Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

patienten@gelenk-klinik.de

Kniespezialist Freiburg untersucht die Kniearthrose

Kniearthrose: Gelenkerhalt bei Arthrose im Kniegelenk

  1. Was ist Kniearthrose?
  2. Ursachen und Entwicklung der Kniearthrose
  3. Symptome der Kniearthrose: Typische Knieschmerzen
  4. Sport mit Arthrose im Knie, geht das?
  5. Diagnose und Untersuchung
  6. Stadien der Kniearthrose
  7. Konservative Behandlung: Ernährung, Medikamente, Physiotherapie
  8. Welche Übungen helfen bei Kniearthrose?
  9. Operationen bei Kniearthrose: Gelenkerhalt oder Gelenkersatz?
Osteophyten bei KniearthroseAnblick des Kniegelenks mit Arthrose von vorne und innen. Sichtbar ist die Kniescheibe, der Meniskus als Puffer zwischen Oberschenkel und Unterschenkel, und das Innenband des Kniegelenks. Charakteristisch für die fortgeschrittene Arthrose ist auch die Bildung von Knochenanbauten (Osteophyten) im Kniegelenk. © Viewmedica

Was ist Kniearthrose?

Kniearthrose (auch Gonarthrose genannt) ist die vorzeitige, nicht altersgerechte Abnutzung des Knorpels im Kniegelenk an deren Endpunkt die Knochen im Knie schmerzhafte aneinanderreiben. Häufig ist Kniearthrose begleitet von schmerzhaften Entzündungsprozessen, die mit der schmerzhaften Versteifung des Kniegelenks steht.

Wenn Sie morgens bei den ersten Schritten Schmerzen haben oder das Kniegelenk z.B. nach dem Wandern oder Joggen häufig geschwollen und überwärmt ist, und zusätzlich die Beweglichkeit abnimmt, sollten Sie Ihr Kniegelenk von einem Facharzt untersuchen lassen.

Wie häufig ist Kniearthrose?

Kniearthrose ist die häufigste Form der Arthrose bei Menschen. Erst an zweiter Stelle folgt die Hüftarthrose. Fast die Hälfte aller Patienten mit Arthrose leiden unter Gonarthrose. Das sind etwa 5% aller Erwachsenen. Unsere komplexen Kniegelenke sind bei Arbeit und Sport besonders starken Belastungen und Verletzungsrisiken ausgesetzt.

Was sind die Folgen der Kniearthrose?

Kniearthrose ist der häufigste Grund für die Implantation eines künstlichen Gelenks bzw. einer Knieprothese.

Fakten zur Arthrose im Knie

  • 70% aller Patienten mit Kniearthrose haben eine beidseitige Arthrose in beiden Kniegelenken.
  • In einem Zeitraum von 11 Jahren entwickelten auch Patienten mit einseitiger Arthrose eine Kniearthrose auf der gegenüberliegenden Seite.
  • Kniearthrose entwickelt sich zu 47% zwischen Oberschenkel und Scheinbeinknochen
  • 10% aller Fälle von Kniearthrose bei Männern entstehen zwischen Oberschenkel und Kniescheibe (Patellofemaorale Arthrose).
  • Bei Frauen ist die patellofemorale Kniearthrose mit einem Anteil von 21% aber wesentlich häufiger.
  • 41% aller Kniearthrosen sind Mischformen.
  • Bei beiden Geschlechtern ist die mediale Kniearthrose - also Arthrose der inneren (medialen, dem Körpermittelpunkt zugewandten) Kammer des Kniegelenks am häufigsten.
  • Literatur

Therapieziel der Therapie der Kniearthrose

Vorbeugende Instandhaltung des Kniegelenks ist die effektivste Behandlung der Gonarthrose. Dabei werden die möglichen Ursachen der späteren Kniearthrose möglichst frühzeitig erkannt und kausal behandelt. Die vorausschauende Vermeidung der Kniearthrose oder Therapie zum Gelenkerhalt ist mit unserem zunehmenden Verständnis der Mechanismen, die zu Kniearthrose führen, eine der für unsere Patienten vielversprechenden und Behandlungsformen.

Kniearthrose, als Verschlechterung einer Gelenkfunktion, ist ein normaler Teil des Alterns. Daher ist Verschleiß des Kniegeelnks meist auch nicht behandlungsbedürftig, solange noch immer eine altersgerechte Belastbarkeit und Beweglichkeit gegeben ist.

Durch eine Behandlung der Arthrose im Knie kann der Knorpel bei manchen Patienten aber vor zu schneller oder vorzeitiger Abnutzung bewahrt werden.

Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu bekämpfen, Beweglichkeit zu erhalten und Behinderungen zu verhindern.

Bei der Arthrosetherapie stellt sich die Aufgabe, die Lebensqualität langfristig nachhaltig zu verbessern.

Bei dem normalen, altersbedingten Verschleiß des Kniegelenks erfolgt dies durch die Milderung der Symptome. Bei vorzeitigen Arthrosen kann die Krankheit aber auch direkt durch eine Behandlung der Ursachen gestoppt werden. Damit sind wir beim spannenden, zukunftsweisenden Bereich der gelenkerhaltenden Orthopädie:

Durch Knorpeltherapie, Umstellung von Fehlstellungen (Osteotomie), Knorpeltransplantation (Knorpelzüchtung) sowie Knieteilprothesen kann Kniearthrose in vielen Fällen noch abgewendet werden oder im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden. Unsere Patienten kommen wieder nahe an ihren alterstypischen Zustand heran. Vorausschauende Behandlung - im Gegensatz zu reiner Symptomtherapie - ist also sehr wichtig, um alle gelenkerhaltenden Behandlungsoptionen in die Therapie zu integrieren.

Anatomie des Kniegelenks

Kniearthrose, GonarthroseDie Anatomie des Kniegelenks erlaubt verschiedene Lokalisationen der Kniearthrose. Das Kniegelenk hat drei Kompartimente, die separat erkranken können. Die femoropatellare Kniearthrose liegt hinter der Patella (Kniescheibe). Auf Seiten des Körpermittelpunkts liegt das innere (mediale) Kompartiment: Es es von Knorpelverschleiß befallen, spricht man von medialer Kniearthrose. Im äußeren Kompartiment kann die laterale Kniearthrose auftreten. © Istockphoto.com / MedicalArtInc

Das Knie wird gebildet aus drei Knochen: Dem Oberschenkelknochen (Femur) mit den mächtigen, walzenförmigen Femurkondylen, die in der Oberfläche des Unterschenkelknochens (Tibia) lagern. Der Oberschenkelknochen ist auch gelenkig verbunden mit der Kniescheibe (Patella), die als nur an Bändern aufgehängter Knochen den Kraftübertrag der Oberschenkelmuskeln auf das Gelenk unterstützt. Der Oberschenkel ist auch gelenkig verbunden mit dem Unterschenkel (Schienbein bzw. Tibia). Sowohl die Gleitverbindung des Oberschenkels zur Kniescheibe (Patella-Gelenk) als auch das Gelenk zum Schienbein mit seinen beiden Kammern (innen=medial, außen=lateral) kann von Arthrose betroffen sein. Diese unterschiedlichen Lokalisationen der Kniearthrose werden vom Spezialisten differenziert: Die Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Lokalisationen der Kniearthrose sind vor allem für die operative Behandlung wichtig

Arten der Kniearthrose unterteilt nach Lage des Knorpelschadens

  • Mediale Kniearthrose: Diese Form der Arthrose im Knie tritt vor allem bei X-Beinstellung auf. Hier ist vor allem der innere - am Körpermittelpunkt naheliegende - Bereich des Knies betroffen. Man bezeichnet sie deshalb bei Vorliegenden einer X-Beinfehlstellung auch als Valgusgonarthrose.
  • Laterale Kniearthrose: Diese Art der Kniearthrose betrifft den außen liegenden (lateralen) Teil des Kniegelenks. Diese laterale Gonarthrose tritt vor allem bei O-Bein-Fehlstellung auf. Man bezeichnet sie deshalb bei Vorliegen einer O-Beinfehlstellung auch als Varusgonarthrose.
  • Retropatellararthrose: Die Arthrose hinter der Patella (Kniescheibe) betrifft nur das Gelenk zwischen der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen. Es wird als Femoropatellargelenk bezeichnet. Diese Arthrose wird daher auch Femoropatellare Arthrose genannt.
  • Pangonarthrose: Bei der Pangonarthrose sind alle Kompartimente des Kniegelenks betroffen. Dabei sind also die Femuroberfläche, die Tibiaoberfläche und die Patella beteiligt. Durch wiederholte Entzündungen kann sich eine lokalsierte Arthrose ohne Behandlung in eine Gonarthrose des gesamten Kniegelenks weiterentwickeln.

Durch gelenkerhaltende operative Therapien versuchen wir, die Arthrose im Knie auf das betroffene Kompartiment einzugrenzen. Durch Knorpeltransplantation (Knorpelzüchtung), Inlays oder Knieteilprothesen bzw. retropatellaren Prothesen können wir häufig den größten Teil des Kniegelenks erhalten. Das wirkt sich sehr vorteilhaft auf die Lebenszeit des Kniegelenks aus. Die Lebenszeit des Kniegelenks mit Arthrose kann so um viele Jahre verlängert werden.

Häufigkeit der Kniearthrose

Kniearthrose gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen: Es ist eine "Volkskrankheit". Dass Arthrose im Knie in über 120.000 Fällen pro Jahr mit einer Knieendoprothese behandelt wird, ist inzwischen allgemein bekannt. Dabei sind Frauen wesentlich häufiger von Kniearthrose betroffen, als Männer.

Arthrosezeichen sind bei über 50-jährigen weit verbreitet. In der Rotterdamstudie wurde 1997 gezeigt, dass von 1040 untersuchten Patienten zwischen 55 und 65 Jahren nur 12% frei waren von jedem Arthrosezeichen.

Die Ansicht, dass man Arthrose im Knie nicht mehr verbessern, sondern nur den Verlauf therapeutisch verlangsamen kann, ist inzwischen aber für viele Patienten überholt.

Im folgenden Artikel wollen wir daher auch die bei rechtzeitiger Therapie großen Chancen auf eine gelenkerhaltende Perspektive bei vielen Patienten zeigen: Immer mehr Patienten mit Knorpelschaden erhalten an spezialisierten Kliniken auch eine Chance auf ein gesundes Knie. Die Spezialisten der Gelenk-Klinik wenden die modernen Verfahren der gelenkerhaltenden Knorpelzüchtung (Knorpeltransplantation) bereits seit über 15 Jahren mit großem Nutzen für die Patienten an.

Die Rolle des Gelenkknorpels bei der Arthrose im Knie

Prinzip der Knorpelfunktion: Ein dünner Wasserfilm kann tonnenschwere Gewichte tragen. Das Entstehen eines tragfähigen Wasserfilms, der unter Belastung aus dem Knorpelgewebe gepresst wird, ist das Prinzip des Gelenk-Knorpels: Diese 5 Tonnen schwere Granit-Kugel wird von einem dünnen Wasserfilm getragen. Voraussetzung für die Tragefähigkeit ist die glatte Oberfläche. © Brent Moore über Wikimedia.org

Arthrose ist zunächst eine Erkrankung des Gelenkknorpels im Knie. Knorpel ist die weiße Substanz, die für die Gleitfähigkeit der Knochen im Kniegelenk sorgt. Zentral für die Funktion des Knorpels sind vitale Knorpelzellen. Diese bilden nämlich um sich herum ein stark wasserhaltiges und elastisches Bindegewebe.

Mikroskopische Aufnahme von wasserbindendem Gelenk-Knorpel Das ist eine die Zellbestandteile vergrößernde Aufnahme von wasserbindendem Gelenk-Knorpel. Die stark wasserhaltige Knorpelmatrix aus langkettigen Molekülen, die von Knorpelzellen abgesondert werden, ist im Bild auf Grund des hohen Wassergehaltes transparent (durchsichtig). In das Bindegwebe eingebettet sin die angefärbten Knorpelzellen. Der größte Volumenanteil des Knorpelgewebes wird also von Bindegewebe und Wasser gebildet. Die Zellen produzieren die Proteine der hyalinen (wasserhaltigen) Matrix und sondern sie in ihre Umgebung ab. So lange die Knorpelzellen vital und zahlreich sind, regeneriert sich der Gelenkknorpel. © Ganimedes über Wikimedia.org

Wenn bei einer Arthrose diese Knorpelzellen absterben, kann dieses elastische Bindegewebe nicht mehr ausreichend gebildet und regeneriert werden.

Gesunder Knorpel sieht aus wie das Innere einer Kokosnuss: Weiß, saftig und elastisch. Gelenk-Knorpel im Kniegelenk hält durch Zähigkeit und Elastizität auch dem Druck von vielen hundert Kilo mühelos stand. Gelenkknorpel ist so einzigartig glatt, dass sogar die Reibung zweier Eisblöcke, die aufeinander gleiten, deutlich höher ist.

Diese Belastbarkeit ist im Kniegelenk auch besonders wichtig: Oberschenkelknochen (Femur), Schienbeinknochen (Tibia) und Kniescheiben bilden das Kniegelenk des Menschen. Die Belastung ist so hoch, dass zusätzlich zum Gelenkknorpel noch die Menisken als Kissen zwischen den Knochen als Stoßdämpfer dienen, um die Belastung der Gelenkflächen zu reduzieren.

Wenn die Funktion des Meniskus reduziert ist, oder ein Meniskus ganz entfernt wurde, verschlechtert sich die Situation für die Gelenkknorpel im Kniegelenk ganz erheblich. Die Wahrscheinlichkeit, nach relativ kurzer Zeit eine Kniearthrose zu entwickeln, steigt dann ganz erheblich an.

Ursachen und Entwicklung der Kniearthrose

Kniegelenk - Knieschmerzen.Anatomisches Bild des gesunden Knies mit Kniescheibe (Patella), Seitenbänder, Kreuzbänder und Meniskus. Meniskus als Puffer zwischen Oberschenkel und Schienbein sind wichtig. Der 3-4 mm dicke Gelenk-Knorpel fördert im gesunden Knie die Gleitfähigkeit der zwischen Knochen, die das Gelenk bilden. Innen- und Außenmeniskus tragen als wichtige Puffer zur normalen Gelenkfunktion und zum Erhalt des Knorpels bei. Ist die Gelenkfunktion gestört, droht die Entwicklung der Arthrose im Kniegelenk. © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Am Beginn der Kniearthrose steht meist ein auslösendes Trauma oder eine Verletzung oder Überlastung durch Arbeit oder Sport. Ausgehend von diesem initialen Ereignis gibt es viele Faktoren aus dem Bereich des Stoffwechsels, des Hormonhaushalts, und der Lebensweise, die die Entwicklung der Kniearthrose beschleunigen können. Man spricht hier von einer Prädisposition zur Arthrose.

Auch wenn der Knorpelverschleiß zunächst im Zentrum der Betrachtung steht, ist die Kniearthrose eine Erkrankung des gesamten Kniegelenks: Damit sind alle Strukturen des Kniegelenks - Knochen, Bänder, Knorpel - von dem Krankheitsprozess betroffen. Alle Strukturen können durch Überlastung, Stoffwechselprobleme oder traumatische Schädigung Auslöser der Arthroseentwicklung sein. Gonarthrose ist daher nicht nur ein Phänomen der Knorpelschicht im Kniegelenk.

Ursachen der Arthrose im Knie

Alterung, Überlastung der Gelenke

Der Knorpel unterliegt wie alle anderen Bindegewebe einer altersbedingten Veränderung. Die Fähigkeit aller Bindegewebe, auch des Knorpels, Wasser zu speichern, nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab. So lange der Abbau der Knorpelfunktion noch altersgerecht ist, spricht man aber noch nicht von einer behandlungsbedürftigen, also krankhaften, Arthrose. Erst wenn das Gelenkalter erheblich höher ist, als das biologische Alter, wird die Situation für den Arzt behandlungsbedürftig. Es lohnt sich, in jedem Alter, den Stoffwechsel im Knorpel durch ausreichende, möglichst sanfte Bewegung, zu fördern. Das pflegt die Gelenke und erhält Reserven für natürliche Korpelregeneration.

Kniearthrose als Nebenwirkung von Medikamenten

Es gibt Medikamente wie z.B. Chinolon-Antibiotika ("Gyrasehemmer"), die bei langem und intensivem Gebrauch nachteilige Folgen für den Stoffwechsel von Knorpel und Sehnen haben.

Stoffwechsel und Adipositas

Das metabolische Syndrom (Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, reduzierte Glukosetoleranz bzw. Diabetes) ist ein starker Risikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose. Zum Einen führt Übergewicht zu einer deutlich erhöhten mechanischen Gelenkbelastung. Normalgewichtige Patienten bekommen durchschnittlich 13 Jahre später ihre erste Knieprothese, im Vergleich zu übergewichtigen Patienten. Gewichtskontrolle ist also eine der effektivsten gelenkerhaltenden Maßnahmen.

Neben dem mechanischen Aspekt des auf den Gelenken lastenden Übergewichts spielt auch der veränderte Stoffwechsel eine große Rolle bei der Entstehung der Kniearthrose. So bildet Fettgewebe hormonähnliche Botenstoffe: die Adipokine. Diese Adipokine fördern Entzündungen. Entzündungshormone führen zum Abbau von Knorpelgewebe in den Gelenken. Knorpelgewebe wird also durch diesen Prozess weicher und weniger belastbar. Dieser Prozess lässt sich durch eine ausgewogene arthrosegerechte Ernährung günstig beeinflussen.

Kniearthrose nach Unfällen und Traumata

Verletzungen und Traumata sind eine wichtige Ursache von Arthrose im Kniegelenk. Alles, was den normalen Bewegungsablauf und die Lastverteilung im Kniegelenk nachhaltig verändert, kann auch den Knorpel schädigen. Diese Schäden können Sehnen und Bänder betreffen, aber auch die Gelenkflächen sowie das Knorpelgewebe selbst:

  • Angeborene Fehlstellungen im Kniegelenk (X-Beine oder O-Beine)
  • Fehlbelastung durch Haltungsstörung
  • Instabilität des Kniegelenks z.B. nach Außenbandverletzungen und Kreuzbandriss.
  • Brüche der Gelenkfläche nach Unfällen (Tibiakopffraktur).
  • Meniskusschäden und Meniskusteilresektion.
  • Komplexe Verletzungen des Kniegelenks mit Beteiligung von Kreuzband und Innenmeniskus und Osteochondralen Läsionen (Knochen-Knorpelschäden) vervielfachen das Arthroserisiko.

Nur die frühzeitige Wiederherstellung der natürlichen Belastungslinien im Knie, etwa durch arthroskopische Bandrekonstruktion, kann nach Bandverletzungen die Entstehung der Kniearthrose verhindern.

Meniskusriss und Meniskusverschleiß

Häufige Ursache für die Kniearthrose ist eine Degeneration der Menisken, die dann ihre mechanische Pufferfunktion nicht mehr richtig ausüben. Diese Meniskusdegeneration beschleunigt sich mit zunehmender Kniearthrose. Auch Instabilität des Knies nach Verlust der Kreuzbandfunktion erhöht den Meniskusverschleiß. Meniskusrisse können z.B. durch Bildung scharfer Kanten den Knorpelabrieb erhöhen. Auch der Verlust der Meniskusfunktion (Stoßdämpfung) verstärkt den Arthroseprozess.

Ursachen im Stoffwechsel der Patienten

Es gibt verschiedene Stoffwechselstörungen, die auch den Gelenkknorpel beeinträchtigen. Die Veränderungen bei Übergewicht und metabolischem Syndrom haben wir oben schon kennengelernt. Darüberhinaus gibt es noch weitere Änderungen, die schlecht für den Knorpel sind: Dazu gehören vor allem Störungen des Harnsäuestoffwechsels (Gicht) und des Eisenstoffwechsels (Hämochromatose).

Osteonekrose und Osteochondrosis dissecans

Auch die Gesundheit der Knochen hat einen starken Einfluss auf die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen im Kniegelenk. Neben den oben genannten Knochenbrüchen unter Beteiligung der Gelenkflächen gibt es auch Durchblutungsstörungen, Störung der knöchernen Gelenkoberfläche und Stoffwechselstörungen der Knoche. All das kann die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen stören.

  • Aseptische Osteonekrose im Knie (Morbus Ahlbäck): Durchblutungsstörung des Oberschenkelknochens mit Demineralisierung und Destabilisierung des Knochens unter der Gelenkfläche. Bricht der Knochen unter der Gelenkfläche ein, verliert das Gelenk seine Gleitfähigkeit.
  • Knochennekrose im Schienbein (Tibia), wird auch als Morbus Osgood-Schlatter bezeichnet.
  • Osteochondrosis dissecans im Knielenk: Das ist die oberflächliche Ablösung eines Knochenfragmentes aus der Gelenkfläche auf Grund einer lokalen Durchblutungsstörung des Knochens.
  • Osteoporose: Der häufig mit dem Östrogenrückgang in den Wechseljahren der Frau zusammenhängende deutliche Rückgang der Knochendichte.

Entzündungen im Kniegelenk

Entzündliche Erkrankungen im Kniegelenk sind eine wichtige Ursache für Knorpelverschleiß. Die Ursache der Entzündungen kann sehr unterschiedlich sein. So können bakterielle Entzündungen im Kniegelenk auftreten, aber auch entzündliche Autoimmunerkrankungen (Arthritis) oder rheumatische Veränderungen. Für die Gleitfähigkeit des Knorpels im Kniegelenk ist es sehr wichtig, diese entzündlichen Episoden so schnell wie möglich zu beenden.

Ursachen von Entzündungen:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Bakterielle Gelenksentzündung in Kniegelenk

Genetische Ursachen der Kniearthrose: Erbliche Knorpelschwäche

Es gibt auch ein familiär gehäuftes Auftreten von Knorpelschwäche und früher Entwicklung von Arthrose. In diesen Fällen ist eine genetisch bedingte Instabilität des Knorpelgewebes verantwortlich. Diese Variante ist erblich und führt zu frühem und gehäuftem Auftreten von Arthrose in den betroffenen Familien.

Ursachen der Arthrose im Knie bei unterschiedlichen Altersgruppen

Jüngere Patienten

Bei jüngeren Patienten wird die Kniearthrose in der Regel durch Unfälle verursacht. Unzureichend oder gar nicht behandelte Knorpelschäden oder Verletzungen der Bänder am Knie können Arthrose verursachen. Knorpelschäden heilen fast nie von alleine, sondern verschlechtern sich fortwährend. Gerade bei diesen akuten Knorpelschäden jüngerer Patienten hat die gelenkerhaltende Therapie durch Knorpelverpflanzung aber das größte Potential.

Kniearthrose im mittleren Alter

Ab einem gewissen Alter tritt das Knacken im Knie bei den meisten Menschen - zumindest gelegentlich - auf. Arthrose im Knie wird generell durch Alterung und Abnutzung wahrscheinlicher. Arthrose im Knie ist eine natürliche Begleiterscheinung des Alterns. Sie kann hier aber auch durch berufliche oder sportliche Überlastung ausgelöst werden. Sehr häufig kommt auch als Ursache der Gelenkabnützung eine mangelhaft versorgte Sportverletzung von vor 10 oder 15 Jahren zum Vorschein.

Arthrose im höheren Lebensalter

Erst im hohen Alter erwarten wir Arthrose als Folge von Abnützung. Im Alter wird das Bindegewebe weniger leistungsfähig und rissiger. Der Wassergehalt sinkt, damit auch die Elastizität und Belastbarkeit. Die Regenerationsleistung der Gewebe nimmt allgemein ab.

In den meisten Fällen werden altersbedingte Arthroseanzeichen im höheren Alter nicht unbedingt als Anlass für eine medizinische Behandlung angesehen. Die Ansprüche an Beweglichkeit und Belastbarkeit verringern sich mit zunehmendem Alter. Lediglich wenn der Verfall des Kniegelenks für das Alter des Patienten überdurchschnittlich weit fortgeschritten ist, und die alltagsnotwendige Mobilität gefährdet ist, wird die Arthrose als krankhaft angesehen. Auch ältere Patienten sollten sich jedoch ihre Ansprüche an Beweglichkeit und Mobilität bewahren und bei Gelenkverschleiß ihren Kniespezialisten aufsuchen.

Tritt die Kniearthrose jedoch zu früh im Leben auf und schreitet sie zu schnell voran, ist eine Behandlung dringend geboten: Nur durch konsequente Therapie ist Einsteifung und schließlich Verlust des Kniegelenks zu vermeiden. Patienten mit gesunden Gelenken haben auch im höheren Alter einen hohen Bewegungsradius. Durch Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag und einen hohen Bewegungsradius erhalten sie auch die Bedingungen für ein gesundes Herz und Kreislaufsystem, einen gesunden Geist, gesunden Stoffwechsel und hohe Lebenserwartung.

Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose (Kniearthrose) Die Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose. X- oder O-Fehlstellungen können zu einer Fehlbelastung im Kniegelenk führen und langfristig eine Arthrose im überlasteten Bereich auslösen. Im Verlauf der Arthrose verstärkt sich diese Fehlstellung im Knie meist noch. © Gelenk-Klinik

"Aktivierte Arthrose": schubartig wiederkehrende Entzündungen im Kniegelenk

Überwärmung des Knies infolge einer nichtbakteriellen Entzündung tritt meist als Reaktion auf eine Entzündung des Knies auf. Diese entzündlich aktivierte Arthrose ist durch das lokale Auftreten von Entzündungshormonen im Kniegelenk stark knorplabbauend und knorpelerweichend. Es ist daher von großer Bedeutung, diese Episoden zu kurz wie möglich zu halten und möglichst zu verhindern, dass die entzündlich aktivierte Arthrose im Kniegelenk erneut auftritt.

  • Der Patient spürt bei entzündeter ("aktivierter") Arthrose eine zunehmende Überwärmung des Kniegelenks.
  • Diese Wärme ist auch von außen auf der Haut fühlbar und ein wichtiges diagnostisches Arthrosezeichen für den Kniespezialisten.
  • Manchmal zeigt sich diese Erwärmung in Verbindung mit einer Schwellung (sog. Gelenkerguss).

Das sind deutliche Anzeichen einer Entzündungsreaktion. Entzündlich aktivierte Arthrose ist ein Anzeichen einer bereits fortgeschrittenen Schädigung des Knorpels im Kniegelenk.

In dieser Situation hat die Arthrose bereits zu Abrieb im Knie geführt: Knochen und Knorpeltrümmer, lösen sich und bewegen sich frei in der Gelenkkapsel. Dieser Abrieb wirkt leicht entzündlich. Entzündungs-Episoden wiederum verstärken die für Arthrose im Knie typischen Abbau des Knorpels.

Wenn das Knorpelgewebe einmal gestört ist und der feste Verbund an bindegewebigen Fasern abgebaut wird, führen die täglichen Belastungen des Knies zu einem rasch fortschreitenden degenerativen Verschleiß im Gelenk.

Untersuchung der Kniearthrose durch den Spezialisten

  • Erhebung der Patientengeschichte (Anamnese)
  • Inspektion des Beines und des Gangbildes
  • Prüfung der Muskulatur
  • Prüfung der Knie-Außenbänder und Kreuzbänder
  • Prüfung der Kreuzbändern
  • Beachtung von schonungsbedingter Muskelatrophie
  • Muskelfunktionsmessung (EMG)
  • Untersuchung der Koordination
  • Zustand und Funktion des Meniskus

Diagnose der Arthrose im Knie - Untersuchung und bildgebende Verfahren

Der erste Schritt zur Diagnose der Kniearthrose ist die Aufarbeitung der Symptome und Krankengeschichte des Patienten in einem Gespräch.

Symptome der Kniearthrose

Die Kniearthrose zeigt sich auf viele Arten. Anlaufschmerzen und Steifigkeit des Gelenks, die morgens oder nach längerer Ruhe auftreten, sind eine deutliche Warnung vor Kniearthrose.

Mit zunehmender Arthrose verschlechtert sich die Koordination des betroffenen Kniegelenks: Der Patient fühlt sich nicht mehr so trittsicher und stabil.

Größere Belastungen des Kniegelenks im Alltag werden immer schwieriger, und ziehen Schmerzen und Schwellung des Kniegelenks nach sich. Der Patient kann nicht mehr in der Hocke arbeiten.

Infolge schmerzhafter Entzündungen kann das Gelenk überwärmen und anschwellen.

Mit zunehmendem Knorpelverlust verliert das Gelenk seine Form. Fehlstellungen, wie X-Bein oder O-Bein verstärken sich.

Anlaufschmerzen

Der erste und wichtigste Hinweis ist das vom Patienten mitgeteilte Beschwerdebild. Patienten berichten von Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen im Knie, vor allem nach dem Schlaf oder längerem Sitzen. Anfangs sind diese Beschwerden noch vorübergehend und verschwinden im Verlaufe des Tages.

Abnahme der maximalen Gehstrecke

Mit fortschreitender Arthrose nimmt die schmerzfreie Belastbarkeit des Kniegelenks aber immer stärker ab. Die maximale Gehstrecke reduziert sich.

Schwellung und Schmerzen: aktivierte Arthrose

Nach größeren Belastungen beobachten Arthrosepatienten häufig eine Überwärmung und schmerzhafte Schwellung des Kniegelenks. Man spricht hier von aktivierter Kniearthrose. Diese entzündlich aktivierte Knie tritt in Schüben auf: Es ist therapeutisch sehr wichtig, diese Schübe so kurz und selten wie möglich auftreten zu lassen.

Lokalisation der Knieschmerzen bei Kniearthrose

Häufig gibt der genaue Ort, an dem die Schmerzen auftreten, auch einen Hinweis auf den Verlauf der Kniearthrose.

Auf der Innenseite liegende Knieschmerzen weisen auf eine mediale Gonarthrose hin. Außen liegende Schmerzen lassen eine laterale Gonarthrose vermuten, häufig in Verbindung mit einer X-Fehlstellung.

Schmerzen hinter der Kniescheibe zeigen, dass sich eine femoropatellare Arthrose (zwischen Femur und Patella) bzw. retropatellare Arthrose im Patella-Gleitlager zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen entwickelt.

Weiterlesen zu Symptomen der Kniearthrose

Patienten berichten auch von belastungsabhängigen Knieschmerzen in bestimmten Situationen: Beim Treppensteigen oder in die Hocke gehen wird das Knie besonders stark belastet. Der Orthopäde erkundigt sich nach der noch vorhandenen schmerzfreien Gehstrecke des Patienten. Der Bewegungsradius ist mit Kniearthrose meist schon deutlich eingeschränkt.

Wenn die Diagnose gesichert ist, muss der Kniespezialist die wichtigen Begleitumstände der Kniearthrose ermitteln. Eine Therapie der Gonarthrose ist nur unter ganzheitlicher Einbeziehung der Vorgeschichte und Lebensumstände des Patienten sinnvoll. Der Orthopäde wird sich nach besonderen beruflichen oder sportlichen Belastungen erkundigen. Auch Medikamenteneinnahme, Arthrose an anderen Gelenken, vorangegangenen Infektionserkrankungen (wichtig: Borreliose) und Unfälle sind wichtiger Teil der Krankengeschichte.

Klinische Untersuchung: Prüfung von Stabilität und Beinachse

Zu Beginn wird das Kniegelenk, ebenso wie das gesamte Bein inspiziert. Schwellungen, Rückbildung der Muskulatur und Fehlstellungen sind sofort sichtbar. Eben so sind Fehlstellungen im Sprunggelenk von erheblicher Bedeutung (z.B. Knick-Senkfuß) weil sie das Kniegelenk zusätzlich belasten können.

Durch die Tastuntersuchung (Palpation) werden druckschmerzhafte Gelenkergüsse festgestellt.

Prüfung des Kreuzbands bei der Untersuchung von Kniearthrose Die Funktion des Kreuzbandes steht oft in engem Zusammenhang zur Arthroseentstehung. Ein instabiles Knie kann leichter Arthrose bekommen. © Gelenk-Klinik

Durch Tests des Bewegungsumfanges wird geprüft, ob die Beweglichkeit des Kniegelenks durch die Arthrose bereits vermindert ist.

Der Schmerz wird durch Befragung und Untersuchung genau lokalisiert. Je nachdem, ob der Schmerz hinter der Kniescheibe (retropatellar), im gesamten Knie oder in einer der beiden Kammern des Kniegelenks (außen = lateral oder innen = medial) sitzt, kann der Orthopäde Rückschlüsse auf den Schwerpunkt der Kniearthrose ziehen.

Der Zustand des Meniskus wird genau untersucht, denn oft sind unbehandelte Sportverletzungen im Knie Auslöser einer vorzeitigen Kniearthrose.

Differentialdiagnosen des Knieschmerzes bei Kniearthrose

MRT Bild einer Kniearthrose mit deutlich verschmälertem GelenkspaltMRT Bild einer Kniearthrose. Deutlich zu erkennen ist die durch den Knorpelabbau bedingte Verschmälerung des Gelenkspaltes in der medialen (inneren) Kniegelenkskammer. Die Knieartrose kann durch Röntgenbilder meist schon sehr gut diagnostiziert werden. Wenn man im Einzelfall nach den konkreten Ursachen der Kniearthrose sucht, ist das MRT-Bild hilfreich, weil es Schäden an Bändern des Kniegelenks und den Menisken sehr viel besser darstellen kann, als das Röntgenbild. © Gelenk-klinik.de

Doch nicht alle Knieschmerzen werden durch Arthrose verursacht. Der Orthopäde muss andere mögliche Ursachen der Schmerzen im Knie sorgfältig ausschließen.

Zu diesen sogenannten Differentialdiagnosen bei Knieschmerzen gehört vor allem auch Hüftarthrose (Coxarthrose): Auch eine Arthrose der Hüfte kann sich auch erstmals als außen liegender Knieschmerz bemerkbar machen.

Eine gleichzeitig stattfindende Prüfung des Hüftgelenks (Innenrotation) gibt uns Hinweise darauf, ob die Knieschmerzen vielleicht durch eine Arthrose oder Bewegungseinschränkung des Hüftgelenks ausgelöst wurden. Wenn durch Innenrotation des Hüftgelenks Schmerzen im Knie entstehen, ist die Ursache eher im Hüftgelenk zu suchen.

Patienten kommen häufig mit einem Verdacht auf ein Knieproblem in die Sprechstunde: Es handelt sich jedoch um einen ausstrahlenden Hüftschmerz.

Auch bei Nervenerkrankungen und Nerveneinklemmungen, etwa bei einem Bandscheibenvorfall, können Schmerzen im Knie auftreten.

Differentialdiagnosen zu Arthrose bei Knieschmerzen

Sind die anderen möglichen Ursachen der Knieschmerzen ausgeschlossen, kann der Orthopäde eine Arthrose diagnostizieren.

Bildgebende Verfahren: Röntgen, Ultraschall und MRT

Röntgenbild der Arthrose im Kniegelenk Röntgenbild von hinten (pa): Darstellung eines rechten Kniegelenks mit einer medialen (innenliegenden) Gonarthrose. Die Arthrose ist deutlich sichtbar durch die im Vergleich deutliche Gelenkspaltverschmälerung © Gelenk-klinik.de

Der wichtigste Schritt zur Darstellung von Knorpelschäden bei Kniearthrose ist ein Röntgenbild des Knies.

Bei akuten Knorpelschäden kann auch ein das MRT nach Kontrastmittelgabe mit spezialiellen Sequenzen zur Diagnose beitragen.

Die Kniearthrose ist im Röntgen deutlich sichtbar: Der einseitig schmale Gelenkspalt ist eindeutig sichtbar. Wo der Knorpel im Kniegelenk abgebaut wurde, nimmt der Abstand der Knochen im Röntgenbild ebenfalls ab. Der Gelenkspalt wird schmal. Um ein eindeutiges Ergebnis zu erhalten, ist es wichtig, dass das Röntgenbild im Stehen unter Gewichtsbelastung des Gelenks erfolgt. Ohne Belastung wird eine arthrosebedingte Gelenkspaltschmälerung leicht unterschätzt. Die Röntgendiagnostik ist der Goldstandard der Diagnostik der Kniearthrose. Folgende radiologische Arthrosezeichen geben einen eindeutigen Hinweis:

  • Verengung des Gelenkspaltes im Kniegelenk.
  • Sklerose des Knochens unter dem Knorpel auf Grund der erhöhten Belastung des Knochens im Gelenkspalt des Kniegelenks.
  • Bildung von Knochenspornen (Osteophyten)

Für die Röntgendiagnostik der Kniearthrose sehr wichtig ist die seitenvergleichende Aufnahme beider Kniegelenke Kniegelenks unter Belastung. Der Patient beugt seine Kniegelenke um 20 Grad, so dass die Aufnahme unter Belastung erfolgt.

Untersuchung der Kniearthrose durch UltraschallUntersuchung der Kniearthrose durch Ultraschall. Schwellungen, Ergüsse und Entzündungszeichen bei aktivierter Kniearthrose können mit Ultraschall gut untersucht werden. © Gelenk-Klinik

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) kann Entzündungsprozesse im Kniegelenk zeigen. Eine Gelenkschleimhautentzündung (Synovialitis) oder eine Meniskusdegeneration mit der Folge einer Baker Zyste kann mit Ultraschall besonders gut untersucht werden.

Wenn nach der Röntgenuntersuchung noch eine MRT Untersuchung erfolgt, können folgende Zeichen der Kniearthrose sichtbar werden:

Untersuchung typischer Krankheitsprozesse des Kniegelenks mit Arthrose

Die Veränderungen des Kniegelenks bei Kniearthrose betreffen nicht nur den Gelenkknorpel: Auch alle anderen Strukturen, die am Kniegelenk beteiligt sind, werden von der Arthrose betroffen. Die Untersuchung dieser arthrosetypischen Veränderungen an Knochen, Meniskus, Kreuzbändern und Seitenbändern des Kniegelenks ist für die Diagnose und Therapie der Arthrose im Kniegelenk wesentlich.

Es gibt vier Stadien der Kniegelenksarthrose

retropatellare Kniearthrose Kniegelenk mit Arthrose von vorne gesehen. Sichtbar sind die Patella, Innen- und Außenmeniskus und das vordere Kreuzband. Auch hinter der Patella im sogenannten Femoro-Patellar-Gelenk kann Arthrose entstehen. © Viewmedica

Arthrose wird in 4 Stadien unterteilt: Diese Stadien der Kniearthrose werden nach dem Aussehen und der sichtbaren Degeneration des Knorpels eingeteilt.

Am Anfang stehen Anlaufschmerzen und gelegentliche entzündliche Aktivierungen der Arthrose. Im weiteren Verlauf verliert das Gelenk seine Form, die Beinachse wird unregelmäßig. X- oder O-Bein Fehlstellungen verstärken sich.

Kniearthrose 1. Grades: In diesem beschwerdefreien Stadium ist nur eine Auffaserung der Oberfläche des Glenkknorpels zu sehen.

Kniearthrose 2. Grades: Dieses Stadium der Kniearthrose ist weitgehend beschwerdefrei, eine operative Behandlung ist meist nicht erforderlich. Der Knorpel wird an der Oberfläche weicher und fasert etwas aus. Es gibt Risse in der Knorpeloberfläche, die aber nicht durch die gesamte Knorpeloberfläche reichen. Die Beweglichkeit des Knies ist trotz beginnender Arthrose aber noch nicht beeinträchtigt.

Hier können noch knorpelregenerierende Verfahren erfolgreich zum Einsatz gebracht werden. Das erfolgreichste Verfahren ist die Knorpeltransplantation.

Kniearthrose 3. Grades: Die Knorpeloberfläche hat in diesem Stadium bereits bis zum Knochen reichende Risse oder Krater sowie eine immer stärkere Auffaserung der Knorpeloberfläche auf. Die Schäden reichen tief in den Knorpel hinein. Die Schäden sind häufig auf beiden Gelenkflächen. Doch ist der Knochen noch an allen Stellen mit einer bereits tief eingerissenen Knorpelschicht bedeckt.

In diesen Fällen kann häufig noch ein Teilersatz (Repicci Prothese oder HemiCap) die intakten Anteile des Kniegelenks erhalten. Nur die Schadstellen müssen behandelt werden, um die weitere Degeneration des Knorpels einzudämmen.

Kniearthrose 4. Grades: In diesem Stadium der Kniearthrose liegen sehr schwerwiegende Knorpelschäden vor. Der Knochen ist an vielen Stellen nicht mehr von Knorpel bedeckt. Man spricht in diesem Stadium der von einer Knochenglatze. Die Knochen reiben direkt aufeinander. Der Abrieb im Kniegelenk sorgt dafür, dass eine aktivierte Arthrose durch Entzündungen und Schwellung (Gelenkergüsse) schmerzhaft wird und das Gelenk versteift.

In diesen Fällen kann eine Teilprothese noch helfen, wenn die Arthrose im Knie lokalisierbar ist, also nur einen Teil bzw. ein Kompartiment des Kniegelenks betrifft. Ist bereits das gesamte Knie vom Knorpelverschleiß betroffen, kann nur noch eine Knieprothese (Knie-TEP) helfen.

Ödeme und Geröllzysten in den Knochen bei Kniearthrose

Die Knochen lagern mit zunehmendem Knorpelabbau Wasser ein und entwickeln schmerzhafte Ödeme. Ödembildung geschieht z.B. auch bei schmerzhaften Verstauchungen des Gelenks. Ödembildung sorgt auch bei Arthrose für ganz ähnliche Symptome: Stechende Schmerzen und Reizung der Schmerzfühler im Knochen bei stark verminderter Belastbarkeit.

Im Inneren des Knochen unter den Gelenkflächen wird der Knochen schließlich durch Wassereinlagerung und Zystenbildung instabil. Die harte Knochenoberfläche kann einbrechen (Geröllzysten). Dadurch wird die Gelenkoberfläche nachhaltig geschädigt. Eine gelenkerhaltende Arthrosetherapie ist dann nicht mehr möglich.

Knochensporne im Kniegelenk oder hinter der Patella

Die abnehmende Knorpelschicht erhöht die mechanische Last auf Teilbereichen des Kniegelenks. Der Knochen reagiert auf diese Überlastung durch die Bildung von Knochenspornen (Osteophyten). Diese im Röntgenbild sichtbaren Osteophyten vergrößern die verfügbare Knochenoberfläche: Sie führen aber zu einer zunehmenden Versteifung des Kniegelenks. Auf Grund der erhöhten Reibung wird das Kniegelenk mit Arthrose immer unebener, was wiederum den Knorpelabrieb verstärkt.

Synovialitis - Gelenkschleimhautentzündung bei Arthrose im Kniegelenk

Der Entzündungsprozess des Kniegelenks umfasst häufig auch die Gelenkschleimhaut (Synovia). Die entzündete Synovia hypertrophiert (wuchert) und bildet nicht mehr die für den Knorpel lebensnotwendige Gelenkschmiere (mit den wichtigen Hyaluronsäuren). Damit verliert der Knorpel seine Fähigkeit, ausreichend Wasser zu binden.

Die Entzündung führt zudem zu einer Veränderung des knorpeligen Bindegewebes: Der Knorpelabbau dominiert. Die Knorpelschicht wird durch Entzündungen immer weicher. Daher beschleunigen Entzündungen im Kniegelenk den Knorpelabbau erheblich.

Um diese Entzündung auf Grund einer Synovialitis zu vermeiden zu therapieren, ist es häufig erforderlich, die Gelenkschleimhaut arthroskopisch (also mit Kniearthroskopie) zu entfernen. In kurzer Zeit bildet sich eine neue, nicht entzündete Knieschleimhaut aus.

Schädigung der Bänder am Kniegelenk

Kniegelenk Kreuzbänder. Deutlich sichtbar das vordere Kreuzband und das hintere Kreuzband des Knies. Die Knorpelflächen und die Menisken auf der Schienbeinseite sind violett eingezeichnet. Das Kreuzband kann sich bei Scherbewegungen im Knie leicht dehnen oder verletzen. Dann sind Ober und Unterschenkel nicht mehr stabil verbunden. Scherkräfte und Überbeweglichkeit schädigen die Knorpelschicht. Daraus kann Kniearthrose entstehen.© Istockphoto.com/MedicalArtInc

Die Seitenbänder und die Kreuzbänder des Kniegelenks werden durch den Arthroseprozess ebenfalls angegriffen. Sie stabilisieren das Kniegelenk immer weniger, was den Krankheitsprozess wiederum beschleunigt. Auch hier ist eine vorangegangene Lockerung, vor allem der Kreuzbänder, häufig einer der Auslöser des Gelenkverschleißes im Kniegelenk.

Daher kann auch eine initiale Schädigung des Kreuzbandes, etwa durch Kreuzbandriss, kann die Stabilität des Kniegelenks verschlechtern und durch Überbeweglichkeit der Gelenkflächen sowie erhöhte Scherkräfte einen Knorpelabbau begünstigen.

Muskelabbau und Verkürzung

Durch Schmerzen und reflektorische Verspannung der gelenkführenden Muskulatur verschlechtert sich die Muskulatur stetig: Sie verkürzt sich und bildet sich zurück (Muskelatrophie). Die geschwächte, verkürze und häufig auch verhärtete Muskulatur kann das Kniegelenk dann auch nicht mehr so effizient führen: Auch hier wirkt das Symptom auf den Krankheitsprozess zurück und verstärkt die Arthrose im Kniegelenk.

Faktoren, die die Situation bei Kniearthrose weiter verschlechtern

Wir suchen immer nach diagnostischen Hinweisen darauf, wie aussichtsreich eine gelenkerhaltende Behandlung im Einzelfall sein kann.

Die entscheidende Frage ist stets: Wie groß sind die Aussichten, eine Arthrose in Einzelfall aufzuhalten oder stark zu verlangsamen?

Hier zeigt sich, dass Patienten mit einem bereits ausgeprägten Knochenödem (Wassereinlagerung in den Knochen) geringere Aussichten auf eine gelenkerhaltende Therapie durch Knorpeltransplantation haben.

Eine starke Gelenkspaltverschmälerung, also ein starker Substanzverlust der Knorpel, ist ebenfalls ein schlechtes Zeichen. Neuer Gelenkknorpel benötigt eine noch weitgehend intakte Knorpelumgebung um die Schadstelle, damit sich neuer Gelenkknorpel bilden kann.

Auch ein Meniskusschaden ist allgemein nachteilig für das Knie und verschlechtert die Aussichten bei Arthrose.

Allgemein ist ein starker Knieschmerz und geringe Belastbarkeit beim Gehen ebenfalls ein Risikofaktor für die weitere Arthroseentwicklung.

Niedrige Knochendichte (Osteoporose) ist ebenfalls nachteilig für den weiteren Arthroseverlauf.

Welche Behandlung der Kniearthrose in welchem Stadium?

Konservative Behandlung einer Kniearthrose (Gonarthrose)

Die konservative Behandlung der Kniearthrose hat das Ziel, ohne Operation den Verlauf der zu verlangsamen. Konservative Behandlungsmethoden sind also alle nichtoperativen Methoden, die den Knorpelverschleiß reduzieren. Dabei werde nach Möglichkeit alle Aspekte der Athrosetherapie eingesetzt:

  • Entzündungshemmung.
  • Entlastung des Gelenks durch Muskelkräftigung.
  • Lockerung schmerzhaft kontrakter Muskulatur um das Kniegelenk.
  • Korrektur von Fehlstellungen durch Schuheinlagen (Außenranderhöhung oder Innenranderhöhung)
  • Kniearthrosen mit Entlastung

Kausale Therapie der Kniearthrose: Arthrose heilen oder nur Knieschmerzen lindern?

Durch konservative Behandlung der Kniearthrose wollen wir das Befinden des Patienten verbessern und Beweglichkeit und schmerzfreies Wohlbefinden verbessern. Die konservative Therapie will den Knorpelabbau nach Möglichkeit aufhalten.

Durch arthrosegerechte Ernährung wollen wir das Körpergewicht kontrollieren. Durch Entlastung der Gelenke und Entlastung des Stoffwechsels sinkt die Wahrscheinlichkeit für entzündlichen Abbau des Gelenkknorpels.

Eine erfolgreiche Physiotherapie kräftigt Muskeln und Sehnen und sorgt für gesunde Bewegungsabläufe. Gesunde Bänder und Muskeln stabilisieren auch das Kniegelenk.

Hinsichtlich des Einsatzes symptomorientierter Therapien wie Schmerzmittel und Kortison, hat die Arthrosebehandlung in der orthopädischen Gelenk-Klinik eine sehr deutliche Orientierung: Wir suchen, wann immer möglich, eine kausale Therapie der Kniearthrose. Die Ärzte der Gelenk-Klinik wollen also durch Knorpeltherapie oder Beseitigung der konkreten mechanischen Ursachen die Kniearthrose behandeln.

Die individuellen gesundheitlichen Kosten einer symptomorientierten Arthrosetherapie sind für den Patienten auf Dauer sehr hoch. Das liegt vor allem an den Nebenwirkungen einer langfristigen medikamentösen Schmerztherapie.

Pyramidenschema der Kniearthrosetherapie

Das allgemeingültige Therapie-Schema der Arthrose lässt sich in Form einer Pyramide darstellen. Je weiter oben ein Therapieansatz in der Pyramide steht, um so seltener wird er bei einem Patienten mit Kniearthrose zur Anwendung gebracht.

Ernährungsberatung, Training und Diät kommen also immer zum Einsatz.

Schmerztherapien aus der zweiten Stufe kommen nur zur Anwendung, wenn Symptome wie Schmerzen und Gelenksentzündungen eine symptomorientierte Therapie der Kniearthrose erforderlich machen.

Gelenkerhaltende operative Eingriffe sind bei Arthrose im Kniegelenk dann als Therapie geeignet, wenn damit der Prozess des Gelenkverschleißes direkt gemildert werden kann. Ziel dieser Eingriffe ist das Beseitigen mechanischer Probleme des Kniegelenks: Meniskusrisse, die durch scharfe Kanten den Knorpel abreiben. Überbeweglichkeit im Kniegelenk durch Riss oder fehlende Funktion der Bänder am Kniegelenk kann durch Kreuzbandnaht oder Kreuzbandtransplantation verbessert werden. Eine Überlastung von Teilbereichen des Kniegelenks durch eine Fehlstellung kann konservativ durch Schuhzurichtungen, oder durch eine operative Knochenosteotomie am Schienbein verbessert werden.

Die Behandlungspyramide zeigt die allgemeingültigen Verfahren zur Behandlung der Kniearthrose in der Basis. Je weiter man in der Pyramide nach oben kommt, um so seltener kommt das genannte Verfahren zum Einsatz. © Gelenk-klinik.deDie Behandlungspyramide zeigt die allgemeingültigen Verfahren zur Behandlung der Kniearthrose in der Basis. Je weiter man in der Pyramide nach oben kommt, um so seltener kommt das genannte Verfahren zum Einsatz. © Gelenk-klinik.de

Die Entlastung des Knies verlangsamt die Kniearthrose

Zuallererst geht es dem Orthopäden um die Entlastung des von Arthrose betroffenen Gelenks. Das lässt sich im Alltag am ehesten mit Gewichtsreduzierung erreichen. Das effizienteste nichtoperative Verfahren in der Behandlung der Kniearthrose ist die Gewichtsreduktion. Hier kann bei Bedarf eine Ernährungsberatung erfolgen. Wir haben besonders gute Erfahrungen gemacht mit einer kohlenhydratreduzierten, proteinreichen Diät (LOGI-Diät = Low Glycaemic Index-Diät).

Neben Bewegung ist Ernährung und Gewichtskontrolle wirksame Vorbeugung gegen Arthrose. Viel Proteine und Gemüse, weniger Kohlenhydrate: eine Ernährung nach der LOGI-Methode hilft, ohne Verzicht Gewicht zu verlieren und entlastet auch die Gelenke. © Wikimedia.org

Anpassung der Lebensweise

Zu dieser konservativen Behandlung der Kniearthrose gehört ein Gespräch über die Lebensgewohnheiten des Patienten. Bewegungsmangel, besondere berufliche oder sportliche Belastungen, müssen als Grundlage der Arthrosebehandlung verstanden und bei Bedarf auch geändert werden.

Verschiedene pflanzliche Mittel zur Behandlung der Arthrose können in dieser Stufe ebenfalls empfohlen werden.

Anpassung der Ernährung an die Arthrose

Neben der Gewichtskontrolle ist auch die Zusammensetzung der Ernährung von großer Bedeutung für die Entwicklung der Arthrose im Kniegelenk. Es gibt eindeutig entzündungsfördernde und knorpelschädliche Nahrungsmittel. Dazu gehören natürlich die üblichen Genussgifte (Alkohol, Nikotin), deren Anwendung möglichst eingeschränkt werden sollte.

Es gibt darüberhinaus auch Nahrungsmitel, die das Auftreten von Entzündungen im Kniegelenk fördern. Dazu gehören vor allem rotes Fleisch (Rindfleisch und Schweinefleisch). De hohe Anteil dieser tierischen Nahrungsmittel an Arachidonsäuren verstärkt das Entzündungsgeschehen im Körper. Zudem sind auch Kohlenhydrate mit geringem Nährstoffanzeil (Zucker) gelenkschädliche Entzündungstreiber Zu diesen Entzündungen gehören dann auch die knorpelschädlichen Gelenkentzündungen bei aktivierter Arthrose.

Demgegenüber hat Nahrung mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, wie Meerfisch, Fischölkapseln oder bestimmte Pflanzenöle (Raps, Walnuss, Leinöl) einen entzündungshemmenden Effekt. Das macht sich nicht nur im Herz-Kreislaufbereich, sondern auch bei der Gelenkgesundheit und der Vorbeugung von Kniearthrose bemerkbar.

Bestimmte pflanzliche Nahurngsmittel wie Lauch, Zwiebeln und Knoblauch haben zudem eindeutig knorpelschützende Inhaltsstoffe.

Behandlung kontrakter, schmerzender Muskulatur bei Kniearthrose

Die Behandlung dieser reaktiven Muskelschmerzen versucht mit Bewegung, Dehnung, Wärme und lokalen balneotherapeutischen Anwendungen die Muskulatur wieder zu lockern. Einige dieser Anwendungen können Sie bei Knieschmerzen und Beinschmerzen leicht zu Hause durchführen: Basenbäder und lokale Basenwickel wirken krampflösend und Verbessern den Stoffwechsel der Muskulatur rund um das Kniegelenk. Dadurch wird dann auch die Koordination und die Trainierbarkeit des Kniegelenks wieder verbessert. Wenn die Schmerzen gelindert sind die Muskulatur wieder gelockert sind, ist das Kniegelenk auch Übungen bei Kniearthrose wieder zugänglich.

Medikamentöse Schmerztherapie und Entzündungshemmung bei Kniearthrose

Medikamentöse Schmerztherapie der Kniearthrose mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)

Die medikamentöse Therapie von Arthroseschmerzen im Kniegelenk mit NSAR (Ibuprofen etc). bei entzündlich aktivierter Kniearthrose verfolgt zwei Ziele: Die Schmerztherapie will den Knieschmerz lindern und die knorpelschädiende Entzündung bei aktivierter Arthrose rasch reduzieren.

Durch Schmerzbehandlung sollen die Patienten in die Lage versetzt werden, die im Alltag nötige Belastbarkeit und Mobilität wieder wahrnehmen zu können. Die maximale Gehstrecke, Belastbarkeit und Alltagsfähigkeit werden durch Schmerztherapie verbessert.

Die zweite Komponente der Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika ist die Entzündungshemmung. Durch Beendigung der Entzündung im Kniegelenk soll dieser knorpelschädliche Prozess möglichst schnell abgekürzt werden. Die Schwellung und Überwärmung im Kniegelenk geht dadurch zurück.

Weiterlesen zu Medikamente bei Kniearthrose

Physikalische Therapie: Kälte, Wärme und Elektrotherapie

Mit Hilfe von Kältetherapie kann das Entzündungsgeschehen im Kniegelenk positiv beeinflusst werden. Die Kälteanwendung reduziert den Stoffwechsel, also auch Entzündung, und kann eine akute, schmerzhafte Entzündung im Kniegelenk reduzieren.

Wenn keine Entzündung, sondern eher die schmerzhafte Verspannung durch reaktiv kontrakter Muskulatur am Oberschenkel. Hier ist es sogar sinnvoll, den Stoffwechsel durch Tiefenwärme wieder anzuregen. Hilfreich sind neben wIRA Tiefenwärmestrahlung beim Physiotherapeuten oder Fango auch warme Basenwickel in der häuslichen Anwendung.

ZRT®-Matrix Therapie bei Kniearthrose

Maßnahmen aus der physikalischen Therapie, wie Aktivierung des Gewebes und Anregung der Selbstheilungskräfte der erkrankten Knorpel, gehören ebenfalls in diese Stufe der Behandlungspyramide. Die zellbiologische Regulationsmedizin (sog. Matrixtherapie) trägt mit sanften physikalisch-therapeutischen Verfahren aus der Rehabilitationsmedizin zur Erhöhung der Gewebsvitalität bei. Optimale Voraussetzungen im Stoffwechsel zum Erhalt und der Regeneration des Knorpels sowie der Verhinderung unspezifischer Schmerzen und des entzündungsbedingten Knorpelabbaus gehören in diese Stufe der Behandlung.

Kniearthrose und Akupunktur

In vielen Fällen hilft Akupunktur bei Arthroseschmerzen. Der Nutzen der Akupunktur bei Knieschmerzen ist nachweisbar und nebenwirkungsfrei. Dies wurde in der GERAC-Studie bei 70.000 Patienten gezeigt. Wir nehmen an, dass die AKupunktur nicht direkt auf den Gelenkknorpel wirkt. Stattdessen werden die myofaszialen Begleitschmerzen in der Umgebung des Kniegelenks gemildert. Das ist sinnvoll, weil bei vielen Patienten die ausstrahlenden Schmerzen in der Muskulatur um das Kniegelenk deutlich stärker schmerzen, als die Arthroseschmerzen im Bereich des Gelenks und der Gelenkkapsel.

Dies hat letztlich dazu geführt, dass Akupunktur bei Kniearthrose auch von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird. Daher bieten wir seit vielen Jahren Akupunktur als Arthrosebehandlung an. Alle Ärzte der Gelenk-Klinik sind in der Anwendung der Akupunktur ausgebildet und erfahren. Die abschwellende und entzündungshemmende Wirkung von Akupunktur bei Kniearthrose ist laut Studie mit der Wirkung der oralen Antiphlogistika (Schmerzmittel) zu vergleichen.

Orthopädische Maßnahmen: Schuhzurichtung, Orthesen

Häufig sind Fehlstellungen im Knie (X-Bein, O-Bein) oder Sprunggelenk (Knick-Senkfuß) Ursache der Kniearthrose. In diesen Fällen gibt es neben operativen auch nichtoperative Maßnahmen, die Ausrichtung des Gelenks zu verbessern (Therapie von Malalignment).

Orthesen am Kniegelenk

Varus- oder Valgusorthesen können die bei Fehlstellung ungleiche Gewichtsverteilung im Kniegelenk verändern und eine X-Bein- oder O-Bein-Fehlstellung ausgleichen. Der biomechanische Effekt auf die Bewegungsänderung ist deutlich. Die Orthese ist auch wirksamer als die Schuhzurichtung, weil sie direkt auf das Gelenk wirkt. Die Akzeptanz dieser etwas klobigen Gestelle am Bein bei den Patienten ist allgemein nicht gut. Sie tragen unter der Hose auch deutlich auf.

Grenzen der konservativen Therapie

Der Orthopäde muss den Verlauf genau beobachten. Wenn die Fehlstellungen im Kniegelenk rasch zunehmen, die Achsabweichung im Bein größer wird, oder die Bandstabilität im Knie trotz konservativer Therapie sich verschlechtert, kommt die konservative Therapie an Ihre Grenzen.

Orthopädische Schuhzurichtung: Außenrand - oder Innenranderhöhung

Durch Innen- oder Außenranderhöhung des Schuhs können leichte Fehlstellungen im Kniegelenk ausgeglichen werden. Man kann auch die Belastung auf den bisher weniger verschlissenen Teil des Knies verlagern und den Bereich mit der Gonarthrose (medial/innenliegend oder lateral/außenliegend) entsprechend entlasten. In Studien könnte bei Schuhzurichtungen keine Schmerzverbesserung gezeigt werden. Wahrscheinlich ist der Effekt im Kniegelenk mit einer etwa um 5% veränderten Gewichtsverteilung zu klein.

Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine. Durchschnittlich 3.9 (264 votes)
Folgen Sie der Gelenk-Klinik auf Facebook oder Twitter

Bitte ein Gelenk wählen

Anatomische Struktur
Schulterschmerzen Ellenbogenschmerzen Hand und Handgelenk Huefte Wirbelsäule Hand Fuss Sprunkggelenk und Schmerzen im Knöchel Knieschmerzen und Schmerzen im Knöchel

Vortrag 26.09.17, 19:30

"Schmerzen an Fuß und Sprunggelenk"
Martina Wetzel, Physiotherapeutin Martina Wetzel, Physiotherapeutin
"Aktivierende Selbsthilfe bei Fußschmerzen"

 

Dr. med. Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie Dr. med. Thomas Schneider, Orthopäde
"Operationen bei Schmerzen an Fuß und Sprunggelenk"

Geprüfte Qualität

Beratung in der Gelenk-Klink

EndoProthethikZentrum (EPZ) Gelenk-Klinik

  • Geprüfte Qualität und Erfahrung mit über 200 Prothesen/Jahr
  • Geprüfte Aus- und Weiterbildung unserer Spezialisten
  • Qualität in Diagnose, Operation und Nachsorge
  • Geprüfte Beratung und Aufklärung unserer Patienten

Weiterlesen: EndoProthetikZentrum (EPZ)