.

Hüftarthrose mit Osteophyten (Knochensporne)Je stärker die Knorpelfläche abgenutzt ist, um so deutlicher wird die Tendenz des Gelenks, sich durch die Bildung von Knochenanbauten selbst zu versteifen. Es bilden sich Osteophyten auf dem Oberschenkelkopf, aber auch in der Hüftgelenkspfanne. Diese Knochenabauten führen zu einer weiteren Absenkung der Gleitfähigkeit der Gleitflächen im Hüftgelenk: Knorpelabbau und Arthrose verstärken sich. Nur im Frühstadium kann es helfen, diese Osteophyten am Oberschenkelkopf operativ - durch eine Hüftarthroskopie - abzutragen. © Istockphoto

Primäre Hüftarthrose: Auslöser nicht bekannt

Aus früheren Zeiten stammt die inzwischen veraltete Einteilung der Hüftarthrose in "primäre" und "sekundäre" Arthrose des Hüftgelenks: Bei der primären Arthrose ist die Ursache nicht bekannt. Hüftarthrose kann viele Ursachen haben. Die Orthopäden gliedertenn die Patienten mit unbekannten Arthroseursachen in eine eigene Gruppe mit primärer Hüftarthrose. Bei den primären (oder "idiopathischen", dass heißt "von alleine aufgetretenen") Hüftarthrosen kann der Orthopäde die Ursache der Hüftarthrose nicht aufklären. Primäre Hüftarthrose wurde von der Schulmedizin daher nur symptomatisch behandeln. Diese primäre Hüftarthrose tritt meist bei Patienten jenseits der 50. Lebensjahres auf. Häufig tritt diese stark mit dem Lebensalter zusammenhängende Hüftarthrose auch beidseitig auf, weil beide Hüftgelenke gleichermaßen oder kurz nacheinander betroffen sind. Inzwischen weiß man aber, dass Arthrose an allen Gelenken aus einem komplexen zusammenspiel vieler, häufig individueller Faktoren entsteht: Stoffwechselveränderungen (Fettstoffwechsel, Diabetes), mechanische Gelenkprobleme, Beeinträchtigung weiterer Gelenkstrukturen mit fortwährend verstärktem Knorpelabbau und Entzündungsreaktionen. Ähnlich umfassend müssen unsere therapeutischen Antworten auf die Hüftarthrose sein. Die einfache Unterscheidung in behandelbare (sekundäre) und unbehandelbare (primäre) Hüftarthrose hat als Richtlinie einer modernen Arthrosetherapie ausgedient. Weil sie noch allgemein gebräuchlich ist, wollen wir uns noch in dieser Systematik bewegen.

Ursachen der primären Hüftarthrose

  • Erbliche Ursachen
    Hüftarthrose kann familiär gehäuft auftreten. Eine erbliche Knorpelschwäche kann die Coxarthrose begünstigen.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
    Manche Medikamente wie z.B. Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer wirken sich negativ auf Knorpel und Sehnen aus.
  • Abnutzung und Verschleiß
    Das ist die bekannte Abnutzungstheorie der Hüftarthrose - im Alter wird jedes Gewebe, also auch Knorpel, spröder und weniger belastbar.
  • Bewegungsmangel
    Knorpel wird nicht durchblutet, ist also ein bradythrophes - also passiv aus der Gewebsflüssigkeit ernährtes - Gewebe. Bei Bewegungsmangel wird dieser passive Knorpel-Stoffwechsel nicht hinreichend unterstützt, die knorpelerhaltende Gelenkschmiere (Hyaluronsäure) wird nicht mehr gebildet.

Hüftarthrose ohne Ursachenklärung ist stets eine "primäre" Hüftarthrose

Ob ein Patient mit der Diagnose primäre oder sekundäre Hüftarthrose konfrontiert wird, kann zufällig sein. Der Hüftspezialist mit großer diagnostischer Erfahrung und Spezialisierung in Hüftarthroskopie kann in vielen Fällen eine Therapie der Hüftarthrose finden, die Hüftarthrose verlangsamen oder stoppen, wenn sich der Patient rechtzeitig vorstellt.

Viele Orthopäden wollen nach Diagnose einer Hüftarthrose lediglich die Arthroseschmerzen symptomatisch behandeln. Damit wollen Sie den Weg des Patienten zur scheinbar unvermeidlichen Hüftendoprothese schmerzfreier gestalten. Wenn tatsächlich eine primäre Hüftarthrose vorliegt, die keinen konkreten Behandlungsansatz mehr zulässt, ist das ein legitimes Therapieziel.

Diese Diagnose spielt aber in vielen Fällen von Hüftarthrose (Coxarthrose) die Rolle eines weißen Flecks auf der Landkarte. Hinter dem Befund primäre Hüftarthroseverbergen sich nach neueren Forschunsgergebnissen leider viele Fälle von Hüftarthrosen, die durchaus einen spezifischeren Grund haben.

Die Hüftarthrose wird zunehmend erforscht. Die klinische Spezialisierung der Ärzte nimmt ebenfalls ständig zu. Mit diesem schnellen Wissensaufbau werden mehr und mehr primäre Hüftarthrosen mit unbekannten Ursachen zu sekundären Hüftarthrosen mit bekannten und verstehbaren Ursachen.

Sekundäre Hüftarthrose

Bei der sekundären Hüftarthrose sind die Arthroseursachen bekannt: Auf Grund einer Fehlbildung, eines Unfalls oder einer entzündlichen Vorerkrankung ist ein konkreter Auslöser bekannt. Immerhin 80% aller Fälle von Hüftarthrose betreffen diese Gruppe der sekundären Arthrose. Patienten mit einer sekundären Hüftarthrose sind häufig jünger als 50 Jahre. Die sekundäre Hüftarthrose tritt auch häufiger einseitig, an der von einer Verletzung betroffenen Hüfte, auf. Bei der sekundären Arthrose ergibt sich aus der Analyse der Erkrankung häufig noch ein gelenkerhaltendes, therapeutisches Vorgehen, bei dem wenn der auslösende Faktor der Hüftarthrose rechtzeitig gezielt behandelt wird.

Ein Fall für den Hüftexperten: Die sekundäre Hüftarthrose hat spezifische, häufig behandelbare Ursachen

Sobald der Orthopäde eine Ursache für den Gelenkverschleiß der Hüfte benennen kann, spricht er also von einer sekundären Hüftarthrose.

Ursachen sekundärer Hüftarthrosen sind z.B. bekannte Unfälle und traumatische Verletzungen der Hüfte, die unzureichend behandelt wurden. Angeborene Fehlstellungen der Hüfte, wie die Hüftdysplasie gehören ebenso zu den Ursachen der sekundären Hüftarthrose. Kindliche Hüftdysplasie kann bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelt werden.

Es gibt jedoch subtilere Formstörungen des Hüftgelenks. Dazu gehört das Hüft-Impingement (Bewegungsblockaden durch Fehlformen von Hüftpfanne und Hüftkopf), das Hüftarthrose auslösen kann. Dank der zunehmenden Aufklärung der Ursachen der Hüftarthrose gibt es für den Hüftspezialisten zunehmend auch wirksame, minimalinvasive Therapie zur Verhinderung der Hüftarthrose (Hüftarthroskopie) - wenn Diagnose und Behandlung der Fehlform des Hüftgelenks rechtzeitig erfolgen.

Bild:Femoro-Acetabulares ImpingementLinks: normal geformtes Hüftgelenk Mitte: Cam Impingement (Nockenwellen-Impingement) mit einer exzentrischen Deformität des OberschenkelkopfesHier ist der Oberschenkelkopf nicht ganz rund. Rechts: Pincer-Impingement (Beisszangen-Impingement) mit einer charakteristischen Deformität der Hüftgelenkspfanne. Beim Beisszangenimpingement lässt die zu tiefe Hüftpfanne zu wenig Raum für die Bewegung des Oberschenkelkopfes. © Gelenk-Klinik.de

Hüftarthroskopie: Therapie der sekundären Hüftarthrose

Als besonders hilfreich für die Therapie behandelbarer Ursachen der Hüftarthrose bei Patienten jüngeren und mittleren Alters erweist sich jedoch die Hüftarthroskopie. Bei der Hüftarthroskopie werden bildgebende Instrumente (kleine Kamerasonden) direkt in die Hüftgelenkskapsel eingeführt und erlauben eine direkte Sicht auf das Hüftgelenk, sogar den inneren Bereich des Hüftgelenks.

Die Darstellung struktureller Schäden des Hüftgelenks durch Arthroskopie ist den bildgebenden Verfahren wie Röntgen und MRT deutlich überlegen.

Behandelbare Ursachen der "sekundären Hüftarthrose"

Hüftimpingement

Als Hüftimpingement (Femoro-acetabuläres Impingement) bezeichnet man allgemein Bewegungsblockaden und Knorpelverletzungen, die aus der mangelnden Passung von Hüftgelenkspfanne und Hüftgelenkskopf herrühren.

CAM-Impingement der Hüfte

Dieses Hüftimpingement bezeichnet einen femoralen Kopf (Hüftgelenkskopf), der für die Hüftgelenkspfanne zu groß ist.

Pincer Impingement der Hüfte

Beim Pincer Impingement greift die Hüftgelenkspfanne zu weit um den Hüftgelenkskopf herum, daraus resultieren Bewegunsgblockaden und Gelenksverletzungen.

Verletzung der Hüftgelenkslippe (Labrumläsion)

Nach Unfall kann die Hüftgelenkslippe, die den Gelenksinnenraum gegenüber der Gelenkkapsel abschließt und die Knorpeloberfläche befeuchtet, deformiert sein.

Knorpelverletzungen im Hüftgelenk nach Unfall

Posttraumatisch (nach schwerem Sturz) kann die Knorpeloberfläche in Gelenkinnenraum defekt sein, abgerissene Knorpelstücke können zu weiteren Knorpelschäden führen.

Freie Gelenkkörper im Hüftgelenk ("loose bodies")

Fremdköper - Knorpelfetzen oder Gewebsstückchen - können die Knorpelflächen angreifen.

Knochennekrose bzw. OSteonekrose

Durchblutungsstörungen der Knochen führen zum Absterben des Knochengewebes, später zur Zerstörung der Knorpeloberflächen. Dabei ist für Personen im frühen bis mittleren Erwachsenenalter die Hüftkopfnekrose die häufigste Ursache für Hüftarthrose. (siehe Osteochondrosis dissecans)

Entzündungen der Gelenkschleimhaut (Synovitis)

Diese Störung des Hüftgelenks tritt vor allem nach Verletzung oder bei Sportlern häufig auf.

Bakterielle Infektionen im Hüftgelenk

Wenn Bakterien die Schleimhäute des Gelenkinnenraumes angreifen, kann eine arthroskopische Operation mit direkter Spülung und antibiotischer Behandlung des Gelenkes helfen.

Untersuchung und Diagnose der Hüftarthrose

coxarthrose-Die ersten Hinweise auf eine Hüftarthrose bekommt der Hüftspezialist durch eine sorgfältige klinische Untersuchung des Patienten. Bei Hüftarthrose wird die Rotation des Beines um die eigene Achse schmerzhaft. © Gelenk-Klinik

Anamnese und klinische Untersuchung

Die Untersuchung beginnt mit einer Schilderung der Symptome durch den Patienten. Der geschulte Arzt kann den Schilderungen häufig schon ein bestimmtes Stadium der Hüftarthrose zuordnen. Anlaufschmerzen, Ruheschmerzen und die im Alltag abnehmende Belastbarkeit des Hüftgelenkes kommen im Anamnesegespräch zur Sprache.

Der Patient legt sich dann auf die Untersuchungsliege: Der Arzt kann mit dem auf dem Rücken liegenden Patienten die Beweglichkeitsprüfung des Hüftgelenks durchführen.

Klinische Untersuchung
  • Prüfung der Beweglichkeit im Gelenk.
  • Prüfung des Gangbildes.
  • Körperhaltung im Stand.
  • Gibt es einen Unterschied in den Beinlängen?
  • Abtasten nach schmerzhaften Bereichen.
  • Gibt es eine einseitige Muskelrückbildung?
  • Ist die Durchblutung vermindert?
  • Hinweise auf Nervenfunktionsstörung (Gefühlstaubheit, motorische Defizite)

    Ist eine der durchgeführten Bewegungen des Hüftgelenks blockiert, kann der Arzt daraus auf mögliche Ursachen der Hüftarthrose schließen. Auch die äußerliche Inspektion bringt wichtige Erkenntnisse: Schwellung des Hüftgelenks durch Entzündung oder Muskelrückbildung wegen langandauernder einseitiger Belastung ist durch den Seitenvergleich sofort sichtbar.

    Laboruntersuchung

    Mit Hilfe von Laboruntersuchungen des Blutes, manchmal auch der Gelenkflüssigkeit, werden andere Entzündungsursachen ausgeschlossen. Der Nachweis von bakteriellen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen (Rheuma) als Schmerzursache im Hüftgelenk durch das Labor möglich. Ein direkter Nachweis der Hüftarthrose anhand der Blutwerte existiert aber nicht.

    Sonografie (Ultraschalluntersuchung)

    Die Sonografie kann - anders als Röntgen - Bänder, Gelenkkapsel und Weichteile direkt zeigen. Entzündungszeichen und Wassereinlagerungen im Weichteilbereich können gut gesehen werden. Die Sonografie ist gut geeignet, Hinweise auf andere Schmerzursachen im Hüftgelenk zu finden (Differentialdiagnose).

    Röntgenuntersuchung kann die fortgeschrittene Hüftarthrose sicher feststellen

    Röntgendiagnostik
    • Gibt es eine Einengung des Gelenkspaltes?
    • Sind Fehlformen von Hüftkopf oder Gelenkpfanne vorhanden?
    • Ist die Knochenschicht unter dem Knorpel durch Überlast verstärkt ("sklerosiert")?
    • Ist die Knochenfläche über flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen eingebrochen ("Geröllzysten")?
    • Gibt es freie Gelenkkörper ("loose bodies")?
    • Haben sich Knochenstücke aus Nekrosebezirken nahe der Gelenkfläche abgelöst ("Osteochondrosis dissecans")?
    • Verbreitert sich der Knochen im Gelenk durch dornförmige Auswüchse ("Osteophyten")?

    Die Röntgenuntersuchung ist die Standarddiagnostik der Hüftarthrose. Mit Hilfe des im Stehen, also unter Belastung, aufgenommenen Röntgenbildes, lässt sich die Hüftarthrose auch leicht in die verschiedenen Stadien einteilen. Im Liegen - ohne Gewichtsbelastung des Hüftgelenks - wäre die Arthrosediagnostik durch Röntgen nicht so eindeutig durchführbar. Man spricht hier von einer "funktionellen" Diagnostik, die die Funktion des Hüftgelenks überprüft. Unter Gewichtsbelastung hält nur die funktionierende Knorpelschicht im Hüftgelenk die beiden beteiligten Gelenkpartner mit einem sichtbaren Gelenkspalt auf Abstand. Je nach Stadium der Arthrose wird der Gelenkspalt also bei zunehmendem Knorpelverschleiss immer schmaler. Im Stadium IV der Hüftarthrose ist der Gelenkspalt schließlich ganz aufgehoben. Oberschenkelkopf und Hüftpfanne liegen bei schwerer Hüftarthrose also direkt aufeinander.

    Knorpeldiagnose mit dem MRT Mit Hilfe des hochauflösenden Kernspintomographen können in der Gelenk-Klinik Knorpelschäden nichtinvasiv mit sehr großer Genauigkeit diagnostiziert werden

    Die weitere Ursachenanalyse der Hüftarthrose mit dem MRT

    MRT Untersuchung
    • Knorpeldiagnostik
    • Zustand von Bändern und Weichteilen.
    • Weichteilverletzungen wie z.B. Labrumriss
    • Knochenmarksödeme.
    • Nerveneinklemmungen.

    Ergeben sich aus den Schilderungen des Patienten und der direkten Untersuchung durch Röntgen und Ultraschall Hinweise auf Knorpelschäden als Ursache der Hüftschmerzen, kann der Orthopäde auch mit weitergehenden bildgebenden Maßnahmen untersuchen. Das MRT kann viele Details - auch im Weichteilgewebe des Hüftgelenks - zeigen. Im Frühstadium der Hüftarthrose ist die im MRT mögliche Weichteiluntersuchung besonders wichtig. Strukturschäden an Bändern und Sehnen sind - anders als bei der Röntgenbildgebung - deutlich sichtbar. Vor allem nach Sportverletzungen kann z.B. der Nachweis einer Labrumverletzung (Riss der Gelenklippe oder Labrumriss) nicht nur die mögliche Ursache einer Hüftarthrose aufzeigen, sondern auch einen konkreten Behandlungsansatz der beginnenden Hüftarthrose zu zeigen (Labrumnaht durch eine Hüftarthroskopie).

    Auch arthrosebedingte Flüssigkeitseinlagerungen im Oberschenkelknochen (Knochemarksödeme) lassen sich im MRT gut nachweisen.

    Um alle gelenkerhaltenden Behandlungsoptionen zu wahren, ist die MRT-Untersuchung besonders in frühen Stadien der Hüftarthrose hilfreich.

    Typische Symptome bei Hüftarthrose:

    Schreitet der Knorpelverlust im Hüftgelenk zu schnell - also nicht altersgerecht - voran, wird die Hüfte zunehmend schmerzhaft und steif. Die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Hüftgelenks geht stark zurück. Erst schmerzt die Hüfte bei Bewegungsbeginn nach Ruhephasen (Anlaufschmerz). In einem fortgeschrittenen Stadium der Hüftarthrose ist Hüftschmerz dann permanent. Der Bewegungsradius betroffener Patienten engt sich dann schnell ein.

    • Leistenschmerzen oder Hüftschmerzen: Im Anfangsstadiums treten die Beschwerden nur bei oder kurz nach stärkeren Belastungen auf. Bei fortgeschrittener Arthrose werden daraus Schmerzen, die bereits in Ruhe auftreten.
    • Knieschmerzen: Schmerzen bei Hüftarthrose können auch in das Kniegelenk ausstrahlen. Patienten melden sich dann mit der Befürchtung, unter Kniearthrose zu leiden.
    • Morgendliche Anlaufschmerzen: Nach Ruhezuständen ist das Arthrosegelenk wie "eingerostet". Erst nach einigen Schritten "taut das Gelenk auf", und wird für den Rest des Tages schmerzfrei.
    • Belastungsabhängige Hüftschmerzen: Wenn ein "Gelenk-Kater" oder Gelenkschmerzen nach sportlicher Belastung nicht innerhalb eines Tages verschwinden, sondern über mehrere Tage zu Gelenkschmerzen führen, vermuten wir eine Hüftarthrose.
    • Ruheschmerzen und Nachtschmerzen: Sind die Hüftschmerzen auch Nachts oder in Ruhe vorhanden, vermuten wir eine aktivierte (entzündliche) Hüftarthrose oder ein fortgeschrittenes Stadium.
    • Versteifung: Verringerung des Bewegungsumfangs des Hüftgelenks (Probleme beim Schuhe anziehen oder beim Sitzen in der Hocke) sind typischerweise Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenks.
    • Schmerzhafte Drehung des Beines um die eigene Achse: Typischer Schmerz beim der Drehung des Beines um seine eigene Achse ist ein sicheres Zeichen für Hüftarthrose. Dazu müssen Sie also die Fußspitze bei gestrecktem Bein nach außen drehen.
    • Hinken und Einknicken: Bei starker Coxarthrose oder längeren Gehstrecken ist ein charakteristisches Schonhinken an der von Arthrose betroffenen Seite zu sehen.
    • Gehbeschwerden bzw. verminderte Gehstrecke: Wenn die maximale Gehstrecke bis zum Auftreten von starken Hüftschmerzen oder sichtbarem Hinken stetig nachlässt, vermuten wir eine Hüftarthrose als Ursache.
    • Knack- und Reibegeräusche: Bei Hüftarthrose reiben die Knochen hörbar aufeinander.
    • Kontrakte Muskelschmerzen, Lendenschmerzen: Muskeln reagieren auf Gelenkschmerzen durch chronisch schmerzhafte reaktive Verspannungen im Hüftbereich. Diese können auch in den Lendenbereich ausstrahlen.

    Differentialdiagnose: Nicht nur Hüftarthrose verursacht Leistenschmerzen

    Röntgenbild einer schweren CoxarthroseRöntgenbild der Hüfte mit Hüftarthrose (Coxarthrose): der Orthopäde sieht sofort den schmalen Gelenkspalt. Die Verschmälerung des Gelenkspaltes beruht auf dem Abbau der Knorpelflächen durch den Prozess der Hüftarthrose. © Gelenk-Klinik

    Viele Patienten leiden an Schmerzen, ziehenden Symptomen, Druckgefühlen oder brennenden Sensationen in der Leistengegend. Dabei können alle ausstrahlenden Schmerzursachen in der Umgebung der Hüfte, dem Bauchraum oder der Lendenwirbelsäule als Hüftschmerzen missverstanden werden.

    Wichtig ist hierbei, nicht nur orthopädische Leiden zu berücksichtigen, sondern auch ein Vielzahl anderer Ursachen auszuschließen. Erkrankungen im Inneren des Beckens, im Bauchraum oder sogar Nerven- und Gefäßstörungen können ebenfalls Beschwerden verursachen.

    Häufig kommt es auch zu Überschneidungen von Krankheitsbildern und Symptomen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Speziell bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Bereich sollte dies sorgfältig untersucht und geprüft werden.

    Leisten- oder Hüftschmerzen können aber auch durch viele orthopädische Leiden hervorgerufen werden.

    Röntgenbild schwere HüftarthroseRöntgenbild einer schweren, fortgeschrittenen Hüftarthrose. Der Gelenkspalt ist völlig geschlossen. © Gelenk-Klinik

    Es sind weit mehr als hundert verschiedene Ursachen für eine Hüftarthrose bekannt. Man kann die Coxarthrose nach weitgehend unbekannter Ursache (primäre Coxarthrose) und Arthrosen nach bestimmten Grunderkrankungen (sekundäre Coxarthrosen) wie Rheuma, Durchblutungsstörungen, angeborene Formveränderungen, Unfallschäden, Stoffwechselstörungen, genetische Erkrankungen, etc. unterscheiden.

    Die Diagnose kann durch die geschilderten Beschwerden, durch die klinische Untersuchung des Orthopäden, sowie durch eine Röntgenuntersuchung festgestellt werden. Ausführliche Informationen zu Hüftschmerzen finden Sie hier.

    Weitere Ursachen von Hüftschmerzen

    Nicht nur Hüftarthrose verursacht Hüftschmerzen: Auch zahlreiche weitere Erkrankungen an Sehen, Muskeln und Nerven können Hüftschmerzen verursachen Schmerzen in der Umgebung des Hüftgelenks, die aber auch ebenfalls zur Arthrose im Hüftgelenk führen können:

    • Hüftdysplasie - eine angeborene Formstörung.
    • Hüftimpingement - eine im Verlauf der Jugend erworbene Formstörung des Hüftgelenks und der Hüftpfanne.
    • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis als Autoimmunerkrankung der Gelenke).
    • Bakterielle Infektionen im Hüftgelenk - kommen eher selten vor, sind aber sehr gefährlich.
    • Sehnenüberlastung in der Umgebung, z.B. Sehnenriss am großen Rollhügel des Hüftgelenks (Trochanter major).
    • Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Hüftgelenk.
    • Osteoporose kann zu häufig unerkannten, aber schmerzhaften Brüchen im Bereich des Beckens und Oberschenkels führen.
    • Leistenbrüche und weiche Leiste wird auch häufiger als Hüftproblem missverstanden.

    Diese Beschwerden müssen differenziert untersucht werden. Häufig haben Patienten mit Beschwerden aus diesen Bereichen sehr langwierige Patientenkarrieren, wo sie lange auf eine angemessene, eine gezielte Behandlung ermöglichende Therapie warten müssen. Häufig sind Differentialdiagnosen von Hüftschmerzen nur durch Kombination aller bildgebenden, klinischen und Laboruntersuchungsmethoden möglich. Wir ziehen auch den Facharzt für Rehabilitationsmedizin und den Neurochirurgen hinzu, um eine Meinungsbildung aus mehreren Fachbereichen zu ermöglichen.

    Hüftarthrose vorbeugen und Verhaltensanpassung bei beginnender Arthrose

    Wie können Sie der Arthrose im Hüftgelenk vorbeugen?

    • Vermeiden Sie Übergewicht.
    • Sport ist gesund: Viel bewegen, aber wenig belasten (Radfahren, Schwimmen).
    • Genussgifte (Alkohol, Nikotin) vermeiden, das hält auch den Knorpel gesund.
    • Achten Sie auf Ihren Körper: Wenn Sie ihre Schmerzen früh erkennen, haben sie einen viel bessere Aussichten bei der Behandlung.
    • Auch im Büro häufig lockern, dehnen, Bein im Hüftgelenk ausschwingen lassen.
    • Hüftarthrose und Ernährung: Viel grünes Gemüse, wenig rotes Fleisch.
    • Muskelaufbau entlastet das Hüftgelenk und verbessert die Führung des Gelenks.
    • Daueranwendung medikamentöser Schmerzmittel möglichst vermeiden: Sie können zum Abbau der bindegewebigen Anteile im Gelenkknorpel beitragen.
    • Biologische Prozesse in den Geweben verbessern: Wärmeanwendungen, basische Umschläge und Vollbäder mit basischen Mineralsalzen.
    • Hüftschmerzen, vor allem nach Stürzen und Unfällen, mit dem Hüftspezialisten diagnostisch abklären.

    Die wichtigste Maßnahme gegen Hüftarthrose ist die Prävention: Wenn der Gelenkverschleiß erst gar nicht auftritt, muss er auch nicht behandelt werden. Dazu gehört zuallererst ein Screening nach Formstörungen des Hüftgelenks: Hüftimpingement oder Hüftdysplasie. Je nach Lebensphase, in dem diese Störungen auftreten, können sie konservativ oder mit Hüftarthroskopie behandelt werden.

    Ein weiterer Bereich, der wesentlich zur Verhütung der Hüftarthrose beiträgt kommt aus der Einstellung des Stoffwechsels und des Körpergewichts. Ein bewegungsreiches Leben mit normalen Körpergewicht ist die beste Prävention. Hochleistungssport ist dazu nicht erforderlich, sondern sogar eher schädlich. Eine ausreichende Regeneration nach sportlicher Anstrengung fördert die Gelenkgesundheit.

    Eine gute Einstellung des Stoffwechsels soll vor allem die Entzündungsneigung im Körper reduzieren. Das ist nicht nru bei Rheuma und Gicht der Fall. Auch bei Diabetikern wirkt eine gute Einstellung des Blutzuckerwertes gelenkschützend. Stoffwechselgifte wie Nikotin und Alkohol sollten nach Möglichkeit ganz vermieden werden. Diese Aspekte einer vorbeugenden Lebensweise sind auch bei bereits aufgetretener Hüftarthrose wichtig für das Eindämmen der Arthrose. Bewegungseinschränkungen durch Gelenkschmerzen führen aber häufig direkt in die entgegengesetzte Richtung: Daher ist es auch bei beginnender Arthrose entscheidend, ein gelenkfreundliches Bewegungsprogramm einzuhalten und mit einer gewissen Konstanz durchzuhalten.

    Ernährungstipps bei Hüftarthrose

    • Lauchgemüse und Zwiebeln helfen dem Gelenk-Knorpel der Hüfte. Patienten mit hohem Lauch und Zwiebelanteil in der Nahrung haben weniger Hüftarthrose.
    • Heilfasten senkt die Entzündungswerte bei aktivierter Arthrose.
    • Viele ungesättigte Fettsäuren (Fischöl) senken die Entzündungsneigung.
    • Gesättigte Fette aus Fleisch und Milch vermeiden
    • Milch als verarbeitete Milchprodukte zu sich nehmen (Sauermilch, Käse, Kefir, Ayram)
    • Körpergewicht belastet die Gelenke, also abnehmen
    • Vitaminreiche Ernährung: Frisches Obst und Gemüse
    • Nahrung reich an Spurenelementen und Nährstoffen auswählen
    • Hochverarbeitete Nahrungsmittel vermeiden
    • Gehärtete Fette vermeiden

    Konservative Behandlung im Frühstadium der Hüftarthrose

    Im Frühstadium der Coxarthrose kann der Patient selbst viel zum Verlauf der Erkrankung und der Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen. Eine große Rolle spielt dabei die gründliche Aufklärung über die Krankheit und die Beratung über eine Änderung der Lebensgewohnheiten. Zielsetzung ist, mit einer vernünftigen Gelenkbelastung in Sport und Beruf und mit regelmäßiger, gezielter Gymnastik die Beweglichkeit der Hüfte und die Muskelkraft zu erhalten.

    Vor allem die deutliche Reduzierung von Übergewicht trägt erheblich zur Besserung bei: Schon eine Verringerung des Körpergewichts um 5kg bewirkt die Senkung des Arthroserisikos um nahezu 50%!

    Hüftarthrose - konservative Therapie

    Im Rahmen des allgemeinen Arthroseverlaufs der Hüfte entstehen Beschwerden, die die Lebensqualität mehr und mehr einschränken und eine Therapie benötigen.

    Die Behandlung der Hüftarthrose hat hauptsächlich zum Ziel, die Schmerzen zu lindern, eventuelle Entzündungen im Hüftgelenk zu dämpfen und die Beweglichkeit der Hüfte zu erhalten. Behinderungen sollen minimiert und die Lebensqualität des Patienten trotz des Hüftverschleißes verbessert werden.

    Im Frühstadium der Coxarthrose kann der Patient selbst viel zum Verlauf der Erkrankung und der Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen. Eine große Rolle spielt dabei die gründliche Aufklärung über die Krankheit und die Beratung über eine Änderung der Lebensgewohnheiten. Zielsetzung ist, mit einer vernünftigen Gelenkbelastung in Sport und Beruf und mit regelmäßiger, gezielter Gymnastik die Beweglichkeit der Hüfte und die Muskelkraft zu erhalten.

    Übersicht Therapieverfahren (die geeignete Methode wird durch die jeweils individuelle Indikation bestimmt):

    Konservative Therapie der Hüftarthrose

    • Medikamente
      Entzündungshemmende und Schmerzstillende Medikamente
    • Gewichtsreduktion
      Je 5 kg Reduktion des Gewichts nimmt das Arthroserisiko um 50% ab
    • Orthopädietechnik
      Belastungsänderung der Beinachse durch orthopädische Schuhe
    • Physikalische Therapie
      Wärme, Kälte, ZRT-Matrix-Therapie
    • Injektionstherapie
      Hyaluronsäure kann die Symptome der Hüftarthrose mildern

    Hüftarthrose und Sport

    • Viel Bewegung, wenig Belastung: Schwimmen und Radfahren ist bei Hüftarthrose ideal
    • Schon eine Stunde Sport in der Woche hilft dem Hüftgelenk
    • Ideal sind 30 Minuten Sport jeden Tag
    • Sanfter Sport bekämpft die Arthroseschmerzen und stabilisiert den Knorpel
    • Muskulatur Kräftigen: Starke Muskulatur entlastet den Knorpel
    • Ein Sportverbot für Menschen Mit Hüftarthrose oder Hüftprothese gibt es nicht
    • Ideal ist Bewegung im Wasser unter Gelenksentlastung, z.B. Aquajogging
    • Stöße und Schläge auf das Gelenk vermeiden
    • Muskeldehnung erhöht die Beweglichkeit der Hüfte mit Arthrose
    • Auch im Hinblick auf die Vorbereitung der Prothesenoperation ist Sport wichtig
    • Rumpfmuskulatur stärken um den Fehlhaltungen durch Hüftarthrose entgegenwirken
    • Gewichtsreduktion erhöht die Lebensdauer des Gelenks
    • Sportlichkeit ist ein wichtiger Faktor zur Prävention von Hüftarthrose

    Konservative Behandlung im Mittleren Stadium der Hüftarthrose

    Bei mittlerem Stadium der Hüftarthrose werden Maßnahmen, Hilfsmittel und Geräte zum Schutz der Gelenke empfohlen. Einfache, schmerzstillende Medikamente und Therapien mit modernen, magenfreundlichen Antirheumatika leisten gute Dienste. Die Schmerztherapie- mit und ohne Medikamente- schaltet dabei idealerweise die Schmerzursache aus. Moderne Antirheumatika beseitigen die Gelenkbeschwerden, ohne belastend für den Organismus zu sein.

    Physiotherapeutische Maßnahmen zur Linderung der Symptome, oder eine spezielle Spritzentherapie kann ebenfalls erforderlich sein. Bei der Physikalischen Therapie werden Muskeln und Beweglichkeit gestärkt. Lokale physiotherapeutische Anwendungen sind wichtige nichtmedikamentöse Komponenten die die Schmerzen lindern, den Stoffwechsel anregen und Entzündungen abbauen.

    Fehlstellungen von Hüftgelenken und Situationen mit Fehlbelastungen (längeres Stehen, Knien oder Hocken) lassen sich durch gezieltes Training bessern. So entsteht im Alltag ein bewussterer Umgang mit Bewegung und ein und die Patienten lernen, ihre Hüftgelenke so gut wie möglich zu schonen.

    Zusätzlich lässt sich auf diesem Weg häufig eine Besserung von Schmerzen, Steifigkeit und anderen Symptomen erzielen. Orthopädietechnische Maßnahmen wie Schuhzurichtungen, Entlastungshilfen, Gehstützen, Bandagen und Orthesen entlasten und unterstützen die Therapie. Darüber hinaus können im Rahmen einer medikamentösen Therapie abschwellende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Stoffe eingesetzt werden. Auch mit homöopathischen Arzneimitteln werden gute Erfolge erzielt.

    Bei Knorpelschäden eines noch relativ geringen Grades werden alternative Methoden zur Bildung von Ersatzknorpelgewebe angewendet.

    Sehr gute Ergebnisse werden mit entzündungshemmenden Injektionen erzielt.

    Bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium bleiben noch die operativen Maßnahmen.

    Lokal begrenzte Knorpelschäden lassen sich häufig durch Hüftarthroskopien beheben. Dabei werden minimal invasiv abgebrochene Knorpelstücke entfernt und der aufgeraute, zerrissene Knorpel geglättet. Dadurch beruhigt sich auch die Gelenkinnenhaut und die Hüftbeschwerden klingen ab.

    Therapie des fortgeschrittenen Stadiums der Hüftarthrose

    Operative Therapie der Hüftarthrose

    • Hüftarthroskopie
      Minimalinvasive Operation zur Beseitigung der Arthrosursachen
    • Knorpelzell-Transplantation
      Regeneration der Gelenkknorpel durch Knorpelzüchtung
    • Umstellungsosteotomie
      Beseitigung einer Fehlstellung durch Umstellung des Hüftgelenks
    • Hüft-Oberflächenersatz
      Knochensparender Ersatz der Gelenkfläche durch Hüftkappe (McMinn-Prothese)
    • Hüft-Totalendoprothese
      Ersatz des Hüftgelenks

    Bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium bleiben noch die operativen Maßnahmen. Lokal begrenzte Knorpelschäden lassen sich häufig durch Hüftarthroskopien beheben. Dabei werden minimal invasiv abgebrochene Knorpelstücke entfernt und der aufgeraute, zerrissene Knorpel geglättet. Dadurch beruhigt sich auch die Gelenkinnenhaut und die Hüftbeschwerden klingen ab.

    Das Auffüllen von Knorpeldefekten mit körpereigenem Ersatzgewebe ist eine arthroskopische Möglichkeit zu therapieren. Dazu gehören eine Vielzahl von Eingriffen mit Bohrungen, Mikrofrakturierung und Abrasion.

    Knorpeltransplantation bei Hüftarthrose?

    Das Tissue-Engineering ist eine innovative Methode, um begrenzte Knorpelschäden mit Hilfe von Sphäroiden zu reparieren. Hierbei werden einige Knorpelzellen an einer unbelasteten Stelle des Gelenks entnommen und anschließend in einem Speziallabor vermehrt. Die Zellen können in Kugelform gezüchtet und je nach Lage des Knorpeldefekts sogar arthroskopisch eingepflanzt werden. Diese Behandlung bietet derzeit den hochwertigsten Ersatz für den defekten Knorpel an. Die Einsatzmöglichkeiten und Erfahrungen am Hüftgelenk sind bisher jedoch begrenzt.

    Korrektur von Fehlstellungen des Hüftgelenks

    Die Korrektur von Achsfehlstellung durch Umstellungsosteotomien bei begrenzten Gelenkschädigungen können eine deutliche mechanische Entlastung erreichen. Dies ist besonders bei Hüftfehlformen der Fall.

    Dadurch können Schmerzen gelindert und der Krankheitsverlauf gebremst werden.

    Hüftprothese: Das Stadium der Gelenkzerstörung bei der Hüftarthrose

    Bei weit fortgeschrittener Gelenkzerstörung kommt die Hüftendoprothetik zum Einsatz. Hier wird je nach Größe und Beschädigung des betroffenen Areals und dem Alter des Patienten - die Oberflächenersatzprothese nach McMinn (BHR, Hüftüberkronung) oder die standardmäßig verwendete Hüftprothese auch Hüft-TEP oder Totalendoprothese verwendet. Moderne Materialien und neuartige minimal invasive Operationszugänge sorgen für eine möglichst geringe Belastung und gute Langzeitergebnisse. Durch den künstlichen Gelenkersatz werden der natürliche Bewegungsablauf und damit die Funktion des Gelenks wieder hergestellt und die Schmerzen beseitigt. Die neue Prothesengeneration macht sie sogar für jüngere Patienten attraktiv, die hohe Belastbarkeit und lange Haltbarkeit erwarten.

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    Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik

     

    Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

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