Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 55 77 58 0
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Gelenkerhaltende Operation von Fuß und Sprunggelenk

Fußschmerzen: Ursachen, Diagnose und Hilfe

  1. Ursachen von Fußschmerzen sind manchmal schwer zu ermitteln
  2. Wann ist der Arztbesuch unerlässlich?
  3. Wo schmerzt der Fuß?
  4. Wie ist der Verlauf Ihrer Fußschmerzen?
  5. Sport und Trauma als Ursache von Fußschmerzen
  6. Fersensporn
  7. Überlastungsschmerzen durch Fußfehlstellungen
  8. Arthrose der Zehen- oder Fußgelenke
  9. Ballenschmerz an der Großzehe durch Hallux valgus
  10. Knick-Senkfuß-Fehlstellung
  11. Fußschmerzen durch Knochennekrose (Osteonekrose): Morbus Köhler
  12. Reißende, stechende und brennende Fußschmerzen oder Taubheit durch Nervenkompression
  13. Stoffwechselerkrankungen als Ursache von Fußschmerzen
  14. Fachärztliche Untersuchung von Fußschmerzen
  15. Behandlung mit Physiotherapie und Eigenübungen
  16. Welche OP-Verfahren gibt es zur Behandlung von Fußschmerzen?
  17. Die Fußschule ist Bestandteil der Rehabilitation nach der Fuß-OP

Der Fuß ist der Körperteil, der die größte Last durch das Körpergewicht trägt. Folglich ist er anfällig für Überlastungen, die zu Fußschmerzen führen. Aber auch andere Ursachen wie Fehlstellungen (z. B. Hallux valgus), Verletzungen der Knochen, Sehnen und Bänder, Entzündungen oder Gelenkverschleiß (Arthrose) können Fußschmerzen verursachen. Häufig hilft bereits ein Wechsel des Schuhwerks, damit die Schmerzen abklingen. Dauern die Fußschmerzen allerdings länger als drei Tage an oder ist eine Belastung des Fußes nicht mehr möglich, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch starke Schwellungen, Blutergüsse (Hämatome), Überwärmung oder äußere Verformungen des Fußes sind deutliche Warnzeichen, die eine orthopädische Untersuchung verlangen.

Ursachen von Fußschmerzen sind manchmal schwer zu ermitteln

Fußschmerzen sind häufig schwer einzuordnen. Die Füße gehören zu den komplexesten Bewegungsorganen des Menschen.

Fußschmerzen: Die Untersuchung der BeinhachseBei der Untersuchung von Fußschmerzen gehört die Untersuchung der Beinachse und die Stellung der Ferse zu den grundlegenden Aufgaben des Fußspezialisten. © Gelenk-Klinik

Wenn nicht gerade ein Unfall geschehen ist, der den Schmerz erklärt, hilft häufig nur eine spezialisierte Untersuchung durch den Orthopäden, um die Ursache der Fußschmerzen abzuklären. Wir wollen Ihnen dabei helfen, ihre Schmerzen und Beschwerden besser zu verstehen.

Wann ist der Arztbesuch unerlässlich?

Sofort zum Arzt, wenn...

Einen orthopädischen Facharzt sollten sie aufsuchen, wenn die Schmerzen länger als drei Tage anhalten, sie unter Belastung zunehmen oder sie im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen. Wenn die Schmerzen bewegungseinschränkend sind, zusätzlich erhöhte Körpertemperatur gemessen wird, die Hautoberfläche rötlich verfärbt ist oder ein Gelenk geschwollen ist, sollte der Orthopäde möglichst sofort zurate gezogen werden.

Folgen der Bewegungsarmut: Fußverfall

Ursachen für Fußschmerzen

Der aufrechte Gang stellt täglich eine erhebliche Belastung für den Bewegungsapparat und insbesondere für die Füße dar. Das gesamte Körpergewicht bei durchschnittlich 5000 Schritten am Tag lastet auf ihnen. Dabei sind Füße nicht nur mechanische Stützen, sondern mithilfe ihrer Fußgewölbe auch hocheffiziente Dämpfungsorgane. Beim Springen oder Laufen lastet auf den Fußgelenken häufig ein Vielfaches des Körpergewichts. Ist die intrinsische Muskulatur des Fußes, also die Muskeln, die direkt im Fußskelett entspringen, geschwächt, kann das Fußgewölbe diese Dämpfungsfunktion nicht mehr erfüllen. Die Folge sind Überlastungsschmerzen und Fehlstellungen des Fußes. Ausgehend von der Spreizfußfehlstellung folgen viele schmerzhafte Fußerkrankungen: Hallux valgus, Hallux rigidus, Schneiderballen, Morton Neurom und Mittelfußschmerzen allgemein.

Füße müssen gefordert werden, damit Sie sich richtig entwickeln und ihre Form behalten. Schon Kinder, deren Fußreifung von der Aktivität des Fußes abhängt, laufen heutzutage immer seltener barfuß. Das hemmt die Fußreifung und die Entwicklung der kindlichen Fußgewölbe.

Wie ist der Verlauf Ihrer Schmerzen?

Die allgemein auch bei Erwachsenen immer geringer werdende Gehstrecke im modernen Alltag schwächt die Füße zunehmend.

Dazu kommen häufig extreme Anforderungen der Schuhmode: Füße werden abgeschirmt und formverändernd eingeschnürt.

Die vielen kleinen Muskeln und Sehnen, die bei der Formung des Fußgewölbes aktiv zusammenarbeiten, können so immer seltener das wichtige Dämpfungssystem im Fuß bei allen Anforderungen unterstützen.

Sport und Trauma als Ursache von Fußschmerzen

Fordern wir unsere Füße, setzen wir sie häufig hohen Ausdauerbelastungen aus. Viele Trainingsanfänger und Wiedereinsteiger übersehen, dass die Binde- und Stützgewebe sich an Belastung viel langsamer adaptieren als der Kreislauf und die Muskulatur.

Körperliche Belastung und Überlastung kann zu entzündlichen Veränderungen an den Sehnen oder Bindegeweben führen. Diese Reizungen betreffen auch die zahlreichen Muskel- und Sehnenansätze.

Entzündliche Fußschmerzen treten typischerweise erst nach einer im Anschluss an ungewohnt lange Wanderungen oder Läufe folgende Ruhephase auf. Die Schmerzen können stechend und heftig sein und den Patienten zu einem Schonhinken zwingen.

Teilweise löst der Abrieb in den Gelenken Gelenkreizungen mit Ergussbildung und Schwellung aus.

Die Entzündung vermindert oder verzögert die Gelenkschmierung. Nach dem Aufwärmen können die Fußschmerzen wieder verschwinden. Damit treten diese Schmerzen häufig als Anlaufschmerzen im Fuß auf. Sie heilen jedoch meist nach entsprechender Schonung wieder folgenlos von alleine aus.

Fast jeder leidet in seinem Leben einmal an überlastungsbedingten Fußschmerzen. Meist sind diese relativ harmlos und vergehen nach kurzer Zeit von alleine wieder.

Gehen die Schmerzen nicht nach 3 Tagen wieder zurück, kann eine ernstzunehmende Ursache dahinterstecken. Man sollte dann an eine Marschfraktur bzw. Stressfraktur oder an eine Sehnenreizung denken (z. B. Achillessehnenentzündung).

Fehl- und Überbelastung

Häufig treten Fußschmerzen nach langanhaltenden Belastungen beim Wandern oder beim Joggen auf: Bei der Marschfraktur bzw. Stressfraktur erfolgt ein Ermüdungsbruch aufgrund der immer wiederkehrenden Dauerbelastung der Knochen. Meist sind die Mittelfußknochen betroffen. Die Marschfraktur ist von Schwellungen und stechenden Schmerzen beim Auftreten begleitet. Diese Symptome treten meist von einem Augenblick auf den nächsten auf.

Achillessehnenentzündung (Achillodynie)

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper. Sie verbindet den Wadenmuskel mit dem Fersenbein und sorgt für die Kraftübertragung und Dämpfung beim Laufen und Springen. Plötzliche Belastungswechsel reizen die Achillessehne, wodurch sie sich schmerzhaft entzündet. Auch eine Fehlstellung des Fersenbeins kann zu Schmerzen am Ansatzpunkt der Achillessehne führen. Die Kraftwirkung wird dann nicht mehr optimal übertragen. Eine Achillessehnenentzündung kann unbehandelt zur Achillessehnenruptur führen. (Weiterlesen zur Achillessehnenentzündung)

Fersensporn

Der Fersensporn gehört zu den Sehnenansatzentzündungen (Sehnenansatztendinopathien). Sowohl der Achillessehnenansatz am Fersenbein ("oberer Fersensporn") als auch der Ansatz der großen Fußsohlensehne (Plantarsehne) am Fersenbein ("unterer Fersensporn") können betroffen sein. (Weiterlesen zum Fersensporn)

Umknicktrauma und Unfall:

Bei einem Trauma oder Unfall besteht häufig wenig Interpretationsspielraum. Der Patient erinnert sich meistens an den Vorgang. Die häufigste Verletzung unter Beteiligung des Fußes sind Außenbandrupturen, Innenbandrupturen und der Riss des Syndesmosenbandes.

Schwellung und Schmerzen am Fußrücken (Spann)

Fußwurzelarthrose - Arthrose des Lisfranc-Gelenks Man unterteilt den Fuß in die Abschnitte Zehen, Mittelfuß und Fußwurzel. An der Fußwurzel sind meist die vorderen Gelenke – die Tarsometatarsalgelenke (Lisfranc-Gelenke) zwischen Fußwurzel und Mittelfußknochen – schmerzhaft überlastet. Die Fußwurzelgelenke sind sehr straff eingestellte Gelenke. Sie behalten immer ihre Form und geben bei Belastung nur leicht federnd nach. Verletzungen dieser Gelenke werden sehr häufig übersehen. Sie haben ein hohes Potential, bei nicht angemessener Behandlung chronische, starke Fußschmerzen zu verursachen. © Viewmedica

Am Fußrücken machen sich Probleme der Fußwurzelgelenke (Tarsometatarsalgelenke) bemerkbar. Diese Gelenke sind durch Sehnen und Bänder verbunden. Bei ungewohnten Laufbelastungen kann dieser Bereich am Fußrücken deutlich anschwellen und schmerzen. Ursächlich können nach einer Überlastung beim Laufen oder Wandern eine Sehnenscheidenentzündung, eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) oder Ganglienbildung (Aussackungen der Sehnenscheiden) der Fußsehnen sein.

Da die straffen Fußwurzelgelenke ihre ursprüngliche Form schnell verlassen, kann auch eine Störung des Fußlängsgewölbes (Knick-Senkfuß) zu einer akuten, schmerzhaften Überlastung führen. Hochlegen, Schonung, Kühlung und entzündungshemmende Medikamente sind erste Maßnahmen zur Behandlung der Sehnen- und Weichteilüberlastung am Fußrücken.

Stützende Einlagen oder eine Verbesserung des Fußgewölbes durch Fußgymnastik und Kräftigung der vorderen Wadenmuskulatur können die Belastbarkeit des Fußgewölbes erhöhen.

Davon zu unterscheiden sind schwerwiegende Störungen der Fußwurzelgelenke durch Arthrose (Gelenkverschleiß): Die Fußwurzelgelenksarthrose führt ebenfalls zu Schmerzen am Fußrücken. In fortgeschrittenen Fällen von Fußwurzelarthrose kann häufig nur noch eine operative Versteifung (Arthrodese) der Fußgelenke die Belastbarkeit wiederherstellen.

Auch Nerveneinklemmungen wie das vordere Tarsaltunnelsyndrom können belastungsabhängige Schmerzen am Fußrücken verursachen.

Übergewicht

Auch einfaches Übergewicht kann den Fuß beim langen Stehen oder Gehen statisch überlasten.

Überlastungsschmerzen durch Fußfehlstellungen

Podometrie, PedobarografieMit einer Fußdruckmessung kann der Arzt den Bewegungsablauf des Fußes genau untersuchen: Rote Flächen sind einem hohen Druck ausgesetzt und blaue Flächen erfahren niedrigen Druck.

In Verbindung mit einer Fehlstellung des Fußes (Spreizfuß oder Knick-Senkfuß) kann eine Überlastung oder Sehnenreizung wesentlich früher auftreten: Das Abrollverhalten des Fußes ist gestört.

Durch einen Hallux valgus (schmerzhafter Ballenzeh) kann es zu einer Übertragung der Gewichtsbelastung aus dem Großzehenbereich zu den sonst weniger belasteten Kleinzehen kommen. Die dadurch ausgelösten Mittelfußschmerzen bezeichnet der Spezialist als Transfermetatarsalgie.

Um diese Mechanismen zu verstehen, reicht eine Röntgen- oder MRT- Untersuchung häufig nicht aus. Der Orthopäde will den Bewegungsablauf untersuchen, bevor er die Fußschmerzen richtig beurteilen kann. Man bezeichnet das als funktionelle Fußdiagnostik. Der Fußspezialist erkennt atypische Bewegungsabläufe der Füße mit einer Fußdruckmessung (Podometrie, Pedobarografie).

Arthrose der Fußgelenke und der Zehengrundgelenke:

Der Fuß besteht aus vielen, mit beweglichen Gelenken verbundenen einzelnen Knochen. Diese Gelenke können – vor allem bei Fußfehlstellungen oder nach Knochennekrose (Absterben des Knochengewebes) – Arthrose (Gelenkverschleiß) entwickeln. Die typischen Zeichen einer Arthrose sind anfangs Anlaufschmerzen.
Wichtige Arthrose-Erkrankungen im Fußbereich:
Hallux rigidus: Die Arthrose im Großzehengrundgelenk tritt häufig infolge eines Hallux valgus auf.
Instabilität der Fußwurzelgelenke: Die Fußwurzelgelenke können ebenfalls Arthrose ausbilden. Ein seltenes Symptom dieser Arthrose der Fußwurzel ist ein "dorsaler Fußhöcker" bzw. eine "Silfverskjöld-Exostose".

Druckstellen, Hühneraugen und Schwielen

Diese Symptome treten als Folge von Überlastung auf. Das muss nicht unbedingt eine Überlastung beim Wandern oder Joggen sein. Auch ungeeignete Schuhe können ursächlich sein (zu eng oder zu klein, hohe Absätze, nicht dämpfende Sohlen).
Ebenso führen Fehlstellungen des Fußgewölbes zu einer häufig schmerzhaften Überlastung von Knochen, Sehnen und Bindegeweben im Fuß. Ein typisches Symptom sind Schwielen an der Fußsohle (Hühneraugen), die beispielsweise beim Spreizfuß auftreten.

Ballenschmerz an der Großzehe bei Hallux valgus

Der Hallux valgus ist eine weit verbreitete Fehlstellung der Großzehe. © Gelenk-Klinik.deDer Hallux valgus ist eine weit verbreitete Fehlstellung der Großzehe. © Gelenk-Klinik.de

Der Hallux valgus ist eine Folge des Spreizfußes. Die abgespreizte Großzehe kann zu schmerzhafter Arthrose im Großzehengrundgelenk führen (Hallux rigidus). Häufig entzünden sich die Schleimbeutel im Bereich des Fußballens und schwellen schmerzhaft an (Bursitis). Dadurch wird die bei Hallux valgus vorhandene Exostose noch verstärkt und es entstehen – vor allem bei Konflikt mit den Schuhen – starke Schmerzen. Weitere Auffälligkeiten, die aus Vorfußerkrankungen resultieren, sind Hammer- und Krallenzehen: Das sind Fehlstellungen der Kleinzehen, die durch die Schiefstellung der Großzehe und durch die Überlastung der Kleinzehen begünstigt werden. Als besondere Zehenfehlstellung der Kleinzehe gilt der Schneiderballen: Der kleine Zeh ist dabei im Zehengrundgelenk abgeknickt und verursacht, wie der Hallux valgus, eine Exostose (Überbein) am Grundgelenk, die sich schmerzhaft entzünden kann (Bursitis).

Knick-Senkfuß-Fehlstellung:

Die Knick-Senkfuß-Fehlstellung führt zu einem Absinken des Fußlängsgewölbes. Die Zehen weichen dabei nach außen ab. Bei Erwachsenen ist die Ursache des Knick-Senkfußes meist eine geschwächte Tibialis-posterior-Sehne (Sehne des hinteren Schienbeinmuskels): Sie leistet einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Fußlängsgewölbes. Der erworbene Knick-Senkfuß tritt meist im Alter von 40–50 Jahren erstmals auf und kann unter Belastung sehr schmerzhaft werden.
(Weiterlesen zum Knick-Senkfuß)

Knochennekrose (Osteonekrose) am Fuß

Knochennekrose bzw. Osteonekrose im Fußbereich

Die Knochennekrose der Zehengelenke (Morbus Köhler) ist eine Nekrose (Absterben von Knochengewebe) der Fußwurzelknochen im Bereich der Zehengrundgelenke. Diese verlieren durch die Nekrose Ihre Form und werden schmerzhaft. Im Laufe des Lebens können Patienten mit Osteonekrose auch Arthrose entwickeln.

Knochennekrose am Sprungbein (Talusnekrose):

Die Talusnekrose ist ein Knochensterben (Osteonekrose) am Sprungbein. Sie verursacht einen dumpfen, tiefliegenden, chronischen Schmerz tief im Sprunggelenk. Häufig ist ein Unfall (Trauma) der Auslöser für die Talusnekrose.

Reißende, stechende und brennende Fußschmerzen oder Taubheit durch Nervenkompression

Fußnerven sind eine Quelle für Fußschmerzen durch Nervenkompression.Ansicht des Fußes von der Fußsohle aus: Die zahlreichen Nerven tragen zur Sensibilität und Geschicklichkeit des Fußes bei. Werden diese Nerven eingeklemmt, entstehen neurogene (nervenbedingte) Fußschmerzen wie ein Morton-Neurom, ein Tarsaltunnelsyndrom oder eine Kompression des Baxter-Nervs an der Ferse. © Viewmedica
Untersuchung des Morton-NeuromsKlinische Untersuchung eines schmerzhaften Morton-Neuroms durch Tastuntersuchung. © Gelenk-Klinik.de

Am Fuß verlaufen zahlreiche Nerven, die dieses wichtige Bewegungsorgan mit Gefühls- und Steuerungssignalen für Muskeln und Gleichgewicht versorgen. Nerveneinklemmungen oder Nervenverletzungen verursachen ein weites Spektrum an Missempfindungen. Die Schmerzen können von dumpfen Schmerzen und Taubheit ("eingeschlafene Füße" oder Zehen) bis zu brennenden oder scharfen Schmerzen reichen, die jeden Schritt zur Qual machen.

Die wichtigsten Nerveneinklemmungen am Fuß:

Morton-Neurom oder Morton-Neuralgie

Einklemmung der beiden Nervenäste des Plantarnervs an der Fußsohle durch Bildung einer bindegewebigen Geschwulst. Der Name Neurom ist etwas irreführend: Es handelt sich nicht um eine Gewebswucherung der Nervenzelle, wie der Name nahelegt. Vielmehr ist das Morton-Neurom ein Nervenkompressionssyndrom, das die Hülle des Nerven zum Anschwellen bringt und dadurch schmerzhaften Druck auf den Nerven ausübt. Häufig fühlt es sich an wie eine Murmel im Schuh.
(Weiterlesen zum Morton Neurom)

Tarsaltunnelsyndrom

Anatomie des TarsaltunnelsyndromsAnatomie des Tarsaltunnels: Die Fußsohle wird von verschieden Nerven versorgt, die durch den Tarsaltunnel verlaufen und in den Fuß ziehen. Diese Nerven sind die einzige Kontaktstelle zum Boden bei aufrechtem Gang und Stand. Die Gefühlswahrnehmung ist sehr wichtig für die Steuerung des Gleichgewichts. © Dr. Thomas Schneider

Der Tarsaltunnel ist eine enge Durchtrittsstelle für den im Fuß weit verzweigten Schienbeinnerven (Tibialisnerv). Wenn die Durchtrittsstelle im Bereich des Sprunggelenks durch Knochen und Bänder stark eingeengt wird, entstehen die für Nervenkompressionen typischen brennenden Fußschmerzen im Innervierungsgebiet des Tibialisnerven (Schienbeinnerv). Das Tarsaltunnelsyndrom kann Schmerzen im Bereich des Fußrückens oder brennende Schmerzen im Fuß – vor allem der ersten beiden Zehen – verursachen. Häufig verstärkt das Tragen hoher, eng geschnürter Schuhe (Wanderschuhe, Skistiefel oder Skischuhe) das Tarsaltunnelsyndrom.
(Weiterlesen zum Tarsaltunnelsyndrom)

Baxter-Nerv

Eine Einklemmung des Baxter-Nervs, meist durch Muskelwachstum und resultierende Nervenkompression, verursacht neurogene Nervenschmerzen und wird oft mit dem Fersensporn verwechselt.
(Weiterlesen zu Fersenschmerzen)

Bandscheibenvorfall mit eingeklemmtem Nerv

Nerveneinklemmungen müssen nicht im Bereich des Fußes erfolgen, um brennende Schmerzen, Taubheit und Ameisenlaufen im Fuß auszulösen. Alle peripheren Nerven entspringen an den Nervenwurzeln der Wirbelsäule aus dem Rückenmark. Findet im Rückenmark, etwa durch eine Rückenmarksstenose (Verengung des Wirbelkanals) oder einen Bandscheibenvorfall eine Nerveneinklemmung (Nervenkompression) statt, können die Folgen entlang des gesamten Versorgungsgebietes des Nerven bis in den Fuß hinabreichen und dort Missempfindungen, Schmerzen und Taubheit hervorrufen.
(Weiterlesen zum Bandscheibenvorfall)

Stoffwechselerkrankungen als Ursache von Fußschmerzen

Durchblutungsstörungen sind häufig ursächlich für FußschmerzenIn dieser Abbildung sind die Arterien rot und die Venen des Fußes grau dargestellt. Durchblutungsstörungen als Folge von Stoffwechselerkrankungen verursachen häufig Fußschmerzen. Dazu gehören vor allem die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder auch der diabetische Fuß. © Viewmedica
  • Gicht: Störung des Harnsäurestoffwechsels
  • Diabetes mellitus: begünstigt Wundheilungsstörungen
  • Schaufensterkrankheit (pAVK): Verstopfung der Arterien in den Extremitäten
  • Nervenschäden (Polyneuropathie): schmerzhafte Schäden an den peripheren Nerven (können ebenfalls durch Stoffwechseldefizite ausgelöst werden)
  • Alkoholmissbrauch: Schmerzsyndrome durch die toxische Wirkung von Alkohol auf Nerven und Gewebe

Dermatologische Ursachen für Fußschmerzen

Nicht nur die Bewegungsorgane und der Stoffwechsel, sondern auch Haut und Zehennägel können Ursache der Fußschmerzen sein.

  • eingewachsener Zehennagel
  • Fußinfektionen, Fußpilz

Infektionserkrankungen als Ursache

  • Hautkrankheiten und Wundheilungsstörungen, z. B. der diabetische Fuß, können ursächlich für Fußschmerzen sein.
  • rheumatoide Arthritis: Rheuma ist im engeren Sinn eine entzündlich wirkende Autoimmunerkrankung, die die Fußgelenke angreifen kann.

Fachärztliche Untersuchung von Fußschmerzen

Im Arztgespräch erkundigt sich Ihr Arzt, seit wann die Fußschmerzen bestehen. Ab 3 Monaten geht man von chronischen Fußschmerzen aus.

Wenn ein Unfall, eine Überlastung oder eine Sportverletzung vorliegt, teilen Sie dem Arzt alles über das auslösende Ereignis mit.

Der Arzt sieht sich zudem Ihre Schuhe an. Einseitiger Abrieb an der Schuhsohle lässt Rückschlüsse auf Ihr Abrollverhalten und Ihre Fußstellung beim Gehen zu.

Das Abrollverhalten oder die Gewichtsverteilung beim Stehen kann zudem mit einer computergestützten Fußdruckmessung genau bestimmt werden (Pedobarografie oder Podometrie).

Mit Vibrationsgeräten (Stimmgabel) und anderen Methoden untersucht der Fußspezialist Tastsinn und Nervenfunktion im Fuß. Beobachtungen verschiedener Übungen bei der klinischen Untersuchung wie Fersengang oder Zehenspitzengang erlauben Rückschlüsse auf die Funktion verschiedener Sehnen und Bänder im Fuß und im Unterschenkel. Laboruntersuchungen können abklären, ob die Fußschmerzen ihre Ursache in Stoffwechselproblemen oder Infektionen haben.

Behandlung mit Physiotherapie und Eigenübungen

Je nach Art und Schwere des Defekts lässt sich sogar mit konservativen Behandlungsmethoden wie Fußgymnastik, Großzehenadduktion, medikamentöser Behandlung, speziellen Schienen und Schuhzurichtung noch ein gutes Resultat erzielen. Leider suchen viele Patienten erst dann einen Arzt auf, wenn sie schon erhebliche Fehlstellungen an den Füßen haben.

Welche OP-Verfahren gibt es zur Behandlung von Fußschmerzen?

Wenn die Schmerzsymptomatik nicht abklingt, hilft nur eine Operation. Sie verfolgt das Ziel, die Zugwirkungen im Fuß auszugleichen und die Pronation (Einwärtsdrehung) aufzuheben sowie die Kongruenz (Passgenauigkeit der einzelnen Flächen im Fuß) wiederherzustellen. Dies führt wiederum zu einer Balance der Muskeln, insbesondere der Adduktoren.

Die sogenannte Chevron-Osteotomie ist beispielsweise ein gängiges Verfahren zur Korrektur des Hallux valgus. Daneben gibt es noch weitere Verfahren, die je nach Art der Fehlstellung geeignet sind, auch große Winkelabweichungen zu beheben.

Die Fußschule ist Bestandteil der Rehabilitation nach der Fuß-OP

Bei der Nachbehandlung kommt es darauf an, die muskuläre Balance wiederherzustellen und den Fuß ausreichend zu stabilisieren und zu kräftigen. Dies können mobilisierende Übungen und Massagen oder spezielle Hilfsmitteln erreichen.

Konservative Maßnahmen: Was hilft gegen die Fußschmerzen?

Man sollte versuchen, eine Überlastung der Füße durch langes Stehen oder Gehen und durch Fehlbelastung zu vermeiden. Bequemes, gut passendes Schuhwerk mit Einlagen und dämpfendem Absatz unterstützt diese Maßnahme. Ebenso sollte Fußgymnastik zur Stärkung der Muskulatur durchgeführt werden, die Waden und Fußsohlen gedehnt und die Füße sorgfältig gepflegt werden. Des Weiteren beeinflussen Fußbäder, Fußmassagen und Gewichtsreduktion die Fußschmerzen positiv.

Akut auftretende Fußschmerzen durch Fehl- oder Überbelastung verschwinden in der Regel von selbst wieder. Manchmal muss der Fuß durch Bandagen, Salben- oder Gipsverbände ruhiggestellt werden, damit er sich wieder erholen kann. Starke Schmerzen lassen sich mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln lindern. Die Ursache wird dadurch aber nicht behoben. Bei Schmerzen in den Fußgelenken helfen örtliche Betäubungsmittel oder Kortisonpräparate, die in das Gelenk gespritzt werden. Bei manchen Ursachen verhilft nur eine Operation zur Schmerzlinderung. Über die geeignete Therapieform berät der Orthopäde ausführlich.

Literaturangaben
  • Evans, A. M. & Rome, K. (2011). A review of the evidence for non-surgical interventions for flexible pediatric flat feet. European journal of physical and rehabilitation medicine.
  • Hawke, F., Burns, J., Radford, J. A. & du Toit, V. (2008). Custom-made foot orthoses for the treatment of foot pain. Cochrane database of systematic reviews (Online), CD006801.
  • Niethard, F. U., Pfeil, J. & Biberthaler, P. (2009). Orthopädie und Unfallchirurgie. Stuttgart: Thieme.
  • Orthofer, P. (2004). Orthopädietechnik. Huber Hans.
  • Valderrabano, V., Engelhardt, M. & Küster, H. (2008). Fuß & Sprunggelenk und Sport: Empfehlungen von Sportarten aus orthopädischer und sportmedizinischer Sicht. Deutscher Ärzte-Verlag.
  • Wülker, N. (2005). Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Stuttgart: Thieme.
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Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio
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