Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

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Hydrogel - Auffüllen (Augmentation) der Bandscheibe mit knorpelartigem Gel

Die degenerierte Bandscheibe hat ein reduziertes Volumen. Die Höhe des Bandscheibenfaches ist vermindert. Die Facettengelenke (Wirbelgelenke) werden zunehmend belastet und können die sogenannte Facettengelenksarthrose entwickeln. Durch Injektion des wasserbindenden Hydrogels wird Wasser in die Bandscheibe gezogen. Das Volumen vergrößert sich - Rückenschmerzen lassen nach.  © www.arthrovision.de Die degenerierte Bandscheibe hat ein reduziertes Volumen. Die Höhe des Bandscheibenfaches ist vermindert. Die Wirbelkörper und die Facettengelenke (Wirbelgelenke) werden dadurch zunehmend belastet und werden schmerzhaft. Durch Injektion des wasserbindenden Hydrogels wird wieder Wasser in die Bandscheibe gezogen. Das Volumen und damit die Höhe des Bandscheibenfaches vergrößert sich. Die Bandscheibenfunktion wird wieder besser ausgefüllt. Das Hydrogelverfahren ist für die LWS zugelassen. © www.arthrovision.de

Rückenschmerzen können eine ganze Anzahl verschiedener Ursachen haben.

Eine häufige Ursache ist die Degeneration der Bandscheibe. Der Verschleiß oder der Untergang von Bandscheibengewebe ist Teil des normalen Alterungsprozesses. Verlust von Wasser, der Untergang der Proteinstruktur führen im Laufe des Lebens zu einer Veränderung der Bandscheibe. Diese wird weniger elastisch, brüchig und nimmt an Höhe ab.

Erhöhung des Bandscheibenvolumens mit Hydrogel

Wir wollen mit dem Hydrogel-Injektionsverfahren darstellen, wie wir dem Höhenverlust der degenerierenden Bandscheibe begegnen können: Durch Injektion der stark quellenden polymeren Substanz Hydrogel wird die Wasserbindung im zähflüssigen Kern der Bandscheibe deutlich erhöht. Der Bandscheibendurchmesser vergrössert sich durch das stark wasserbindende, aufquellende wieder nachhaltig. Dieser Effekt hält über Jahre hinweg an.

Schmerzhafte Folgen der Bandscheibendegeneration

Leider hat diese Veränderungen der Bandscheibe oft spürbare Folgen. Der Verschleiß der Bandscheibe führt in den angrenzenden Wirbelkörpern zu einem Anstieg der Druckbelastung. Diese wiederum startet eine Entzündungsreaktion in den Wirbelkörpern, die man unter dem Fachbegriff der Osteochondrose beschreibt. Diese läuft in verschiedenen Stadien ab und wird nach der Einteilung nach Modic unterschieden. Je nach Stadium ist die Bandscheibe dann mehr oder weniger schmerzhaft.

Rückenschmerzen durch Bandscheibendegeneration

Vorsicht: Bandscheibenvorfall
Bei einem Bandscheibenvorfall ist die Degneration der Wirbelsäule soweit fortgeschritten, daß die Zähe Hülle ein Loch bekommt. Vor der Behandlung einer Bandscheibendegeneration mit Hydrogel, muss dieses Loch wieder gut verschlossen werden. Dafür gibt es spezielle Membranen die außen an die Bandscheibe angebracht werden, die also sog. Anulusprothese parallel zur Entfernung eines Bandscheibenvorfalls zum Verschluß angebracht werden können. →Barricaid®-Verfahren

Im Rahmen einer sogenannten erosiven Osteochondrose können die Schmerzen ganz erheblich sein. Sie äußern sich in belastungsabhängigen Schmerzen, z.B. früh morgens nach dem Aufstehen und auch im Laufe des Tages zunehmend. Charakteristischerweise lässt dieser Schmerz aber auch in der Nacht und in Bettruhe nicht nach, so dass die Nachtruhe empfindlich durch Rückenschmerzen gestört wird. Dabei ist es oft für den Patienten zu verzweifeln, da keine Position während des Schlafes eine Beschwerdelinderung erbringt. Ursache ist dann oft die Entzündung der Bandscheiben und der angrenzenden Wirbelkörper.

Hydrogel-Sticks LINKS: Die Hydrogel-Sticks werden in wenige mm langen Stückchen durch eine Hohlnadel in die Bandscheibe er Lendenwirbelsäule eingebracht. RECHTS: Hydrogel als Stick (oben) und in aufgequollenem Zustand (unten) nachdem die Wasserbindung erfolgt ist. Durch die sehr hohe Quellfähiglkeit wird das Volumen der Bandscheibe deutlich erhöht.

Therapien bei Bandscheibendegeneration

Versteifung oder Bandscheibenprothese?

Als Therapie stand bislang operativ im Wesentlichen nur die Implantation einer Bandscheibenprothese oder die Versteifung des Bandscheibensegmentes zur Verfügung.

In beiden Fällen wurde die erkrankte Bandscheibe entfernt und durch Implantate ersetzt.

Leider muss man auch in beiden Fällen von einer doch recht hohen Therapieversagerquote sprechen, da sich oftmals das Beschwerdebild nicht bessert oder Beschwerden an gleicher Stelle auf andere Art auftreten.

Autologe Bandscheibenzelltransplantation (ADCT)

Als Ausweg aus diesem Dilemma konnte man bislang den Patienten nur die autologe Bandscheibenzelltransplantation anbieten. Dieses Verfahren ist zwar risikoarm, hat jedoch den Nachteil, dass es kostenintensiv ist und von den gesetzlichen als auch den privaten Krankenkassen nicht immer übernommen wurde. Außerdem hatte dieses Verfahren den Nachteil, dass man über die Vitalität der eingebrachten Bandscheibenzellen nach einigen Monaten nur indirekt über eine erneute kernspintomographische Untersuchung Aussagen treffen konnte. Auch bei diesem Verfahren der Bandscheibenregeneration mit Hilfe von autologen (körpereigenen) Bandscheibenzellen muss und musste man leider mit einer doch recht hohen Versagerquote rechnen.

Hydrogel: Erhöhung des Bandscheibenvolumens durch wasserbindende Substanzen

Die Behandlung mit Hydrogel bei Bandscheibendegeneration nach Bandscheibenvorfall. Behandlung mit Hydrogel bei Bandscheibendegeneration: Das wasserbindende, stark aufquellende Polymer wird durch eine transkutane Hohlnadel in das Innere (Nucleus pulposus) der Bandscheibe der LWS eingeführt. © www.arthrovision.de

Hydrogel als einfach zu handhabendes Injektionsverfahren wird seit einigen Jahren bei der Bandscheibendegeneration der Lendenwirbelsäule erfolgreich praktiziert.

Dieses Therapiemodell basiert auf zwei Wirkprinzipien:

Zum einen wollen wir die degenerative Entzündungsreaktionen in der Bandscheibe stoppen, die für die Beschwerdesymptomatik und die vor allem im Vordergrund stehenden Rückenschmerzen verantwortlich ist.

Des weiteren wird zellarmes oder zellfreies Bandscheibenmaterial durch synthetisch hergestelltes Bandscheibenmaterial - dem wasserbindenden Hydrogel - ersetzt. Dadurch wird das Bandscheibenvolumen erhöht und die Belastung der Wirbelkörper reduziert.

Operative Durchführung des Hydrogel-Verfahrens

Das Hydrogel-Verfahren ist operativ äußerst einfach. Es ist nur eine kleine Lokalanästhesie der Haut erforderlich. Eine Vollnarkose oder belastende medikamentöse Begleittherapien sind nicht erforderlich.

Durch eine dünne Hohlnadel wird das Bandscheibenfach unter radiologischer Kontrolle punktiert. Anschließend durch diese Nadel wie die wenigen Millimeter langen und sehr dünnen synthetischen Bandscheibenstifte eingebracht. Die korrekte Lage in der Bandscheibe wird ebenfalls radiologisch kontrolliert. Die Eingriffsdauer beträgt im Normalfall etwa 10-20 Minuten.

Nachbehandlung nach der Hydrogel-Operation der Bandscheibendegeneration

Nach diesem Eingriff sollte der Patient über einige Stunden Bettruhe einhalten. Anschließend ist die Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung zu empfehlen.

Grundsätzlich ist sofort nach der Hydrogel-Operation eine Vollbelastung erlaubt.

Eine Kontrolle des Operationserfolges bietet sich nach etwa drei Monaten an. Prinzipiell ist allerdings die subjektive Beschwerdelinderung - Rückgang der diskogenen Rückenschmerzen - der Rückenschmerzen, das beste Zeichen, dass der Eingriff geglückt ist.

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Orthopädische Fachklinik in Freiburg

Bijan Ganepour
Facharzt für Neuro- chirurgie an der Gelenk-Klinik

Vortrag 24.10.17, 19:30

"Hüftschmerzen und Hüftarthrose"
Martina Wetzel, Physiotherapeutin Martina Wetzel, Physiotherapeutin
"Aktivierende Übungen, Physiotherapie und Selbsthilfe bei Hüftschmerzen"
Dr. med. Martin Rinio, Facharzt für Orthopädie Dr. med. Martin Rinio, Orthopäde
"Hüftarthrose: von der Arthroskopie bis zur minimalinvasiven Prothese. Schonende Behandlung für eine bessere Mobilität."